Hausmittel gegen Würmer

Fabian Peters

Natürliche Hilfe bei Wurmbefall

Schon allein der Gedanke an Würmer löst bei vielen Menschen Ekel aus. Wenn diese sich auch noch im eigenen Körper befinden, so ist dies für die meisten wirklich abstoßend und widerlich – aber dennoch keine Seltenheit. Zu den häufigsten Wurmerkrankungen gehört die Madenwurminfektion, die vor allem Kinder im Kindergarten und der Grundschule betrifft.


Der Gang zum Arzt ist bei Wurmbefall unumgänglich. Jedoch existieren Hausmittel, die das Eliminieren der Würmer unterstützen. Die Anwendung der meisten, dafür bekannten Mittel sind jedoch regelrechte „Rosskuren“ und daher vor allem für Kinder absolut ungeeignet. In den folgenden Ausführungen werden Hausmittel erwähnt, die relativ leicht anzuwenden, nicht so heftig und teilweise auch für Kinder geeignet sind.

Insbesondere Madenwurminfektionen sind in Deutschland relativ häufig. (Bild: Carolina K Smith MD/fotolia.com)
Insbesondere Infektionen mit Madenwürmern (siehe Bild) sind in Deutschland relativ häufig. (Bild: Carolina K Smith MD/fotolia.com)

Verschiedene Arten

Alle Wurmarten müssen unbedingt behandelt werden. Madenwürmer sind nicht so gefährlich wie die Spul – und Bandwürmer. Generell sollte der Verdacht auf diese Parasiten jedoch unbedingt ernst genommen werden. Würmer sind Schmarotzer, die sich auf Kosten des Wirts, also in diesem Fall des Menschen, ernähren.

Grapefruitkernextrakt

Grapefruitkernextrakt ist rein pflanzlich und wird aus den Schalen und Kernen der Grapefruit gewonnen. Der Extrakt wirkt gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Für die innerliche Einnahme gilt: Mit einer geringen Anzahl an Tropfen wird begonnen, diese wird langsam gesteigert und nie pur, sondern stets verdünnt, eingenommen. Grapefruitkernextrakt ist für Stillende, Schwangere und kleinere Kinder nicht geeignet.

Knoblauch

Knoblauch ist ein vielfach bewährtes Hausmittel. Knoblauch senkt den Blutdruck, stimuliert das Immunsystem, schützt die Gefäße und wirkt auch gegen Wurmbefall. Die Anwendung mit Milch ist etwas ungewöhnlich, kann aber helfen. Als Hausmittel gegen Würmer werden drei zerdrückte Knoblauchzehen mit einer Tasse Milch vermischt. Nach zwölf Stunden ist das Ganze trinkfertig. Diese Mischung sollte dann über drei Wochen hinweg jeden Morgen auf nüchternen Magen getrunken werden. Wer diese Kombination nicht mag, kann den Knoblauch zwanzig Minuten lang kochen und dann mit etwas Honig vermischen und das Ganze jeden Morgen nüchtern trinken – nicht gerade schmackhaft, jedoch hilfreich.

Karotten, Ananas, Papaya

Karotten, Ananas und Papaya können eine schulmedizinische Anti-Wurm-Kur unterstützen. Vor jeder Mahlzeit wird eine Karotte gekaut oder ein Stück Ananas oder Papaya gegessen. Fast alle Kinder mögen Karotten gern. So ist dies ein einfaches und noch dazu gesundes Hausmittel gegen Würmer, das bei den Kleinen gut anzuwenden ist.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl lässt den Blutzucker sinken, hilft bei Hauterkrankungen, wirkt antiallergisch, stärkt das Immunsystem, steigert die Konzentration und ist noch dazu ein hilfreiches Hausmittel gegen Würmer. Schwarzkümmelöl kann auch von Kindern eingenommen werden. Das Öl ist nicht nur in flüssiger Form, sondern auch in Kapseln erhältlich.

