Heilwasser: Heilen mit Wasser

Wasser-Güsse. Bild: Kzenon - fotolia
Dr. Utz Anhalt
Wasser ist ein Naturheilmittel erster Klasse – und zudem im Wortsinn: Wasser ist nämlich Natur. Es zu trinken, darin zu baden, zu duschen oder zu schwimmen, hilft bei unzähligen Erkrankungen.

Vor Infektionen schützt es, weil es unsere Schleimhäute befeuchtet und so Viren und Bakterien schneller aus dem Körper gelangen. Leiden wir bereits an einer Infektion, sollten wir besonders viel trinken, um die Infektion hinaus zu spülen.

Heilwasser in Kurorten. Bild: traveldia - fotolia
Heilwasser in Kurorten. Bild: traveldia – fotolia

Heilwasser hilft dem Magen. Wer zu wenig trinkt, der leidet häufiger an Sodbrennen und Magenschleimhautentzündungen. Verwirrung und Orientierungsprobleme bei älteren Menschen lassen sich häufig allein durch Wasser trinken beheben. Wasser senkt einen erhöhten Blutdruck und beugt so Schlaganfällen und Arteriosklerose vor.

Wasser hilft gegen Bandscheiben-Beschwerden, da diese Wirbelkörper Flüssigkeit enthalten; Bandscheibenvorfälle lassen sich mit mit einem „Auffüllen“ dieser Flüssigkeitsreservoirs verhindern.

Genug und reines Trinkwasser zu trinken, senkt das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.

Kopfschmerzen entstehen häufig, weil Nervenzellen zu wenig Sauerstoff bekommen. Das Wasser transportiert die geforderte Substanz.

Wann kann Wasser Beschwerden lindern?

Wasser hilft gegen Akne ebenso wie gegen Arthritis, gegen Appetitlosigkeit wie gegen Blutergüsse, gegen Blähungen wie gegen Chronischen Husten, gegen gestörte Durchblutung wie gegen Erkältungen, gegen Ekzeme und Schlafstörungen, gegen Falten und Furunkel, gegen Fieber und entzündete Gelenke, gegen geschwollene Füße und Haarausfall, gegen Halsentzündungen ebenso wie Hexenschuss, gegen Herzrasen wie gegen Hauterkrankungen.

Heilwasser lindert Koliken und Kopfekzeme, es hilft bei Kreuzschmerzen und härtet ab gegen Kälte. Es ist ein Mittel gegen Lungenentzündung, Magenkrämpfe und Menstruationsproblemen, gegen Migräne und Muskelkater, gegen Ohrensausen und gegen Pickel.

Wassser lindert Rheumaschmerzen, es strafft eine schlaffe Gesichtshaut, es bekämpft Verspannungen an der Schulter ebenso wie Schnupfen, es hilft gegen Venenschwäche und Verdauungsstörungen, gegen eine verstopfte Nase und gegen Zerrungen.

Waschungen

Die beste Vorsorge gegen Krankheiten besteht darin, sich zu waschen. Wenn wir die Hände mehrfach täglich mit sauberem Wasser waschen, vor allem vor dem Essen, schützen wir uns vor Viren, Würmern und Hautekzemen. Wir beugen so Magen-Darmkrankheiten vor und sogar viel Schlimmerem, zum Beispiel der Tollwut.

Waschungen sind außerdem die mildeste Form, das nasse Element anzuwenden. Deswegen eignen sie sich auch für Babys, Schwerkranke, Bettlägerige, Gelähmte, Schwache und Alte.

Wir können uns bzw. Bedürftige im Liegen, Sitzen und Stehen waschen.

Auf kaltes Waschen reagiert der Körper damit, Wärme zu produzieren, Wir bringen ihn damit also in Schwung.

Jede gewaschene Hautstelle bestreichen wir mindestens drei mal mit dem nassen Lappen, um sie gleichmäßig zu befeuchten.

Der gewaschene Körper soll warm sein. Wer friert, oder wessen Haut unterkühlt ist, sollte sich nicht kalt waschen.

Waschen sollte insgesamt nicht länger als zwei Minuten dauern. Danach lassen wir uns von der Wärme des Körpers trocknen, legen uns ins Bett oder bewegen uns, um uns aufzuwärmen.

