Fußreflexzonenmassage – Anwendung und Wirkung

Fußreflexzonenmassage

Wer sich schon einmal mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) beschäftigt hat, der weiß, dass sie viele Behandlungsstrategien beinhaltet, die auf dem Prinzip des Qi-Flusses basieren. Die Lehre besagt, dass in unserem Körper verschiedene Leitbahnen den Fluss der Lebensenergie (Qi) ermöglichen. Besagte Leitbahnen (besser als Meridiane bekannt) können gemäß Traditioneller Chinesischer Medizin durch bestimmte Heilkräuter, aber auch durch spezielle manuelle Therapieverfahren wie Akupunktur, Akupressur oder Massagen, angeregt werden.

Die Fußreflexzonenmassage konzentriert sich auf den Qi-Fluss in den Füßen. Mit gezielten Handgriffen sollen hierbei je nach Beschwerdebild die Meridiane verschiedener Organe stimuliert und deren Funktionsstörungen somit aufgehoben werden. Wie genau eine Fußreflexzonenmassage funktioniert und welche Gesundheitsbeschwerden sich damit behandeln lassen, erfahren Sie in unserem Übersichtsbeitrag zum Thema.


Die Füße – mehr als nur zum Laufen da

Unser Fuß (Pes, Mehrzahl: Pedes) gehört zu jenen Körperabschnitten, die mitunter am meisten strapaziert werden. Ohne ihn könnten wir weder stehen noch springen, gehen oder laufen, weshalb er zur täglichen Fortbewegung unerlässlich ist. Außerdem müssen die Füße bei besagten Bewegungsabläufen zusätzlich das Körpergewicht stemmen und sind damit einer enormen Druckeinwirkung ausgesetzt. Damit er all diese Aufgaben problemlos bewältigen kann, hat unser Fuß einen hochkomplexen Aufbau:

  • Fersenbein (Calcaneus) und Sprungbein (Talus): Gemeinsam mit dem zum Unterschenkel gehörenden Knöchel bilden Fersenbein und Sprungbein das Sprunggelenk, welches als bewegliches Verbindungsstück zwischen Unterschenkelknochen und Fuß fungiert. Während der Knöchel dabei das obere Sprunggelenk bildet, formen Sprung- und Fersenbein den unteren Teil des Sprunggelenks. Für die Rotationsfähigkeit, ebenso wie das An- und Abwinkeln der Füße, ist dieses Gelenk unabdingbar, weshalb es von einer Reihe flexibler Bänder umgeben ist, welche die Elemente des Sprungbeins zwar in ihrer Position halten, sie gleichzeitig aber nicht unnötig steif fixieren.
  • Kahnbein (Os naviculare), Keilbein (Os cuneiforme) und Würfelbein (Os cuboideum): Gemeinsam mit dem Sprung- und Fersenbein bilden diese drei Knochen den Abschnitt der Fußwurzelknochen. Sie sind im hinteren Teil des Fußes lokalisiert und dienen zum einen als Gelenk- und Stützflächen für die umliegenden Knochenstrukturen. Zum anderen sind an ihnen die Enden verschiedener Muskelsehnen verankert, welche die Beweglichkeit des Fußes unterstützen.
  • Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia): In der Mitte des Fußes, also zwischen den Fußwurzelknochen und den Zehenknochen, befinden sich beim Menschen insgesamt fünf Mittelfußknochen. Sie bilden die Basis der jeweils daran anschließenden Zehen und ermöglichen es dem Fuß, sich beim Stehen, Gehen und Laufen an Unebenheiten des Untergrunds anzupassen. Zu diesem Zweck lassen sich die Mittelfußknochen leicht fächerförmig spreizen.
  • Zehen (Digiti pedis): Den vorderen Abschnitt der Füße beziehungsweise den Vorderfuß bilden die Zehen. Sie sind insbesondere für ein störungsfreies Abrollen der Füße beim Gehen sowie das Strecken der Füße wichtig. Dazu können die Zehen sehr flexibel gespreizt, gebeugt und auch leicht gedreht werden. Ermöglicht wird diese besondere Flexibilität durch drei Gelenkabschnitte in jedem Zeh.
Fußreflexzonenmassage gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden in der fernöstlichen Medizin. (Bild: regine schöttl/fotolia.com)

