Hausmittel bei einem Kater

Nina Reese
Die Geburtstagsfeier, das gemeinsame Essen mit Freunden oder ein lauer Sommerabend im Biergarten: Gelegenheiten, um in geselliger Runde einige Gläschen Bier oder Wein zu trinken, gibt es viele. Doch wer am Ende zu häufig nachbestellt hat, erlebt am Morgen die Nachwirkungen in Form von Kopfschmerzen, Magengrummeln, schlechter Laune und einem Gefühl, als sei der Kopf in „Watte“ verpackt. Vermeiden lässt sich der so genannte „Katzenjammer“ nur, indem generell weniger getrunken wird. Doch gelingt dies einmal nicht, so können eine Reihe bewährter Hausmittel bei einem Kater den Alkoholabbau unterstützen und helfen, die Beschwerden schnellstmöglich wieder loszuwerden.


Symptome des Katers

Als „Kater“ oder „Katzenjammer“ (medizinisch: „Veisalgia“) wird umgangssprachlich ein Symptomenkomplex bezeichnet, der infolge eines übermäßigen Alkoholkonsums bzw. einer leichten Alkoholvergiftung auftritt. Dabei kann es sich um körperliche, geistige und psychische „Nachwirkungen“ handeln. In der Regel fühlen sich die Betroffenen krank und in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Zu den typischen Beschwerden des Alkoholkaters zählen hauptsächlich Kopfschmerzen, ein flaues Gefühl im Magen gegebenenfalls mit Darmgeräuschen verbunden, allgemeines Unwohlsein und Gereiztheit sowie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, starker Durst und Mundtrockenheit.

Kopfschmerzen, starker Durst, Müdigkeit und Schwindel sind die Leitsymptome bei einem sogenannten Kater. (Bild: Focus Pocus LTD/fotolia.com)
Kopfschmerzen, starker Durst, Müdigkeit und Schwindel sind die Leitsymptome bei einem sogenannten Kater. (Bild: Focus Pocus LTD/fotolia.com)

Viel Wasser

Wer am Abend zuvor zu viel getrunken hat, muss am nächsten Tag mit einer gewissen Leidenszeit rechnen. Der Abbau des Alkohols im Blut lässt sich leider kaum beschleunigen. Dies liegt daran, dass die „Entgiftung“ zum Großteil von der Leber übernommen wird, deren Arbeitsgeschwindigkeit sich nicht direkt beeinflussen lässt, sondern stattdessen von verschiedenen Faktoren wie z.B. dem Gewicht der Person abhängt.

Doch es gibt einige Tipps und bewährte Hausmittel, die helfen können, die typischen Kater-Beschwerden besser zu verkraften. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und damit auch wichtige Nährstoffe (wie z.B. Magnesium, Kalium) und Vitamine. Zusätzlich sind der Magen und Darm infolge des Trinkens gereizt, wodurch die Aufnahme der Nährstoffe nur eingeschränkt möglich ist. Dementsprechend gilt als oberste Faustregel: Trinken – und zwar so viel wie möglich, um den strapazierten Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt schnell wieder auszubalancieren.

Besonders gut eignen sich kalkhaltiges Leitungswasser, natriumreiches (stilles) Mineralwasser, Tee oder Saftschorlen. Noch besser sind milde Gemüsesäfte, die mit Salz gewürzt werden und dadurch die Elektrolytverluste ausgleichen können. Als echter Geheimtipp für die Elektrolyte gilt reines
Kokosnusswasser. Kein anderes natürliches Getränk kann unseren Körper so schnell rehydrieren und den Mineralienmangel ausgleichen.

Solange starke Übelkeit besteht, ist es jedoch ratsam, zunächst ganz auf Essen und reizende Getränke zu verzichten. Stattdessen sollten in diesem Fall lieber bewährte Hausmittel gegen Übelkeit wie beispielsweise ein beruhigender und magenfreundlicher Salbei– oder Kamilletee eingesetzt werden.