Ganzwaschung

Bei einer Ganzwaschung waschen wir den ganzen Körper außer dem Kopf, und zwar von oben bis unten. Wir stärken so die natürliche Wärme des Körpers, beleben und entspannen die Haut. Außerdem reizen wir den Stoffwechsel, Giftstoffe auszuleiten.

Wir unterstützen mit der Ganzwaschung auch die Heilung diverser Krankheiten, weil wir den Körper insgesamt kräftigen.

Bei der Oberkörperwaschung waschen wir uns bis zur Hüfte, Brustkorb und Atemorgane werden so besser durchblutet, und der bessere Blutfluss stärkt das Herz. Eine Oberkörperwaschung hilft zudem gegen Erkältung, Grippe und Bronchitis.O

Waschen wir nur den Unterkörper, so reinigen wir uns von den Füßen bis zur Hüfte. Dies hilft gegen kalte Füße, stärkt die Venen und wirkt gegen Schlaflosigkeit, außerdem gegen eine schlechte Vedauung.

Wenn wir den Leib von der Hüfte bis zu den Schultern mit Kreisbewegungen des Lappens reinigen, beginnen wir unter rechts in Richtung links oben. Wir fördern so das Einschlafen, dämmen Blähungen und Verstopfung zurück.

Kalt oder warm?

Auch gleiche Waschungen wirken unterschiedlich, je nachdem, ob wir kaltes oder heißes Wasser verwenden.

Heißes Wasser wärmt direkt Haut, Körper und Organe. Es ist also ideal für alle Beschwerden, die mit Unterkühlung zu tun haben. Warmwasser entspannt und beruhigt zudem, deshalb eignet es sich für alle Beschwerden, die sich in Krämpfen ausdrücken.

Auch chronische Entzündungen lassen sich mit warmem Wasser gut behandeln.

Anders sieht es hingegen bei akuten Entzündungen aus, die die Temperatur steigen lassen. Hier ist warmes Wässer unangebracht.

Menschen, die frösteln und sehr dünne Menschen sollten warmes Wasser vorziehen, wenn robustere Naturen kalte Waschungen anwenden.

Kaltwasser führt erstens überschüssige Wärme ab, wärmt aber zugleich im zweiten Schritt. Es steigert nämlich die Durchblutung, und der Körper wärmt sich so selbst auf. Sie wirken belebend, sehr nervöse Menschen empfinden dies aber als beunruhigend.

Kaltes Heilwasser eignet sich vorzüglich für alle Probleme, die mit überhöhter Temperatur einhergehen: Akute Entzündungen ebenso wie Verbrennungen und Verbrühungen. Sie härten den Körper ab und stärken ihn. Sie aktivieren die Selbstheilungskräfte.

Menschen mit viel Muskeln und / oder viel Fett, die viel schwitzen, sollten eher Kalt- als Warmwasser verwenden.

Schwimmen

Im Wasser zu schwimmen verbessert die Fitness des gesamten Körpers. Wir fordern beim Schwimmen nämlich erstens alle Körperteile, zweitens verringert sich unser eigenes Gewicht aber durch den Auftrieb.

Menschen mit Gelenk-Beschwerden sollten deshalb Schwimmen statt zu joggen oder Gewichte zu stemmen. Auch Fettleibige oder Menschen mit einem schweren Körperbau werden durch den Auftrieb entlastet.

Schwimmen belebt und trainiert den ganzen Körper. Bild: Robert Kneschke - fotolia
Schwimmen belebt und trainiert den ganzen Körper. Bild: Robert Kneschke – fotolia

Kaltwasser härtet ab, stärkt das Immunsystem und beschleunigt die Fettverbrennung. Der Wasserdruck stärkt dabei schwache Venen und wirkt sich so günstig aus geschwollene Füße und Krampfadern aus. Vor allem aber stärkt dieser Druck auf die Venen die Tätigkeit des Herzens.

Beim Schwimmen verbrauchen wir viel Kalorien, deshalb eignet es sich, um Gewicht abzunehmen; allerdings macht der Energieverbrauch und der Wechsel der Temperatur zugleich hungrig.