Zusätzlich zu den knöchernen Abschnitten des Fußes lässt sich dieser in seitliche Bereiche sowie eine Vorder- und Rückseite einteilen. Hier unterscheidet man den Spann oder Fußrücken an der Fußoberseite von der Fußsohle der Fußunterseite. Letztere teilt sich wiederum auf in die Ferse, das Fußgewölbe, die Fußballen und den Fußaußenrand. Nicht zu vergessen sind außerdem die Fußnerven, die sich durch den Fuß erstrecken und die Fußmuskulatur sensorisch versorgen.

Gerade die Fußnerven haben neben der Fortbewegung und der Stützfunktion noch eine weitere wichtige Aufgabe. Denn die Nerven sind nicht nur für die unmittelbaren motorischen Reflexe der Fußmuskulatur zuständig, sondern nehmen gemeinhin auch Nervenimpulse aus ganz anderen Körperteilen wahr. Gut beobachten lässt sich dies bei Ischiasschmerzen, also Schmerzen am Ischiasnerv (Nervus ischiadicus), die mitunter bis in den Fuß ausstrahlen können.

Der Nerv entspringt zwischen der Lendenwirbelsäule und dem Steißbein und erstreckt sich dann von der Hüfte bis zum Oberschenkel, wo er sich schließlich in einen Nebenast, den Wadenbeinnerv (Nervus fibularis), und einen Hauptast, den Schienbeinnerv (Nervus tibialis), aufteilt. Der Schienbeinnerv verläuft anschließend bis in die Ferse und Fußsohle, weshalb Schmerzreize aus dem oberen Bereich des Ischiasnervs sehr leicht bis in den Fuß gelangen. Überhaupt stellt der Ischiasnerv einen regelrechten Signalknoten für Störreize dar, ist er doch direkt mit dem Rückenmark verbunden und bildet somit eine Schnittstelle zwischen dem Zentralnervensystem und dem Peripheren Nervensystem.

Für einen Reflexzonenmasseur ist es nun wichtig, sowohl die einzelnen Fußabschnitte zu kennen als sich auch der Nervenverbindungen zwischen Fuß und Rückenmark bewusst zu sein. Auf die Fußsegmente verteilen sich, mitunter in Abhängigkeit von der links- oder rechtsseitigen Lage des Fußes, die verschiedenen Fußreflexzonen. Diese stehen nach Annahme der Reflexologie über die im Fuß befindlichen Ausläufer des Ischiasnervs in stetigem Austausch mit den Nerven anderer Körperteile und Organe. Bestimmte Nervenreflexe innerhalb der Reflexzonen des Fußes werden demzufolge als Signalreize aus dem mit der jeweiligen Reflexzone assoziierten Organ gewertet. Ebenso sollen sich bestimmte Nervensignale gezielt an die entsprechenden Organe weiterleiten lassen, was letztendlich Sinn und Zweck der Fußreflexzonenmassage ist.

Die Anatomie des menschlichen Fußes ist sehr komplex. (Bild: PIC4U/fotolia.com)

Was geschieht bei der Fußreflexzonenmassage?

Als Erfinder der modernen Fußreflexzonenmassage gilt heute der amerikanische Arzt William Fitzgerald, welcher die Methode zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte. Er hatte die Massagetechnik eigenen Angaben zufolge bei den Ureinwohnern Amerikas beobachtet und sie nach Maßstäben der modernen Schulmedizin perfektioniert. Später wurde das Verfahren durch die deutsche Heilpraktikerin Hanne Marquardt noch weiterentwickelt, womit man vermuten dürfte, dass es sich bei der Fußreflexzonenmassage um ein Massageverfahren jüngeren Datums handelt. Tatsächlich existieren Varianten dieser Form der Massage aber schon deutlich länger. Bereits im alten Ägypten wusste man, wie man nach reflektorischem Schema massiert.

