Mittelohrentzündung Ursachen, Symptome und Therapie

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Die Mittelohrentzündung ist eine relativ weit verbreitete Erkrankung des Mittelohrs und meist bakterieller Natur. Vermehrt betroffen sind Klein-Kinder, doch auch Erwachsene kann diese unangenehme Erkrankung ereilen. Die äußerst schmerzhafte Entzündung des Mittelohrs bzw. Otitis media tritt sowohl in akuter, als auch in chronischer Form auf: Otitis media acuta und Otitis media chronica.


Die Anatomie des Mittelohrs

Das Mittelohr wird gebildet aus der sogenannten Paukenhöhle (mit Luft gefüllte Knochenhöhle, die den Raum zwischen Trommelfell bis hin zu einer knöchernen Wand des Innenohrs einnimmt), dem Trommelfell und einer Verbindung zum oberen Rachenraum. Diese Verbindung zwischen Paukenhöhle und Rachenraum wird als Ohrtrompete, Tuba auditiva oder auch Eustachische Röhre bezeichnet. Sie ist vor allem für den Luftdruckausgleich zwischen den beiden Räumen zuständig. Beim Schlucken wird sie automatisch geöffnet. Daher hilft beispielsweise bei Druck auf den Ohren mehrmaliges bewusstes Schlucken oder forciertes Gähnen.

Das menschliche Ohr (Anatomie)
Die Anatomie des menschlichen Ohres. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Symptome bei akuter Mittelohrentzündung

An erster Stelle der Symptome einer akuten Otitis media sind relativ plötzlich einsetzende, stechende, pulsierende Ohrenschmerzen zu nennen, häufig in Verbindung mit Ohrgeräuschen beziehungsweise Ohrensausen und einer Minderung des Hörvermögens. Begleitend können eher unspezifische Beschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen auftreten.

Bei Säuglingen ist das Krankheitsbild oft schwer zu deuten. Sie leiden eher unter Symptomen wie Durchfall oder Erbrechen. Ein wiederholtes Anfassen des betroffenen Ohres und Quengeligkeit können hier Hinweise auf eine vorliegende Ohrenentzündung sein. Größere Kinder klagen eventuell auch über Bauchschmerzen. Die Ohrenschmerzen sind mitunter so stark, dass schon sanfte Berührungen des kranken Ohres nicht toleriert werden.

Im weiteren Krankheitsverlauf führt eine unbehandelte Otitis media acuta oftmals zu einem Durchbruch des Trommelfells (Trommelfellperforation) mit anschließendem Austritt eitrigen Sekrets. Die Schmerzen lassen in diesem Fall meist schlagartig nach, allerdings zeigt sich ebenso plötzlich eine stärkere Hörminderung. In der Regel ist auch eine schwere akute Mittelohrentzündung bei angemessener medizinischer Versorgung nach maximal vier Wochen abgeheilt.

Symptome bei chronischem Krankheitsverlauf

Die chronischen Formen sind in der Regel weniger durch Schmerzen, sondern eher durch anhaltende Beeinträchtigungen des Hörvermögens in Form einer Schallleitungsstörung gekennzeichnet. Auch klagen die Betroffenen häufig über anhaltendes Ohrlaufen, bei dem Sekret aus dem Mittelohr austritt. Bei chronischen Schleimhauteiterungen ist dies in der Regel geruchlos, während bei einer chronischen Knocheneiterung das Sekret einen äußerst unangenehmen Geruch haben kann.

Allgemein werden die chronischen Entzündungen oft von einem dumpfen Druckgefühl auf dem betroffenen Ohr begleitet. Schmerzen treten indes normalerweise nur auf, wenn sich aus der chronischen Form kurzzeitig eine akute Otitis media entwickelt. Ohne medizinische Versorgung besteht bei einer Otitis media chronica normalerweise keine Aussicht auf eine Heilung, auch wenn vorübergehende beschwerdefreie Zeiten nicht ungewöhnlich sind.

