Kopfhautentzündung – Symptome, Ursachen und Therapie

Kopfhautentzündung: Eine Fülle von Auslösern für das gleiche Krankheitsbild

Trotz sehr ähnlicher Symptome der entzündeten Kopfhaut sind deren Ursachen oft grundverschieden. Zu den typischen Symptomen einer Kopfhautentzündung gehören:

  • Schuppen,
  • Juckreiz und gegebenenfalls Schmerzen,
  • Hautrötungen und -schwellungen,
  • weitere Hautirritationen wie Pickel und Eiterpusteln,
  • Blutungen und Schorfbildung
  • sowie manchmal auch Haarausfall
  • und Narbenbildung.

Als Auslöser kommen neben bakteriellen Erregern und Hautpilzen auch Allergien, verschiedene Hauterkrankungen sowie Parasiten in Frage. Deshalb ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie eine möglichst schnelle Diagnose der im konkreten Fall vorliegenden Grunderkrankung.

Rechtzeitig erkannte Kopfhautentzündungen lassen sich in aller Regel erfolgreich behandeln. Zur Unterstützung der Therapie und für die Prophylaxe hält auch die Naturmedizin zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten bereit.

Die Aufgaben der Kopfhaut

Sie ist elementar wichtig für unser Wohlbefinden – eine gesunde Kopfhaut. Denn als Fundament für unsere Kopfbehaarung prägt sie für alle sichtbar unser tägliches Erscheinungsbild. Zudem spielt sie mit ihren zahlreichen Schweiß- und Talgdrüsen eine wichtige Rolle beim Temperatur- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers und liefert ihm dank ihrer sensiblen Oberfläche zahlreiche Informationen über die aktuellen Umweltbedingungen. Ihr dichtes Haarkleid schützt den Kopf ebenso vor starker Sonnenstrahlung wie auch vor heftiger Kälte.

Bei Kopfhautentzündungen werden die Symptome wie Jucken und brennende Schmerzen schnell zu einer erheblichen Belastung für die Betroffenen. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Kopfhaut aus dem Gleichgewicht – mögliche Ursachen

Auch wenn die Symptome von Kopfhautentzündungen sich gleichen – die Auslöser können verschiedenster Art sein. Die folgende Übersicht zeigt, wie sowohl Bakterien und Hautpilze als auch chemische und mechanische Reize, Allergene, Parasiten und andere Krankheiten die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen können.

Früh erkennbare Symptome

Deutlich erkennbar wird es, wenn die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht gerät. Denn recht harmlos mit Schuppenbildung und Kopfjucken beginnend kann sich schon in kurzer Zeit eine handfeste Entzündung mit schmerzhaften Schwellungen und Rötungen entwickeln. Nimmt man diese frühzeitig erkennbaren und unübersehbaren Symptome nicht ernst, dann kann eine Kopfhautentzündung schnell von der Oberhaut (Epidermis) in die darunter liegende Lederhaut (Dermis) und weiter in die Unterhaut (Subkutis) vordringen. Durch heftiges Kratzen kann dieser Prozess spürbar beschleunigt werden. Greift man zu spät in dieses Geschehen ein, ist neben unschönen Narben manchmal auch ein mehr oder weniger kräftiger Haarausfall möglich.

Vielfältige Mikroflora auf der Hautoberfläche

Wie unsere gesamte Hautoberfläche, so ist auch die Kopfhaut mit einer vielfältigen Mikroflora aus Bakterien und Hautpilzen – rund 1000 bis 100000 Mikroorganismen pro Quadratmillimeter – besiedelt, mit denen wir uns bestens vertragen. Gerät die normale Zusammensetzung dieses Mikrobioms aus verschiedensten Gründen aus dem Gleichgewicht, dann kann es Probleme geben. Denn wenn körpereigene Mikroorganismen sich plötzlich übermäßig vermehren und sie oder körperfremde Mikroorganismen durch kleinste Verletzungen in die Kopfhaut eindringen, kann das schnell zu einer Kopfhautentzündung führen. Meist durch Bakterien verursacht wird auch eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), die mit Rötungen und oft auch mit eitrigen Pusteln verbunden ist. Und manchmal können auch andere Erreger wie zum Beispiel Herpesviren aktiv sein.

