Goldrute – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Goldrute in der Natur

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Die Echte Goldrute (Solidago) wird zwar häufig als Wundkraut beschrieben, ist jedoch auch für ihre heilsame Wirkung auf das Harnwegssystem bekannt. Insgesamt reichen die Anwendungsgebiete der Solidago von Wunden und Entzündungen über Harnwegs- und Nierenbeschwerden bis hin zu rheumatischen Erkrankungen, weshalb Goldrute zu Recht als goldene Wunderpflanze bezeichnet wird und bereits seit der Antike hoch im Kurs steht. Heutzutage wird sie wegen ihrer harntreibenden Wirkung insbesondere als Zutat für Nierentee bei Harnwegserkrankungen geschätzt. Doch auch bei einer Entschlackungskur und ihrer traditionellen Nutzung zur Wundbehandlung findet Solidago nach wie vor Anwendung. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr über die vielseitige Heilpflanze, ihren Einsatz in der Naturheilkunde sowie wichtige Grundlagen zur Anwendung und Dosierung.


Steckbrief zur Goldrute

Wissenschaftlicher Name: Solidago
Pflanzenfamilie: Kreuzblütengewächse (Asteraceae)
Volkstümliche Namen: Fuchskraut, Gülden Wundkraut, Heidnisches Wundkraut, Heilwundkraut, Himmelbrand, Machtheilkraut, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdskraut, Unsegenkraut, Wisselnkraut
Herkunft: Amerika, Asien, Europa
Anwendungsgebiete:

  • Erkältungskrankheiten,
  • Harnwegserkrankungen,
  • systemische Erkrankungen,
  • Verdauungsprobleme,
  • Verletzungen und Wunden.

Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Die Goldrute gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse und findet Anwendung bei Erkältungskrankheiten, Harnwegserkrankungen, systemischen Erkrankungen, Verdauungsproblemen, Verletzungen und Wunden. (Bild: Happy Dragon/fotolia.com)
„[…]
zu äußerlichen und innerlichen Wunden gantz heylsam
wegen seiner zusammenziehenden Krafft […] wider den Stein und das
Nierenwehe, reinigt die Harngäng von allem groben Schleim.“

– Tabernaernontanus

Die Goldrute gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und umfasst ca. 100 verschiedene Arten, von denen die meisten in Nordamerika beheimatet sind. Als Heilkraut bekannt sind dort vor allem die

  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis);
  • Riesengoldrute (Solidago gigantea) – beide Arten der Goldrute wurden bereits von den Indianern heilpflanzlich genutzt, welche die Blüten der bis zu 2 m großen Solidago nachweislich bei Halsschmerzen kauten oder die Pflanzenteile zu Wundpaste verarbeiteten, um damit Insektenstiche zu behandeln.
  • Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) – eher in Europa vorkommend und schon bei den alten Germanen als Wundkraut bekannt, was aufzeigt, wie alte Völker relativ unabhängig voneinander ähnliche Heilwirkungen der Goldrute auf Wunden und Verletzungen für sich entdeckten. Diesem Umstand ist auch der Beiname der Goldrute als ‚Heydnisches Wundkraut‘ zu verdanken.

Auch die wissenschaftliche Fachbezeichnung der Solidago virgaurea weist auf die unwahrscheinlich gute Wirkung im Wundfall hin. Denn die Bezeichnung setzt sich aus den vier lateinischen Wörtern solida für „fest“, ‚“vollständig“ oder „ganz“, agere für „wirken“ oder „verbinden“, virga für „Rute“ und aureus für „golden“ zusammen. Übersetzt bedeutet Solidago virgaurea also so viel wie „die vollständig verbindende Goldrute“, was sich zweifelsohne auf die wundheilenden Eigenschaften des goldgelb blühenden Krautes bezieht.

