Hausmittel bei Magenschmerzen

Magenschmerzen können auf zahlreiche unterschiedliche Ursachen zurückgehen. In vielen Fällen sind entsprechende Hausmittel verfügbar, die die Beschwerden lindern. (Bild: ag visuell/fotolia.com)
Susanne Waschke

Bei leichten Magenschmerzen,die selten und ohne große Begleitsymptomatik auftreten, sind Hausmittel durchaus hilfreich. Meist entstehen diese Schmerzen in Verbindung mit zu üppigem oder ungewohntem Essen. Sind die Beschwerden jedoch stark, treten gehäuft auf und gehen mit weiteren Symptomen, wie zum Beispiel Erbrechen, Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel oder Ähnlichem einher, ist der Gang zum Arzt erforderlich.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen
Stress und Psyche als Auslöser
Mahlzeiten bewusst gestalten
Die richtige Ernährung
Tee gegen Magenschmerzen
Einfache Hausmittel helfen
Wenn die Schmerzen nicht vergehen

Ursachen

Magenschmerzen können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Verantwortlich für die Beschwerden sind oft eine leichte Magenverstimmung aufgrund ungewohnter Kost, eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung), ein Reizmagen, Motilitätsstörungen, Reflux, ein Magengeschwür oder gar ein Magenkarzinom. Nicht immer liegt die Ursache jedoch im Magen. So können die Schmerzen auch bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, des Dickdarms oder sogar des Herzens in die Magengegend ausstrahlen. Medikamente, Alkohol, Rauchen, Stress, Vergiftungen, Autoimmunerkrankungen, Hiatushernie (Zwerchfellbruch) sowie zum Beispiel eine Sorbitunverträglichkeit oder eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) sind ebenso vermehrt verantwortlich für Schmerzen in der Magengegend.

Close-up Of Woman Suffering From Stomach Ache
Schmerzen im Bauchbereich sind ein weit verbreitetes Beschwerdebild, wobei jedoch längst nicht immer der Magen beteiligt ist. (Bild: apops/fotolia.com)

Treten die Magenschmerzen nur hin und wieder nach einer zu üppigen Mahlzeit oder zu fettem Essen auf, ist dies meist harmlos und kann mit Hausmitteln gut behandelt werden. Zudem verträgt nicht jeder Mensch Alles und in Stresssituationen oder auch bei Aufenthalten im Ausland, wenn die Nahrung etwas ungewohnt ist, können solche Beschwerden vermehrt auftreten.

In einem hektischen Leben, in dem eine ruhige Mahlzeit bei vielen nicht mehr möglich ist, die Speisen nur noch im Stehen eingenommen werden und die Qualität der Nahrung nicht immer die Beste ist, sind Magenschmerzen oftmals ein fester Bestandteil des Alltags. Leider sind diese jedoch nicht immer harmlosen Ursprungs. So kann zum Beispiel eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellen, bei der Magenschmerzen einen wesentlichen Bestandteil des Krankheitsbildes darstellen. Auch Magenkrebs verursacht Schmerzen in der Magengegend. Hier kommen allerdings meist noch Symptome, wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Übelkeit hinzu. Ein ärztliches Abklären der Beschwerden ist hier unbedingt geboten.

Magenschmerzen können auf zahlreiche unterschiedliche Ursachen zurückgehen. In vielen Fällen sind entsprechende Hausmittel verfügbar, die die Beschwerden lindern. (Bild: ag visuell/fotolia.com)
Magenschmerzen können auf zahlreiche unterschiedliche Ursachen zurückgehen. In vielen Fällen sind entsprechende Hausmittel verfügbar, die die Beschwerden lindern. (Bild: ag visuell/fotolia.com)

Stress und Psyche als Auslöser

Nicht immer müssen Magenprobleme eine organische Ursache haben. So kann die Psyche durchaus der Grund für diese Beschwerden sein. Beispiele sind Menschen, denen Probleme grundsätzlich „auf den Magen“ schlagen oder der Manager, der „alles in sich hineinfrisst“. Die seelischen Probleme zeigen sich hier in Form von Magenschmerzen. Ängste, Trauer, Stresssituationen können mitunter nicht verarbeitet werden und „landen“ dann ebenfalls im Magen. Je nachdem, wie massiv die Beschwerden sind, muss ein Arzt hinzugezogen werden. Sind die Symptome nur gering und treten diese nur hin und wieder auf, so kann mit Entspannungsübungen und verschiedenen Teemischungen versucht werden, den Beschwerden beizukommen.

Mahlzeiten bewusst gestalten

Betroffene, die unter leichten, wiederkehrenden Magenschmerzen leiden, sollten unbedingt ihre Essensgewohnheiten überprüfen. Mahlzeiten sind stets im Sitzen, in ruhiger entspannter Atmosphäre und mit ausreichend Zeit einzunehmen. Hastiges Essen kann die Verdauung enorm beeinträchtigen. Die Mahlzeit sollte nicht eine „Nebenbeschäftigung“ sein, sondern die volle Aufmerksamkeit bekommen. Liebevoll angerichtet, entspanntes Ambiente, eventuell klassische Musik im Hintergrund, all dies kann zu einer guten Verdauung beitragen, damit Magenprobleme erst gar nicht entstehen.