Wenn Babys sehr weinerlich sind und sich wiederholt an die Ohren fassen, kann dies auf eine akute Mittelohrentzündung hinweisen. (Bild: marchibas/fotolia.com)

Ursachen der akuten Entzündungen des Mittelohrs

Oft entsteht die Otitis media acuta infolge eines vorliegenden Infekts im Nasenrachenraum oder in den oberen Luftwegen. Wie bereits erwähnt, befindet sich zwischen dem Rachenraum und dem Mittelohr die Ohrtrompete. Über diesen Verbindungsweg können Erreger aus dem Rachen in das Mittelohr gelangen und sich hier anschließend weiter vermehren. Die Folge ist eine Entzündung, welche oftmals auch die Tuba auditiva erfasst (sogenannter Tubenkatarrh).

Eine Infektion über den Blutweg oder gar von außen ist hingegen eher selten. Allgemein liegt fast immer schon ein Infekt vor, wenn die akute Form der Erkrankung eintritt. Meist sind dabei Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken verantwortlich, doch können auch Viren eine entsprechende Infektion verursachen.

Da bei Säuglingen und Kindern bis zum achten Lebensjahr die Tuba auditiva noch recht kurz ist, können Keime schneller zum Mittelohr aufsteigen, was dazu führt, dass in dieser Altersstufe vermehrt entsprechende Beschwerden zu beobachten sind. Allgemein können Belüftungsstörungen der Eustachischen Röhre das Auftreten einer Mittelohrentzündung begünstigen.

Wird der Eingang zu der mit Schleimhaut ausgekleideten Ohrtrompete zum Beispiel durch einen Schnupfen etwas verlegt, sammelt sich hier gegebenenfalls schleimige Flüssigkeit im Ohr, die einen guten Nährboden für Erreger bildet. Zudem ist der Druckausgleich durch die Blockade der Tuba auditiva nicht mehr im erforderlichen Maße gewährleistet, was zu einem Unterdruck in der Paukenhöhle und einem hiermit einhergehenden sogenannten Paukenerguss führen kann.

Die Kombination aus Schnupfen und Flugreisen gilt generell als Risikofaktor. Denn der Eingang zur Tube ist durch den Schnupfen blockiert und die Belüftung funktioniert nicht richtig, was bei dem erforderlichen Druckausgleichs nicht nur unangenehm ist, sondern auch ungünstige Folgen haben kann. Die Keime wandern gegebenenfalls in Richtung Mittelohr, wo sie dann eine Entzündung auslösen.

Die Verwendung eines Nasensprays vor und während des Fluges kann den Eingang zur Tuba auditiva befreien und dem Aufsteigen der Keime entgegenwirken. Doch nicht nur ein Schnupfen, sondern auch Infektionskrankheiten im Hals können die Basis für eine Infektion des Mittelohrs bilden. Zudem sind systemische Erkrankungen wie Masern, die Grippe oder Scharlach als mögliche Ursachen einer Otitis media acuta bekannt.

Ist das Ohr bereits in Form einer Trommelfellperforation vorgeschädigt (wie zum Beispiel nach mehreren durchlebten Mittelohrentzündungen), führt alleine das Eindringen von Wasser beim Baden oder Tauchen leicht zu einer erneuten Infektion. Die Erreger werden dabei von außen eingetragen.

Das passiert bei einer Mittelohrentzündung.
Das passiert bei einer Mittelohrentzündung. Bild: www.fotolia.com © bilderzwerg

Ursachen einer chronischen Mittelohrentzündung

Eine Otitis media chronica entsteht meist auf dem Boden einer anhaltenden Tubenventilationsstörung (Fehlfunktion der Tuba auditiva) – vor allem bei Patienten, die schon häufig unter einer akuten Mittelohrentzündung litten. Auch kann eine gestörte Physiologie im Bereich des Mittelohrs dazu führen, das sich die chronische Form entwickelt. Darüber hinaus werden genetische Faktoren ebenfalls als mögliche Ursache der Erkrankung diskutiert.

Allgemein lassen sich zwei Formen der Otitis media chronica unterscheiden; Eine sogenannte chronische Knocheneiterung bedingt durch ein Cholesteatom und eine chronische Schleimhauteiterung.