Etwa 90 Prozent des aufgenommenen Alkohols werden in der Leber abgebaut. Besonders das Abbauprodukt Acetaldehyd verursacht dabei typtische Katersymptome. (Bild: magicmine/fotolia.com)

Katerfrühstück

Wenn der Kopf dröhnt und der Kreislauf Probleme macht, kann ein ausgiebiges Katerfrühstück am nächsten Morgen eine gute Erste-Hilfe bieten. Dieses sollte neben ausreichend Flüssigkeit reichlich Vitamine und Mineralstoffe sowie ausreichend Kohlenhydrate enthalten. Zudem empfinden viele Menschen am nächsten Tag einen Heißhunger auf Salziges und Saures oder eine besonders fett- und eiweißreiche Kost. Generell empfiehlt es sich, bei der Auswahl der Speisen behutsam vorzugehen, um den ohnehin schon gereizten Magen-Darm-Trakt nicht noch mehr zu belasten.

Als Klassiker für ein Anti-Kater-Frühstück gilt der so genannte „Rollmops“, bei dem es sich um in Essig und Salz eingelegte Heringslappen handelt, die in Form einer Rolle serviert werden. Der gerollte Fisch enthält viele Mineralstoffe (wie z.B. Natrium und Kalium), durch die der alkoholbedingte Nährstoffmangel wieder ausgeglichen und der Regenerationsprozess des Körpers unterstützt wird. Alternativ bieten sich Heringssalat, Bismarckhering oder fette Fischsorten wie Makrele und Lachs an, da diese nicht nur Mineralstoffe, sondern auch viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Auch ein reichhaltiges Rührei ist eine gute Wahl. Die in Ei enthaltene Aminosäure Cystein kann die Leber beim Alkoholabbau entlasten und bindet freie Radikale. Deftige, salzige Speisen wie Laugenbrezeln, Eintöpfe mit Gemüse und Hülsenfrüchten, Rinderkraftbrühe, Rührei mit Speck oder saure Essiggurken eignen sich gut für das Katerfrühstück. Das großzügig enthaltene Salz verursacht auch ein starkes Durstgefühl und wir trinken dadurch mehr. Zudem gibt es eine Auswahl von Nahrungsmitteln, die der Leber gut tun und sie bei dem Abbau des Alkohols unterstützen. Hierzu zählen vor allem Artischocken, rote Bete, Karotten und Spinat, die sowohl gekocht als in auch in Form eines Safts wohltuend wirken können.

Ein Klassiker bei Kater-Beschwerden ist der Rollmobs. In der Tat: Der Verzehr kann helfen, die Symptome zu lindern. (Bild: thommy1973/fotolia.com)

Eine sanfte Frühstücks-Variante bieten Vollkornbrot und Käse, Joghurt, Obst und Honig, da der enthaltene Fruchtzucker hilft, die Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen. Tomatensaft enthält ebenfalls viel Fruchtzucker. Frisch gepresste Obstsäfte sorgen außerdem für viele Vitamine. Der Cocktail-Klassiker „Bloody Mary“ kann bei einem Katzenjammer gute Dienste leisten, wobei dieser natürlich ohne Alkohol bzw. Wodka zubereitet wird. Stattdessen wird der gesunde Drink aus Tomatensaft, (Sellerie-)Salz und Pfeffer sowie je nach Geschmack mit Zitrone, Worcestersauce oder Tabasco gemixt. Dieser wird je nach Belieben zusammen mit einem Stück Stangensellerie als begleitendes „Finger-Food“ verzehrt.

Nickerchen am Vormittag

Hat man genug Zeit und muss nicht direkt das Haus verlassen, so empfiehlt sich ein nochmaliges Einschlafen nach dem ersten Aufwachen unbedingt. Davor fix zur Toilette einmal Wasser lassen, und anschließend reichlich (nichtalkoholische) Flüssigkeit nachtrinken. Kokosnusswasser, Karottelsaft oder Mineralwasser sind hier gut geeignet. Probieren Sie es aus, nach nur einem Schlafzyklus von 90 Minuten fühlen Sie sich wie neugeboren.

