Juckender Hautausschlag

Juckender-Hautausschlag
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Hautausschlag: Dermatitis und Ekzem

Juckender Hautausschlag ist ein weit verbreitetes Symptom, dass durch verschiedenste Erkrankungen, allergische Reaktionen oder auch psychische Probleme verursacht werden kann. Der juckende Ausschlag tritt als akutes und chronisches Beschwerdebild auf, bei dem die Betroffenen je nach Ursache, Dauer und Lokalisierung der Beschwerden mitunter an erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag leiden. Zudem zeigen viele Patienten mit juckendem Hautausschlag ein vermindertes Selbstwertgefühl. Der Ausschlag sollte am besten von einem Facharzt (Hautarzt beziehungsweise Dermatologen) untersucht werden, um die Ursachen zu ermitteln und schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen.

Definition

Der juckende Hautausschlag bezeichnet eine oberflächliche Reizung der Haut, die in der medizinischen Fachwelt unter den Begriffen Dermatitis und Ekzem beschrieben wird. Abhängig von der Dauer der Beschwerden ist zwischen akutem und chronischem Hautausschlag zu unterscheiden, wobei für akuten Hautausschlag auch der Begriff Exanthem verwendet wird. Des weiteren kann eine Untergliederung des Hautausschlags anhand der sichtbaren Hautveränderungen, der sogenannten Effloreszenz, erfolgen. Dabei wird zwischen Primäreffloreszenzen und Sekundäreffloreszenzen differenziert. Die Primäreffloreszenzen wie beispielsweise Bläschen, Blasen, Quaddeln, Pusteln, Knötchen oder sogenannte Macula und Plaque werden unmittelbar durch die krankhaften Hautveränderungen bedingt. Wohingegen die Sekundäreffloreszenzen wie Hautschuppen, Verkrustungen, Abschürfungen, Geschwüre und Narben erst als Folge der Primäreffloreszenzen beziehungsweise der menschlichen Reaktionen auf diese auftreten (z. B. Verletzungen der Hautoberfläche durch die Fingernägel beim Kratzen).

Juckender-Hautausschlag
Oft zeigt sich juckender Hautausschlag zunächst lokal begrenzt, doch kann sich das Beschwerdebild im weiteren Verlauf deutlich ausweiten. (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Symptome

Neben dem starken Juckreiz ist der Ausschlag in der Regel durch Veränderungen der Farbe und Oberflächenbeschaffenheit der Haut gekennzeichnet. Der Hautausschlag beschränkt sich dabei oft auf bestimmte Körperregionen wie das Gesicht, die Achseln, Armbeugen oder Kniekehlen, kann jedoch auch flächig oder punktuell am ganzen Körper auftreten. Abhängig von den Ursachen des Ausschlags nimmt dieser unterschiedliche Formen an, wobei eine Ausweitung der betroffenen Hautoberfläche keine Seltenheit ist.

Bei einen Ekzem zeigt der juckende Ausschlag trotz unterschiedlicher Ursachen meist eine typische Abfolge von Symptomen, die im akuten Stadium mit einer leichten Hautrötung (Erythem), verursacht durch stärkere Durchblutung, beginnt und bei schwerwiegenderen Reaktionen zur Bildung von Bläschen mit enthaltener klarer Flüssigkeit führt. Die Bläschen platzen leicht auf und setzen anschließend die Flüssigkeit frei. Beim Trocknen der geplatzten Bläschen entsteht eine Kruste, die sich im weiteren Verlauf schuppenartig von der Haut löst. Das Stadium der Bläschenbildung wird in der Fachwelt als Stadium vesicolosum bezeichnet. Platzen die Bläschen und beginnen zu nässen, so ist das Stadium madidans erreicht. Die anschließende Krustenbildung kennzeichnet das Stadium crustosum, gefolgt von dem Stadium squamosum, in dem sich die Schuppen lösen. Bei einem chronischen Ekzem-Verlauf können sich die einzelnen Stadien wiederholen beziehungsweise zeitgleich auftreten. Die Haut tendiert außerdem zu Schwellungen und zeigt häufig eine gröbere Hautstruktur.