Beide Formen gehen mit einer Trommelfellperforation einher und sind mit wiederkehrenden eitrigen Sekretabsonderung verbunden. Bei einem Cholesteatom besteht das Risiko, dass die ursächlichen Einwucherungen mehrschichtiger verhornender Plattenepithelzellen in das Mittelohr auch zu Schädigungen der umliegenden Knochenstrukturen führen. Schlimmstenfalls drohen Komplikationen, die von einer Zerstörung der Gehörknöchelchen bis hin zu lebensgefährlichen Erkrankungen wie einer Entzündung des Gehirns (Meningitis), einem Hirnabszess oder einer Blutvergiftung reichen.

Komplikationen des Krankheitsverlaufs

Wird eine akute Entzündung des Mittelohrs unzureichend, zu spät oder überhaupt nicht medizinisch versorgt, drohen verschiedene, schlimmstenfalls lebensgefährliche Komplikationen. So kann diese zum Beispiel auf den Bereich des Innenohrs übergehen und einen vollständigen Hörverlust bedingen.

Bei schweren Verlaufsformen der akuten Variante wird vermehrt auch der sogenannte Warzenfortsatz (die Paukenhöhle geht nach hinten in den Warzenfortsatz über) in Mitleidenschaft gezogen. Eine entsprechende Entzündung des Warzenfortsatzes nennt sich Mastoiditis. Sie bildet die häufigste Komplikation einer Otitis media und zeigt sich meist erst einige Wochen nach Beginn der ursprünglichen Erkrankung.

Neben den entzündlichen Prozessen sind bei einer Mastoiditis auch sogenannte Knocheneinschmelzungen Bestandteil des Beschwerdebildes. Auf diese Weise kann sich die Erkrankung im weiteren Verlauf deutlich ausweiten und bricht bei den meisten Patienten zunächst nach außen durch. Es bilden sich ein größerer Abszess sowie deutlich sichtbare Schwellungen und Rötungen hinter dem Ohr.

Schlimmstenfalls bricht die Entzündung des Warzenfortsatzes anschließend in das Schädelinnere durch, was mit lebensbedrohlichen Ereignissen wie einem Hirnabszess, einer Meningitis oder einer sogenannten Sinusthrombose einhergehen kann. Auch sind Durchbrüche in den Bereich des Jochbogens und der ansetzenden Halsmuskulatur möglich, was wiederum eine Vielzahl von Beschwerden auslösen kann. Im Fall einer Mastoiditis zeigt sich allgemein meist ein erneuter Anstieg des Fiebers und eine druckschmerzhafte Schwellung über dem Warzenfortsatz hinter dem Ohr. Das betroffene Ohr steht zudem auffällig ab.

Bei der chronischen Form einer Schleimhauteiterung ist das Risiko schwerer Komplikationen insgesamt relativ gering, während die Knocheneiterungen zu einer Zerstörung der umliegenden Knochenstrukturen und schlimmstenfalls zu lebensbedrohlichen Ausweitungen der Entzündung führen können.

Bei Verdacht auf eine Entzündung, untersucht der Arzt das Ohr mithilfe des Otoskops. (Bild: Werner/fotolia.com)

Diagnosestellung

Ergibt die Beschreibung der Symptome den Verdacht auf eine Infektion des Mittelohrs, erfolgt in der Regel eine sogenannte Otoskopie (optische Untersuchung des Gehörgangs und Trommelfells mittels Otoskop). Hierbei werden Rötungen und gegebenenfalls Strukturveränderungen des Trommelfells, wie beispielsweise eine Trommelfellperforation oder Blasen auf dem Trommelfell, erkennbar.

Bei chronischen Formen der Erkrankung und Komplikationen (beispielsweise Mastoiditis) kommen oft weitere Untersuchungsmethoden wie Röntgenaufnahmen oder eine Computertomographie (CT) zum Einsatz, um das Ausmaß der Schädigungen zu erfassen. Mittels eines Hörtests, eines sogenannten Tonaudiogramms oder einer Tympanometrie, können Minderungen des Hörvermögens und Schallleitungsstörungen festgestellt werden.

