Augeninnendruck senken

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Susanne Waschke
Ein erhöhter Augeninnendruck, der sich in der Regel durch ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers im Auge entwickelt, kann zu einem grünen Star – in der Fachsprache Glaukom genannt – führen. Durch den zu hohen Druck werden die Nervenfasern des Sehnervs zerstört, was im schlimmsten Fall eine Erblindung nach sich ziehen kann. Um den Augeninnendruck zu senken, wendet die Schulmedizin verschiedene Verfahren an. Aber auch die Naturheilkunde kann hier zum Einsatz kommen. Die einzelnen Therapiemöglichkeiten werden im folgenden Text genauer erklärt.


Was ist der normale Augeninnendruck?

Der Augapfel lässt sich modellhaft mit einem aufgeblasenen Ball vergleichen. Hat dieser zu wenig Luft, so springt er nicht richtig. Ist er allerdings zu stark aufgeblasen, kann seine Außenwand kaputt gehen. So ähnlich ist es ebenfalls mit unserem Auge. Der Augeninnendruck – also der Druck der auf die Augeninnenwand wirkt – muss sich in einer bestimmten Norm bewegen, damit das Auge keinen Schaden nimmt. Ein zu niedriger Druck kann zu einer Netzhautablösung im Auge führen, bei zu hohem Druck besteht die Gefahr eines grünen Stars. Hier gilt besondere Aufmerksamkeit, denn grüner Star beginnt meist schleichend.

Jedoch entwickeln auch Menschen, die einen ganz normalen Augeninnendruck haben, mitunter ein Glaukom. Andersrum muss ein hoher Druck im Auge nicht zwingend zu dieser Erkrankung führen. Jeder Mensch besitzt also seinen ganz individuellen Augendruck, mit dem das eigene Auge zurecht kommt. Dies sollte jedoch nicht davon abhalten, bereits bei leichten Sehstörungen einen Facharzt aufzusuchen.

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Beim Augenarzt kann der Augeninnendruck gemessen werden. (Bild: jyleken/fotolia.com)

Wie entsteht erhöhter Druck im Auge?

Fast immer ist an einem erhöhten Augeninnendruck eine Abflussbehinderung des Kammerwassers schuld. Das Kammerwasser ist eine farblose Flüssigkeit, die sich in den beiden Augenkammern befindet. Diese enthält Nährstoffe, versorgt damit Linse und Hornhaut und ist maßgeblich am Augeninnendruck beteiligt. Durch den erhöhten Druck wird der Sehnerv immer weniger versorgt und stirbt letztendlich ab.

Der Druck im Auge ist auch Tagesschwankungen unterlegen. Dabei sind Höchstwerte gegen Mitternacht und am frühen Morgen festzustellen. Werte zwischen elf und 21 mmHg für den Augeninnendruck gelten als normal. Da der Druck sich ändert sind mehrere Messungen nötig, um eine richtige Diagnose stellen zu können. Durch erhöhten Druck können bleibende Sehschäden entstehen, deswegen ist eine Behandlung des unnormalen Augeninnendruckes unbedingt notwendig.

Symptome für erhöhten Druck

Das tückische an der Erkrankung ist, dass die Betroffenen in der Regel keine Beschwerden haben oder die leichten Beschwerden anfangs nicht wirklich ernst nehmen. Häufig treten erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome wie Gesichtsfeldeinschränkungen und/oder Doppelbilder auf. Ein akuter Glaukomanfall jedoch kündigt sich meist durch Sehverschlechterung, Nebel sehen und/oder Sehen von farbigen Ringen um Lichtquellen, sogenannten Newton-Ringe, an. Im akuten Anfall leiden die Betroffenen unter starken Kopfschmerzen, einem hartem Augapfel, Augenrötung, Übelkeit und Brechreiz. Dies ist ein absoluter Notfall, der so schnell wie möglich in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus versorgt werden muss, da Gefahr besteht, das Augenlicht zu verlieren.

Bei den sekundären Formen, ausgelöst durch Verletzungen, Diabetes mellitus, Entzündungen oder Tumore des Auges, unterscheiden sich die Symptome im Wesentlichen nicht von denjenigen des primären Glaukoms.

