Trockener Mund: Mundtrockenheit

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Wenn der Mund trocken ist

Jeder von uns hat hin und wieder einen trockenen Mund: Wenn wir an heißen Tagen nicht ausreichend trinken, bestimmte Speisen zu uns nehmen oder uns vor lauter Hektik und Stress „die Spucke wegbleibt“. Meist genügen ein paar Schlucke Wasser, um das unangenehme Gefühl zu beseitigen. Bleibt der trockene Mund jedoch dauerhaft bestehen, sollten die Ursachen gefunden werden, um negative gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Aus der Naturheilkunde stehen Arzneien und Naturheilverfahren bereit, um die unangenehmen Symptome zu lindern.

Synonyme

Trockener Mund; Mundtrockenheit; Xerostomie; trockene Mundschleimhaut, Mund trocken.

Ein trockener Mund kann, zum Beispiel beim Sprechen und Essen, starke Beeinträchtigungen bedeuten. (Bild: zilvergolf/fotolia.com)

Symptome und Beschwerden bei Mundtrockenheit

Ein trockener Mund fühlt sich unangenehm an und geht häufig mit starkem Durstgefühl einher. Beklagt werden außerdem Zungen- und Mundbrennen, Geschmacksstörungen und Beschwerden beim Kauen und Schluckprobleme. Das Essen und der Sprechakt können mit Beschwerden verbunden sein, es kommt zu schmerzenden Stellen, Zungen- und Zahnfleischbluten sowie Mundgeruch.

Der Speichel ist dickflüssig und die Schleimhäute von Mund und Zunge dadurch trocken. In der Folge kann die Mundflora, die aus unterschiedlichen Bakterienstämmen besteht, aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht werden, sodass der Schutz vor eindringenden Keimen eingeschränkt ist. So können sich unter anderem Hefepilze ansiedeln, die zu einer Pilzinfektion des Mund- und Rachenraums (Mundsoor) bzw. Zungenpilz führen.

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Während sich Krankheitserreger im Mund ansammeln, wird gleichzeitig die Verdauung (durch Aufspaltungsprozesse) der aufgenommenen Nahrung vermindert. Ein Mineralverlust der Zähne, Karies und Verdauungsstörungen treten als weitreichende Folgen der gestörten Mikroflora auf.

Die Mundtrockenheit begünstigt schmerzhafte Entzündungen (Stomatitis, Aphten) im Mund, die das Tragen von Zahnprothesen, ebenso wie eine regelmäßige Nahrungsaufnahme, oftmals unmöglich machen. So kann ein zunächst banales Symptom wie ein trockener Mund unbeachtet in schweren Zahnproblemen sowie in Mangelernährung und damit in eine massive Einschränkung der Lebensqualität münden.

Ein trockener Mund führt schnell zu Entzündungen der Mundschleimhaut mit kleinen, schmerzhaften Bläschen. (Bild: sarmoho/fotolia.com)

Allgemeine Ursachen für trockenen Mund

Die Mundtrockenheit kann durch Flüssigkeitsmangel entstehen und zeigt sich vor allem bei älteren Menschen als ein Zeichen innerer Austrocknung, wobei die Speichelproduktion ohnehin mit fortschreitendem Alter abzunehmen scheint. Menschen, die Tabak und Cannabis rauchen, hauptsächlich Kaffee, bestimmte Teesorten und zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, leiden häufig unter trockener Mundschleimhaut. Frauen sind oftmals in der Menopause betroffen, wobei die hormonelle Umstellung für die Beschwerden sorgt.

Trockener Mund durch Medikamente

In den meisten Fällen werden die Beschwerden durch Medikamente verursacht, immerhin bewirken mindestens 400 Arzneimittel nebenher auch Mundtrockenheit. Dazu gehören Mittel, die auf das Nervensystem wirken, wie zum Beispiel Antidepressiva, Beruhigungsmittel oder Bluthochdruckmittel. Gleiches gilt für Medikamente, die den Stoffwechsel beeinflussen. Zu nennen sind dabei Antbiotika, Diuretika, Chemotherapeutika sowie Mittel zur Gewichtsreduktion und Senkung der Blutfette. Antiallergika, Mittel gegen Reiseübelkeit und Schmerzmittel weisen ebenfalls Mundtrockenheit als Nebenwirkung auf.

Krankheiten als Ursache für Mundtrockenheit

Ein trockener Mund kann als Symptom verschiedener Erkrankungen auftreten. In Betracht kommt unter anderem das Sjögren-Syndrom, eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung mit verminderter Speichel- und Tränensekretion. Ebenso gehen Diabetes, Morbus Hodgkin, die Parkinson-Krankheit und HIV/AIDS vielfach mit Mundtrockenheit und Entzündungen der Mundschleimhaut einher.