In Folge der Verletzungen ist die Hautoberfläche bei Ekzemen anfälliger für bakterielle Infektionen, welche ihrerseits eine weitere Verschlechterung des Hautzustandes bedingen können, wodurch eine sich wechselseitig verstärkende Entwicklung der Krankheitsprozesse droht. Auch Pilzinfektionen werden durch die Ekzeme begünstigt, wobei selbst die natürlicherweise auf der Haut vorkommenden Hefe-Pilze eine entsprechende Infektion hervorrufen können. In eher seltenen Fällen entwickelt sich aus dem Ekzem im Zusammenspiel mit Herpes-simplex-Viren ein sogenanntes Ekzema herpeticatum, das unter Umständen auch zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen kann und häufig mit Infusionen im Krankenhaus behandelt werden muss.

Ein akut auftretender juckender Hautausschlag (Exanthem) kann durch verschiedene Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Scharlach oder Windpocken bedingt werden. Dabei nimmt der Ausschlag meist eine krankheitsspezifische Form an und geht mit verschiedenen Begeleitsymptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufbeschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einher.

Als akute allergische Reaktion der Haut auf Nahrungsmittel oder Medikamente tritt der juckende Ausschlag im Rahmen der sogenannten Nesselsucht (auch Nesselfieber) auf. Dabei wird durch die vermehrte Ausschüttung des Botenstoffes Histamin, die Permeabilität (Durchlässigkeit) der Blutgefäße in der Haut erhöht. Die Folge sind Flüssigkeitsansammlungen in der Lederhaut, die zur Bildung der sichtbaren Quaddeln, verbunden mit Hautrötungen und Juckreiz führen. Die Nesselsucht kann nicht nur durch allergische Reaktionen hervorgerufen werden, sondern ist unter Umständen auch Folge physikalischer Einwirkungen wie Hitze, Kälte, Druck, Wasserkontakt oder Sonnenstrahlen, wobei die Symptome vergleichbar wie bei den Allergien ausfallen.

Insgesamt können die unterschiedlichen Begleitsymptome und die Effloreszenz wichtige Hinweise auf die Ursachen des Hautausschlags liefern und sollten daher bei der Diagnostik entsprechend Berücksichtigung finden.

Diagnose

Die Diagnosestellung bei juckendem Hautausschlag ist aufgrund der Vielzahl an möglichen Auslösern zum Teil äußerst aufwendig, manchmal lässt sich jedoch auch anhand einer einfachen Inaugenscheinnahme die Ursache der Beschwerden bestimmen. Bei den Infektionskrankheiten liefert die Effloreszenz in Verbindung mit den Begleitsymptomen häufig bereits relativ zuverlässige Anhaltspunkte für die Diagnose. Eine Blutuntersuchung auf entsprechende Antikörper dient lediglich zur Sicherung des Befundes.

Besteht der Verdacht, dass eine allergische Reaktion den juckenden Ausschlag verursacht, kann ein entsprechender Allergietest Aufschluss bringen. Dabei wird das Extrakt verschiedener Allergene im Rahmen eines sogenannten Provokationstests auf die Haut aufgetragen oder eingebracht (Prick-Test, Intrakutantest, Scratchtest) und die Reaktion nach einem bestimmten Zeitraum beobachtet. Des weiteren können Blutuntersuchungen Aufschluss über vorhandene IgE-Antikörper (Immunglobulin E) liefern, welche typischerweise bei allergischen Reaktionen auftreten. Allerdings ist hier zwischen erhöhten IgE-Werten bei einer Allergie und den erhöhten Werten durch andere Erkrankungen oder Parasitenbefall zu unterscheiden.