Beim langsamen Brust-Schwimmen verbrauchen wir 400 Kalorien pro Stunde, beim schnellen Brust-Schwimmen 1000. Gerade Anfänger sollten aber bei schnellem Brustschwimmen auf ihre Hüft- und Kniegelenke achten. Auch die Hals- und Rückenwirbelsäule kann durch zu hektische Bewegungen Schaden nehmen.

Aqua-Jogging

Wer Probleme mit diesen Gelenken hat, kann auf Aqua-Jogging ausweichen. Dabei laufen die Betroffenen, genauer gesagt, sie führen Laufbewegungen durch, während sie aufrecht im Wasser schweben. Der Auftrieb kommt durch Schwimmhilfen aus Leichtschaum. Der Wasserdruck entlastet dabei das Herz.

Wassergymnastik eignet sich für sehr dicke Menschen. Sie können im Wasser Übungen durchführen, für die sie an Land zu schwer wären. Die Bewegungen sind dabei im Wasser sogar schwerer als an Land, weshalb sie mehr Energie verbrauchen und folglich mehr abnehmen.

Winterschwimmen

Winterschwimmen bezeichnet Schwimmen in Gewässern zwischen 0 Grad Celsius und 15 Grad Celsius Die Kälte stärkt das Immunsystem, und der Kreislauf kommt in Schwung. Doch „einfach so“ ins kalte Wasser zu springen, überfordert den Organismus. Deshalb ist es besser, im Herbst mit dem Schwimmen in kaltem Wasser zu beginnen und den Körper an die sinkenden Temperaturen zu gewöhnen.

Winterschwimmer hacken entweder das Eis auf, um im darunter liegenden Wasser zu schwimmen oder sie nutzen Fließgewässer.

Im Unterschied zum Schwimmen im Sommer sollte man im Winter nur kurz im Wasser bleiben, wenige Sekunden reichen. Außerdem sollten Gesicht und Haare nicht untertauchen. Wer im Winter schwimmt, sollte nicht allein sein – falls der Kreislauf wegen dem ungewohnten Kältereiz Probleme bereitet.

Kommt man an die Luft, sollte man sich sofort gründlich abtrocknen und warm anziehen, damit der Körper nicht unterkühlt.

Jetzt versorgt der Körper uns überreich mit Wärme, wir sprechen von einer überschießenden Reaktion, die außerordentlich gesund für die Abwehrkräfte ist.

Wassertreten

Wassertreten ist eine der einfachsten Übungen, um unseren Körper in Schwung zu bringen. Wir müssen dazu weder schwimmen können, noch trainiert sein und brauchen lediglich eine Fläche mit kaltem Wasser, die bis zu den Waden reicht.

In Bächen oder am Seeufer, in Becken von Springbrunnen, ja sogar in der Badewanne können wir im Wasser herum treten. Wir müssen uns allerdings festhalten können, um nicht auszurutschen.

Wir ziehen und Schuhe und Socken aus, dann krempeln wir die Hose über das Knie, steigen ins Wasser und „schreiten“. Wir heben also bei jedem Schritt den Fuß aus dem Wasser, damit wir die Füße unterschiedlichen Reizen aussetzen. Wir schreiten eine halbe bis zwei Minuten, dann lassen wir die Füße an der Luft trocken und ziehen uns die Socken und Schuhe wieder an.

Naturfreunde lieben es auch, im Morgentau auf dem Gras oder in frischem Schnee barfuß zu gehen, ebenfalls bis zu zwei Minuten. Beim Schneetreten sollten wir wie beim Winterschwimmen schnell warme Sachen anziehen.

Güsse

Wassergüsse wirken besonders schnell. Wir nehmen dazu Wasserschläuche oder eine Gießkanne.

Wasser-Güsse. Bild: Kzenon - fotolia
Wasser-Güsse. Bild: Kzenon – fotolia

Es gibt Armgüsse, Kniegüsse, Schenkelgüsse, Untergüsse, Rückengüsse, Brustgüsse, Obergüsse, Kopfgüsse, Gesichtsgüsse, Ohrengüsse, Vollgüsse, Blitzgüsse, warme Nackengüsse, Duschungen.

