Lymphatische System

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Das Lymphatische System

In der Naturheilkunde wird das Lymphsystem als ein wichtiges Ausleitungsorgan betrachtet, das therapeutisch Bedeutung für die Behandlung verschiedener körperlicher Störungen hat, die konventionell nicht unmittelbar mit dem Lymphsystem in Verbindung gebracht werden. Darunter fallen eine geschwächte Immunabwehr, Hautkrankheiten und Arterienverkalkung genau wie Gicht und Diabetes mellitus. Heilpraktiker und Ärzte, die die erfahrungsheilkundlich gut beschriebene Irisdiagnose nutzen, behandeln einen Patienten mit festgestellter lymphatischer Konstitution (Lymphatiker) auf andere Weise als Menschen anderer Konstitution. Damit wird der Annahme Rechnung getragen, dass das Lymphatische System sehr eng funktionell mit dem Autonomen Nervensystem (oder auch vegetativem Nervensystem VNS) und dem Hormonsystem (oder auch: endokrines System) verbunden ist und der Lymphatiker nervlich und psychisch reagiert.

Ausleitungsverfahren, Heilpflanzen und Homöopathie

Eine naturheilkundliche Behandlung soll das Lymphsystem entlasten und bedient sich dazu verschiedener Mittel, die hier nur beispielhaft angegeben werden können.. Klassische Ab- und Ausleitungsverfahren, wie die Schröpftherapie, das Baunscheidtieren, das Aufsetzen von Blutegeln und insbesondere das Aufkleben von Cantharidenpflaster wirken aktivierend und regen den Lymphfluss an. Eine Ernährungsumstellung, ausreichend Schlaf und Bewegung dient der Entlastung des gesamten Stoffwechsels. Der Stimulation des lymphatischen Systems stehen außerdem Heilpflanzen zur Verfügung, u.a. der Steinklee oder die Rosskastanie.

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Besonders die Traditionelle Chinesische Medizin zieht die Milz als ein Organ zur Verteilung der Flüssigkeiten im Körper in die Behandlung ein und unterstützt sie mit speziellen Kräutern und Akupunktur. Mit aufbereiteten Thymuspräparaten soll das Immunsystem stimuliert und so beispielsweise einer allgemeinen Abwehrschwäche ebenso wie überschießenden allergischen Reaktionen entgegengewirkt werden. Auch die Homöopathie hält Mittel bereit, die nach den beschriebenen Symptomen von Körper und Gemüt eine regulierende Wirkung haben. Daneben finden Vitamine, Spurenelemente und Enzyme Verwendung und auch manuelle bzw. mechanische Verfahren eignen sich gut, um den Lymphfluss zu unterstützen.

Die mechanische manuelle Behandlung
Anatomisch und palpatorisch (d.h. beim Tasten) ist das Lymphsystem die weichste Struktur in der Reihe der Flüssigkeiten transportierenden Gefäße, gefolgt vom venösen und arteriellen System, das als das härteste gilt. Diesen unterschiedlichen Gewebequalitäten ist auch der Druck bei einer mechanischen Behandlung angepasst. Wenn der Weichheit des Lymphatischen Systems mit einer sehr sanften schmerzlosen Behandlung Rechnung getragen wird, so werden die Behandelten meist müde. Bei den tiefen Lymphgefässen besteht die anatomische Besonderheit, dass sie nahe an Vene und Arterie liegen- d.h. bei einer Minderdurchblutung und einem venösen Stau ist auch meist der Lymphfluss mitbetroffen, weil die Nachbarschaftsbeziehungen hier so eng sind. Umhüllt sind die Strukturen von dem alles verbindendem Bindegewebe, den Faszien. Auch hier bestehen Wechselwirkungen.

Charakteristisch für das Lymphgefässsystem ist, dass es blind in der Peripherie beginnt- also hat man immer einen Einfluss auf das Lymphsystem, wenn man das Interstitium (Zwischengewebe) behandelt. Die Osteopathie und die Lymphdrainage stellen sehr gute Verfahren dar, um das Lymphsystem zu behandeln. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker & Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 28.12.2009)