Augeninnendruck senken

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Fabian Peters

Senken des Augeninnendrucks

Ein erhöhter Augeninnendruck, der sich in der Regel durch ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers im Auge entwickelt, kann zu einem grünen Star, in der Fachsprache Glaukom genannt, führen. Durch den zu hohen Druck werden die Nervenfasern des Sehnervs zerstört, was im schlimmsten Fall eine Erblindung nach sich zieht. Um den Augeninnendruck zu senken, wendet die Schulmedizin verschiedene Verfahren an. Aber auch die Naturheilkunde kann hier zum Einsatz kommen. Die einzelnen Therapiemöglichkeiten werden im folgenden Text genauer erklärt.

Was unter Augeninnendruck zu verstehen ist

Der Augenapfel lässt sich mit einem aufgeblasenen Ball vergleichen. Hat dieser zu wenig Luft, springt er nicht richtig. Ist er zu stark aufgeblasen, kann seine Außenwand kaputt gehen. So ähnlich ist dies mit dem Auge. Der Augeninnendruck, das heißt, der Druck der auf die Augeninnenwand wirkt, muss sich in einer bestimmten Norm bewegen, damit das Auge keinen Schaden nimmt. Ein zu niedriger Druck kann zu einer Netzhautablösung im Auge führen, bei zu hohem Druck besteht die Gefahr eines grünen Stars. Jedoch entwickeln auch Menschen, die einen ganz normalen Augeninnendruck haben, mitunter ein Glaukom. Andersrum muss ein hoher Druck im Auge nicht zwingend zu dieser Erkrankung führen. Jeder Mensch besitzt also seinen ganz individuellen Augendruck, mit dem das eigene Auge zurecht kommt. Dies sollte jedoch nicht davon abhalten, bereits bei leichten Sehstörungen, einen Facharzt aufzusuchen.

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Beim Augenarzt kann der Augeninnendruck gemessen werden. (Bild: jyleken/fotolia.com)

Wie ein erhöhter Druck im Auge entsteht

Fast immer ist an einem erhöhten Augeninnendruck eine Abflussbehinderung des Kammerwassers schuld. Das Kammerwasser ist eine farblose Flüssigkeit, die sich in den beiden Augenkammern befindet. Diese enthält Nährstoffe, versorgt damit Linse und Hornhaut und ist maßgebend am Augeninnendruck beteiligt. Durch den erhöhten Druck wird der Sehnerv immer weniger versorgt und stirbt letztendlich ab.

Der Druck im Auge ist Tagesschwankungen unterlegen. Höchstwerte sind um Mitternacht und am frühen Morgen festzustellen. Deshalb sind verschiedene Messungen nötig, um eine richtige Diagnose stellen zu können.

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Verschiedene Arten des Glaukoms

Das primäre Glaukom ist eine eigenständige Erkrankung, dem sekundären Glaukom liegt hingegen eine andere Grunderkrankung zu Grunde. Des Weiteren existiert noch der kongenitale grüne Star, eine Erkrankung, die entweder angeboren ist oder in den ersten Lebensjahren entsteht.

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Der erhöhte Augeninnendruck kann zur Entwicklung eines Glaukoms führen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Symptome

Das tückische an der Erkrankung ist, dass die Patienten in der Regel keine Beschwerden haben oder diese anfangs nicht richtig ernst nehmen. Häufig treten erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome, wie Gesichtsfeldeinschränkungen und/oder Doppelbilder auf. Ein akuter Glaukomanfall jedoch kündigt sich meist durch Sehverschlechterung, Nebel sehen und/oder Sehen von farbigen Ringen um Lichtquellen, sogenannten Newton-Ringe, an. Im akuten Anfall leiden die Betroffenen unter starken Kopfschmerzen, einem hartem Augapfel, Augenrötung, Übelkeit und Brechreiz. Dies ist ein absoluter Notfall, der so schnell wie möglich in eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus muss, da Gefahr besteht, das Augenlicht zu verlieren.

Bei den sekundären Formen, ausgelöst durch Verletzungen, Diabetes mellitus, Entzündungen oder Tumore des Auges, unterscheiden sich die Symptome im Wesentlichen nicht von denjenigen des primären Glaukoms.

Diagnose

Die Diagnose „erhöhter Augeninnendruck“ stellt in der Regel der Augenarzt. Ein normaler Augendruck bewegt sich zwischen zehn und einundzwanzig mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Dies wird durch eine sogenannte Tonometrie gemessen. Da sich der erhöhte Augeninnendruck fatal auswirken kann und meistens auch symptomlos ist, wird eine Früherkennungsuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr, alle ein bis zwei Jahre, empfohlen. Liegt ein erhöhtes Risiko vor, zum Beispiel weil Familienangehörige an einem Glaukom erkrankt sind oder Betroffene selbst an Diabetes mellitus leiden, ist eine jährliche Untersuchung bereits ab dem 35. Lebensjahr empfehlenswert. Früherkennungsuntersuchungen helfen dabei, den Augeninnendruck gegebenenfalls so früh wie möglich zu senken.

Wie der Augeninnendruck gesenkt werden kann

Augentropfen, Laserbehandlung oder eine Operation sind die schulmedizinischen Behandlungsverfahren, um den Augeninnendruck zu senken.