Zusätzlich zur Behandlung von Verletzungen nutzten germanische Volksstämme die körbchenförmigen Blütenstände der Gewöhnlichen Goldrute auch zur Herstellung von Tee gegen Blasen- und Nierenleiden. Eine Form der Anwendung, die sich bis ins Mittelalter durchsetzte, wo vor allem die berühmte Kräuterkundige Hildegard von Bingen große Stücke auf Solidago virgaurea als Heilmittel gegen Verdauungsbeschwerden und Harnwegserkrankungen hielt. Zu dieser Zeit entstand auch der Name Goldrute an sich – stand das Goldrutenkraut im altertümlichen Volksglauben doch unter dem Verdacht, ein magisches Gespür für Zwergenschätze zu haben. Den mystischen Wesen wurde eine besondere Bindung an die Macht der „güldenen Jungfrau“ nachgesagt, welche nach Überzeugung des Aberglaubens auch der Goldrute innewohnte. Die Pflanze sollte deshalb die Reichtümer der gold- und edelsteinversessenen Zwerge zuverlässig aufzuspüren wissen. Aus diesem Grund setzte sei­ner­zeit so mancher Schatzsucher geheiligte Exemplare der Goldrute sogar als Wünschelrute ein.

Ob je ein Zwergenschatz auf diese Weise gefunden wurde, ist ungewiss. Durchaus gerechtfertigt sind allerdings die damaligen Anwendungsgebiete der Goldrute. Sie wurden später durch eine Reihe von Studien und ärztliche Fürsprachen wie der des deutschen Arztes und Medizinautors Johann Gottfried Rademacher bestätigt. Der Sohn einer Apothekertochter, deren Vater (Rademachers Großvater) im 18. Jahrhundert sogar dem König von England diente, beschäftigte sich unter anderem ausführlich mit Behandlungsmaßnahmen gegen Rheuma, Gicht und Harnwegserkrankungen. In allen drei Fällen schien ihm die Goldrute von besonderer Relevanz für eine erfolgreiche Behandlung zu sein. Auch heutzutage wird das Kraut immer wieder zu entsprechenden Behandlungszwecken genutzt. Insgesamt sind dabei folgende Anwendungsfelder für Solidago belegt:

„Dieses
Kraut […] ist ein Eigenmittel auf die Nieren, es bringt die
Erkrankten zum Normalstande zurück…“

– Johann Gottfried Rademacher

Inhaltsstoffe und Wirkung

Neben ihrem lindernden Einfluss auf Entzündungen jeglicher Art wirkt Goldrute auch stark entwässernd. Besagter Umstand prädestiniert Solidago für einen Einsatz gegen Gesundheitsbeschwerden, die einen schnellen Abtransport von überschüssigen Wassereinlagerungen (z.B. bei Blasenentzündung oder Ödemen) erfordern. Auch bei Nierensteinen und Nierengrieß verspricht die Heilpflanze außergewöhnlich gute Hilfe. Der Entwässerungseffekt ist hierbei sogar derart intensiv, dass selbst schwere Stoffwechselkrankheiten wie Gicht auf den dadurch eintretenden Reinigungseffekt der Goldrute ansprechen. Als wichtigste, für die Heilwirkung von Solidago verantwortliche Wirkstoffe lassen sich diesbezüglich vor allem Komponenten des pflanzeneigenen ätherischen Öls ausmachen. Hierzu zählen:

  • Bitterstoffe,
  • Flavonoide,
  • Gerbstoffe,
  • Inulin,
  • Phenolglykoside,
  • Terpene.

Bitterstoffe

Als klassische Inhaltsstoffe von Verdauungskräutern wie Anis oder Fenchel sind Bitterstoffe für ihre verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Indem sie die Magen- und Gallensaftsekretion anregen, erleichtern sie die Nährstoffverwertung im Verdauungstrakt. Auch sorgt die Stimulation der Sekretion im Magen-Darm-Trakt für einen gesteigerten Appetit und eine verbesserte Darmbewegung, was Blähungen, Verstopfungen und Magen-Darm-Krämpfen vorbeugt. Ebenso wirken Bitterstoffe im Darm durchblutungsfördernd, was abermals zu einer guten Verdauung beiträgt.