Bewegung am Morgen

Nach dem Frühstück empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang, auch wenn es zunächst so scheint, als fehle dafür jegliche Kraft. Doch das Aufraffen und Besiegen des inneren Schweinehundes zahlt sich aus. Unser Herz kann so mehr Blut durch den Organismus pumpen – die Gefäße weiten sich und befördern mehr Sauerstoff durch den Körper. Frische Luft und leichte Bewegung aktivieren also Stoffwechsel und Kreislauf, dadurch gelingt der Promille-Abbau schneller. Auch wenn es widersprüchlich klingt, mit wummerndem Schädel los zu rennen – Bewegung hilft uns dabei, sich schneller wieder fit zu fühlen. Liegt sauberer Schnee, so kann dieser dazu genutzt werden, um sich das Gesicht damit einzureiben. Das macht wach und geistig klar, beseitigt Übelkeit und regt den Blutfluss an.

Ein Bloody Mary (natürlich ohne Alkohol!) ist der perfekte Drink, um das unangenehme Katergefühl loszuwerden. (Bild: nadianb/fotolia.com)

Natürliche Hausmittel

Anstelle von Schmerzmitteln sollten bewährte Hausmittel bei Kopfschmerzen eingesetzt werden, um die Beschwerden auf sanfte und natürliche Weise zu lindern. In vielen Fällen hilft ein doppelter Espresso, denn das Koffein blockiert die Produktion eines bestimmten Enzyms, welches für die Freisetzung von körpereigenen Botenstoffe bei der Schmerzweiterleitung (Prostaglandine) zuständig ist. Hier empfiehlt es sich, einen Schuss Zitronensaft in das Heißgetränk zu geben, ein Kaffee mit Zitrone ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Vitamin C begünstigt die Bildung des Neurotransmitters Noradrenalin in unserem Körper, welcher wiederum den Kopfschmerz dämpft. Neben dem können kühle Auflagen oder Quarkwickel auf der betroffenen Stelle eine wohltuende Hilfe sein, ebenso wie Heilerde, welche äußerlich als Kompresse angewendet eine schnelle Erleichterung bringen kann.

Teemischungen

Die Pflanzenheilkunde bietet bei alkoholbedingten Kopfschmerzen eine Reihe von Möglichkeiten. Hier kommen zum Beispiel Lavendel, Melisse und Waldmeister in Betracht, aus deren Blüten im Verhältnis ein Teelöffel Lavendel, ein Teelöffel Melisse, ein halber Teelöffel Waldmeister und 250 Millilitern kochendem Wasser ein wirksamer Heiltee gebrüht werden kann. Ebenso kommt ein Tee aus Schafgarbe, Mädesüß oder Schlüsselblumen bei einem dröhnenden Kopf in Betracht. Weitere wichtige Heilkräuter sind Holunder, Ingwer und Weidenrinde.

Das in Waldmeister enthaltene Cumarin kann bei Spannungskopfschmerzen gut helfen. Achtung, bei sehr hoher Dosierung kann es allerdings ebenso Kopfschmerzen auslösen! (Bild: Christine/fotolia.com)

Ätherische Öle

Entspannend und schmerzlindernd wirkt das Einreiben von Stirn und Schläfen mit ätherischem Pfefferminzöl. Hierbei sollte jedoch unbedingt behutsam vorgegangen und ein hochwertiges Produkt verwendet werden. Zudem reicht ein kleiner Tropfen Öl pro Seite normalerweise für eine effektive Anwendung aus. Wichtig ist, dass die Augen geschlossen bleiben und das Öl nur in verdünnter Form angewendet wird, um Hautreizungen zu vermeiden. Gerade bei Spannungskopfschmerzen ist das Pfefferminzöl dem Aspirin ebenbürtig.