Hautpilze von Mensch und Tier

Auch verschiedene Hautpilze können zu einer Kopfhautentzündung führen. Beispiele für solche Pilzerkrankungen der Haut (Dermatomykosen) sind insbesondere Fadenpilze. Im Bereich der Kopfhaut aktiv ist vor allem Trichophyton, der sich in der Hornhaut und den Haarfollikeln ausbreitet und bis ins umgebende Bindegewebe wandern kann. Er kann auch auf die Barthaare und die Nägel übergreifen. Insbesondere bei Katzen aber auch bei Hunden, Hasen und Meerschweinchen verbreitet ist der Hautpilz Microsporum canis. Er kann von befallenen Wild- und Haustieren auch auf den Menschen und dann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Neben Entzündungen der Kopfhaut kann er zum Beispiel auch zu Haarausfall führen.

Die Entzündung der Kopfhaut kann auch einen verstärkten Haarausfall bedingen. (Bild: Jürgen Fälchle/fotolia.com)

Wenn Hefen krankheitsauslösend wirken

Zu den beim Menschen Hautinfektionen auslösenden Hautpilzen gehören auch verschiedene Hefepilze, wie zum Beispiel Candida und die sich vom Sekret der Talgdrüsen ernährende Malassezien. Sie sind ein ganz normaler Bestandteil der menschlichen Kopfhautflora, können aber unter bestimmten Bedingungen, unter denen sie sich übermäßig vermehren, krankheitsauslösend wirken. So können sie zum Beispiel das seborrhoische Ekzem verursachen, das manchmal auch mit starkem Juckreiz verbunden ist. Kratzen die daran erkrankten Menschen am Kopf und verletzen dabei die Kopfhaut, schafft das ideale Voraussetzungen für das Eindringen weiterer krankheitserregender Keime und gegebenenfalls massive Kopfhautentzündungen.

Auch zahlreiche andere Auslöser

Neben Mikroorganismen und Parasiten gibt es auch eine Vielzahl weiterer Auslöser für eine Kopfhautentzündung. Eine wichtige Rolle spielen hier verschiedene Inhaltsstoffe aus Wasch-, Pflege- und Stylingmitteln sowie aus Friseurpräparaten, die bei sehr intensiver Anwendung bei vielen Menschen Allergien auslösen können. Zu harte Kämme und zu heißes Föhnen überstrapazieren die Kopfhaut ebenfalls und führen oft zu Mikroverletzungen, die Ausgangspunkt für eine Kopfhautentzündung werden können. Selbst starker Stress kann zum Auslöser werden. Und manchmal sind es auch andere Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Ekzeme bei einer Neurodermitis, die Ausgangspunkt für eine Kopfhautentzündung sind.

Manchmal sind auch Parasiten aktiv

Für eine „lebendige“ Kopfhaut sorgen schließlich auch Parasiten. Kindergarten-, Schul- und Hortkinder sind besonders gefährdet durch Kopfläuse. Diese mit bloßem Auge erkennbaren zwei bis vier Millimeter großen flugunfähigen Insekten sind zwar harmlos, aber unangenehm und ekelig. Sie können durch engen Kopfhautkontakt auf andere Menschen übertragen werden. Deshalb und auch weil durch Kratzen Kopfhautentzündungen provoziert werden können, sollte gegen einen Kopflausbefall, der übrigens nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und jedermann treffen kann, möglichst zügig etwas unternommen werden.

Behandlung der Kopfhautentzündung: Wer im konkreten Fall hilft

Zwar ist bei den meisten Fällen von Kopfhautentzündungen die Hausärztin beziehungsweise der Hautarzt die optimale Adresse. Aber manchmal, wie zum Beispiel bei Parasitenbefall durch Kopfläuse, kann auch der Gang zur Apotheke helfen.

In einigen Fällen kann bei einer Kopfhautentzündung direkt in der Apotheke Hilfe gesucht werden. (Bild: rh2010/fotolia.com)

Arztbesuch bei Kopfhautentzündungen angeraten

Die Behandlung der auf so unterschiedlichen Auslösern beruhenden Kopfhautentzündungen stellt eine große Herausforderung dar. Denn die bei praktisch allen Kopfhautentzündungen fast gleichen Symptome wie heftiges Jucken, Schwellungen, Rötungen und Entzündungen und die damit einhergehenden Schmerzen verlangen je nach dahinter stehendem Auslöser ganz unterschiedliche Therapieansätze. Um eine gezielte Therapie zu beginnen, ist es deshalb elementar wichtig, so schnell wie möglich zu erkennen, welche Grunderkrankung im konkreten Fall vorliegt. Und das ist bei der Vielzahl der möglichen Auslöser auch für sehr erfahrene Ärztinnen und Ärzte eine oft sehr schwierige Aufgabe. Sie verlangt abgesehen von einigen typischen Krankheitsbildern, die sich schon auf den ersten Blick erkennen lassen, eine sorgfältige Diagnose. Deshalb gehört die Behandlung von Kopfhautentzündungen möglichst früh in die Hand eines Hautarztes bzw. einer Hautärztin.