Nun ist eine Magen-Darm-bezogene (gastrointestinale) Anregung aber längst nicht die einzige Fähigkeit, die sich Bitterstoffen zuschreiben lässt, auch wenn diese Grund für den Haupteinsatz der Pflanzenstoffe im Bereich der Verdauungspräparate und -elixiere wie dem Magenbitter ist. Inzwischen geht man davon aus, dass Bitterstoffe noch eine Fülle anderer gesundheitsrelevanter Eigenschaften besitzen, welche ihren medizinischen Wert weiter ausbauen. Alles in Allem kann man Bitterstoffen nämlich eine

  • antibakterielle,
  • antimykotische,
  • appetitanregende,
  • durchblutungsfördernde,
  • entzündungshemmende,
  • fiebersenkende,
  • immunstärkende,
  • krampflösende,
  • sekretfördernde
  • und verdauungsfördernde

Wirkung zuschreiben. Die Pflanzenstoffe sind also auch im Falle von Immunschwächen, Infektionskrankheiten und Fieber sehr hilfreich.

Flavonoide

Der Name der Flavonoide leitet sich, aus einem ganz einfachen Grund, von dem lateinischen Wort flavus für „gelb“ ab. Denn bei Flavonoiden handelt es sich um pflanzliche Farbstoffe, von denen die ersten entdeckten Varianten eine gelbe Farbe besaßen. Auch die Flavonoide der Goldrute gehören zu diesen gelbfärbenden Stoffen. Sie verleihen den namensgebenden goldgelben Blüten der Pflanze ihre Farbe und werden bis heute zum Gelbfärben von Woll- und Baumwolltextilien verwendet.

Im Detail sind es bei Solidago zwei Flavonoide, welche für die pflanzeneigene Heilwirkung von Bedeutung sind. Quercitrin ist dabei ein Abkömmling des ebenfalls zu den Flavonoiden gehörenden Quercetins und wirkt ebenso stark antioxidativ. Es schützt damit Gefäße, Haut und Herz vor freien Radikalen, welche durch stoffwechselbedingte Oxidationsprozesse schwere Schäden am Körpergewebe hervorrufen können. Üblicherweise werden freie Radikale von einer Fülle körperfremder Stoffe, etwa von Schadstoffen oder Lebensmittelzusätzen, gestellt. Entschlackungskuren zielen häufig darauf ab, genau diese Stoffe gezielt aus dem Körper zu schleusen und so den Organismus zu reinigen. Kombiniert mit dem harntreibenden Effekt der Goldrute ist Quercitrin also ideal für eine entsprechende Reinigungskur. Ebenso beugt ein guter Antioxidationsschutz auch Entzündungen, Infektionen und sogar Zellschäden mit karzinogenem Potential vor.

Mit Rutosid ist ein weiteres Flavonoid antioxidativer Natur, in diesem Fall in Form eines Derivates des Flavonoids Rutin, gegeben. Zusätzlich zu den für Flavonoide charakteristischen antioxidativen Eigenschaften besitzt Rutosid auch eine stark entwässernde Wirkung, die gemäß einer Studie aus dem Jahre 2006 sogar so gut ist, dass sie auch bei Schwangerschaftsödemen Hilfe verspricht.

Im Bereich der Gefäßgesundheit fällt außerdem ein blutstillender und sehr gezielt auf die Venen wirkender, entzündungshemmender Effekt von Rutosid auf, weswegen das Flavonoid als medikamentöser Wirkstoff gegen eine Reihe von Gefäßentzündungen in Gebrauch ist, darunter Purpura und die Darmvenen-Entzündung Phlebitis. Darüber hinaus spricht auch die Darmentzündung Colitis gut auf die Gabe von Rutosid an. Gemeinsam mit den Bitterstoffen der Goldrute sind so also gleich zwei Wirkstoffe gegeben, welche die Darmgesundheit in besonderem Maße unterstützen.