Behandlung bei akuter Mittelohrentzündung

Da akute Entzündungen nicht selten auch ohne weitere therapeutische Maßnahmen von alleine abheilen, kann zunächst einige Tage abgewartet werden. Allerdings ist in dieser Zeit eine ärztliche Überprüfung dringend geboten. Die Patienten sollten sich schonen und Kälte meiden. Begleitend werden oftmals abschwellende Nasensprays verordnet, um den Eingang zur Ohrtrompete freizuhalten und wieder eine angemessene Belüftung des Mittelohrs zu erreichen.

Zeigt sich nach rund drei Tagen keine Besserung der Beschwerden, werden meist Antibiotika eingesetzt, da ein Großteil der akuten Mittelohrentzündungen bakteriell bedingt ist und auch bei Virusinfektionen des Mittelohrs eine bakterielle Sekundärinfektion droht. Des Weiteren können schmerzlindernde und entzündungshemmende Präparate Anwendung finden.

Zeigen sich Verwölbungen des Trommelfells oder Komplikationen wie eine Mastoiditis bedarf dies eines operativen Eingriffs, um weitere Gesundheitsrisiken für die Betroffenen zu vermeiden. Die Beseitigung der Mastoiditis ist dabei ein umfassenderer Eingriff, bei dem der Schädel hinter dem Ohr geöffnet und das geschädigte Material ausgeräumt wird.

Therapie einer Otitis media chronica

Chronische Formen der Erkrankung heilen ohne therapeutische Versorgung nicht von alleine ab. Zwar lassen sich die Symptome durch die Gabe von abschwellenden Nasensprays, entzündungshemmenden Arzneien und Schmerzmitteln insbesondere bei den Schleimhauteiterungen vorübergehend lindern, doch eine abschließende Heilung bedarf eines operativen Eingriffs. Hierbei wird die Trommelfellperforation im Zuge einer sogenannten Tympanoplastik (Reproduktion des Trommelfells) behoben, um das erneute Eindringen von Erregern und entsprechende Infektionen zu vermeiden.

Die chronischen Knocheneiterungen erfordern eine chirurgische Beseitigung des ursächlichen Cholesteatoms. Wurden größere Anteile der umliegenden Knochenstrukturen geschädigt, kann hier zudem gegebenenfalls eine operative Reproduktion angebracht sein.

Mithilfe naturheilkundlicher Anwendungen und Hausmittel können die Beschwerden gelindert werden. (Bild: pathdoc/fotolia.com)

Naturheilkunde bei Mittelohrentzündungen

Die Naturheilkunde bietet verschiedene Möglichkeiten zur Therapie der akuten Form, wobei diese den Arztbesuch im Ernstfall nicht ersetzen können. Durch die gezielte naturheilkundliche Unterstützung der Selbstheilungskräfte lässt sich oftmals allerdings innerhalb kürzester Zeit eine deutliche Besserung erzielen und weitergehende therapeutische Maßnahmen werden nicht erforderlich.

Zunächst ist hier die Wärmebehandlung mittels einer Rotlichtlampe zu erwähnen, welche jedoch bis heute umstritten bleibt, da unter bestimmten Bedingungen eine ungünstige Wirkung auf den Krankheitsverlauf prognostiziert wird.

Die Homöopathie hält Mittel parat, die helfen können. Beispielweise ist bei einer akuten Otitis media mit massiven Schmerzen Aconitum das Mittel der Wahl. Belladonna kommt zum Einsatz, wenn neben den Schmerzen Fieber hinzukommt und die Patienten zur Röte neigen. Bei kleinen Kindern, die aufgrund der Schmerzen sehr weinerlich sind und nur noch umhergetragen werden möchten, findet Chamomilla Anwendung. Ferrum phophoricum ist ein Mittel, das allgemein vor allem auf eine Beseitigung der Entzündung abzielt. Des Weiteren sind verschiedene homöopathische Mischpräparate erhältlich, die insgesamt das Abklingen unterstützen sollen.