Pilzinfektionen lassen sich meist zuverlässig durch die Laboruntersuchung eines mikroskopischen Abstrichs diagnostizieren, oft liefert jedoch auch hier das Hautbild bereits relativ zuverlässige Anzeichen auf die Pilzerkrankung. Besteht der Verdacht, dass die Pilzinfektion auch auf die Organe übergegangen ist, so muss zur Diagnose in der Regel eine Gewebeprobe entnommen werden. Ultraschalluntersuchungen, Magenspiegelungen und Computertomografie (CT ) bieten hier ebenfalls mögliche Hilfestellungen bei der Diagnose.

Neurodermitis wird anhand unterschiedlicher Haupt- und Nebenkriterien diagnostiziert, wobei der juckende Ausschlag zu einem der charakteristischen äußeren Merkmale zählt. Die trockenen Hautstellen sind ebenfalls ein typisches Symptom der Neurodermitis. Da diese Hautprobleme jedoch auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen auftreten können, kommt der Differentialdiagnose bei der Neurodermitis eine wesentliche Bedeutung zu. So ist der juckenden Hautausschlag einer Neurodermitis gegenüber allergischen Hautreaktionen, Stoffwechselkrankheiten, Erkrankungen des Immunsystems, Schuppenflechte und Krätze abzugrenzen.

So kann Hautkrebs aussehen. Bei auffälligen Hautveränderungen immer zum Arzt gehen!
So kann Hautkrebs aussehen. Bei auffälligen Hautveränderungen immer zum Arzt gehen! (Bild: ArTo/fotolia.com)

Wesentlichster Anhaltspunkt bei der Diagnose einer Schuppenflechte ist die Effloreszenz. Beim Kratzen mit einem Holzspatel bilden sich an den betroffenen Stellen helle Schuppen, die in ihrer Konsistenz an Kerzenwachs erinnern. Beim Abziehen der Hautschuppen löst sich mitunter auch das letzte dünnen Häutchen, welches die Grenze zur Lederhaut bildet. Daraufhin sind häufig punktförmige Blutungen zu erkennen. Sowohl die kerzenwachsartigen Schuppen, als auch das abziehbare dünne Häutchen und die punktförmigen Blutungen gelten als typische Anzeichen der Schuppenflechte. Die mikroskopische Untersuchungen entnommener Hautproben kann zur Sicherung der Diagnose dienen. Da viele (Haut-)Krankheiten in ihrem Erscheinungsbild der Schuppenflechte ähneln, kommt bei der Psoriasis der Differentialdiagnose ebenfalls eine besondere Bedeutung zu.

Ist Parasitenbefall der Anlass des juckenden Hautausschlags, lässt sich dieser oft anhand des Hautbildes und mikroskopischer Untersuchungen bestimmen. Mit einer speziellen Lupe, dem sogenannten Dermatoskop, können zum Beispiel bei der Krätze die Bohrgängen der Milden identifiziert werden und gelegentlich sind auch die winzigen Spinnentiere direkt sichtbar. Die mikroskopische Untersuchung einer Hautprobe aus den betroffenen Bereichen dient zur Sicherung der Diagnose. Besteht der Verdacht auf Zerkarien kann neben der Untersuchungen der Haut auch eine Untersuchung des Badegewässers bei der Diagnose hilfreich sein. Sicherheit liefert hier die Überprüfung des Blutes auf Antikörper gegen die Larvenbestandteile.

Können keine körperlichen Ursachen für den juckenden Ausschlag ermittelt werden, bietet sich auch eine psychologische Untersuchung der Betroffenen an, da die Hautirritationen ebenfalls auf psychische Probleme zurückgehen können. In ausführlichen Gesprächen mit den Patienten versuchen die Therapeuten mögliche seelische Beschwerden der Betroffenen zu ermitteln, um Methoden abzuleiten, die sich für eine Behandlung eignen können. (fp)

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