Apropos entzündungshemmend: Auch an desinfizierenden Gerbstoffen fehlt es der Goldrute nicht. Sie werden nicht ohne Grund beim Gerben von Tierhäuten in der Lederverarbeitung verwendet, gehen sie doch äußerst effizient gegen allerlei Infektionskeime wie Bakterien, Pilze oder Viren vor. Ein weiterer Aspekt, der Solidago zu einem ausgezeichneten Mittel bei Infektionen, aber auch bei infektionsträchtigen Wunden, macht.

Die Phenolglykoside Leiocarposid und Virgaureosid sind für den harntreibenden Effekt der Goldrute verantwortlich. (Bild: Siam/fotolia.com)

Phenolglykoside

Grundsätzlich sind Glycoside organisch-chemische Verbindungen, bei denen ein Alkohol mit einem Zucker verbunden ist. Phenolglykoside sind in diesem Zusammenhang Glycoside, die außerdem ein Phenol, also eine aromatische Komponente, besitzen. Entsprechende Glycosidverbindungen haben also ein besonders auffälliges Aroma. Phenolglykoside haben darüber hinaus mitunter auch sehr spezielle Heilwirkungen.

Geht es beispielsweise um den harntreibenden Effekt der Goldrute, so sind hierfür in hohem Maße die Phenolglykoside Leiocarposid und Virgaureosid verantwortlich. Beide Glycosidverbindungen kommen so nur in der Goldrute vor und warten ergänzend zu ihrer diuretischen Wirkung auch mit

  • entzündungshemmenden,
  • krampflösenden
  • und schmerzstillenden

Eigenschaften auf. Die Pflanzenstoffe sind also wie geschaffen, um entzündliche Harnwegserkrankungen wie die Blasen- oder Nierenentzündung zu behandeln, mit denen gemeinhin nicht nur Entzündungsherde im Bereich der Harnwege, sondern auch starke Beschwerden beim Wasserlassen und manchmal sogar Blasenkrämpfe einhergehen. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass gerade Leiocarposid so nur in der Gewöhnlichen Goldrute vorkommt. Die Kanadische Goldrute und die Riesengoldrute haben diesen Inhaltsstoff nicht, auch wenn sie ebenfalls häufig heilpflanzliche Anwendung finden.

Übrigens: Ein ebenfalls medizinisch wirksamer Zuckerabkömmling in Solidago ist das Polysaccharid Inulin. Es wird häufig als Stärkeersatz in der Therapie von Diabetes mellitus angewandt, da es im Gegensatz zu anderen Zuckervarianten den Blutzuckerspiegel nicht anhebt.

Terpene

Wie aufgezeigt enthält das ätherische Öl von Pflanzen gemeinhin eine bunte Mischung verschiedener Inhaltsstoffe, die gemeinsam ein aromatisches und hochwirksames Pflanzenextrakt bilden. Eine der wichtigsten Stoffgruppen sind hier die sogenannten Terpene. Es handelt sich dabei um chemische Verbindungen, die zumeist aus

  • Aldehyd,
  • Alkohol,
  • Carbonsäuren,
  • Ester,
  • Ether,
  • Glycosiden,
  • Ketonen
  • oder Kohlenwasserstoff bestehen.

Je nach chemischer Zusammensetzung wird hierbei auch zwischen verschiedenen Untergruppen der Terpene unterschieden, wobei Monoterpene, Triterpene und Sesquiterpene die wichtigsten Varianten im medizinischen Bereich stellen. In der Goldrute ist nun vor allem das Sesquiterpen Cadinen enthalten. Es kommt auch in anderen Heilkräutern wie zum Beispiel Manuka, Pfefferminze oder Wacholder vor, deren ätherische Öle dank dieses Terpens allesamt

  • entzündungshemmend,
  • hautschützend,
  • krampflösend,
  • nervenberuhigend
  • und wundheilend wirken.

Vor allem gegen Hautausschläge, wie sie etwa für entzündliche Hautkrankheiten, allergische Hautreaktionen oder auch so manchen Insektenstich typisch sind, werden immer wieder mit Cadinen-haltigen Salben behandelt. Außerdem hat die ätherische Ölkomponente auch aromatische Eigenschaften, die neben der Nutzung als Duft- und Geschmacksstoff in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie mitunter zur Behandlung von Mundgeruch eingesetzt werden.

