Magnesiummangel

Susanne Waschke

Da Magnesium zu den lebenswichtigen Mineralien zählt, kann ein Magnesiummangel erhebliche gesundheitliche Beschwerden mit sich bringen. Magnesium gehört zu den Mineralien, die lebensnotwendig sind, aber nicht vom Körper selbst hergestellt werden können. Sie müssen mit der täglichen Nahrung zugeführt werden. Der Tagesbedarf für Jugendliche und Erwachsene liegt bei 300 bis 400 Milligramm. Chemisch gesehen ist Magnesium eigentlich ein Erdalkalimetall, doch im Körper hat dies nur noch wenig mit seiner ursprünglichen Form gemein.

Das Magnesium im Körper besteht aus Magnesium-Ionen im Blut und Magnesiumverbindungen in den Knochen. Circa 25 Gramm Magnesium sind im Körper eines Erwachsenen gespeichert. Mehr als 50 Prozent des Magnesiums befinden sich in den Knochen, der Rest in den Zellen und im Blut. Sowohl bei einem Mangel als auch bei einem Überschuss an Magnesium kann es zu Störungen der Körperfunktionen bis hin zu Krankheiten kommen. Um eine aussagefähige Diagnose zu stellen, ob ein Magnesiummangel vorliegt, sind eine Laboruntersuchung des Blutes, des Urins und eventuell zusätzliche Belastungstests erforderlich. Bei dem Belastungstest wird zuerst das Blut untersucht und anschließend nach Zufuhr einer hohen Dosis Magnesium über mehrere Tage erneut der Blutwert gemessen.

Inhaltsverzeichnis

Magnesiummangel
Aufgaben von Magnesium im Körper
Ursachen von Magnesiummangel
Anzeichen für Magnesiummangel
Täglicher Magnesium Bedarf
Magnesium in Lebensmitteln
Positive Wirkung von Magnesium
Was bei Magnesiumeinnahme beachtet werden sollte

Products containing magnesium
Magnesium muss in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Aufgaben von Magnesium im Körper

Energiestoffwechsel
Bei jedem Vorgang im Körper, bei dem Energie verbraucht wird, ist Magnesium beteiligt. So wären zum Beispiel körperliche Arbeit, Sport, Bewegung ohne Magnesium nie möglich.

Aktivität der Herzmuskeln
Magnesium ist ein Kalziumantagonist (Gegenspieler des Kalziums) und verhindert damit eine Kalziumüberladung in den Zellen. Dies ist besonders wichtig bei der Herzmuskelaktivität, das heißt der Erregungsleitung im Herzen.

Eiweißsynthese (Zusammensetzung von Eiweißen)
Im Körper sind Eiweiße (Proteine) nahezu überall anzutreffen. Sie sind Bestandteile von Hormonen, Knorpeln, Muskeln. Sie werden gebraucht bei der Herstellung von Antikörpern und kommen in den Zellen vor. Zur Herstellung dieser Eiweiße benötigt der Organismus eine bestimmte Menge an Magnesium.

Zusammenspiel von Nerven und Muskeln
Jede Zelle ist umgeben von einer Zellmembran. Diese ist wichtig für die Weiterleitung von Reizen, so auch zwischen Nerven und Muskeln. Hier spielt Magnesium eine große Rolle. Es stabilisiert die Zellmembran und sorgt für eine ausgeglichene Durchlässigkeit der Zellmembran.

Mineralstoffgehalt und Knochenaufbau
Kalzium, Vitamin D3 und Phosphor sind genauso unerlässlich für den Aufbau der Knochen und der Zähne, wie Magnesium. Schon in der Schwangerschaft braucht das ungeborene Kind genügend Magnesium.

Ursachen für Magnesiummangel

Neben einer genetische Disposition (erblichen Veranlagung) können zahlreiche weitere Faktoren einen Magnesiummangel bedingen.

Erhöhter Bedarf durch:
Schwangerschaft
Stillzeit
Wachstumsphasen
Bei massiver Anstrengung, (Leistungs-)Sport
Sauna
Stress (jede Aufregung verbraucht Magnesium)

Verminderte Zufuhr durch:
einseitige Ernährung
Diäten, Fasten

Verminderte Aufnahme durch:
Chronische Erkrankungen der Verdauungsorgane mit Durchfall, Erbrechen
Glutenunverträglichkeit
Chronische Darmentzündungen, wie zum Beispiel Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn
Darmresektionen (Operative Entfernung von Darmabschnitten)
Malabsorptionssyndrom (Darmerkrankung die eine mangelnde Aufnahme von Nährstoffen bedingt)

Erhöhte Ausscheidung über die Nieren durch:
Diuretika (entwässernde Medikamente)
Nierenerkrankungen
Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
Alkohol, Kaffee
Verschiedenen Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika, Zytostatika
Anti Baby Pille

Übersäuerung
Bei einem gestörten Säure Basen Haushalt, bei dem eine Übersäuerung vorliegt werden vermehrt Mineralien gebraucht, um die sauren Substanzen zu neutralisieren. Hier bei wird vermehrt Magnesium benötigt.