Treten die Ohrentzündungen ungewöhnlich häufig auf, so nimmt die naturheilkundliche Therapie auch den Darm näher unter die Lupe, da gemäß dem Ganzheitsprinzip hier mögliche Zusammenhänge vermutet werden. Nicht ohne Grund ist eine Darmsanierung häufig der Anfang einer erfolgreichen Therapie bei wiederkehrenden Erkrankungen des Mittelohrs.

Neigen Patienten bei Schnupfen zu vermehrten Mittelohrentzündungen, greift die Naturheilkunde ebenfalls auf Nasentropfen zurück, damit die Tuba auditiva frei gehalten wird und sich keine Entzündung im Ohr entwickeln kann. Dies ist vor allem bei Kindern wichtig. Hier existieren verschiedene Präparate, die natürliche Substanzen enthalten, damit die Schleimhäute nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Cantharidenpflaster

Eine weitere Möglichkeit zur naturheilkundlichen Behandlung stellt das sogenannte Cantharidenpflasters dar. Dieses spezielle Pflaster ist mit einer Paste aus pulverisierter spanischer Fliege beschichtet. Das Gift Cantharidin, welches darin enthalten ist, löst eine künstlich erzeugte Verbrennung aus. Die Durchblutung wird gefördert, Quaddeln und kleinere Blasen entstehen am Ort des Geschehens. Stoffwechselschlacken und Schmerzmediatoren kommen an die Hautoberfläche, die Immunabwehr wird angeregt.

Das Cantharidenpflaster wird auf dem Mastoid (Warzenfortsatz) aufgebracht und nach Abnahme die entstehende Wunde steril versorgt. Dies ist eine uralte, jedoch sehr wirksame Methode bei einer Otitis media. Eine etwas sanftere Behandlung stellt die Baunscheidttherapie dar. Dieses leichte Einritzen der Haut erfolgt ebenso im Bereich des Mastoids, hinter dem erkrankten Ohr. Die Durchblutung wird dabei angeregt, der Lymphfluss stimuliert und somit der Abtransport der Entzündung beschleunigt.

Die Zwiebel ist aufgrund ihrer antibakteriellen Wirkung ein häufig eingesetztes Hausmittel bei Entzündungen des Mittelohrs. (Bild: Andrew/fotolia.com)

Bewährte Hausmittel bei Entzündung des Mittelohrs

Oftmals zeigen bei einer Mittelohrentzündung Hausmittel wie der bekannte Zwiebelwickel eine durchaus vielversprechende Wirkung. Hierfür wird eine Zwiebel klein gehackt und in ein Taschentuch aus Stoff gewickelt. Dies wird auf das kranke Ohr gelegt und mit einer Mütze oder einem Stirnband fixiert. Darüber kommt eine Wärmequelle, zum Beispiel in Form eines angewärmten Kirschkernsäckchens.

Das Inhalieren und andere Hausmittel gegen Ohrenschmerzen können der Mittelohrentzündung entgegenwirken. Führen die naturheilkundlichen Behandlungsansätze jedoch kurzfristig nicht zu einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes, sollte zeitnahe eine Behandlung auf Basis der konventionellen Therapieansätze erfolgen.

Generell ist es wichtig, dass eine Otitis media stets vollständig auskuriert wird. Dies gilt bei Kindern umso mehr, da gerade wiederkehrende Ohrinfekte, die häufig mit einer Hörverminderung einhergehen, bei ihnen eine deutliche Entwicklungsverzögerung auslösen können. Das Risiko langfristiger Schäden ist daher nicht zu unterschätzen.

Zudem besteht die Gefahr zeitlich verzögert auftretender, lebensbedrohlicher Komplikationen wie beispielsweise bei einer Mastoiditis. In einer abschließenden ärztlichen Kontrolluntersuchung sollte daher überprüft werden, ob die Erkrankung tatsächlich vollständig abgeklungen ist. (sw/fp, zuletzt aktualisiert am 18.1.2018)