Sorgfältige Diagnose ist entscheidend

Nur Ärztinnen und Ärzte verfügen im Zweifelsfall über die erforderlichen Diagnosemöglichkeiten. Selbst wenn diese auf Grund ihrer Erfahrung bereits an verschiedenen Symptomen erkennen, was Auslöser der Erkrankung sein könnte, wird die Annahmen durch gezielte Untersuchungen untermauert. Dazu gehören Untersuchungen von Blut, Sekreten und Abstrichen durch ein Labor, das Anlegen von Kulturen und oft auch Hautzellen-, Haar- und Allergietests. Selbst wenn diese sorgfältige Diagnose einige Zeit erfordert, sollte man sich die Zeit nehmen und sich bis zum Vorliegen der Diagnoseresultate erst einmal auf die Behandlung der unangenehmen Begleiterscheinungen der Kopfhautentzündung wie zum Beispiel der Schmerzen beschränken. Denn bei einer verfrühten ungezielten Therapie mit den falschen Medikamenten wird nicht nur ins Leere geschossen, sondern es werden oft auch unerwünschte Nebenwirkungen erzeugt. Dazu gehören zum Beispiel Resistenzen durch den leider immer noch viel zu weit verbreiteten bedenkenlosen Einsatz von Antibiotika.

Therapie: Je gezielter, desto erfolgversprechender

Grundsätzlich sind die meisten Kopfhautentzündungen heilbar. Der Erfolg der dafür angewandten Therapien hängt allerdings entscheidend davon ab, wie gezielt man die möglichen Behandlungsmethoden einsetzt.

Der körpereigenen Abwehr Zeit geben

Zudem sollte man dem Körper ausreichend Zeit lassen, sich mit seinen körpereigenen Abwehrmechanismen mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Denn die Entzündung mit den sie begleitenden Symptomen wie Jucken, Schwellungen, Rötungen und Schmerzen ist nichts weiter als die Antwort des körpereigenen Immunsystem auf Eindringlinge aller Art, die ihm schaden können. Sehr oft schaffen es die körpereigenen Abwehrsysteme, diese Eindringlinge sowie andere Auslöser zu besiegen, so dass manchmal sogar auf eine die körpereigene Abwehr unterstützende Therapie verzichtet werden kann.

Medikamente so gezielt wie möglich einsetzen

Manchmal ist es allerdings angebracht, die körpereigene Abwehrreaktion durch die Gabe geeigneter Medikamenten zu unterstützen. Sobald die Auslöser einer Kopfhautzündung erkannt sind und man weiß, welchen „Feind“ es zu bekämpfen gilt, lassen sich die hierzu angezeigten Medikamente ganz gezielt einsetzen. Gegen bakterielle Erreger werden dann meist die wirksamsten erregerspezifischen Antibiotika eingesetzt. Und das sowohl durch einzunehmende Medikamente (oral) als auch mit lokal wirksamen Mitteln. In manchen Fällen kann aber auch auf antibiotikafreie Präparate zurückgegriffen werden.

Pilzinfektion der Kopfhaut wie beispielsweise bei dem Seborrhoischen Ekzem sind relativ häufig Auslöser einer Kopfhautentzündung. Entsprechend muss bei der medikamentösen Therapie auf Antimykotika zurückgegriffen werden. (Bild: lial88/fotolia.com)

Gegen Hautpilze werden die passenden Antimykotika gegeben, die meist lokal als Salben, Tinkturen, Shampoos und Spülungen angewendet werden. Manchmal ist, wie zum Beispiel bei Microsporum, auch eine Kombinationstherapie aus oral einzunehmenden Mitteln gegen die Pilze in Haut- und Haarbälgen und lokal wirksamen Mitteln gegen die an den Haaren sitzenden Pilzsporen angebracht. Kurzum, es gibt gegen Kopfhautentzündungen durch bakterielle Erreger und die diversen Hautpilze keine allgemein wirksame universelle Therapie, sondern man muss grundsätzlich gezielt und erregerspezifisch vorgehen. Unterstützt werden können diese Behandlungen durch entzündungshemmende Mittel sowie durch lokal eingesetzte Präparate, die den Heilungsprozess fördern.