In Asien ist die spezielle Form der Fußmassage sogar eng mit den Ursprungslegern der Traditionellen Chinesischen Medizin verknüpft. Das Prinzip der Fußreflexzonenmassage entspringt der Qi-Lehre des Taoismus, nach welcher die körperliche Gesundheit von einem störungsfreien Fluss der Lebensenergie, dem Qi, abhängt. Der Qi-Fluss wird durch die Meridiane reguliert – ein körpereigenes Netzwerk von Energiebahnen, von denen jede einzelne ein bestimmtes Organ symbolisiert. Durch Massagen, Akupunktur oder auch Akupressur besagter Meridiane lassen sich nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin Blockaden im Bereich des Qi-Flusses auflösen und so organspezifische Gesundheitsbeschwerden beheben.

Ergänzend zur Lehre vom Qi-Fluss ist die Fußreflexzonenmassage eng an ein Konzept geknüpft, das sich mit einer lagebezogenen Aufteilung des zentralen und peripheren Nervensystems beschäftigt – der sogenannten Somatotopie. Diese geht davon aus, dass sich die Anatomie des Körpers in den Segmenten einzelner Körper- beziehungsweise Organabschnitte widerspiegelt. Am besten lässt sich dies anhand des sensomotorischen Cortex im Gehirn erklären. Er liegt in der Großhirnrinde und ist für die Verarbeitung von Signalen verantwortlich, welche durch die haptische Wahrnehmung, also die Wahrnehmung durch aktives Erkunden, erfasst werden. Die Funktionsabschnitte beider Cortex-Hälften sind so angeordnet, dass die einzelen Bereiche ihrer Lage im Körper entsprechend nebeneinander liegen.

Moderne Fußreflexzonenmassage schöpft aus dem Erfahrungsschatz der Traditionellen Chinesischen Medizin. (Bild: Yü Lan/fotolia.com)

Ähnlich verhält es sich auch mit den Reflexzonen der Füße. So werden die Kopf- und Halsorgane zum Beispiel von den oben gelegenen Zehen repräsentiert, die somit als Scheitelpunkt des Fußes verstanden werden. Daran angeschlossen sind die im Oberkörper (Thorax) gelegenen Organe sowie die Bauchorgane, welche durch den Mittelfußabschnitt widergespiegelt werden. Der Bereich der Fußwurzel wiederum repräsentiert die Hüft- und Gesäßgegend. Die Einteilungen können je nach Reflexologe etwas abweichen, wobei sich viele Masseure aber am Rasterbild von Fitzgerald orientieren. Grob ergibt sich am Fuß nach dem Prinzip der Reflexzonenmassage damit folgende Aufteilung:

Reflexzone Die Lage im Fuß
Gehirn Fußspitzen beziehungsweise Zehenkuppen
Augen Mitte des II. Zehenendglieds
Ohren Mitte des III. Zehenendglieds
Nebenhöhlen Innenfläche aller Zehenendglieder, insbesondere aber denen des IV. Zehs und des kleinen Zehs
Nase Innenseite des großen Zehenendglieds, über der Reflexzone des Halses
Hals Innenseite des großen Zehenendglieds, unter der Reflexzone der Nase
Schulter äußerer Fußballenbereich beziehungsweise Außenseite des V. Zehenmittelknochens
Zwischenhirn obere Innenseite der Fußballen beziehungsweise des I. Zehenmittelknochens
Herz untere Innenseite der Fußballen, am linken Fuß auch Großteile des Fußballens selbst
Lunge Mitte der Fußballen; am rechten Fuß eine deutlich größere Fläche, am linken Fuß mit Aussparung der Herz-Reflexzone
Zwerchfell Schwelle zwischen Vorderfuß und Mittelfuß
Galle äußerer Ansatz des rechten Längsgewölbes
Milz linker Außenrand des Mittelfußes
Magen linkes Fußgewölbe
Dickdarm Innenfläche des vorderen Mittelfußes sowie der Außenrand des Mittelfußes, auf der linken Seite mit Aussparung der Milz-Reflexzone
Dünndarm hintere Innenfläche des Mittelfußes
Blinddarm linker, unterer Ansatz des rechten Mittelfußes
Leber rechter Randbereich der Fußsohle, über dem Nierenbereichs
Nieren linker und rechter Randbereich des oberen Fußgewölbes, links unter dem Bereich der Leber
Blase linker und rechter Randbereich des unteren Fußgewölbes
Becken und Gesäß Fußwurzel
Wirbelsäule und Ischiasnerv ein schmaler Streifen, der sich vom Randbereich des unteren Fußgewölbes bis zur Fußwurzel erstreckt; der Abschnitt im Randbereich der Fußwurzel markiert den Austritt des Ischiasnervs aus dem Wirbelsäulenbereich auf Beckenhöhe und zeichnet dann eine leicht gewölbte Linie zwischen Hüft- und Gesäßbereich
Der erfahrene Reflexologe kann entweder stimulierende oder beruhigende Massagegriffe anwenden. (Bild: Adam Gregor/fotolia.com)