Die „richtigen“ Güsse bei den jeweiligen Beschwerden sind eine Wissenschaft für sich. Güsse haben aber generell gemeinsam:

1) Kalte Güsse nur bei warmen Gliedmaßen

2) Güsse nur in warmen Räumen verabreichen

3) Nach den Mahlzeiten mindestens eine halbe Stunde bis zum Guss warten

4) Das Wasser sollte keinen Druck auf die Haut ausüben

5) Der Guss soll gleichmäßig verlaufen

6) Er sollte immer an den äußeren Körperteilen beginnen und von dort zur Körpermitte übergehen

7) Ebenso sollte er rechts beginnen und dann nach links führen, zum Beispiel bei Armen und Beinen

8) Die Muskeln sollten entspannt und der Atem gleichmäßig sein.

Die unterschiedlichen Güsse sind eine Wissenschaft für sich. Wir unterscheiden zwischen Armguss, Knieguss, Schenkelguss, Unterguss, Rückenguss, Brustguss, Oberguss, Kopfguss, Gesichtsguss, Ohrenguss, Vollguss, Blitzguss und warmem Nackenguss. Als Beispiel soll der Gesichtsguss dienen.

Der Gesichtguss

Gesichtsgüsse dienen der Schönheit, sie wirken erfrischend und fördern die Durchblutung.

Sie lindern aber auch leichtere Beschwerden, sie machen müde Menschen munter, helfen gegen Kopfschmerzen, stärken die Konzentration, und mildern Hitzewallungen. Kosmetisch helfen sie gegen gegen Falten im Gesicht und fahle Gesichtshaut.

Vermeiden sollten Sie Gesichtsgüsse, wenn die Nerven im Gesicht entzündet sind oder sie Probleme mit den Augen haben.

Ein Gesichtsguss läuft so:

1) Sie legen sich ein Handtuch um den Hals, beugen sich über die Badewanne oder das Duschbecken.

2) Sie drehen den Brauseaufsatz vom Duschschlauch oder füllen Wasser in eine Gießkanne.

3) Sie gießen das Wasser zuerst über die rechte Schläfe.

4) Dann umkreisen Sie langsam das Gesicht bis zur rechten Schläfe.

5) Danach lassen Sie das Wasser über die Stirn fließen – mehrmals hintereinander.

6) Dann gießen Sie das Wasser in Längsrichtung über das Gesicht.

7) Am Ende umkreisen Sie noch einmal das ganze Gesicht mit dem Strahl.

8) Sie trocknen das Gesicht sorgfältig ab.

Duschen

Duschen, um sich zu heilen und gegen Erkrankungen abzuhärten, sind entweder kalt oder Wechselduschen und die einfachste Form, Wasser zur Gesundheit einzusetzen. Wer unter Krampfadern leidet, sollte auf Duschungen verzichten.

Wechselduschen sind für sensible Menschen zu empfehlen, denn sie härten zwar ab und stärken den Kreislauf, schrecken aber nicht so wie kaltes Wasser.

Wechselduschen helfen besonders empfindlichen Menschen, Kälte zu ertragen; sie stärken das Immunsystem und erhöhen niedrigen Blutdruck.

Wechselduschen. Bild: Photographee.eu - fotolia
Wechselduschen. Bild: Photographee.eu – fotolia

Wechselduschen beginnen am besten warm, dann duschen Sie einige Minuten, wechseln dann für ein paar Sekunden zu kalt. Danach duschen Sie wieder einige Minuten warum, und dann wieder kalt. Sie können den Wechsel auch mehrfach wiederholen. Am Ende duschen Sie sich kalt ab.

Kurz den ganzen Körper kalt abduschen sollten Sie sich auch bei warmen Bädern. Die geöffneten Poren schließen sich so wieder, und sie beugen kalter Haut vor, sind weniger anfällig für Infektionen und frösteln weniger.

Baden

Baden reinigt den Körper, Bäder in kaltem oder warmen Wasser dienen aber auch der Gesundheit. Wir unterschieden zwischen Teil- und Vollbädern, warmen, heißen und Wechselbädern.

Kalte Bäder sollten nur 6 bis 20 Sekunden dauern, warm baden können wir hingegen ohne weiteres 20 Minuten. Vor kalten Bädern sollten wir uns unbedingt aufwärmen, zum Beispiel durch Gymnastik. Wir können uns aber auch einfach in einen warmen Raum oder ein Feuer setzen.