Auf keinen Fall kratzen, auch wenn es noch so heftig juckt

Solche Medikamente werden auch eingesetzt für die Behandlung von Kopfhautentzündungen, die nicht durch Mikroorganismen ausgelöst werden. Um hier den Heilungsprozess zu fördern, ist ein konsequenter Verzicht auf Pflege- und Friseurprodukte mit erkannten Allergenen geboten. Zudem sind als Auslöser erkannte mechanische Reize durch zu harte Kämme, zu heißes Föhnen und zu starke Sonneneinstrahlung zu meiden. Und eine ganz wichtige Grundregel bei jeder Art von Kopfhausentzündung heißt: auf keinen Fall kratzen, auch wenn die Kopfhaut noch so kräftig juckt. Denn die durch Kratzen erzeugten Minirisse in der Kopfhaut sind ein regelrechtes Einfallstor für das Eindringen und die Ausbreitung jeder Art von Erregern und viele durch sie ausgelöste entzündlichen Folgeerkrankungen.

Therapieunterstützende Naturmedizin

Therapieunterstützend wirksam werden können zudem zahlreiche Mittel aus der Naturmedizin. Äußerlich als Umschlag, Waschung, Spülung, Bad oder auch Salbe und innerlich als Tee können Kräuter wie Bärlapp, Kamille, Lavendel, Ringelblume, Salbei und auch Stiefmütterchen eingesetzt werden. Hilfreich können auch kalte Kopfwickel und eventuell Spülungen mit Essigwasser sein. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist allerdings stark von der jeweiligen Grunderkrankung abhängig, die eine Kopfhautentzündung ausgelöst hat. Deshalb sollten sie grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt beziehungsweise der behandelnden Ärztin abgestimmt werden. Das gilt auch für eine kopfhautfreundliche Ernährung bei länger währenden Therapien. Diese Ernährung sollte möglichst basisch sein und vor allem Vitamine der B-Gruppe enthalten, insbesondere auch Vitamin B12.

Bei Kopfläusen reicht der Gang zur Apotheke

Die gegen Kopflausbefall erforderlichen Mittel und ausführliche Anweisungen zu ihrer Anwendung bekommt man rezeptfrei in jeder Apotheke. Schon nach einmaliger Behandlung sind die unangenehmen Untermieter auf der Kopfhaut weitestgehend beseitigt. Und wiederholt man die Behandlung nach einer Woche, dürfte das Problem gelöst sein. Ungefährdet durch Kopfläuse sind übrigens Haustiere, die man auch nicht behandeln muss und darf, denn die meisten Kopflausmittel sind für die Haustiere ausgesprochen gefährlich. Lassen sich trotz intensiver Suche nach Kopfläusen keine Kopfläuse entdecken, sollte man heutzutage bei heftigem Jucken als mögliche Parasiten auch Krätzmilben in Betracht ziehen – vor allem dann, wenn das Jucken ebenfalls andere Körperpartien betrifft.

Prophylaxe nicht immer einfach

Kann man der Entstehung von Kopfhautentzündungen angesichts der Vielzahl möglicher Auslöser vorbeugen? Sicher nicht mit einem allgemeingültigen Ansatz. Und manchmal überhaupt nicht, wie zum Beispiel bei Parasitenbefall. Dennoch kann das Beachten einiger Grundregeln für Pflege, Hygiene, und Ernährung dazu beitragen, das Risiko hier und dort zu mindern.

Unnötige Verletzungen und Reize vermeiden

Miniverletzungen der Kopfhaut sind immer ein Einfallstor für das Eindringen von Erregern in die Kopfhaut. Deshalb sollte man grundsätzlich darauf achten, unnötige Verletzungen der Kopfhaut zu vermeiden. Konkret heißt das, das Haar weder mit zu harten Kämmen bearbeiten, noch es zu heiß föhnen, noch es zu intensiver Sonnenstrahlung aussetzen, indem man eine leichte Kopfbedeckung trägt. Für die tägliche Haarpflege empfehlen sich möglichst milde Pflegeprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Das gilt insbesondere auch für die weit verbreiteten Haarstyling-Präparate und manche Friseurpräparate zum Färben, Bleichen und Frisieren.