Weißkohlsaft

Weißkohlsaft tut der Magenschleimhaut gut und wird gerne bei Magenschleimhautreizungen und auch bei Sodbrennen angewandt. Bei Würmern soll dieses Hausmittel ebenfalls seine Wirkung zeigen. Der Weißkohlsaft kann selbst hergestellt oder aber im Reformhaus fertig gekauft werden. Der Saft wird an mehreren Tagen im Monat morgens nüchtern getrunken.

Rhabarberwurzel

Die Rhabarberwurzel wird als Hausmittel gegen Würmer häufig erwähnt. Jedoch ist diese Pflanze mit Vorsicht zu genießen und sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker eingenommen werden. Kinder, Schwangere und Stillende sind von der Anwendung unbedingt auszuschließen. Nebenbei bemerkt, wird das Pulver der Rhabarberwurzel auch zum sanften Tönen der Haare verwendet.

Thymiantee

Thymian ist bekannt für seine schleimlösende Wirkung bei Husten, Bronchitis und Erkältungen. Thymian hilft zudem dem Verdauungssystem auf die Sprünge. Aber auch gegen Würmer ist dieses Kraut einen Versuch wert – sowohl präventiv, als auch im akuten Zustand. Kinder ab einem Jahr können schon einen „dünnen“ Thymiantee trinken.

Sowohl das Fruchtfleisch als auch die Kerne der Papaya wirken Wurminfektionen entgegen. (BIld: Dionisvera/fotolia.com)
Sowohl das Fruchtfleisch als auch die Kerne der Papaya wirken Wurminfektionen entgegen. (BIld: Dionisvera/fotolia.com)

Papayakerne, Kürbiskerne

Die Frucht der Papaya kennt heute jeder, doch wer isst die Kerne? Diese werden meisten weggeworfen. Jedoch sind sie durchaus genießbar, schmecken allerdings etwas pfeffrig. Um gegen die ungebetenen Gäste im Darm anzugehen, können mehrmals am Tag ein paar Kerne, frisch oder getrocknet, gekaut werden. Dies ist ein Hausmittel gegen Würmer, aber auch, um sich davor zu schützen. Gerade dann, wenn ein Familienmitglied betroffen ist, kann der Rest der Familie sich durch das Kauen von Papayakernen vor einem Wurmbefall schützen. Kinder kauen vielleicht lieber Kürbiskerne, die ebenso als Hausmittel gegen Würmer dienen.

Kolloidales Silber

Kolloidales Silber ist in der Lage, die verschiedensten Krankheitserreger abzutöten. Als Hausmittel gegen Würmer ist diese einfach einzunehmende Lösung ebenso geeignet. Zusätzlich zur oralen Einnahme wird das Betupfen der Analregion mit dem Silber empfohlen. Vor der Anwendung bei Kindern ist der behandelnde Arzt zu befragen.

Kokosöl

Kokosöl ist bereits ein bekanntes Hausmittel gegen Würmer bei Hunden. Auch zur Abwehr von Zecken ist die Einnahme dieses Öls bestens geeignet. Das Kokosöl hilft aber auch Menschen, die sich Würmer „eingefangen“ haben. Von dem Öl werden mehrere Teelöffel voll über den Tag verteilt eingenommen. Auf Qualität und Reinheit des Öls ist unbedingt zu achten.

Knoblauch und Zwiebeln

Knoblauch und Zwiebeln sind dafür bekannt, dass sie Bakterien und Pilze in Schach halten und das Immunsystem stärken. Bei Wurmbefall sollen sie ebenso ihre Wirkung zeigen. Eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe und das bereits erwähnte Kokosöl – dies zusammen soll den kleinen Biestern den Garaus machen.

Oreganoöl

Oreganoöl stärkt das Immunsystem und unterstützt die Verdauung. Das Öl kann aber auch als Hausmittel gegen Würmer zum Einsatz kommen – am Einfachsten in Form von Kapseln. Für Kinder unter zwölf Jahren ist das Öl noch nicht geeignet.