Wie beim Duschen beenden wir heiße Bäder am besten mit einem kurzen Kaltbad, damit sich die Poren wieder schließen.

Wir unterscheiden:

1) Das Vollbad. Dabei sitzen wir bis zum Hals im Wasser

2) Das Halbbad. Dabei sitzen wir bis zum Bauch im Wasser-

3) Das Sitzbad. Dabei befindet sich der Unterleib im Wasser, die Füße aber im Trockenen.

4) Das Fussbad. Dabei baden wir nur die Füße.

5) Das Armbad. Dabei tauchen wir nur unsere Arme ins Wasser.

Das Vollbad

Beim Vollbad legen wir uns ganz in die Badewanne hinein und halten nur den Kopf aus dem Wasser. Ein kaltes Vollbad ist die intensivste Art, Wasser anzuwenden. Es dient dazu, uns abzuhärten und zu stärken.

Wenn wir Probleme mit dem Kreislauf oder eine generell schwache Konstitution haben, sollten wir auf kalte Vollbäder verzichten und stattdessen auf Halb- wie Sitzbäder zurück greifen.

Bei einem kalten Vollbad legen wir uns bis zu 20 Sekunden in Kaltes Wasser. Danach ziehen wir uns schnell an und bewegen uns, bis wir trocken und aufgewärmt sind. Auf Abtrocknen mit dem Handtuch verzichten wir besser, denn dadurch trocknen wir ungleichmäßig, was zu Reizungen der Haut führt.

Warme Vollbäder können jedoch auch schwächliche Menschen durchführen. Bei Erkrankungen, die sich durch Kälte verstärken, wie Rheuma, ist ein warmes Vollbad ebenfalls die richtige Wahl.

Der Stärkung dient ein warmes Vollbad nicht, im Gegenteil schwächt es. Dafür entspannt es den Körper und löst Verkrampfungen.

Ein Vorteil zum kalten Bad ist, dass wir heilende Zusätze wie Essenzen, Erden, Kräuter, ätherische Öle und Badesalze zufügen können, denn diese können durch die längere Dauer in die Haut einziehen.

So lassen sich Beschwerden gezielt behandeln: Fichtennnadelbäder verbessern zum Beispiel die Atmung und fördern die Durchblutung, Haferstrohbäder helfen gegen Gicht.

Wie baden wir?

Ein warmes Vollbad bei circa 30 Grad kann 25-30 Minuten, und ein heißes Vollbad bei 36-40 Grad ungefähr 10-20 Minuten.

Danach sollten wir uns kurz kalte abduschen, um das Schwächen des Körpers zu mildern, und die wohl tuende Kräftigung zu stärken.

Am besten legen wir uns danach unter die warme Bettdecke und ruhen dort für eine Stunde. Jetzt kann das Bad seine Wirkung voll entfalten.

Das Fußbad

Für ein Fußbad reicht ein Wassereimer oder eine kleine Wanne. Wir tauchen die Beine dabei bis über die Waden in das Wasser.

Ein kaltes Fussbad leitet einen Wärmestau vom Kopf und anderen Organen ab und lindert so zum Beispiel Kopfschmerzen oder Hitzewallungen. Es hilft gegen Schlaflosigkeit und dient der Entspannung.

Heilendes Fußbad. Bild: musicphone1 - fotolia
Heilendes Fußbad. Bild: musicphone1 – fotolia

Wir stellen uns dafür bis maximal eine Minute in Kaltwasser. Danach streifen wir die Nässe von den Füßen, ziehen ohne die Füße mit einem Handtuch zu trocknen, warme Socken an und bewegen die Füße, bis sie trocken und warm sind.

Warme Fußbäder wärmen die Füße, wenn diese unterkühlt sind, sie entkrampfen und helfen gegen Nervosität.

Badzusätze im Fußbad dienen dazu, Erkrankungen des Fußes zu behandeln, zum Beispiel hilft Eichenrinde Fußpilz und Rosmarin gegen niedrigen Blutdruck. Temperatur und Länge des warmen Fußbades sind die gleichen wie beim Vollbad.