Ein weiteres Terpen in Goldrutenextrakt ist das Triterpen Saponin. Triterpene dieser Art kommen auch im Spargel vor, der bekanntlich ebenfalls eine stark harntreibende Wirkung besitzt und deshalb umfangreich für Diätrezepte sowie Entwässerung- und Entschlackungsmaßnahmen verwendet wird. Insgesamt wirken Saponine

  • cholesterinsenkend,
  • entzündungshemmend,
  • harntreibend,
  • hormonstimulierend,
  • schleimlösend,
  • verdauungsfördernd
  • und zellschützend.

Durch die Triterpene wird somit ein Großteil der von Goldrute unterstützten Heilwirkungen abgedeckt, was insbesondere für entzündliche Magen-Darm- und Harnwegserkrankungen gilt.

Anwendung und Dosierung

Wer die Goldrute gerne selbst sammeln möchte, der kann dies von Juli bis Oktober tun. Die Pflanze ist winterhart und kann daher theoretisch im eigenen Garten kultiviert werden. Achten Sie jedoch darauf, nur junge blühende Triebe zu sammeln. Diese können anschließend entweder frisch weiterverarbeitet oder zuvor getrocknet werden. Stellen Sie bei der Verwendung von Solidago jedoch sicher, dass Sie die empfohlene Tagesdosis von 6 bis 12 g Goldrutenkraut nicht überschreiten.

Goldrute wird am häufigsten als Nieren- und Blasentee verabreicht. (Bild: Heike Rau/fotolia.com)

Goldrutentee

Die häufigste Anwendungsform von Goldruten ist die Verabreichung als Nieren- und Blasentee. Solidago wird hier auch gerne mit weiteren Blasenkräutern wie Birke, Brennnessel oder Aronia kombiniert. Innerlich angewandt kann der Tee Verunreinigungen der Harnleiter und Nieren am besten beseitigen und sorgt zudem für eine reinigende Durchspülung besagter Organe. Als Dosierungsrichtlinie für eine Tasse reinen Goldrutentees gilt hier:

  • 2 Teelöffel (TL) Goldrutenkraut kommen auf
  • 250 ml Wasser.

Die Ziehzeit des Tees beträgt dabei zehn Minuten. Danach werden die Kräuter abgesiebt. Von dem Tee können Sie täglich zwei bis drei Tassen trinken. Es ist allerdings wichtig, zusätzlich mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu trinken, um einen Flüssigkeitsmangel durch die stark entwässernde Wirkung des Tees zu vermeiden.

Blasentee mit Goldrute

Eine besonders bewährte Anwendung der Goldrute besteht bei Harnwegserkrankungen. Vor allem die Blasenentzündung verlangt hier häufig nach harntreibenden und entzündungshemmenden Teemischungen, um etwaige Krankheitserreger schnellstmöglich aus dem Harntrakt zu befördern. Unser Rezept

  • 25 g Echte Goldrute,
  • 25 g Birkenblätter,
  • 25 g Aronia,
  • 25 g Brennnesselblätter,
  • 25 g Heidelbeerblätter.

Mischen Sie die Kräuter in einer kleinen Schüssel zusammen und entnehmen Sie der Teemischung zwei TL für eine Tasse Nierentee. Lassen Sie das Ganze anschließend ca. fünf Minuten ziehen, ehe Sie die Kräuter absieben. Von dem Tee sind täglich drei Tassen zu trinken, bis die Nierenbeschwerden abgeklungen sind.

Goldrute für immunstärkenden Tee

Mit Blick auf die immunmodulierenden Inhaltsstoffe der Goldrute ist auch eine Anwendung zur Immunstärkung denkbar. Das ist zum Beispiel nach einer für das Immunsystem strapaziösen Infektionskrankheit oder bei chronischen Immunschwächen (z.B. im Zuge einer Autoimmunkrankheit) empfehlenswert. Die Zutaten für einen entsprechenden Tee lauten wie folgt:

  • 3 TL frische Goldrutenblüten,
  • 1,5 TL frische Löwenzahnwurzel,
  • 1 TL Thymianblätter.

