Handschmerzen: Schmerzen in der Hand

handschmerzen
Heilpraxisnet
Handschmerzen gehören zu den häufigeren Beschwerdebildern, denn die Hand ist durch ihren feingliedrigen Aufbau sehr anfällig für Verletzungen, Überbeanspruchung und Gelenkverschleiß (Arthrose). Überdies können aber auch verschiedene Erkrankungen wie zum Beispiel entzündliches Rheuma für die Beschwerden in der Hand verantwortlich sein. Die Schmerzen können dabei ganz unterschiedlich ausgeprägt sein und von leicht, stark, akut oder anhaltend über bohrend, klopfend, ziehend oder brennend bis hin zu lokal begrenzt oder ausstrahlend in den verschiedensten Facetten auftreten. Liegt den Beschwerden eine Überlastung zugrunde, sorgt in vielen Fällen schon eine Ruhigstellung der Hand für eine Linderung, in anderen Fällen (bestimmte Brüche, Engpass-Syndrom etc.) kann jedoch auch ein operativer Eingriff notwendig werden. Neben dem bietet die Naturheilkunde zahlreiche Optionen bei Schmerzen in der Hand wie beispielsweise warme Handbäder, Heilpflanzen wie die Teufelskralle oder die so genannte „Transkutane Elektrische Nervenstimulation“ (TENS).

Inhaltsverzeichnis

Definition
Ursachen und Symptome
Verletzungen
Entzündungen
Arthrose
Behandlung bei Handschmerzen
Naturheilkunde bei Handschmerzen

Definition

Unter dem Begriff „Handschmerzen“ werden normalerweise verschiedene Erkrankungen, Verschleißerscheinungen und Verletzungen im Handbereich subsumiert. Diese können wiederum auf eine Vielzahl möglicher Ursachen zurückzuführen sein, häufig sind jedoch Unfälle bzw. Verletzungen (z.B. Sturz auf die Hand), Gelenkverschleiß und Fehl- bzw. dauerhafte Überbelastungen der Grund. Die Hand (med./lat. „manus“) stellt das Greiforgan der freien oberen Extremitäten bzw. Arme dar und ist ein komplexes Gebilde, welches anatomisch betrachtet grob in drei Abschnitte unterteilt werden kann: die Handwurzel (Carpus), die Mittelhand (Metacarpus) und die Finger (Digiti manus). Insgesamt besteht die Hand aus 27 Einzelknochen (8 Handwurzelknochen, 14 Fingerknochen und 5 Mittelhandknochen), welche durch Gelenke flexibel mit Kapseln und Bändern verbunden sind und die in ihrer Summe ein Viertel der gesamten Knochen des menschlichen Körpers ausmachen. Neben dem verfügt die Hand über eine sehr komplexe Muskulatur, Blutgefäße, Nerven und eine Vielzahl von Sehnen, welche die Kraftübertragung von den Muskelbäuchen auf das Hand-Skelett ermöglichen.

Die wichtigste Funktion der Hand besteht im Greifen von Gegenständen. Dabei wird unterschieden zwischen dem „Kraftgriff“, durch welchen beispielsweise eine schwere Tasche gehoben oder ein schweres Paket gehalten wird und dem „Präzisionsgriff“, der für das Halten und Führen von Gegenständen (z.B. Stift oder Messer) durch die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger oder Daumen und Mittelfinger angewendet wird. Neben dem kann die Hand auch zur Faust geballt werden oder zum Schöpfen von Wasser o.ä. genutzt werden, indem die Handinnenfläche(n) zu einer Art Schale gekrümmt werden. Eine weitere wichtige Funktion ist das (Ab-)Stützen, was sowohl mit der gesamten Handfläche, dem Handballen oder der Faust als auch lediglich mit den vorderen Fingergliedern bei gleichzeitig abgespreiztem Daumen möglich ist. In den meisten Fällen wird eine bestimmte Hand für die Ausführung feinmotorischer bzw. komplizierter Tätigkeiten bevorzugt („dominante Hand“), dementsprechend wird hier in Rechts- und Linkshändigkeit unterschieden. Neben diesen zentralen Funktionen dienen die Hände jedoch auch als „Werkzeug“ für die Kommunikation, indem beispielsweise auf gemeinte Dinge oder Personen gezeigt wird oder Aussagen, Stimmungen etc. durch Gesten unterstützt oder ersetzt werden.

Wie komplex die Hände dabei im Bereich der Kommunikation genutzt werden können, zeigt die Gebärdensprache für Gehörlose, welche neben Körperhaltung und Mimik in erster Linie verschiedene Handformen, Handstellungen und Handbewegungen (Gebärden) verwendet, um Gedanken und Sachverhalte mitzuteilen.