Augentropfen
Die Augentropfen sollen die Produktion des Kammerwassers reduzieren und dessen Abfluss erhöhen, um dadurch den Augeninnendruck zu senken. Diese Tropfen müssen unbedingt regelmäßig verwendet und die Kontrolltermine beim Augenarzt eingehalten werden. Leider ist die Anwendung mit möglichen Nebenwirkungen wie gereizten Augen, Juckreiz oder Rötungen verbunden. Die Betablocker-Tropfen können noch zusätzlich das Herz-Kreislauf-System und die Atmung belasten.

Laserbehandlung
SLT, Selektive Laser Trabekuloplastik, ist eine schonende und schmerzfreie Therapie, die angewandt wird, um den Augeninnendruck zu senken. Die Behandlung wird in der Praxis durchgeführt und dauert nur ein paar Minuten. Angewandt wird dies zum Beispiel bei Patienten, die mit den verordneten Augentropfen nicht zurechtkommen und/oder diese nicht vertragen.

Operation
Sind alle medikamentösen Verfahren ausgeschöpft und ist der Augeninnendruck weiterhin nicht beherrschbar, wird eine Operation in Betracht gezogen. Dafür existieren unterschiedliche Operationsmethoden.

Alternative Methoden

Alternative Methoden können zusammen mit der schulmedizinischen Therapie angewandt werden und die Heilung unterstützen.

Akupunktur
Die Akupunktur gehört zu den ältesten Therapieformen und ist ein Teil der TCM, der Traditionell Chinesischen Medizin. Die Akupunktur ist nicht den schulmedizinischen Verfahren zugeordnet, bekommt jedoch immer mehr an Anerkennung. In der Naturheilpraxis oder auch von naturheilkundlich versierten Ärzten wird diese Therapie unter anderem verwendet, um den Augeninnendruck zu senken. Eine ganz spezielle Form stellt die Augenakupunktur dar. Der Name ist etwas irreführend. Dabei werden natürlich keine Nadeln ins Auge gebracht, sondern ganz spezielle Punkte am Körper und auch um das Auge herum genadelt.

Ernährung
Eine gesunde Ernährung ist für jeden wichtig. Um einen erhöhten Augeninnendruck zu senken existieren keine Beweise bezüglich bestimmter Lebensmittel, die dies unterstützen könnten. Angenommen wird jedoch, dass ein zu hoher Kaffeekonsum sich steigernd auf den Augeninnendruck auswirken kann. Deshalb wird den Betroffenen empfohlen, Kaffee nur in kleinen Mengen zu konsumieren.

Magnesium ist dafür bekannt, dass dies der Körper vor allem in Stresszeiten benötigt. Da wiederum Stress als Ursache für einen erhöhten Augeninnendruck diskutiert wird, kann der Konsum von Nahrungsmitteln, die reich an Magnesium sind, diesen demnach etwas senken. Der Mineralstoff ist vor allem enthalten in Kürbiskernen, Sesam, Sonnenblumenkernen, Amaranth, Quinoa, Hülsenfrüchten, Brennnesseln und Bananen.

Die Ernährung sollte reich an natürlichen Vitaminen, in Form von frischem Obst und Gemüse sein und wenig Fett enthalten. Carotinoide sind schon seit langem bekannt für ihre positive Auswirkung auf das menschliche Auge. Dieser Stoff ist vor allem enthalten in Tomaten, Karotten und Kürbis. Carotinoide sind fettlöslich, das heißt, dass eine Karotte nur die gewünschte Wirkung bringen kann, wenn sie zusammen mit Fett, zum Beispiel etwas gutem Olivenöl oder einem Butterbrot, gegessen wird.

Weitere Tipps
Um leicht erhöhten Augeninnendruck zu senken oder sich neben der schulmedizinischen Therapie noch etwas Gutes zu tun, ist täglicher Genuss von grünem Tee ratsam. Empfehlenswert bei erhöhtem Augendruck ist zudem Gingko biloba. Dies ist nicht nur ein Mittel, um die Durchblutung des Gehirns anzuregen, sondern kann auch im Auge für eine bessere Durchblutung sorgen.

Frische Luft, regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen – all das ist wichtig, um gegen aufkommenden Stress anzugehen. Denn Stress kann sich auch auf das Auge auswirken und an einem zu hohen Augeninnendruck mitbeteiligt sein.

Naturheilkundliche Therapien

In der Naturheilpraxis wird ein zu hoher Augeninnendruck mit folgenden Therapieformen behandelt: Homöopathie, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Akupunktur, Phytotherapie, Schüssler Salze und Fußreflexzonentherapie. Dabei ist jedoch nie zu vergessen, dass der Augeninnendruck regelmäßig überprüft werden muss. Wenn der Augeninnendruck nur leicht erhöht und noch keine weitere Behandlung nötig ist, kann eine naturheilkundliche Therapie durchaus guten Erfolg bringen. Wenn eine Behandlung durch einen Arzt unumgänglich ist, trägt die Naturheilkunde zur Entlastung und Linderung bei.

Ursachen für einen erhöhten Augeninnendruck

Zu den Ursachen für einen erhöhten Augeninnendruck gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu niedriger oder zu hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, bei denen die Blutgefäße beteiligt sind, Rauchen, langjährige Kortisonbehandlungen, starke Kurz- oder Weitsichtigkeit, Medikamente, die die Pupille erweitern, und eine genetische Disposition. (sw)