Kochen Sie die Teekräuter für drei Minuten in einem Liter Wasser auf und lassen Sie den Sud anschließend ungefähr zehn Minuten lang ziehen. Nach dem Absieben kann der Tee entweder warm oder kalt über den Tag verteilt genossen werden.

Rheumatee mit Goldrute

Auch bei Rheuma schwören viele Patienten auf die heilsame Wirkung der Goldrute. Sie kann hier zu einer deutlichen Schmerzlinderung beitragen und die Symptome mitunter sogar vollständig beseitigen. Für einen entsprechenden Tee nehmen Sie:

  • 30 g Goldrute,
  • 30 g Stiefmütterchen,
  • 10 g Weidenrinde.

Entnehmen Sie dieser Kräutermischung einen TL für eine Tasse Rheumatee und lassen Sie die Kräuter für ca. zehn Minuten abgedeckt in kochendem Wasser ziehen. Zwei bis drei Tassen täglich sollten zeitnah eine Besserung der Beschwerden herbeiführen.

Goldrutentee bei Abszessen und Furunkeln

Geht es um Hautbeschwerden wie Furunkel oder Abszesse, wird Goldrute gerne mit Odermennig und den Wurzeln der Wegwarte kombiniert. Beide Pflanzen ergänzen die entzündungshemmenden sowie haut- und schleimhautschützenden Eigenschaften der Solidago und zwar auf besonders schonende Weise. Zur Herstellung des Tees nehmen sie:

Übergießen Sie die Kräuter mit 500 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Absud etwa zehn Minuten lang ziehen, bevor sie die Teekräuter absieben. Von dem Tee sollten täglich zwischen den Mahlzeiten drei Tassen getrunken werden. Alternativ kann der ungesüßte Sud im abgekühlten Zustand auch für Waschungen oder Mundspülungen verwendet werden.

Goldrutentee zum Abnehmen

Wer an Fettsucht (Adipositas) bzw. Übergewicht leidet, der ist häufig auf der Suche nach Kräutertees, die aktiv beim Abnehmen helfen. Einige Kräuter bieten sich hierfür aufgrund ihrer „entschlackenden“ Wirkung auch durchaus an, darunter Goldrute, Storchenschnabel und Sennesblätter. Kombiniert mit ein paar anderen stoffwechselanregenden Kräutern kann man aus den Heilpflanzen einen wunderbaren Abnehmtee herstellen. Unsere Empfehlung:

Entnehmen Sie dieser Kräutermischung für eine Tasse Tee einen Esslöffel (EL) und übergießen Sie diesen mit 250 ml kochendem Wasser. Nach einer Ziehzeit von zehn Minuten werden die Kräuter wie gewohnt abgesiebt und der Tee kann vor jeder Mahlzeit getrunken werden.

Wichtig: Um den Abnehmeffekt bestmöglich zu unterstützen ist es natürlich ratsam, auf Süßungsmittel wie Zucker zu verzichten.

Goldrutentinktur

Eine Tinktur aus Goldrute empfiehlt sich nicht nur zur inneren Anwendung, etwa bei Harnwegs- oder Stoffwechselbeschwerden, sondern eignet sich auch wunderbar zur Behandlung von Wunden und Verletzungen. Der in der Tinktur enthaltene Alkohol wirkt hier als zusätzliches Wunddesinfektionsmittel, welcher die ohnehin schon wundstillenden Eigenschaften von Solidago weiter unterstützt. Für die Herstellung der Goldrutentinktur benötigen Sie:

  • Ein Schraubglas voll Goldrutenkraut,
  • 1 Flasche Wodka,
  • 1 dunkle Flasche zur Lagerung.

