Hibiskustee – Wirkung und Zubereitung

Hibiskustee aus den Blüten der afrikanischen Malve (Hibiscus sabdariffa) ist auch als Karkade bekannt, wobei Karkade sowohl das Getränk als auch die Pflanze bezeichnet. Er erfrischt im Sommer und wärmt im Winter. Die Pflanze enthält eine Menge Vitamin C und damit eignet sich der Tee sehr gut, um Erkältungen zu verhindern. Zudem senkt er den Blutdruck, wirkt antibakteriell und hilft beim Abnehmen.

Hibiskustee – Die wichtigsten Fakten

  • Hibiskustee bezeichnet einen Tee aus den Blüten des Malvengewächses Hibiscus sabdariffa. Auch andere Arten der Gattung Hibiscus lassen sich zu Tees verarbeiten, haben aber nicht die gleiche Wirkung.
  • Hibiscus sabdariffa enthält viel Vitamin C und kann dadurch einer Erkältung vorbeugen.
  • Die auch afrikanische Malve genannte Pflanze senkt zudem den Blutdruck und verfügt über antibakterielle Stoffe.
  • Hibiskustee hilft dabei, Gewicht zu verlieren, indem er zugleich den Stoffwechsel anregt und entwässert.
  • Der Tee senkt möglicherweise das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Die vorhandenen Studien sind jedoch widersprüchlich.
  • Hibiscus sabdariffa stützt die Funktionen der Leber.
Auf einem Holztisch steht ein Glas Hibiskustee mit Eiswürfeln, daneben liegt ein rot-weiß kariertes, zusammengefaltetes Geschirrhandtuch und ein Holzlöffel mit getrockneten Hibiskusblüten.
Mit etwas Eis oder im Kühlschrank gelagert wird aus Hibiskustee ein erfrischendes Sommergetränk. (Bild: Olena Mykhaylova/stock.adobe.com)

Hibiskusblütentee – Herkunft und Geschmack

Hibiskustee entsteht, wenn (meist getrocknete) Teile von Hibiskus-Pflanzen mit heißem Wasser übergossen werden. Der Geschmack ist leicht säuerlich und etwas bitter, vergleichbar eventuell mit Cranberries oder roten Johannisbeeren.

Hibiscus bezeichnet keine Art, sondern eine Gattung von Malvengewächsen, die in den Tropen und Subtropen beheimatet sind. Der deutsche Name ist Eibisch. Ursprünglich stammen sie vermutlich aus Südostasien. Diese Gattung umfasst mehrere hundert Arten. Was wir in Deutschland als Hibiskustee bezeichnen, ist indessen in der Regel ein Gebräu aus der Spezies Hibiscus sabdariffa. Deutsche Namen für diese Art sind afrikanische Malve, Karkade, Sudan-Eibisch, Sabdariff-Eibisch oder Roselle.

Die Afrikanische Malve

Hibiscus sabdariffa wird bis zu drei Meter hoch. Die Blüten sind circa 15 Zentimeter lang, blassgelb und haben einen roten Außenkelch. Es handelt sich um eine Staude, deren Basis verholzt und die stachlige Triebe bildet. Als Kulturpflanze, um Tee herzustellen, finden wir sie heute besonders in Ägypten und im Sudan.

Hibiskustee – Inhaltsstoffe und Wirkung

Die prächtigen Hibiskusblüten sind nicht nur optisch sehr beeindruckend, sondern sie enthalten auch vielfältige Inhaltsstoffe, die von verschiedenen Fruchtsäuren über Gerbstoffe bis hin zu Vitamin C reichen.

Zucker und Säuren

Hibiskus erfrischt, und das liegt an dem in ihm enthaltenen Zucker und bestimmten Säuren. Die Polysaccharide stärken mutmaßlich die Immunabwehr. Fruchtsäuren wirken abführend, und das erklärt wahrscheinlich, warum der Tee bei einer Diät hilft. Die Säuren nimmt der Darm nicht in den Blutkreislauf auf, so sammelt sich Wasser im Darm.

Gerb- und Schleimstoffe im Hibiskus

Hibiskusarten enthalten Gerb- und Schleimstoffe. Diese lösen Krämpfe und treiben den Harn. Aus diesem Grund ist Hibiskustee für Schwangere nur in sehr begrenztem Rahmen geeignet, da sich diese Eigenschaften negativ auf die Gebärmutter auswirken können.