Die richtige Ernährung

Die richtige Ernährung ist das A und O, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Gerade dann, wenn bestimmte Unverträglichkeiten vorliegen. Oft verstärken Alkohol und Kaffee die Symptome. Süßes, Fettiges und zu Üppiges ist ebenso zu meiden. Kleine und leichte Mahlzeiten sind zu bevorzugen. Manche Menschen vertragen häufigere kleinere Portionen besser, als drei Mahlzeiten am Tag. Bitterstoffe tun dem Magen gut. Bittere Salate und Kräuter, wie zum Beispiel Radicchio, Chicorée und Löwenzahn sorgen für genügend Verdauungssäfte, was Magenschmerzen verhindern kann. Sind die Schmerzen akut, ist auf eine schonende Kost mit gedünstetem Gemüse und Obst, Reis und Kartoffeln zu achten.

Auch sollte jeder auf seinen Körper hören. Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden, gehören nicht auf dem Speiseplan, auch wenn sie eigentlich gut schmecken. Der richtige Zeitpunkt ist hier ebenso wichtig. Wird zum Beispiel das Eis zuhause in stressigem Alltag nicht vertragen, so kann dies im Urlaub in entspannter Umgebung ganz anders sein. Getrunken wird am besten vor oder nach, jedoch nicht zum Essen. Auch dies kann Verdauungsprobleme und im Speziellen Magenschmerzen verursachen.

Gedämpfte Kost ist verträglicher als Gebratenes. Fettes wird am Besten vom Speiseplan gestrichen und nur hochwertiges Öl in geringen Mengen verwendet. Rohkost sollte nicht nach 18.00 Uhr gegessen, Blähendes am besten ganz gemieden werden. Leichte Suppen und Gewürze, wie Kümmel, Fenchel und Ingwer tun der Verdauung gut. Zitrusfrüchte und das Trinken von kohlensäurehaltigen Getränken können eventuell zu Magenschmerzen führen. Das Kauen ist zur Vermeidung der Beschwerden ebenfalls sehr wichtig, weil im Mund schon der erste „Verdauungssaft“ aus der Speicheldrüse abgegeben und somit die Verdauung bereits eingeleitet wird. Wird hastig gegessen, hat der Magen wesentlich mehr Arbeit, die noch dazu schmerzhaft sein kann.

Essen sollte kein notwendiges Übel, sondern ein Genuss sein. Dazu tragen auch ein schön gedeckter Tisch und ein liebevoll angerichteter Teller bei. Aufwühlende Gespräch sind eher auf die Zeit nach dem Essen zu verlagern.

Tee gegen Magenschmerzen

Bei einem schmerzenden Magen kommen verschiedene Teesorten zum Einsatz, die Erleichterung bringen können. Hier sei zunächst der altbekannte Kamillentee erwähnt. Die Kamille hat eine entspannende und anti-entzündliche Wirkung. Wichtig ist allerdings die richtige Zubereitung. Zehn Kamillenblüten auf einen Liter kochendes Wasser gegeben, reicht völlig aus. Wird zu viel davon genommen, kann diese Pflanze das Gegenteil bewirken. Fünf bis sieben Minuten Ziehzeit sind genug. Der Tee wird dann in kleinen Schlucken mehrmals am Tag, frisch aufgebrüht, getrunken.

Melisse kommt zum Einsatz, wenn die Ursache der Magenschmerzen eher nervlich begründet ist. Diese Pflanze wirkt sich sowohl beruhigend auf den Magen, als auch auf den ganzen Körper aus. Melisse kann frisch, aber auch getrocknet verwendet werden. Gehen die Magenschmerzen mit Übelkeit oder Appetitlosigkeit einher, so ist Ingwer hilfreich. Ein Stück der Wurzel, geschält und mit Wasser circa zehn Minuten gekocht, so entsteht daraus ein leckerer Tee, der leicht scharf schmeckt. Dieser vor der Mahlzeit getrunken, kurbelt den Appetit an, danach getrunken, sorgt er für eine gute Verdauung und beugt Magenschmerzen vor.

Sind die Magenschmerzen mit Völlegefühl und Blähungen verbunden, helfen Anis, Fenchel und Kümmel. Diese drei Samen zusammen, etwas angestoßen, zu gleichen Teilen gemischt und davon einen Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser aufgebrüht, sind nicht nur ein wohl schmeckender Tee, sondern zeigen auch eine entspannende, krampflösende Wirkung. Gänsefingerkraut findet ebenso Verwendung als Hausmittel bei Magenschmerzen. Dieses Kraut wirkt ebenso entspannend und krampflösend.