Spezielle Ernährung bei Wurmbefall

Pilze sind dafür bekannt, dass sie sich im Darm von Zucker ernähren, was den Würmern entgegenwirkt. Grundsätzlich sollte bei einem Befall auf Süßes verzichtet werden. Um die Parasiten abzuwehren, ist eine kohlenhydratarme Ernährung zu empfehlen. Fermentierte Lebensmittel, wie Sauerkraut, Sauerkrautsaft, Kombucha und Apfelessig unterstützen die Anti-Parasiten-Diät. Zusätzlich sind probiotische Darmkeime zu empfehlen. Diese sind in Pulver – oder Kapselform in Apotheken erhältlich.

Das richtige homöopathische Mittel

Das richtig ausgewählte homöopathische Mittel kann im Körper des Menschen ein Milieu schaffen, in dem sich die Würmer nicht mehr wohlfühlen und das Weite suchen. Dazu gehören Mittel, wie China, Spigelia, Abrotanum und noch Viele mehr. Ein homöopathisch versierter Arzt oder Heilpraktiker kann hier helfen.

Madenwürmer – Infektionswege, Symptome

Die Madenwürmer sind klein und fadenförmig, weiß, länglich und siedeln sich im Darm an. Sie werden bis zu zwölf Zentimeter groß, wobei die Weibchen viel größer als die Männchen sind. Übertragen werden diese Parasiten durch die orale Aufnahme von Eiern. Kinder kratzen sich am Po und haben dann ihre Finger auch schnell mal im Gesicht und im Mund. Oder sie nehmen mit den verunreinigten Fingern Spielzeuge in die Hand und in den Mund und geben die Wurmeier auf diese Art und Weise auch an andere Kinder weiter. Das Hauptsymptom ist der Juckreiz in der Analregion. Dieser entsteht auf folgende Art und Weise: Die Weibchen verlassen in der Nacht den Darm und halten sich dann in den Falten im Bereich des Anus auf. Dort legen sie ihre Eier ab, was wiederum zum Juckreiz führt. Innerhalb weniger Stunden entwickeln sich daraus Larven.

Die Kinder kratzten sich massiv, wodurch im Anusbereich Kratzeffekte und daraus Entzündungen entstehen. Bei Mädchen kann die Entzündung auf die Geschlechtsorgane übergreifen und daraus Juckreiz in der Scheidengegend und vaginaler Ausfluss hinzukommen. Durch den nächtlichen Juckreiz haben die Kinder ein Schlafdefizit und sind tagsüber unkonzentriert und müde.

Um den Madenwurmbefall zu diagnostizieren, reicht ein Klebestreifen, der am Morgen kurz im Bereich des Anus aufgebracht und dann verschlossen in einem Glas zum Arzt gebracht wird. Unter dem Mikroskop betrachtet, kann dann recht schnell die Diagnose gestellt werden. Die Kinder bekommen in der Arztpraxis geeignete Medikamente, sogenannte Anthelminthika (Wurmmittel), um die Würmer wieder los zu werden.

Die Kinder sollten nachts eng anliegende Unterwäsche tragen, um ein Kratzen zu vermeiden. Regelmäßiges Händewaschen und Nägel reinigen ist Pflicht. Auch sollten die Fingernägel kurz geschnitten sein und die Bettwäsche ist täglich zu wechseln.