Übertriebene Hygiene kann schaden

Man sollte auch akzeptieren, dass es in vielen Fällen absolut nicht nötig ist, die Haare täglich zu waschen oder sogar mehrmals am Tag. Denn so wichtig auch die regelmäßige Haar- und Kopfhautpflege ist – weniger kann manchmal mehr bewirken. Man darf nicht vergessen, dass jedes Waschen abhängig von den dabei verwendeten Mitteln, der Wassertemperatur und der Waschdauer die natürliche Kopfhautflora ebenso wie die Aktivität der zahlreichen Talgdrüsen aus dem Gleichgewicht bringt und die Kopfhaut manchmal auch unnötig austrocknet. Dann kann es immer wieder passieren, dass der Körper bei der Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts Probleme hat oder Veränderungen in der Zusammensetzung der Kopfhautflora ausgelöst werden.

Enger Kontakt mit Haustieren kann das Risiko einer Kopfhautentzündung deutlich erhöhen, weshalb hier ggf. Distanz gehalten werden sollte. Dies gilt umso mehr bei streunenden Hunden und Katzen. (Bild: lial88/fotolia.com)

Sorgfalt im Umgang mit streunenden Tieren

Mit Blick auf die im Fell von Tieren beheimateten Hautpilze, die Kopfhautentzündungen auslösen können, empfiehlt sich schließlich ein sorgfältiger Umgang mit vielen Tieren. Dazu gehören vor allem Katzen, aber auch Hunde, Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen. Besonders groß ist die Gefahr einer Infektion, wenn man in südlichen Ländern des Mittelmeerraums streunenden Katzen und Hunden zu nahe kommt. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern zum Beispiel auch für die in den Urlaub mitgenommenen Haustiere. Und wenn insbesondere Kinder sich infiziert haben, dann sind auch die zu Hause geblieben Haus- und Kuscheltiere in Gefahr. Deshalb sollte man diese bei Hautpilzerkrankungen der Kopfhaut immer im Blick behalten.

Kopfhautfreundliche Ernährung

Die Entwicklung von Kopfhautentzündungen kann durchaus auch durch die Ernährung beeinflusst werden. Ein Problem ist dabei vor allem eine nicht ausreichende Versorgung mit den maßgeblich am Stoffwechsel beteiligten acht B-Vitaminen, von denen mehrere auch mitverantwortlich für eine gesunde Haut sind. Diese Vitamine müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden, da er sie mit Ausnahme des Vitamin B3 nicht selbst herstellen kann. Für eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen der B-Gruppe sind sowohl zahlreiche pflanzliche als auch tierische Lebensmittel erforderlich. Das kann bei ausschließlich veganer Ernährung zu deutlichen Mangelerscheinungen führen. Wichtige pflanzliche Lieferanten für B-Vitamine sind unter anderem Gemüse wie Broccoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Spinat sowie Salat, Feldsalat und Endivien, aber auch Linsen, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Bananen und Weizenkeime. Zu den tierischen B-Vitamin-Lieferanten gehören Kalbfleisch, Rindfleisch, Leber, Huhn und Pute sowie Eier, Muscheln, fette Fische wie Hering und Makrele und diverse Weichkäse.

Fazit: Kopfhautentzündung ist nicht gleich Kopfhautentzündung

Kopfhautentzündung und Kopfhautentzündung können trotz gleicher Symptome völlig verschiedene Krankheiten sein, so dass eine rechtzeitige Diagnose der Grundkrankheit unerlässlich für eine gezielte Therapie ist. Und abgesehen von wenigen Ausnahmen sind Kopfhautentzündungen gut heilbar. (ivd)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Ingo von Dahlern
Quellen:
  • Fritsch, Peter: Dermatologie und Venerologie für das Studium, Springer Verlag, 2009
  • Naldi, Luigi; Rebora, Alfredo: "Seborrheic Dermatitis", in: The New England Journal of Medicine, January 2009, nejm.org
  • Sagner, Carl: Haarausfall? Kein Problem!, BookRix, 2014
  • Wohlgemut, Maria: Einfach nur schön: Selbsthilfe für Haut und Haar, Books on Demand, 2016
  • Zahura, Muzna et al.: "Dermatomycoses: Challenges and Human Immune Responses", in: Current Protein and Peptide Science, Volume 15 Issue 5, 2014, researchgate.net
  • Vázquez-Herrera, Norma Elizabeth et al.: "Scalp Itch: A Systematic Review", in: Skin Appendage Disorders, Vol. 4 No. 3, 2018 , karger.com
  • Wiesenauer, Markus: MaxiQuickfinder Homöopathie: Der schnellste Weg zum richtigen Mittel, Gräfe und Unzer Verlag, 2015
  • Wodniansky, Peter: Haut- und Geschlechtskrankheiten: Methodische Diagnose und Therapie für Studium und Praxis, Springer-Verlag, 1973

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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