Anzeichen für Magnesiummangel

Anzeichen für Magnesiummangel
Wadenkrämpfe
Muskelkrämpfe
Schlafstörungen
Verstopfung
Nervosität
Schwindel
Kopfschmerzen
Verspannungen der Muskulatur
Muskelschwäche
Zittern der Hände
Herzrhythmusstörungen
Stressanfälligkeit

Täglicher Magnesium Bedarf

Der tägliche Bedarf an Magnesium liegt bei einem Erwachsenen zwischen 300 und 400 Milligramm. Männer brauchen, durch ihre größere Muskel- und Knochenmasse etwas mehr Magnesium. Kinder bis zum vierten Lebensjahr benötigen etwa 80 Milligramm Magnesium pro Tag, bis zum 15. Lebensjahr circa 120 bis 300 Milligramm. Schwangere sollten täglich 300 Milligramm und Stillende etwa 390 Milligramm Magnesium am Tag aufnehmen. Insgesamt hängt der Magnesiumbedarf jedoch vor allem von der individuellen Lebensweise ab. Sport oder zum Beispiel eine hektische Lebensweise erhöhen den persönlichen Magnesium-Bedarf.

Magnesium in Lebensmitteln

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frisch gekochten Speisen und einem hohen Anteil an basischen Lebensmitteln ist wichtig, um dem Magnesiummangel entgegen zu wirken.

Hauptmagnesiumspender sind Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Was hier zu bedenken ist: das Kochwasser hat nach der Zubereitung meist den höchsten Anteil an Magnesium. Gemüse und Obst aus biologischem Anbau enthält häufig mehr Magnesium als Produkte aus konventionellem Anbau, da die Bio-Produkte nicht auf vergleichbar ausgelaugten Böden gezogen werden. Dunkelgrünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Nüsse, Schalentieren, Kakao und Mineralwasser dienen ebenfalls als Magnesiumlieferanten. Zudem sind Brotaufstriche mit Sonnenblumenkernen wegen ihres hohen Gehalt an Magnesium bei drohendem Magnesiummangel zu empfehlen.

Positive Wirkung von Magnesium

Bei Bauchschmerzen bis hin zu Krämpfen während der Periode kann Magnesium hilfreich eingesetzt werden. Das Risiko für einen Herzinfarkt lässt sich durch einen ausgewogenen Magnesiumspiegel reduziere und Magnesium kann auch zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Bei wiederkehrender Migräne sollte unbedingt auf genügend Magnesium-zufuhr geachtet werden. Stress „frisst“ Magnesium, das heißt dass unter Zufuhr von Magnesium auch die Stressanfälligkeit abnimmt. Bei Frauen, die zu Vorwehen beziehungsweise Frühgeburten neigen, wird häufig Magnesium therapeutisch verabreicht. Einer Verstopfung ist oftmals mit der richtigen Menge an Magnesium beizukommen. Magnesium besitzt die Fähigkeit, morgens eingenommen, für einen kraftvollen Start in den Tag zu sorgen und abends eingenommen einen erholsamen, besseren Schlaf zu ermöglichen.

Magnesium ist der Gegenspieler von Kalzium. Strömt Kalzium zu schnell in die Zellen, kommt es zu einer Übererregung. Je nachdem, wo dies im Körper passiert, entstehen innere Unruhe, Muskelverkrampfungen und auch Herzrhythmusstörungen. Ist genügend Magnesium vorhanden, verhindert dies das schnelle Einströmen des Kalziums und somit die damit verbundenen negativen Auswirkungen.

Was bei Magnesiumeinnahme beachtet werden sollte

Bevor Patienten selbst zu Magnesiumpräparaten greifen, sollte unbedingt eine Nierenerkrankung ausgeschlossen werden. Bei der Einnahme ist darauf zu achten, nicht gleich mit der gesamten Dosis zu beginnen sondern erst den Körper langsam steigernd daran zu gewöhnen. Die Verteilung der Tagesdosis auf kleine Portionen bietet ebenfalls Vorteile und gewährleistet, dass der Körper das Magnesium besser aufnehmen kann. Dosierungen über 600 Milligramm am Tag sollten unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bei einer Einnahme von Magnesium und Kalzium sollte ein Abstand von mindestens drei Stunden eingehalten werden, da diese beiden Mineralstoffe im Körper Gegenspieler sind. (sw)

Bild1: Knipseline / pixelio.de