Fersensporn – Knochenauswuchs am Fußknochen

Fersensporn
Heilpraxisnet
Viele Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Fersensporn, der durch Schmerzen am Hacken gekennzeichnet ist, die insbesondere unter Belastung auftreten und für Betroffene sehr störend und einschränkend sein können. Teilweise ist Bewegung kaum noch möglich. Mit verschiedenen therapeutischen Maßnahmen lassen sich Beschwerden allerdings deutlich lindern.

Synonyme

Verschiedene Synonyme beschreiben das Beschwerdebild des Fersensporns, wobei diese auch der Differenzierung verschiedener Formen dienen. Haglund-Exostose, Haglund-Syndrom, Haglund-Ferse, unterer Fersensporn, oberer Fersensporn, Kontinuumdistorsion am Hacken, Hackenkontinuumdistorsion oder plantar Continuumdistorsion sind hier verwendete Bezeichnungen. Der Knochenauswuchs am Fersenbein (Kalkaneus), welches unter anderem unseren Hacken bildet, wird aufgrund seiner Verbindung mit dem Fersenbein zudem auch Kalkaneussporn genannt.

Ein Fersensporn kann sowohl am Sehnenansatz unter dem Fuß (wie auf dem Bild), als auch am oberen Sehnenansatz des Fersenbeins entstehen. (Bild: Whyona/fotolia.com)
Ein Fersensporn kann sowohl am Sehnenansatz unter dem Fuß (wie auf dem Bild), als auch am oberen Sehnenansatz des Fersenbeins entstehen. (Bild: Whyona/fotolia.com)

Auftreten und Symptome

Der Knochenauswuchs kann oben am Knochen am Ansatz der Achillessehne auftreten und wird dann Haglund- Exostose oder Haglund- Syndrom genannt (nach dem schwedischen Orthopäden Patrick Haglund). Weitaus häufiger tritt er unter dem Fuß (plantar) auf und wird dort unterer oder plantarer Fersensporn genannt.

Den Knochenauswuchs muß nicht unbedingt Beschwerden hervorrufen. Schätzungen gehen davon aus, dass zehn bis rund 30 Prozent der Bevölkerung entsprechende Veränderungen aufweisen. Am häufigsten tritt dieser bei Menschen im Alter zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, bleibt aber oft beschwerdefrei. Andere Betroffene klagen über Schwellungen, lokale Druckschmerzhaftigkeit und Beschwerden am Hacken in Form von Fersenschmerzen (meist in Bewegung).

Oft ist ein unterer Fersensporn mit einer Entzündung der Sehenllatte (Plantarfasziitis) unter dem Fuß verbunden. (Bild bilderzwergfotolia.com)
Oft ist ein unterer Fersensporn mit einer Entzündung der Sehenllatte (Plantarfasziitis) unter dem Fuß verbunden. (Bild bilderzwergfotolia.com)

Ursachen

Die Verknöcherung tritt an der Übergangsstelle zwischen Knochen und Band und/oder Knochen und Sehne auf. Als Ursache werden sogenannte Mikroabrissen infolge einer Überlastung vermutet, so dass sich der Ansatz verstärken muss beziehungsweise kann. Durch die zusätzliche Kalkeinlagerung sollen die Strukturen Stabilität gewinnen, doch der entstehende Sporn kann seinerseits auf das umliegende Gewebe drücken und entsprechende Beschwerden bedingen.

Meist ist der Auslöser eine wiederholte Überlastung beziehungsweise Fehlbelastung. Menschen, die viel stehen, gehen oder laufen sind daher besonders gefährdet. Auch falsches Schuhwerk kann bei der Entstehung eine maßgebliche Rolle spielen. Zudem zeigen Personen mit Übergewicht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Weiter Risikofaktoren bilden Fehlstellungen der Füße und Beeinträchtigungen der Muskulatur.

Behandlung

Im Konzept nach dem Fasziendistorsionsmodell wird die Übergangsstelle zwischen Knochen und Band und/oder Knochen und Sehne bei punktförmigen Schmerzen mit starkem Daumendruck behandelt. Im Konzept nach der Osteopathie wird meist geschaut, welche Faktoren dazu geführt haben, dass sich die Knochenausziehung gebildet hat. Faktoren sind hierbei oft einseitige Belastung oder Festigkeit in den hinteren Strukturen am Bein, weswegen in der Osteopathie bei der Behandlung auch Beschwerden in weiter entfernten Regionen interessant sind, wie beispielsweise Nackenverspannungen.

Da die Nervenversorgung des Hackens aus der Lendenwirbelsäule und Kreuzregion kommt, werden auch Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen oder Gesäßschmerzen bei der Diagnose und Behandlung des Fersensporns einbezogen.

Eine rasche Linderung der Beschwerden kann das Tragen entsprechender Einlagen bewirken, welche helfen, weitere Fehlbelastungen zu vermeiden. Zudem wird Betroffenen häufig eine vorübergehende Ruhigstellung angeraten, um für Enlastung zu sorgen. In den letzten Jahren hat sich außerdem in vielen Praxen die Extrakorporale Stoßwellentherapie als Behandlungsansatz etabliert. Allerdings sind die wissenschaftlichen Belege über deren Wirkung bislang nicht ausreichend belastbar, um eindeutig eine entsprechende Behandlungsempfehlung auszusprechen. Auch übernehmen die gesetzliche Krankenversicherungen hier nicht die Kosten der Behandlung.

Ein operativer Eingriff kann ebenfalls in Betracht gezogen werden, wenn sich mit anderen therapeutischen Maßnahmen keine Linderung erzielen lässt, doch besteht auch hier keine Sicherheit, dass die Betroffenen langfristig beschwerdefrei bleiben.

Ein natürliches Mittel gegen den Fersensporn bildet das Zinnkraut , welches hier in Form von Bädern und Waschungen Anwendung findet. (Bild: womue/fotolia.com)
Ein natürliches Mittel gegen den Fersensporn bildet das Zinnkraut (auch bekannt als Ackerschachtelhalm), welches hier in Form von Bädern und Waschungen Anwendung findet. (Bild: womue/fotolia.com)

Naturheilkunde

Aus dem Bereich der Naturheilkunde bietet sich darüber hinaus das Zinnkraut (Ackerschachtelhalm) zur Behandlung eines Fersensporns an. Dies hatte schon Maria Treben in ihre Buch „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“ beschrieben. Demnach sind Waschungen und Bäder auf Basis von Zinnkraut ein gut wirksames natürliches Mittel. Auch lässt sich das Zinnraut, nachdem es aufgebrüht wurde, noch warm in ein Tuch schlagen und auf den Hacken auflegen. (tf, fp)

Advertising

Bild 1: Raffaela  / pixelio.de