Die Pfefferminze, eines der ältesten Heilkräuter, stärkt den Magen, ist entkrampfend und hilft ebenfalls bei Magenschmerzen, die von Übelkeit begleitet sind. Sind die Schmerzen vor allem Stress bedingt, so kann Johanniskrauttee eine gute Hilfe sein, jedoch nicht in den Sommermonaten, da Johanniskraut die Haut photosensibel macht. Frauen und Mädchen, die die Pille nehmen, sollten dieses Kraut meiden, da dies die Wirkung der Pille herabsetzten kann.

Ein gute Mischung für nervöse Magenbeschwerden ist die Kombination von Kamille, Melisse und Pfefferminze. Sind Schlafstörungen ebenfalls Teil des Beschwerdebildes, kann noch eine geringe Menge an Hopfenzapfen hinzugefügt werden.

Woman lying in bed with hot water bag and holding it on her belly.
Auch die Wärmfalsche auf dem Bauch zählt zu den Hausmitteln gegen Magenschmerzen. (Bild: Piotr Marcinski/fotolia.com)

Einfache Hausmittel helfen

Leichte Magenschmerzen sprechen meistens gut auf Wärme an. So kann hier eine Wärmflasche, ein angewärmtes Kirschkernkissen oder ein feuchtwarmer Umschlag gute Dienste leisten. Ein Schnapsglas voll Artischockensaft, nach der Mahlzeit getrunken, kurbelt die Verdauung an und kann somit Magenschmerzen ebenfalls entgegenwirken. Sind die Schmerzen Säure bedingt, so hilft das Kauen und gut Einspeicheln von trockenem Brot. Ein ansteigendes Fußbad, bei dem das Wasser von 33°C auf 39° C innerhalb von circa zwanzig Minuten erwärmt wird, wirkt unterstützend, wenn der Magen etwas kränkelt. Gestressten Patienten helfen Entspannungsübungen und ein in angewärmten Johanniskrautöl getränktes Tuch, das täglich auf den Magen gelegt wird und dort für mindestens zwanzig Minuten verbleiben sollte.

Eine Bauchmassage lindert Verdauungsprobleme und lässt Winde abfließen.
Eine Bauchmassage lindert Verdauungsprobleme und lässt Winde abfließen. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Ein gutes, alt bewährtes Hausmittel ist die Rollkur mit Kamillentee. Dafür werden zweieinhalb Esslöffel Kamillenblüten mit einem halben Liter kochendem Wasser aufgegossen. Das Ganze soll dann circa zehn Minuten ziehen. Von dem abgeseihten Tee werden zwei Tassen auf den nüchternen Magen getrunken und die Betroffenen bleiben anschließend zehn Minuten auf dem Rücken liegen. Danach wird die Lage verändert, und zwar zehn Minuten auf der rechten Seite, zehn Minuten auf der linken Seite und zehn Minuten auf dem Bauch. Darauf folgt Ruhe für eine halbe Stunde. Während der Kur sollte der Magen unbedingt warm gehalten werden. Diese Prozedur kann mehrere Tage hintereinander durchgeführt werden.

Heilerde ist mittlerweile in aller Munde. Diese Erde bindet Gifte und Schadstoffe und hilft diese auf natürliche Art und Weise auszuscheiden. Auch äußerlich angewandt, kann Heilerde bei Magenschmerzen Hilfe bringen. So wird aus dem gesunden Pulver, vermischt mit warmem Wasser oder auch Kamillentee, ein Brei angerührt, der dann auf ein Tuch aufgebracht auf den Magen gelegt wird. Dieser Wickel bleibt dort solange, bis der Umschlag trocken ist. Auch ein Leinsamenwickel ist ein hilfreiches Hausmittel. Leinsamenmehl wird in ein Säckchen gepackt und dieses circa zehn Minuten lang in heißem Wasser erwärmt. Das Säckchen wird anschließend auf den Oberbauch gelegt, durchwärmt so den Magen und und lindert die Magenschmerzen. Salz kann ebenso für einen Umschlag verwendet werden. Hierfür ist gutes Meersalz oder Himalajasalz zu empfehlen. Dies wird in einen kleinen Stoffüberzug gefüllt und anschließend im Ofen langsam erwärmt, bei 50 bis 60 °C circa zwanzig Minuten lang.

Um Schmerzen in der Magengegend vorzubeugen, ist das Trinken von Kohlsaft zu empfehlen. Dieser kann selbst hergestellt oder schon fertig im Reformhaus erworben werden. Ebenso wirksam ist die Einnahme von hochwertigem Honig, ein Teelöffel voll abends vor dem Schlafen gehen. Honig wirkt regenerierend auf die Magenschleimhaut. Eine Wohltat für den Magen ist Johanniskrautöl. Zur innerlichen Einnahme ist unbedingt auf eine hohe Qualität zu achten. Dieses Öl kleidet den Magen schützend aus, was vor allem bei Übersäuerung als wohltuend empfunden wird.

Wenn die Schmerzen nicht vergehen

Sind die Schmerzen nur leicht, kann mit den genannten Hausmitteln versucht werden, sie zu bekämpfen. Tritt jedoch nach ein paar Tagen keine Besserung ein, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. (sw)

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