Antioxidantien

Der biochemische Stoffwechsel oxidiert die aufgenommene Nahrung in CO2, Wasser und körpereigene Stoffe. Zu den Produkten des Stoffwechsels gehören auch freie Radikale. Das sind reaktive Formen des Sauerstoffs, die im Übermaß Zellen zerstören und so wesentlich sind für Krebs, Rheuma und verkalkte Arterien. Hibiskustee enthält Antioxidantien (zum Beispiel Vitamin C) und kann dadurch freien Radikalen entgegenwirken.

Eine Studie mit Ratten zeigte, dass Hibiskusextrakt die antioxidativen Enzyme vermehrte und den Schaden durch freie Radikale um 92 Prozent verringerte. Ein Problem der Ergebnisse ist, dass es sich hier um hoch konzentrierten Hibiskusextrakt handelte, nicht um die viel schwächeren Konzentrationen der Wirkstoffe im Tee. Zudem ist weitere Forschung nötig, um zu zeigen, wie die im Tee enthaltenen Oxidantien auf Menschen wirken.

Getrocknete Hibiskusblüten auf einem Holzlöffel.
Ein Tee aus Hibiskusblüten enthält unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien sowie reichlich Vitamin C und ist daher ein beliebtes Hausmittel bei Erkältungen. (Bild: Olena Mykhaylova/stock.adobe.com)

Blutdruck senken mit Hibiskustee

Hibiskustee kann den Blutdruck senken und bei Bluthochdruck so die Gefahr verringern, am Herzen zu erkranken. Der Tee senkt vermutlich sowohl den Ober- wie den Unterdruck, dafür sprechen mindestens fünf Studien der jüngsten Zeit. Für eine Untersuchung der Tufts Universität Boston hatten 65 Personen mit Bluthochdruck jeweils den Tee oder ein Placebo getrunken. Sechs Wochen später zeigte sich bei den Betroffenen, die Hibiskustee getrunken hatten, ein deutlicher Abfall des Blutdrucks in klarem Kontrast zu denjenigen, die das Placebo zu sich genommen hatten.

Die Wirkung des Hibiskusblütentees gegen hohen Blutdruck wird durch Fett und Zucker gemindert. Deswegen sollten Sie diesen ohne Milch, Sahne und Zucker genießen, wenn es ihnen um die Hypertonie geht. Zudem ersetzt afrikanische Malve nicht die ärztlich verschriebenen Medikamente. Ein Arzt kann jedoch entscheiden, ob sie die Arzneien reduzieren können, wenn sie über längere Zeit regelmäßig Tee aus Hibiskusblüten zu sich nehmen.

Immunabwehr

Der hohe Anteil von Vitamin C stärkt das körpereigene Immunsystem. Nicht zu vergessen ist jedoch: Zu viel Vitamin C bringt keinen zusätzlichen Nutzen. In einer gesunden Mischkost ist das Vitamin hierzulande in der Regel ausreichend vorhanden. Darüber hinaus ist Hibiskustee in den Zeiten grippaler Infekte zu empfehlen – er hemmt auch Entzündungen und wirkt antibakteriell.

Verbesserte Cholesterinwerte durch Hibiskus

Die Antioxidantien im Hibiskus wirken sich auf die Cholesterinwerte aus. Mediziner aus Taiwan rund um Chau-Jong Wang führten eine Untersuchung mit Ratten durch, denen sie cholesterinreiche Nahrung zuführten und einigen zugleich Hibiskusextrakt verabreichten. Zwölf Wochen später stellte sich heraus, dass sich bei den Ratten, die den Extrakt zu sich nahmen, das Verhältnis von „gutem“ zu „schlechtem“ Cholesterin verändert hatte. Die HDL-Cholesterinwerte verbesserten sich, die LDL-Werte nahmen ab. Die Antioxidantien sperrten die Oxidation des LDL-Cholesterins. Das deutet darauf hin, dass Hibiskustee Herz- wie Kreislauferkrankungen vorbeugen kann.

Indessen kam eine Analyse von sechs verschiedenen Studien mit 474 Menschen zum Ergebnis, dass Hibiskustee Cholesterinwerte nicht signifikant senkt. Da es sich hier aber um Studien zu Einzelerkrankungen wie Diabetes handelte, stehen umfassende Studien zum Einfluss von Hibiskustee auf die Cholesterinwerte noch aus.

Leberfunktionen

Eine Studie über zwölf Wochen an 19 Übergewichtigen, die an Leberverfettung litten, zeigte, dass Hibiskusextrakt die Verfettung reduzierte. Eine Tierstudie an Hamstern lässt ähnliches vermuten. Allerdings handelt es sich nicht um valide Ergebnisse. Erstens war die Teilnehmerzahl von 19 Personen viel zu klein, um eine sichere Aussage zu treffen, zweitens nahmen die Probanden konzentrierten Hibiskusextrakt zu sich und nicht den viel weniger konzentrierten Tee.