Naturheilkunde bei Unwohlsein

Die Homöopathie bietet bei unangenehmen Beschwerden infolge von Alkohol das Mittel „Nux vomica“ an, welches auch unter der Bezeichnung „Brechnuss“ bekannt ist. Diese gehört zur Gattung der Strychnos-Pflanzen und enthält dementsprechend Strychnin, welches in hohen Dosen giftig ist. Niedrig dosiert und in stark verdünnter Form wird der getrocknete Samen der Brechnuss jedoch bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt und stellt heute ein oft verwendetes homöopathisches Mittel dar.

Nux Vomica hat sich vor allem bei Kreuzschmerzen und als Hausmittel bei Magenschmerzen sowie gegen Übelkeit und Erbrechen bewährt. Unabhängig davon, ob es sich um einen verdorbenen Magen durch zu reichhaltige oder schwere Speisen, Stress, Sorgen oder ein Übermaß an Nikotin oder Alkohol handelt. Wie das Mittel im Einzelfall dosiert wird, sollten Betroffene im Vorhinein möglichst mit dem Apotheker oder einem Heilpraktiker besprechen. In vielen Fällen hat es sich jedoch bewährt, in der akuten Phase etwa alle 15 Minuten je fünf Kügelchen (D6) im Mund zergehen zu lassen, wodurch sich oft nach der vierten bis fünften Gabe schon eine Besserung zeigt.

Die Gewöhnliche Brechnuss (botanisch: Strychnos nux-vomica) ist ein herausragendes pflanzliches Heilmittel. Achtung – die Samen dürfen jedoch nicht einfach so im Ganzen verzehrt werden, das hochgiftige Alkaloid Strychnin ist darin enthalten. (Bild: chamillew/fotolia.com)

Neben den homöopathischen Globuli können auch Schüßler Salze bei Kater-Kopfschmerzen und Unwohlsein eine wohltuende Hilfe sein. In Frage kommen die Salze Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr.10 (Natrium sulfuricum), von denen vier bis fünf Mal über den Tag verteilt je zwei bis drei Tabletten eingenommen werden. Bestehen Übelkeit und Brechreiz, kann das Salz Nr.5 (Kalium Phosphoricum) helfen. Kalium sulfuricum (Nr. 6) aktiviert und fördert die Ausscheidungs- und Entgiftungsvorgänge der Leber, ebenso kann das Salz Nr. 8 (Natrium chloratum) eine positive Wirkung haben, da es den Flüssigkeitshaushalt des Körpers reguliert.

Auf das Rauchen verzichten

So gut eine Zigarette zum Bier auch schmecken mag, leider verstärkt sie auch die Symptome des Katers. Nikotin senkt gefühlt den Alkoholspiegel des Blutes, und vermittelt dadurch dem Trinkenden das Gefühl, deutlich mehr trinken zu können. Auch unterdrückt das Nikotin den eigentlich müdigkeitsfördernden Effekt des Alkohols und putscht auf, der gesunde Schlaf wird gestört. Auf das Rauchen also besser verzichten, wenn Alkohol konsumiert wird – die Kopfschmerzen am nächsten Morgen fallen deutlich geringer aus.

Fuselalkohole vermeiden

Der einzig genießbare Alkohol ist Ethanol – alle anderen Alkohole müssen unbedingt vermieden werden. Besonders in selbst Gebranntem oder bei billigem Schnaps aus Touristengebieten kann Methanol enthalten sein – dieses ist im Körper hochreaktiv und oxidiert dort zu hochgiftigem Formaldehyd. Der unbeabsichtigte Genuss selbst kleinster Mengen verursacht nicht nur starke Kopfschmerzen, sondern kann sogar zu Erblindung oder zum Tod durch Kreislaufversagen führen.

Besonders Wein aber auch einige Spirituosen enthalten viele sogenannte Begleitalkohole. Diese verträgt unser Körper noch weniger gut, als den Alkohol an sich. Selbstgebranntes also besser vermeiden. (Bild: Yaruniv-Studio/fotolia.com)

Ebenso sollten n-Propano, Isobutanol oder Hexanol vermieden werden, diese Begleitalkohole sind oft in Obstbränden, Whisky oder Rotwein enthalten. Recht frei von Fuselalkoholen ist Wodka – manch einer schwört, dass dieser kaum Kopfschmerzen verursachen würde.