Die Reflexologie geht nun also davon aus, dass Fußreflexe in den aufgezeigten Reflexzonen auch als Reflexe der damit assoziierten Organe beziehungsweise Nerven zu verstehen sind. Dementsprechend kann eine gezielte Massage der Reflexzonen positiv auf die Funktionalität der zugeordneten Organ- und Nervenabschnitte einwirken und einen verbesserten Qi-Fluss in diesem Bereich erzielen. Dazu muss sich der Patient barfuß auf eine Behandlungsliege oder Couch legen, sodass der Reflexologe entsprechende Massagegriffe am entspannten Fuß ausführen kann.

Der Therapeut massiert hierbei aber nicht wild drauf los, sondern achtet während seiner Behandlung auch auf besondere Sensibilitäten im Reflexverhalten des Patientenfußes. Diese können ihm Aufschluss darüber geben, welche Organe besonders empfindlich reagieren und somit womöglich geschwächt oder krank sind, weshalb sie einer besonders intensiven Stimulation bedürfen.

Vorab muss jedoch zunächst einmal eine ausführliche Patientenbefragung (Anamnese) durchgeführt werden, um bereits bekannte Organbeschwerden und mögliche Kontraindikationen in Erfahrung zu bringen. Danach wird der zu behandelnde Fuß auf seine Temperatur sowie mögliche Rötungen, Schwellungen und Wassereinlagerungen (Ödeme) kontrolliert. Erst nach ausführlicher Untersuchung werden erste Handgriffe gesetzt, wobei zwischen zwei Griffvarianten zu unterscheiden ist:

  • Tonisierende Griffe: Diese Handgriffe bestehen aus kreisenden Bewegungen mit etwas beschleunigtem Tempo. Sie sollen die jeweiligen Organe stimulieren beziehungsweise aktivieren und so einen Resonanzreflex erzeugen. Der Druck, der bei tonisierenden Griffen auf das Fußgewebe ausgeübt wird, kann variieren, um stärkere oder schwächere Organreflexe zu erzeugen.
  • Sedierende Griffe: Diese Handgriffe wirken beruhigend und werden insbesondere zur Schmerzbehandlung genutzt. Dabei drückt der Masseur die zu behandelnde Reflexzone so lange ohne Bewegung, bis der Schmerz nachlässt.

Eine einzelne Sitzung dauert bei der Fußreflexzonenmassage etwa 20 bis 45 Minuten. Bei konkreten Gesundheitsproblemen empfiehlt es sich, pro Woche etwa zwei bis drei Sitzungen zu buchen, sofern es sich um ein sehr starkes Beschwerdebild handelt.

Bei der Behandlung der Fußreflexzonen werden zur Unterstützung verschiedene Öle angewandt. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Öle zur Fußmassage

Als Hilfsmittel kann bei der Fußreflexzonenmassage ein spezielles Massageöl dienen. Es erleichtert dem Masseur nicht nur die manuelle Bearbeitung des Fußes, sondern trägt auch zum Wohlbefinden bei, da es Fußgewebe und Masseurhände gleichermaßen geschmeidig macht. Auf diese Weise lassen sich Handgriffe fließender ausführen und eine wohlige Wärme erzeugen, die durch sanfte Reibung zwischen den Händen des Masseurs und dem Patientenfuß entsteht. Darüber hinaus gibt es einige spezielle Ölzusätze, die dem Fuß besonders guttun:

