Hausmittel gegen Halsschmerzen

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Jeanette Vinals Stein

Hausmittel Halsschmerzen

Hausmittel können gegen Halsschmerzen eingesetzt werden. Die meisten Formen von Halsschmerzen sind Folge einer Virusinfektion und treten im Rahmen einer Rachenentzündung, Kehlkopfentzündung oder einer einfachen Erkältung auf, die zusätzlich mit Husten, Schnupfen und anderen Symptomen einhergeht. Gegen Halsschmerzen gibt es eine Vielzahl von überlieferten Hausmitteln aus der Naturheilkunde, die einfach hergestellt und wirksam zu Hause angewendet werden können. Ärztlicher Rat sollte dennoch eingeholt werden, wenn sich trotz Selbstbehandlung die Beschwerden nach drei bis fünf Tagen nicht bessern oder hohes Fieber auftritt. Auch ein stark zugeschwollener Hals und sichtbare Eiterstippen im Rachenbereich sind als hinreichender Grund für einen Arztbesuch zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Hausmittel bei Halsschmerzen
Quarkwickel, Kartoffelwickel & Leinsamenwickel
Gurgeln mit Kräutern und Leinsamen
Mit Kräutertee gegen Halsentzündungen
Heilende Beeren gegen Halsschmerzen und Erkältung
Weitere Maßnahmen bei Halsschmerzen

Kalter Halswickel gegen Halsschmerzen

Ein kalter Halswickel, der länger am Hals verbleibt, nimmt die eigene Körperwärme auf, staut sie und wirkt somit eigentlich wie eine Wärmeanwendung. Über Nacht getragen, vermag er Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Zur Herstellung wird ein Leinentuch mit kaltem Wasser befeuchtet, zu einem Schal gefaltet und um den Hals gewickelt. Darüber werden ein weiteres, trockenes Tuch und schließlich ein Wollschal gebunden.

Quarkwickel, Kartoffelwickel & Leinsamenwickel

Tut der feuchtkalte Wickel für die einen bereits ausreichend Wirkung, so schwören andere traditionell auf das Hausmittel Quarkwickel bei Halsschmerzen. Dazu wird ein feuchtkalter Wickel zusätzlich mit frischem Quark bestrichen und direkt mit der Quarkseite um den Hals gewickelt.

Wer es lieber gleich warm mag, kann gekochte Kartoffeln zerstampfen und heiß in ein Tuch wickeln. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, wird der Kartoffelwickel um den Hals gebunden. Dabei ist – besonders bei kleinen Kindern – darauf zu achten, den Wickel nicht zu heiß anzulegen!

Zur Verstärkung der Wirkung von Halswickeln wird weiterhin empfohlen, Leinsamenmehl aus dem Reformhaus mit einer Handvoll Eibischwurzel in drei Liter Wasser 20 Minuten zu kochen und die Masse dann zu einem Brei zu zerstoßen. Auf ein feuchtes Leinentuch gestrichen und um den Hals gewickelt, wirkt der Brei lindernd bei Halsweh und Heiserkeit.

Gurgeln mit Kräutern und Leinsamen

Bei Halsschmerzen ist die Rachenschleimhaut trocken, gereizt und entzündet. Regelmäßiges Gurgeln, z.B. alle zwei Stunden, befeuchtet die wunde Schleimhaut und bringt die Wirkstoffe aus der Gurgellösung direkt an den Ort des Geschehens.

Die ätherischen Öle von Salbei und Kamille wirken Entzündungen in Hals und Rachen entgegen, vertreiben Viren und Bakterien und fördern die Wundheilung. Zum Gurgeln wird eine Lösung aus einem Teelöffel Salbeiblätter und einem Teelöffel Kamillenblüten mit 0,5 Liter Wasser übergossen. Nach 20 Minuten kann die Flüssigkeit abgeseiht und zum Gurgeln verwendet werden.

Der Lein, wissenschaftlich als Linum usitatissimus bezeichnet, ist eine bis zu 80cm hochwachsende Pflanze, die schmale Blätter und blaue Blüten besitzt. Ihre länglichen, braunen Samen haben eine schleimhautschützende Wirkung, die wir uns bei Halsschmerzen zunutze machen können. Dazu werden 1 Teelöffel Leinsamen mit 0,25 Liter kaltem Wasser übergossen und ohne Erwärmung zwanzig Minuten lang stehen gelassen. Die gesiebte Flüssigkeit kann direkt als Gurgellösung verwendet werden.

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Salbeitee ist ebenso wie Kamillentee ein wirksames Hausmittel gegen Halsschmerzen. (Bild: B. Wylezich/fotolia.com)

Mit Kräutertee gegen Halsentzündungen

Salbei und Kamille eigenen sich mit ihrer entzündungs- und keimhemmenden Wirkung bei Halsschmerzen auch als Tee zur inneren Anwendung. Nimmt man Eibischwurzel oder Leinsamen hinzu, wird die Rachenschleimhaut besonders geschützt. Bestehen im Rahmen einer Erkältung auch Gliederschmerzen, kann die Mischung mit Weidenrinde ergänzt werden, deren Wirkstoffe das natürliche Vorbild von Schmerzmitteln wie Aspirin darstellt. Zur Unterstützung der Selbstheilungskräfte sollten auch schweißtreibende Komponenten, etwa Holunder- oder Lindenblüten, nicht fehlen. Am besten lässt man sich in der Apotheke einen Tee zusammenstellen, der zu den akuten Beschwerden passt.

Bei wiederkehrenden Halsschmerzen durch Mandel-, Rachen- oder Kehlkopfentzündungen kann ein Tee von der Bibernellwurzel, dreimal täglich getrunken, Abhilfe schaffen. Dazu wird ein gehäufter Teelöffel Bibernellwurzel mit 0,25 Liter kaltem Wasser übergossen und langsam zum Sieden gebracht. Nach einminütigem Kochen kann die Flüssigkeit abgeseiht und getrunken werden.

Heilende Beeren gegen Halsschmerzen und Erkältung

Beeren sind vor allem durch ihren Vitaminreichtum seit jeher ein beliebtes Hausmittel bei allen Erkältungsbeschwerden.

So ist es angeraten, bereits in erkältungsreichen Jahreszeiten vorsorglich Brotaufstriche, Dessertsaucen und Säfte auf dem Speisezettel zu haben, die Sanddorn enthalten. Ebenso eignen sich Hagebutten, die Früchte der Wildrose, als Tee oder Marmelade häufig genossen, um ihren natürlichen Vitaminreichtum zur Steigerung der körpereigenen Kräfte zu nutzen. Wie Sanddorn hilft auch Hagebutte, sämtliche fiebrige Erkältungskrankheiten rasch zu überstehen.

Neben der allgemein steigernden Wirkung der Abwehkräfte sollen schwarze Johannisbeeren genau wie frische Brombeeren speziell bei Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit gute Dienste tun, indem sie püriert und mit frischem Mineralwasser zu einem köstlichen Getränk aufbereitet und regelmäßig getrunken werden.

Weitere Maßnahmen bei Halsschmerzen

Halsschmerzen werden durch regelmäßiges Trinken schon dadurch gelindert, dass die Schleimhäute dadurch feucht gehalten und Reizungen abgeschwächt werden. Am besten eignet sich dabei Wasser, das im Wechsel mit verdünnten Fruchtsäfte und Kräutertees getrunken werden kann. Darüber hinaus werden aus der Naturheilkunde verschiedene weitere Maßnahmen empfohlen, die das Immunsystem natürlich stärken und so den Krankheitsverlauf abmildern oder in Zukunft vermeiden können. (jvs)