Auf alkoholische Heißgetränke verzichten

Glühwein, Irish Coffee, Punsch, Bowle oder oder heißer Honigmet schmecken zwar lecker, können dafür aber einen besonders starken Kater verursachen. Durch die Wärme des Getränkes und den dadurch besonders gut durchbluteten Verdauungstrakt wird der Alkohol hervorragend vom Stoffwechsel absorbiert.

Kater vor dem Trinken vorbeugen

Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen der ein oder andere etwas tiefer ins Glas schaut. Oft
endet das ausgelassene Feiern mit einem quälenden Kater am nächsten Morgen, der nicht selten erst nach einigen Tagen vollständig „auskuriert“ ist. Wer im Vorhinein ein paar Tipps beherzigt, kann die unangenehmen Nachwirkungen jedoch gut umgehen. Dementsprechend sollte vor allem darauf geachtet werden, langsam zu trinken, möglichst bei einer Sorte zu bleiben und regelmäßig zu pausieren, um den Überblick behalten und bei ersten „Ausfallerscheinungen“ rechtzeitig auf nicht-alkoholische Getränke umsteigen zu können.

Alkohol wird nicht im Magen, sondern erst im Darm resorbiert. Fett hilft dabei, im Dünndarm den Alkohol zu binden, somit geht weniger ins Blut. (Bild: akf/fotolia.com)

Hilfreich kann es sein, vor dem Trinken deftig und salzig zu essen, da Fett die Aufnahme von Alkohol ins Blut hemmt und Salz der harntreibenden Wirkung des Ethanols vorbeugt. Fettige Speisen wie Pommes, Kartoffelsalat, Räucherfisch, Bratkartoffeln, Pizza sowie Pasta mit Parmesan oder Käsesoße sind keine Basis für eine gesunde Ernährung. Vor dem Alkoholkonsum bilden sie allerdings eine gute „Grundlage“, wohingegen Alkohol auf leeren Magen unbedingt vermieden werden sollte.

Da der Alkohol dem Körper Wasser entzieht, ist es wichtig, zwischendurch immer wieder zu nicht-alkoholischen Getränken zu greifen, um für die notwendigen Flüssigkeitsreserven zu sorgen. Dabei hat es sich in vielen Fällen bewährt, nach jedem Cocktail, Wein oder Bier direkt ein großes Glas Wasser zu trinken. Dadurch wird zum einen der Dehydrierung vorgebeugt, gleichzeitig wird automatisch weniger Alkohol getrunken, was nach wie vor die sinnvollste Maßnahme zur Vorbeugung eines Katers darstellt.

Um am nächsten Morgen nicht mit einem Brummschädel aufzuwachen, sollte auf süße Weine und Sekt sowie Cocktails, Liköre, Punsch oder Bowle mit viel Zucker verzichtet werden, da der Alkohol durch diesen schneller ins Blut gelangt und eine verstärkte Wirkung einsetzt. Da Kohlensäure ebenfalls die Aufnahme von Alkohol ins Blut ankurbelt und für stärkere Kopfschmerzen am nächsten Tag sorgt, ist gerade nach „prickelnden“ Getränken wie Sekt, Prosecco und Champagner das Risiko für einen Kater besonders hoch.

So oder so ähnlich sollten Sie nicht aufwachen, wenn der Kater schnell wieder verschwinden soll. Besonders für einen durch Alkohol geschwächten Körper ist eine gesunde Schlafhygiene sehr wichtig. (Bild: deagreez/fotolia.com)

Kater vor dem Schlafen vorbeugen

Vor dem Einschlafen können eine große Menge Mineralwasser (wenigstens ein halber Liter!) oder eine in Wasser aufgelöste Kalzium-Magnesium-Brausetablette dabei helfen, die Beschwerden am nächsten Tag möglichst gering zu halten. Es sollte bei geöffnetem Fenster geschlafen bzw. vor dem Zubettgehen unbedingt gut gelüftet werden, um den Körper während der nächtlichen Regeneration mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Treten im Liegen Schwindel und Übelkeit auf, hilft oft schon eine Hochlagerung des Oberkörpers durch zusätzliche Kissen, ebenso kann es erleichternd wirken, wenn ein Bein aus dem Bett gehalten oder ein Fuß auf den Boden aufgestellt wird.