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Der erhöhte Augeninnendruck kann zur Entwicklung eines Glaukoms führen. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Diagnose

Die Diagnose „erhöhter Augeninnendruck“ stellt in der Regel der Augenarzt. Ein normaler Augendruck bewegt sich zwischen zehn und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Dies wird durch eine sogenannte Tonometrie gemessen. Da sich der erhöhte Augeninnendruck fatal auswirken kann und meistens auch symptomlos ist, wird eine Früherkennungsuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre empfohlen. Liegt ein erhöhtes Risiko vor, zum Beispiel weil Familienangehörige an einem Glaukom erkrankt sind oder Betroffene selbst an Diabetes leiden, ist eine jährliche Untersuchung bereits ab dem 35. Lebensjahr empfehlenswert. Früherkennungsuntersuchungen helfen dabei, den Augeninnendruck gegebenenfalls so früh wie möglich zu senken. Verschiedene Medikamente, Laserbehandlung oder eine Operation sind die schulmedizinischen Behandlungsverfahren, um den Augeninnendruck zu senken.

Augentropfen

Die Augentropfen sollen die Produktion des Kammerwassers reduzieren und dessen Abfluss erhöhen, um dadurch den Augeninnendruck zu senken. Diese Tropfen müssen unbedingt regelmäßig verwendet und die Kontrolltermine beim Augenarzt eingehalten werden. Leider ist die Anwendung mit möglichen Nebenwirkungen wie gereizten Augen, Juckreiz oder Rötungen verbunden. Die Betablocker-Tropfen können noch zusätzlich das Herz-Kreislauf-System und die Atmung belasten.

Laserbehandlung

SLT – Selektive Laser Trabekuloplastik – ist eine schonende und schmerzfreie Therapie, die angewandt wird, um den erhöhten Druck zu senken. Die Behandlung wird meist direkt in der Praxis durchgeführt und dauert nur ein paar Minuten. Angewandt wird dies zum Beispiel bei Patienten, die mit den verordneten Augentropfen nicht zurechtkommen und/oder sie nicht vertragen. Diese Behandlungsmethode senkt den Augeninnendruck um bis zu 25 Prozent und hält oft lebenslang. Im Bedarfsfall kann die SLT wiederholt werden, das Verfahren ist nicht schädigend für das Auge.

Operation

Sind alle medikamentösen Verfahren ausgeschöpft und ist der Augeninnendruck weiterhin nicht beherrschbar, wird eine Operation in Betracht gezogen. Dafür existieren unterschiedliche Operationsmethoden. Standard ist die Trabekulektomie, bei der an der Lederhaut des Auges eine Art Ventil geschaffen wird. Dadurch kann überschüssiges Kammerwasser abfließen und durch das Bindegewebe des Körpers aufgenommen werden. Durch die sogenannte Iridektomie wird hingegen ein kleines Loch in die Iris (Regenbogenhaut) geschnitten, so dass das Kammerwasser zwischen vorderer und hinterer Augenkammer besser durchfließen kann. Durch beide Verfahren wird der Augeninnendruck stark gesenkt.

Bei Sehstörungen empfiehlt sich zuerst der Gang zu einem richtigen Augenarzt, einen Optiker können sie bei Bedarf danach aufsuchen. (Bild: nd3000/fotolia.com)

Naturheilkundliche Therapien

In der Naturheilpraxis wird ein zu hoher Augeninnendruck mit folgenden Therapieformen behandelt: Homöopathie, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Akupunktur, Phytotherapie, Schüßler Salze und Fußreflexzonentherapie. Dabei ist jedoch nie zu vergessen, dass der Augeninnendruck regelmäßig überprüft werden muss. Wenn der Augeninnendruck nur leicht erhöht und noch keine weitere Behandlung nötig ist, kann eine naturheilkundliche Therapie durchaus guten Erfolg bringen. Wenn eine Behandlung durch einen Arzt unumgänglich ist, trägt die Naturheilkunde zur Entlastung und Linderung bei.

Akupunktur

Die Akupunktur gehört zu den ältesten Therapieformen und ist ein Teil der TCM, der Traditionell Chinesischen Medizin. Die Akupunktur ist nicht den schulmedizinischen Verfahren zugeordnet, bekommt jedoch immer mehr Anerkennung. In der Naturheilpraxis oder auch von naturheilkundlich versierten Ärzten wird diese Therapie unter anderem verwendet, um den Augeninnendruck zu senken. Eine ganz spezielle Form stellt die Augenakupunktur dar. Der Name ist etwas irreführend. Dabei werden natürlich keine Nadeln ins Auge gebracht, sondern ganz spezielle Punkte am Körper und auch um das Auge herum genadelt.