  • bei Durchblutungsstörungen im Fußbereich: Beifuß, Ginkgo, Rosmarin, Wacholder
  • bei Fuß- und Gelenkschmerzen: Ackerschachtelhalm, Beinwell, Wacholder
  • gegen Schweißfüße: Ackerschachtelhalm, Eichenrinde, Huflattich, Lavendel, Salbei, Weidenrinde
  • gegen geschwollene und müde Füße: Beifuß, Beinwell, Melisse, Kamille, Latschenkiefer, Nachtkerze, Pfefferminze, Wurmfarnwurzeln
  • gegen kalte Füße: Beifuß, Senfmehl
  • bei schmerzenden Füßen: Beinwell, Latschenkiefer, Lavendel, Pfefferminze, Silberweide

Über die Blutbahn lassen sich zudem Kräuteröle in den Fuß einmassieren, die bei konkreten Gesundheitsbeschwerden helfen. Kräuter wie Pfefferminze oder Salbei helfen zum Beispiel bei Erkältung.

Sehr selten nehmen wir im Alltag wahr, welchen Belastungen unsere Füße ständig ausgesetzt sind. (Bild: sportpoint/fotolia.com)

Wann kann eine Fußreflexzonenmassage helfen?

Grundsätzlich sind Reflexzonenmassagen Behandlungsverfahren der Alternativmedizin, die bei bestimmten Gesundheitsbeschwerden zwar keine medizinischen oder physiotherapeutischen Maßnahmen ersetzen, sie aber durchaus unterstützend ergänzen können.

Fußreflexzonenmassage bei Durchblutungsstörungen

Gerade bei Durchblutungsstörungen soll diese Massagetechnik sehr hilfreich sein, da die Füße bekanntlich die Wendepunkte des Blutkreislaufes sind. Kein Wunder also, dass sich etwaige Störungen der Durchblutung oftmals zuerst in den Füßen bemerkbar machen. Denn eine gute Durchblutung, ebenso wie ein geregelter Blutdruck, ist enorm wichtig, damit das Blut vom untersten Punkt des Körpers wieder bis ganz nach oben zum Herzen gepumpt werden kann.
Gleiches gilt im Übrigen auch für die Hände, die gemeinsam mit den Füßen die am weitesten vom Körper entfernten Extremitäten darstellen. Ein entscheidender Grund, weshalb es Reflexzonenmassagen nicht nur im Fuß-, sondern auch im Handbereich gibt.
Insgesamt soll die Fußreflexzonenmassage

erfolgreich angewendet werden.

Die Lehre des Qi-Flusses stammt aus dem Taoismus und definiert Meridiane, die die Lebensenergie Qi im Körper leiten. (Bild: Peter Hermes Furian/fotolia.com)

Schmerzlinderung dank Fußreflexmassage

Ein weiterer Gesundheitsbereich, in dem Fußreflexzonenmassagen regelmäßig zum Einsatz kommen, ist die Schmerztherapie. Vor allem Schulter-, Rücken- und Nackenschmerzen, wie sie im Zuge von Verspannungen auftreten, sprechen nach Angaben von Patienten sehr gut auf die Reflexzonenmassage an. Überhaupt machen Beschwerden im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates sowie der Muskulatur und der Nerven einen sehr hohen Anteil an Besuchen beim Reflexologen aus. Die Liste an möglichen Erkrankungen umfasst hier:

Auch mit starken Kopfschmerzen einhergehende Erkrankungen wie Migräne sind für viele Patienten ein Grund, um gezielte Massagen an ihren Fußreflexzonen durchführen zu lassen. Selbst Regelschmerzen können durch diese Art der Massage gelindert werden. Insgesamt spielen Nervenstörungen eine übergeordnete Rolle in der Reflexologie, da sie neben Schmerzen auch massive Funktionsstörungen der Organe und der Muskulatur mit sich bringen können.

Übrigens: Ein Geheimtipp sind Fußreflexzonenmassagen darum für Personen mit Nervenlähmungen. Die Sensibilität des Patienten kann hier über die Füße oftmals sehr zielgerichtet erreicht werden, was eine Lähmung zwar nicht aufhebt, dafür aber Begleiterscheinungen wie Muskelkrämpfe oder Verspannungen löst.