Wodurch entsteht der Kater?

Die auslösende Alkoholmenge ist dabei von Mensch zu Mensch unterschiedlich, allerdings erleben Frauen bei gleicher Alkoholmenge normalerweise schneller einen Kater als Männer. Dies lässt sich auf den im Verhältnis zum Körpergewicht durchschnittlich höheren Fett- und geringeren Körperwasseranteil zurückführen, wodurch die gleiche Anzahl alkoholischer Getränke zu einer höheren Blutalkoholkonzentration führt.

Die Ursachen für die Entstehung der Beschwerden sind bislang nicht abschließend geklärt, vermutet wird jedoch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Als ein wichtiger Auslöser für den Katzenjammer gilt das Zellgift Acetaldehyd, welches beim Abbau des Ethanols bzw. Alkohols entsteht. Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass Alkohol zu einem Flüssigkeitsmangel (Dehydration) führt, da die Nieren infolge einer gehemmten Ausschüttung des Hormons „Vasopressin“ zu viel Wasser ausscheiden. Da im Zuge dessen auch verstärkt Mineralstoffe ausgespült werden, vermuten viele Experten einen daraus resultierenden Magnesiummangel und/oder Kaliummangel. Auch das Fehlen von Kalzium und Natrium ist eine häufige Ursache für die Kopf- und Gliederschmerzen am nächsten Tag.

Gut überlegt sollte die Einnahme von Schmerzmitteln sein, als Anti-Kater-Mittel sind diese ungeeignet. (Bild: rcfotostock/fotolia.com)

Hausapotheke bei Kater-Kopfschmerzen

Wer am Morgen nach einigen Gläsern zu viel mit einem dröhnenden Kopf aufwacht, greift oft zuerst zu Schmerzmitteln, in der Hoffnung, dass diese schnell eine Besserung bewirken. Doch auch wenn eine Kopfschmerztablette die Beschwerden lindern kann, ist die Einnahme nicht immer ungefährlich. Denn Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen und Diclofenac können den Magen schädigen, vor allem, weil dieser aufgrund des übermäßigen Alkoholgenusses ohnehin schon gereizt ist. In der Folge kann es zu Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen, wird das Medikament sehr häufig verwendet drohen im Ernstfall sogar Blutungen von Magen- und Darmschleimhaut oder ein Magendurchbruch.

Der Wirkstoff Paracetamol bewirkt hingegen normalerweise weniger Magenbeschwerden, belastet dafür aber die Leber stark. Denn da das größte Organ im menschlichen Körper bereits mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, kann der Wirkstoff nicht mehr richtig verarbeitet werden. Stattdessen entstehen giftige Abbauprodukte, die zu einer starken Schädigung der Leber führen können. Auch können weitere gefährliche Nebenwirkungen bei Schmerzmitteleinnahme auftreten.

Weitere Komplikationen durch Alkohol

Häufig treten Konzentrationsschwierigkeiten, Durchfall, leichtes Zittern, Kreislaufschwäche, Schwindel und eine erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf, teilweise leiden Betroffene unter Niedergeschlagenheit, depressiven Verstimmungen, Herzrasen oder sogar Angstzuständen. Kommt es durch die hohe Belastung beim Alkoholabbau zu einer Schwächung der Magenschleimhaut, kann eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) die Folge sein, was zu weiteren Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Übelkeit und Erbrechen führen kann. Dabei sind die Symptome des „Katertages“ umso schlimmer, je mehr Alkohol konsumiert wurde. Den Alkohol also besser nur in Maßen genießen, dann bleibt auch der nervige Kater fern. (nr, dp; aktualisiert am 07.09.2018)