Infektionen mit Spulwürmern sind in Deutschland relativ selten. (Bild: 7activestudio/fotolia.com)
Infektionen mit Spulwürmern sind deutlich gefährlicher als Madenwurminfektionen, jedoch in Deutschland relativ selten. (Bild: 7activestudio/fotolia.com)

Spulwürmer – Infektionswege, Symptome

Eine Spulwurminfektion tritt am häufigsten in Afrika und Südamerika auf. In Deutschland sind davon meistens Klein- und Schulkinder befallen. Spulwürmer gleichen im Aussehen den Regenwürmern und können bis zu 25 Zentimeter lang werden. Die Übertragung passiert in der Regel durch ungewaschenen Salat oder rohes Gemüse, verursacht durch Fäkaliendüngung mit enthaltenen Spulwurmeiern. Ein Spulwurmweibchen legt täglich bis zu 200 000 Eier. Nach drei bis sechs Wochen befindet sich dann im Ei eine infektionsfähige Larve. Die Larven durchdringen die Darmwand und wandern weiter in Leber und Lunge. Die jungen Würmer können bis zum Kehlkopf gelangen. Durch Verschlucken kommen sie wieder zurück in den Magen-Darm-Kanal. Dort produzieren sie wieder neue Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden.

Symptome treten ein, wenn sich die jungen Parasiten in der Lunge befinden. Dies sind grippeähnliche Beschwerden mit leichtem Fieber und Husten. Dabei können einige Zentimeter lange Würmer ausgehustet werden, was für die Betroffenen natürlich äußerst erschreckend und auch eklig ist. Die Spulwürmer im Darm verursachen Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall, wobei allerdings circa 85 Prozent der Erkrankten keine Beschwerden haben. Zusätzlich sind allergische Symptome wie zum Beispiel bläschenförmiger Ausschlag möglich. Eine seltene Komplikation ist das Einwandern von Würmern in die Gallen – oder Bauchspeicheldrüsengänge. Im schlimmsten Fall führt eine knäuelförmige Ansammlung von Würmern zu einem Darmverschluss. Bei Befall mit Spulwürmern wird ein verschreibungspflichtiges Medikament nötig. Jedoch können die erwähnten Hausmittel zeitgleich die Therapie unterstützen.

Bandwürmer – Infektionswege, Symptome

Ein Bandwurm gehört ebenso zu den Parasiten. Er besitzt Kopf und mehrere Glieder. Ein Bandwurm wechselt im Laufe seines Entwicklungszyklus seinen Wirt, wobei häufig die maßgeblich befallenen Wirte als Namensgeber dienen wie beispielsweise beim Fuchsbandwurm. Der Mensch ist für den Bandwurm der Zwischen – oder auch Endwirt.

Der Infektionsweg ist Folgender: die Würmer werden durch den Verzehr von rohem, mit Finnen verunreinigtem Fleisch oder aber zu wenig durchgegartem Fisch übertragen. Die Finnen gelangen dann in den Darm des Menschen und entwickeln sich dort weiter. Die Übertragung des Fuchsbandwurmes ist sehr selten und erfolgt oft durch sehr engen Kontakt mit dem eigenen Haustier, das ein befallenes Nagetier gefressen hat. Auch infizierte Waldfrüchte könnten eine Gefahr sein.

Die Auswirkungen eines Bandwurmbefalls sind entweder relativ harmlos oder aber auch gesundheitsgefährdend. Festzustellen ist die Erkrankung durch eine Stuhlprobe. Folgende Beschwerden sind möglich: Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, aber auch Heißhunger, Übelkeit, Verstopfung, Kopfschmerzen, Erbrechen, Gewichtsverlust und Blutarmut. Leider können diese üblen Parasiten Organe befallen, sich dort niederlassen und gefährliche Zysten bilden. Eine Bandwurmerkrankung gehört unbedingt in die Hand eines Arztes, eventuell sogar in die Klinik.

Zusammenfassung

Bei einem Verdacht auf Wurmbefall, muss ein Arzt aufgesucht werden. Von einem eigenhändigen „Herumdoktern“ ist unbedingt abzuraten. Die erwähnten Hausmittel können die schulmedizinische Therapie begleiten und unterstützen. Vor allem ist auf Hygiene zu achten: Kurze Fingernägel, tägliches Wechseln von Unterwäsche und Bettwäsche und häufiges Händewaschen. (sw)