Medizinisches Cannabis

Eine weitere Methode. um erhöhten Augeninendruck zu senke, ist medizinisches Cannabis. Viele Cannabinoide normalisieren diesen Druck, und können ihn um die 30 Prozent senken. Der Nachteil dabei ist, dass das medizinische Cannabis keine lange Wirkdauer hat. Nach maximal vier Stunden ist die Wirkung bereits pas­sé, bei der Behandlung mit Cannabis muss also mehrfach am Tag eine Medikamentendosis nachgenommen werden.

Richtige Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist für jeden wichtig. Um einen erhöhten Augeninnendruck zu senken existieren keine Beweise bezüglich bestimmter Lebensmittel, die dies unterstützen könnten. Angenommen wird jedoch, dass ein zu hoher Kaffeekonsum sich steigernd auf den Augeninnendruck auswirken kann. Deshalb wird den Betroffenen empfohlen, Kaffee nur in kleinen Mengen zu konsumieren.

Die in Cannabis enthaltenen Cannabinoide Cannabidiol (CBD) und Cannabinol (CBN) sowie THC und seine Derivate können erhöhten Augeninnendruck zuverlässig senken. (Bild: Elroi/fotolia.com)

Magnesium ist dafür bekannt, dass es der Körper vor allem in Stresszeiten benötigt. Da wiederum Stress als Ursache für einen erhöhten Augeninnendruck diskutiert wird, kann der Konsum von Nahrungsmitteln, die reich an Magnesium sind, diesen demnach etwas senken. Ein Magnesiummangel sollte unbedingt vermieden werden. Der Mineralstoff ist besonders in Kürbiskernen, Sesam, Sonnenblumenkernen, Amaranth, Quinoa, Hülsenfrüchten, Brennnesseln und Bananen enthalten.

Die Ernährung sollte reich an natürlichen Vitaminen in Form von frischem Obst und Gemüse sein und gesunde Fette enthalten. Carotinoide sind schon seit langem bekannt für ihre positive Auswirkung auf das menschliche Auge. Dieser Stoff ist vor allem enthalten in Tomaten, Karotten und Kürbis. Carotinoide sind allerdings fettlöslich und können im Körper nur zusammen mit Fett verwertet werden. Das heißt, dass eine Karotte nur die gewünschte Wirkung bringen kann, wenn sie zusammen mit Fett – zum Beispiel etwas gutem Olivenöl oder einem Butterbrot – gegessen wird.

Insulin senken

Mediziner bringen einen erhöhten Augeninnendruck auch mit erhöhtem Insulinspiegel in Verbindung. So sind Diabetiker besonders gefährdet. Hier könnten Sie auf stark kohlenhydrathaltige Lebensmittel verzichten, die im Körper den Insulinlevel steigen lassen. Auch gibt es blutzuckersenkende Hausmittel wie Kurkuma, Zimt oder Knoblauch. Auch Seefisch und grünes Gemüse wirken hier sehr vorteilhaft. Um den Insulinlevel im Körper dauerhaft geringer zu halten, müssen Sie ihre Ernährung allerdings langfristig umstellen.

Die altbekannte Heilpflanze Ginkgo kann nicht nur die Durchblutung unseres Gehirnes erhöhen und damit Demenz vorbeugen, sondern ebenso den Augeninnendruck anpassen. (Bild: Molly/fotolia.com)

Weitere Tipps

Um leicht erhöhten Augeninnendruck zu senken oder sich neben der schulmedizinischen Therapie noch etwas Gutes zu tun, ist täglicher Genuss von grünem Tee ratsam. Empfehlenswert bei erhöhtem Augendruck ist zudem Gingko biloba. Dies ist nicht nur ein Mittel, um die Durchblutung des Gehirns anzuregen, sondern kann auch im Auge für eine bessere Durchblutung sorgen.

Frische Luft, regelmäßige Bewegung und die Nutzung von bewährten Entspannungsmethoden – all das ist wichtig, um den aufkommenden Stress anzugehen. Stress kann sich nämlich ebenso auf das Auge auswirken und damit an erhöhtem Augeninnendruck mitbeteiligt sein.

Ursachen für einen erhöhten Augeninnendruck

Zu den Ursachen für einen erhöhten Augeninnendruck gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu niedriger oder zu hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, bei denen die Blutgefäße beteiligt sind, Rauchen, langjährige Kortisonbehandlungen, starke Kurz- oder Weitsichtigkeit, Medikamente, die die Pupille erweitern, und eine genetische Disposition. Gehören sie solch einer Risikogruppe an, sollten sie Ihre Augen bei Sehverschlechterungen oder allgemeinen Sichtfeldsstörungen sofort von einem Augenarzt untersuchen lassen. (sw, dp: aktualisiert am 05.08.2018)