Füllen Sie das Schraubglas randvoll mit Goldrutenkraut und gießen Sie es im Anschluss mit Wodka auf, sodass alle Kräuter mit Alkohol bedeckt sind. Nun stellen Sie den Tinkturansatz für etwa zehn bis 14 Tage auf eine sonnige Fensterbank und lassen ihn reifen. Danach werden die Kräuter abgefiltert und die Goldrutentinktur wird in eine dunkle Flasche gefüllt. Lagern Sie die Tinktur bis zum Gebrauch kühl und dunkel. Bei Bedarf können dann entweder drei Teelöffel der Tinktur zur inneren Anwendung eingenommen werden (Vorsicht Alkohol enthalten!) oder die Tinktur wird zum Abtupfen und Reinigen von Wunden verwendet.

Goldrutenwein

Ein besonders interessantes und originelles Rezept stellt der Goldrutenwein dar. Es handelt sich hierbei um ein altes Rezept der Kräuterfrau Hildegard von Bingen, welche den Wein zur Reinigung und Anregung des Stoffwechsels nutzte. Die Zutaten:

  • 1 Schraubglas voll Goldrutenkraut,
  • 1 Flasche Weißwein,
  • 1 dunkle Flasche zum Lagern.

Gießen Sie das mit Goldrute gefüllte Schraubglas mit dem Weißwein auf und verschließen Sie es gut. Lassen Sie den Weinansatz für etwa zwei bis drei Wochen an einem dunklen Ort reifen, ehe Sie im Anschluss die Kräuter aus dem Wein filtern. Abschließend füllen Sie den Wein zum Lagern in eine dunkle Flasche um, die dann kühl und dunkel (am besten im Kühlschrank) verwahrt wird. Zur Entgiftung und Stimulation des Stoffwechsels können täglich dreimal drei TL bzw. dreimal drei Likörgläser des Goldrutenweins getrunken werden. Aufgrund des Alkohols ist dies selbstverständlich nicht für Kinder, Schwangere und andere Risikogruppen geeignet.

In seltenen Fällen können bei der Einnahme von Goldrute Magen-Darm-Beschwerden als Nebenwirkungen auftreten. (Bild: Adiano/fotolia.com)

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

  • In der Vergangenheit wurden nach der Einnahme von Solidago in seltenen Fällen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden beobachtet. Wer hier empfindlich reagiert oder allgemein eine Magen-Darm-Schwäche beklagt, sollte mit der Anwendung von Goldrute vorsichtig sein.
  • Wesentlich gefährlicher ist eine Anwendung von Goldruten bei Vorliegen einer Pollenallergie. Hier kann es möglicherweise zu allergischen Reaktionen in Form von Heuschnupfen mit entsprechenden Allergiebeschwerden kommen. Schwere Symptome wie Atemnot aufgrund extremer Schleimhautschwellungen im Halsbereich sind dann nicht ausgeschlossen.
  • Auch Personen mit einer bestehenden Niereninsuffizienz müssen von der Einnahme der stark entwässernden Goldrute absehen. Insgesamt sollte der körpereigene Flüssigkeitshaushalt während der Anwendung von Solidago stets im Blick behalten werden. Ansonsten drohen ernste Störungen im Elektrolythaushalt sowie eine Dehydration durch anhaltenden Flüssigkeitsmangel. Trinken Sie während der Anwendung der Goldrute also stets genug und nutzen Sie das Kraut nur über einen begrenzten Zeitraum. (ma)

Miriam Adam
Quellen:
  • Entgiften: Heilen Stärken Loslassen, J.K.Fischer Verlag (2017)
  • Heilpflanzenpraxis heute,Rezepturen und Anwendung,2: Heilpflanzenpraxis heute, Elsevier Health Sciences (2013)
  • Die Sprache der Pflanzen und ihre Heilwirkung, Irisiana (2017)
  • Naturheilverfahren in der Urologie: Klassische Naturheilverfahren — Komplementärmedizin — Homöopathie — Akupunktur, Springer (2003)
  • Echtes Goldrutenkraut – ein Klassiker in der urologischen Phytotherapie, Wiener Medizinische Wochenschrift, November 2004, Volume 154, Issue 21–22
  • Alter neuer Königsweg: Die Durchspülungstherapie, Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 2018; 13(04)
  • Vitamins & Supplements: Goldenrod