Die in Schmerztherapie oft eingesetzte Akupunktur basiert auf derselben Lehre des Energieflusses in den Meridanen wie die Fußreflexzonenmassage. (Bild: E. Zacherl/fotolia.com)

Fußmassage bei Verdauungsbeschwerden

Ein Organkomplex, der in besonderem Maße von Nervenstörungen in Mitleidenschaft gezogen wird, ist der Magen-Darm-Trakt. Dessen Funktion wird maßgeblich durch die Kontraktionsfähigkeit der Magen-Darm-Muskeln gestaltet. Im Darm kann beispielsweise nur dann ein störungsfreier Verdauungsvorgang vonstattengehen, wenn die Muskelkontraktionen der Darm-Muskulatur reibungslos arbeiten und so eine gesunde Darmperistaltik generieren. Ungereimtheiten in der Signalleitung der Nerven führen oft zu

Außerdem sind Magen und Darm meist die ersten Organe, die auf eine anhaltende Stressbelastung der Nerven reagieren. Schmerzen und Krämpfe, die in Folge zu Verdauungsbeschwerden führen, sind bei Dauerstress darum nicht ungewöhnlich. Die Fußreflexzonenmassage vermag es auch hier für Besserung zu sorgen.

Reflexzonenmassage bei Stress und seelischer Belastung

Mit Akupunktur existiert bereits eine TCM-Behandlungsmaßnahme, die wiederholt bei Stressbelastung und seelischen Beschwerden zum Einsatz kommt. Manche nutzen sie sogar, um gegen sensorische Störungen bei Seekrankheit oder Flugangst vorzugehen. Eine ähnlich psychotherapeutische Wirkung soll auch die Fußreflexzonenmassage haben. Sowohl die sanfte Behandlung und die menschliche Zuwendung des Masseurs als auch die gezielte Stimulation von Nervenreflexen sorgen dafür, dass viele Menschen mit

das Angebot einer Reflexzonenmassage in Anspruch nehmen. Die aromatischen und beruhigenden ätherischen Massageöle tragen insbesondere bei dieser Art von Beschwerden entscheidend zum Behandlungserfolg bei. Dieser lässt sich gelegentlich sogar in der Bewältigung der Traumatisierung verzeichnen, wo Fußreflexzonenmassagen manchmal ergänzend zur psychotherapeutischen Betreuung von Traumapatienten angewandt werden.

Manchmal wird die Massage der Fußreflexzonen nicht nur mit den Händen des Therapeuten ausgeführt, sondern mithilfe von Instrumenten wie zum Beispiel eines Jade-Rollers. (Bild: hjschneider/fotolia.com)

Kontraindikationen bei Fußreflexzonenmassage

Die sorgfältige Untersuchung des Fußes vor der Behandlung hat bei der Fußreflexzonenmassage durchaus ihren Grund. Es gibt nämlich einige Krankheitsbilder, bei denen sich das Beschwerdebild durch den während der Massage ausgeübten Druck verschlimmern kann. Das ist zum Beispiel bei bestehenden Gefäßentzündungen (Vaskulitis) der Fall. Hier könnte ein zusätzlicher Gefäßdruck zu ernsten Schäden an den ohnehin schon strapazierten Gefäßwänden führen. Auch andere Gefäßerkrankungen wie Thrombosen sind eine Gegenindikation bei Fußreflexmassagen. Sie sind ein Mitgrund dafür, dass die Füße vor Beginn der Massage auf Wassereinlagerungen hin untersucht werden, um auszuschließen, dass sich am Fuß vorgeschädigte Blutgefäße befinden.

Da die Fußreflexzonenmassage bewusst Körperfunktionen wie den Stoffwechsel, die Durchblutung oder das Immunsystem beeinflussen soll, ist eine Anwendung bei entsprechenden Infektionen sowie autoimmunen und systemischen Erkrankungen ungeeignet. Hierzu zählen unter anderem:

  • Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel im Bereich der Haut),
  • Pilzinfektionen,
  • bakterielle Infektionen,
  • Viruserkrankungen,
  • Diabetes
    (vor allem bei Vorliegen eines Diabetischen Fußes)
  • und Rheuma.