Stress und Angst

Stress und Angst gehen auf körperlicher Ebene mit einer Erregung und Aktivität des sympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems einher. Weil die Abgabe von Speichel durch die Speicheldrüsen aber vom parasympathischen Anteil des Vegetativums gesteuert wird, kommt es bei Zuständen, die auf dauerhaften Stress und Angstsempfindungen zurückzuführen sind, zu Mundtrockenheit. Der Volksmund beschreibt diesen Zusammenhang vortrefflich, wenn davon die Rede ist, dass einem „die Spucke wegbleibt“.

In Angstsituationen kann es passieren, dass uns im wahrsten Sinne des Wortes „die Spucke wegbleibt“. (Bild: Thomas Söllner/fotolia.com)

Naturheilkunde: Therapie und Hilfen

Sind Grunderkrankungen für die Beschwerden verantwortlich, richtet sich das Augenmerk der Therapie darauf. Konventionell werden Medikamente zur Steigerung der Speichelproduktion verschrieben.

Sind Medikamente der Grund für die Symptome, sollte in ärztlicher und naturheilkundlicher Begleitung nach Alternativen geschaut werden: Arzneimittel gegen mäßige Depressionen, Schmerzen, Bluthochdruck und erhöhte Fettwerte (evtl. durch Fettstoffwechselstörungen) können nach und nach durch pflanzliche oder homöopathische Medikamente ergänzt und idealerweise ersetzt werden.

Die Hormonumstellungen in den Wechseljahren können ebenfalls mit Mitteln der Naturheilkunde positiv beeinflusst werden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass auch Pflanzendrogen Mundtrockenheit verursachen können. In diesem Fall sind homöopathische Zubereitungen zu bevorzugen, um typische Wechseljahres-Beschwerden wie Hitzewallungen, übermäßiges Schwitzen, Herzrasen und Stimmungsschwankungen ohne unangenehme Nebenwirkungen zu lindern. In Frage kommen hier vor allem Cimicifuga racemosa, Sanguinaria canadensis, Sepia und Ignatia.

Kauen stimuliert den Verdauungsvorgang und regt damit die Speicheldrüsen zur Sekretion an. Sind diese voll funktionsfähig, kann bereits das Kauen von Kaugummi oder aromatischen Gewürzen (Fenchelsamen) den Speichelfluss anregen.

Um die Trockenheit im Mund zu lindern, ist regelmäßiges Wasser trinken unabdingbar. (Bild:: Syda Productions/fotolia.com)

In jedem Fall ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser zu achten. Hier sind kleine Kinder, alte Menschen und pflegebedürftige Personen jeden Alters auf Unterstützung von Angehörigen bzw. Pflegepersonen angewiesen, die regelmäßig ans Trinken erinnern und Getränke bereithalten sollten.

Bewährte Hausmittel bei trockenem Mund durch Entzündungen

Um Reizungen oder Entzündungen im Mundraum vorzubeugen bzw. zu lindern, eignen sich Abkochungen aus Eibischwurzel. Die Schleimstoffe in der Pflanze besitzen kühlende und befeuchtende Eigenschaften, die zudem eine schützende Wirkung auf die Schleimhäute ausübt. Salbei-, Myrrhen- und Kamillentinkturen können schädliche Keime abgeschwächen oder abtöten und stellen dadurch eine Alternative zu Antibiotika aus der Naturheilkunde dar.

Kommt es durch die Trockenheit zu einer Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), können eine Reihe homöopathischer Mittel helfen. Treten die Entzündungen vor allem im Zusammenhang mit psychischem Stress auf, kann Hepar Sulfuris sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung eingesetzt werden. Arnika hemmt die Entzündung und wirkt abschwellend und schmerzlindernd.

Bei Schmerzen im Zahnfleisch, sehr trockenem Mund und einem bitter-fauligem Geschmack, kann Pulsatilla pratensis das Mittel der Wahl sein. Krameria triandra bietet sich an, wenn im Zuge der Stomatitis Zungenbrennen, Mundgeruch sowie ein geschwollenes, leicht blutendes Zahnfleisch auftreten.

Hypnose gegen Stress und Angst

Sind andauernder Stress mit Angst, innerer Unruhe und Überforderung Grund für die Mundtrockenheit, ist es ratsam, die Stressoren ausfindig zu machen und in professioneller Beratung Alternativen zu erarbeiten.

Steht die Mundtrockenheit im Zusammenhang mit Ängsten und Stress, können Hypnoseverfahren ein guter Behandlungsansatz sein. (Bild: Hetizia/fotolia.com)

Besonders effektiv ist dafür die Arbeit mit selbstorganisatorischen Hypnoseverfahren, die neben aufdeckenden („Woher kommt das Problem?“) auch lösungsorientierte Komponenten („Was kann ich tun, um das Problem wieder loszuwerden?“) enthält. Außerdem führt bereits der Hypnosezustand zu Entspannung und Umschaltung der vegetativen Funktionen, die bereits zu vermehrten Speichelfluss führen können.

Übungen der Selbsthypnose können von jedem Menschen schnell erlernt und angewendet werden. Meditation, Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation führen zu ähnlichen Umstimmungen des Vegetativums. (Heilpraktikerin Jeanette Viñals Stein, nr; zuletzt aktualisiert am 10.3.2017)