Wechselfußbäder mit warmen und kaltem Wasser stärken die Blutgefäße und den Kreislauf. Es hilft gut gegen chronisch kalte Füße und gegen Kreislaufschwäche. Im Warmwasser bleiben wir bis zu zehn Minuten, im Kaltwasser nur zehn Sekunden und führen dies mindestens zwei mal durch – am Ende mit Kaltwasser.

Inhalieren

Wasserdampf hilft besonders bei Atembeschwerden. Wir können dazu ein Inhalierungsgerät nehmen, das Wasser zerstäubt oder aber ein Dampfbad.

Bild: closeupimages - fotolia
Bild: closeupimages – fotolia

Beim Dampfbad beugen wir uns über eine Schüssel mit Heißwasser, das Dampf abgibt. Wir legen ein Handtuch über den Kopf, damit wir den Dampf nicht entweicht und atmen tief ein. Wir können uns aber auch über die Schüssel setzen und so ein Sitzdampfbad daraus machen oder die Ohren in den Dampf halten. Oder wir halten die Füße in den Dampf, die Arme, oder den Unterleib.

Im Volldampfbad, zum Beispiel in einer Sauna oder einem orientalischen Haman setzen wir uns mit dem ganzen Körper in eine Kammer mit heißem Wasserdampf.

Die Dampfbäder wirken folgendermaßen:

Am Kopf lösen sie Schleim, befreien die Atemwege, reinigen die Haut und helfen gegen Husten, Schnupfen, verstopfte Nase, Nebenhöhlenentzündung und Akne.

In den Ohren lindern sie Entzündungen der Gehörgänge.

An den Armen helfen sie gegen entzündete Splitter, entzündete Wunden und Insektenstiche.

An den Füßen lindern sie Fußschweiß, geschwollene und verstauchte Füße und Blasen.

Am Unterleib mindern sie Blasenentzündungen- und krämpfe, ebenso Krämpfe bei der Periode, sie helfen gegen Weißfluss und Nierensteine.

Ein Volldampfbad letztlich heilt Entzündungen der Haut, reinigt Hautwunden, hilft gegen Flechten, Hautpilze und Gicht.

Blähungen

Wasser hilft in verschiedenen Anwendungen gegen Blähungen.

1) Ein warmes Bad mit Haferstroh entkrampft den Unterleib

2) Ein Bad mit Heublumen entkrampft ebenfalls

3) Eine kalte Auflage auf den Unterleib stärkt dort die Körperwärme

4) Eine kalte Auflage auf dem gesamten Körper hilft, weil sich als Reaktion Wärme bildet

5) Den Torso kreisend waschen entspannt ebenfalls

6) Ein warmes Bad mit Minze befreit die Atemwege und entkrampft.

7) Warme Bauchwickel entkrampfen alle Organe im Unterleib

8) Eine warme Auflage auf den Unterleib entkrampft ebenfalls.

9) Das gleiche gilt für eine warme Auflage auf den ganzen Körper.

10) Ein warmes Sitzbad entkrampft die Verdauungsorgane

Schlafstörungen

Gegen Schlafstörungen hilft:

1) Ein Bad mit Baldrian

2) Ein kalter Beinwickel zieht übermäßige Hitze aus dem Körper

3) Ein kalter Kurzwickel von den Achseln bis zu den Oberschenkeln

4) Ein Lavendelbad beruhigt

5) Den Leib kreisend zu waschen entspannt

6) Ein warmes Melissebad beruhigt.

7) Kalte Wadenwickel ziehen überschüssige Hitze ab

Verbrennungen

Kaltwasser ist bei Verbrennungen und Verbrühungen die erste Hilfe. Als erstes müssen die Betroffenen aus dem Gefahrenbereich. Dann wird die Kleidung gelöscht: Außer mit Wasser lassen sich Brände auch mit einer Decke ersticken.

Kleine Verbrennungen sollte man sofort mit kaltem oder lauwarmem Wasser kühlen, um so die Schmerzen zu lindern. Allerdings sollte das Wasser nicht zu kalt sein, und auf keinen Fall dürfen wir Eis nehmen. Das schädigt nämlich die verwundete Haut zusätzlich. (Dr. Utz Anhalt) 

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