Bei bestehenden Verletzungen am Fuß ist ebenfalls von einer Reflexzonenmassage abzusehen. Das verwundete Areal könnte sonst in seinem Heilungsprozess gestört werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um schwere Brüche oder oberflächliche Schnitt- und Schürfwunden handelt. In jedem Fall brauchen die Füße Ruhe, um sich zu regenerieren. Darüber hinaus könnten ansonsten bei der Massage reizende ätherische Öle oder gar Keime in die Wunde massiert werden, was das Risiko einer Wundinfektion erhöht.

Auch chronische Schmerzkrankheiten wie Morbus Sudeck neigen dazu, mit Verschlimmerung auf eine Reflexzonenmassage zu reagieren. Das Schmerzsymptom geht mit einer extremen Überempfindlichkeit der Haut und Gliedmaßen auf Berührungen einher, weshalb Massagegriffe hier keine Besserung, sondern eher eine Intensivierung der Schmerzsymptomatik provozieren.

Gänzlich ausgeschlossen sind Fußreflexzonenmassagen bei einer bestehenden Schwangerschaft. Die Nervenkontraktionen, die während der Massage bewusst herbeigeführt werden, könnten hier zu vorzeitigen Schwangerschaftswehen und somit einer Fehlgeburt beitragen. Das gilt insbesondere für Risikoschwangerschaften, also Schwangerschaften, bei denen Mütter bereits ein höheres Lebensalter (ab 35 Jahren), bestehende Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder enormes Übergewicht aufweisen. Auch Schwangere, die Medikamente einnehmen oder Rausch- und Genussmittel konsumieren, zählen zur Risikogruppe.

Im Bereich der psychischen Erkrankungen sollten Personen mit einer bestehenden Psychose von einer Fußreflexzonenmassage absehen. Anders als bei Stressbelastung und leichten seelischen Beschwerden handelt es sich bei Psychosen um ernste und tiefgreifende psychische Störungen, bei denen bestimmte Manipulationen des Nervensystems möglicherweise einen psychotischen Schub auslösen könnten. Nebenwirkungen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Wahrnehmungsstörungen sind hierbei nicht auszuschließen.

Populäre Massagegeräte beleben alle Rezeptoren auf den Fußsohlen und fördern die Durchblutung; Fußreflexzonenmassage dagegen behandelt konkrete Störungen mit gezielten Griffen. (Bild: Marem/fotolia.com)

Was gibt es sonst noch zur Fußreflexzonenmassage zu beachten?

Es sei darauf hingewiesen, dass eine Fußreflexzonenmassage in keinem Fall eine professionelle ärztliche Behandlung ersetzen kann. Die Massage bietet lediglich ein unterstützendes Behandlungsverfahren zur Symptomlinderung beziehungsweise zur Beschleunigung des Heilungsprozesses. Da es bislang außerdem keine abschließenden Studienergebnisse zur medizinischen Wirksamkeit von Reflexzonenmassagen gibt, müssen die Behandlungskosten vom Patienten selbst getragen werden. Die Krankenkasse zahlt hier leider nichts dazu.

Lassen Sie eine Fußreflexzonenmassage bitte ausschließlich von geschultem Fachpersonal durchführen. Hierzu gehören maßgeblich Ärzte, Physiotherapeuten, Masseure und Heilpraktiker mit zertifizierter Ausbildung. Laien sollten hier lieber nicht an Reflexzonenpunkten herumdoktern, da es hierzu eventuell zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Und selbst in professioneller Behandlung sollten Sie Veränderungen der Befindlichkeit sofort mitteilen. So kann es zum Beispiel zu erhöhtem Puls, Schweißausbrüchen, Schwindel und Übelkeit kommen, wenn bestimmte Nervenstränge über die Reflexzonen aktiviert werden. Geben Sie entsprechende Körperreaktionen also bitte detailliert an den Masseur weiter, damit dieser seine Handgriffe anpassen oder im Ernstfall auch abbrechen kann. (ma)