Auf einem Holztisch stehen ein Becher mit Hibiskustee, ein Glas mit Honig, eine Schale mit Hibiskusblüten und ein kleiner Teller mit Gebäck.
Um den Hibiskustee etwas zu süßen, eignet sich Honig sehr gut. (Bild: BanjaninFoto/stock.adobe.com)

Hibiskustee zubereiten

Hibsikustee bekommen wir hierzulande meist bereits als fertig getrocknete Blüten. Von diesen nehmen wir pro Tasse einen gehäuften Teelöffel, geben sie in ein Teegefäß und übergießen sie mit kochendem Wasser. Nun lassen wir den Aufguss fünf Minuten ziehen, anschließend gießen wir die Flüssigkeit durch ein Sieb und trinken den Tee. Länger ziehen sollte der Aufguss nicht, da er sonst bitter schmeckt. Er schmeckt auch gekühlt ausgezeichnet und ist dann ein gutes Getränk für den Sommer.

Da der Tee leicht säuerlich schmeckt, eignet sich eine Abrundung mit Honig und Limette. Hibiskus harmoniert in Früchteteemischungen mit Hagebutte und Rosenblüten, aber auch mit Minze und Zitronenmelisse. Sehr gesund ist auch die Verbindung von Hibiskustee, frischem Ingwer und Zitrone. Im Orient und Nordafrika wird er mit Kardamom und Zimt gewürzt, die beide ebenfalls Heilwirkungen haben.

Besonders gut schmeckt im Hochsommer ein Hibiskus-Eistee mit frischen Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren. Auch die Mischung aus getrockneten Hibiskusblüten und in heißem Wasser eingelegten Holunderblüten ergibt einen herrlich frischen Geschmack.

Die getrockneten Blüten lassen sich eingeweicht gut für Desserts, Eiscreme, Gelee und Marmelade nutzen.

Zwei Blüten der Afrikanischen Malve.
Wer ein Gewächshaus oder einen Wintergarten hat, kann Hibiscus sabdariffa auch hierzulande selbst anbauen. (Bild: sirinyapak/stock.adobe.com)

Hibiskus selbst anbauen

Afrikanische Malve lässt sich in Deutschland auch selbst anbauen, im Gewächshaus oder im Wintergarten. Die Samen brauchen lockere Erde und eine konstante Keimtempertaur von circa 22 Grad. Das gleiche gilt für die gekeimten Pflanzen. Sie benötigen außerdem eine gute Sonneneinstrahlung und regelmäßig Wasser, aber keine Staunässe. Wenn sich die Blüten öffnen, können Sie diese abtrennen und trocknen. Für eine Kanne Tee brauchen Sie eine gute Handvoll der getrockneten Hibiskusblüten.

Fazit

Afrikanische Malve fördert die Gesundheit besonders durch die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und den hohen Gehalt an Vitamin C. Bei ernsten Erkrankungen ersetzt Hibiskustee aber keine rezeptpflichtigen Arzneimittel, und seine potenzielle Wirkung, um schädliches Cholesterin zu senken oder das Wachstum von Krebszellen zu hemmen, muss erst noch systematisch erforscht werden. (Dr. Utz Anhalt)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Dr. phil. Utz Anhalt
Quellen:
  • Hiller, Karl; Melzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Band 1: A bis K; Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, 2000
  • Chang, H.C.; Peng, C.H.; Yeh, D.M. et al.: Hibiscus sabdariffa extract inhibits obesity and fat accumulation, and improves liver steatosis in humans, in: Food & Function, 5(4): 734ff., April 2014, PubMed
  • Wang, Chau‐Jong et al.: Inhibitory effects of Hibiscus sabdariffa L extract on low‐density lipoprotein oxidation and anti‐hyperlipidemia in fructose‐fed and cholesterol‐fed rats, in: Journal of the Science of Food and Agriculture, 84/15: 1989-1996, Dezember 2004 , Wiley Online Library
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  • McKay, Diane L.; Chen, C-Y. Oliver; Saltzman, Edward; Blumberg, Jeffrey B.: Hibiscus Sabdariffa L. Tea (Tisane) Lowers Blood Pressure in Prehypertensive and Mildly Hypertensive Adults, in: The Journal of Nutrition, 140/2: 298–303, Februar 2010, Oxford University Press

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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