Ursachen und Symptome

Durch die Feingliedrigkeit der Hand werden erst die vielfältigen, komplexen und präzisen Bewegungen möglich, was auf der anderen Seite aber auch eine große Verletzlichkeit bedeutet. Denn die relativ dünnen Knochen sind – ebenso wie die Sehnen, Nerven und Blutgefäße – nicht nur von wenig Schutz bietendem Muskel- und Fettgewebe umgeben, sondern befinden sich zudem direkt unter der Haut. Neben dem werden die Hände im Alltag meist stark beansprucht und sind darüber hinaus ständig potenziellen Gefahrenquellen (scharfe, spitze Gegenstände, Maschinen, Reinigungsmittel etc.) ausgesetzt. Dementsprechend sind Verletzungen, aber auch auf Verschleiß bzw. ständige Überbeanspruchung zurückzuführende Beschwerden sehr häufig, ebenso kommen verschiedene Erkrankungen (zum Beispiel Rheuma), Nervenreizungen oder Nervenschädigungen in Betracht. Die Schmerzen in der Hand können dabei in ganz unterschiedlicher Intensität und entweder auf die Hand beschränkt auftreten, in anderen Fällen aber auch beispielsweise bis in die Schulter ausstrahlen.

Handschmerzen-Therapie Osteopathie
Behandlung von Handschmerzen in der Osteopathie.

Verletzungen

Da die Hände aufgrund ihres komplexen Aufbaus und der starken Beanspruchung sehr verletzlich sind, können verschiedene Formen von Verletzungen zu mitunter massiven Schmerzen an bzw. in der Hand führen. In Frage kommen hier beispielsweise Prellungen, Zerrungen, Verrenkungen oder ein Bruch (Fraktur), häufig tritt auch eine Verstauchung (Distorsion) der Hand auf, bei der es sich um eine Verletzung eines Bandes oder einer Gelenkkapsel handelt, ausgelöst durch eine starke Überdehnung bzw. Verdrehung eines Gelenks. Typischstes Symptom einer Verstauchung sind starke, stechende oder pochende Schmerzen, die insbesondere bei Bewegung des Gelenks auftreten, hinzu kommen meist eine Schwellung im verstauchten Gelenk sowie ein Bluterguss (Hämatom). Ein Hämatom kann jedoch auch ohne Stauchung der Grund für Schmerzen in der Hand sein. Dieses kann wiederum durch verschiedene Möglichkeiten der Gewalteinwirkung von außen entstehen, wie zum Beispiel einem Stoß, Schlag oder auch nach einer Operation.

Hämatome können durch den Druck auf das Gewebe ebenfalls massive Schmerzen verursachen und zudem stark anschwellen, typisch ist außerdem eine deutliche rot-bläuliche Verfärbung der betroffenen Stelle. Auch Quetschungen, Verbrennungen, Verbrühungen oder Schnitt- und Platzwunden (Riss-Quetsch-Wunde) sind in vielen Fällen die Ursache für Schmerzen an der Hand, gerade weil die Hände ständig in Kontakt mit potenziellen Gefahrenquellen wie beispielsweise Messern, Scheren, Glas, heißem Wasser oder Maschinen stehen.

Entzündungen

Neben Verletzungen aller Art sind auch Entzündungen eine häufige Ursache für Handschmerzen, die im Prinzip in allen Bereichen der Hände auftreten können. Zu den bekanntesten Formen zählt hier die Arthritis, eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch Infektionen, Stoffwechselerkrankungen (Gicht) oder Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Morbus Bechterew, Schuppenflechte oder Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) sowie die rheumatoide Arthritis bzw. Gelenkrheuma (umgangssprachlich meist kurz: Rheuma) verursacht werden kann. Kennzeichnend für eine Arthritis sind mitunter massive Schmerzen in den betroffenen Gelenken sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit, hinzu kommen Schwellungen, Rötungen und Überwärmungen sowie teilweise auch Flüssigkeit (Gelenkerguss) bzw. Eiter im Gelenk (Gelenkempyem). Je nach Ursache der Entzündung kommt es zu weiteren Symptomen: Im Falle von Rheuma treten die Schmerzen beispielsweise vor allem nachts und morgens auf, zudem ist hier eine Morgensteifigkeit der Gelenke sowie eine Schwellung in den Fingergrund- und Fingermittelgelenken typisch. Wird eine akute infektiöse Arthritis nicht rechtzeitig und korrekt behandelt, besteht die Gefahr, dass das Gelenk zerstört wird bzw. versteift, was wiederum zu dauerhaften Fehlstellungen und Behinderungen führen kann.

Im Falle einer chronischen Entzündung wie der rheumatoiden Arthritis ist der Verlauf in der Regel nicht vorherzusehen, dennoch schreitet Rheuma in den ersten Jahren am schnellsten voran, wodurch es meist nach einigen Jahren zu ersten Gelenkschäden mit Funktionseinschränkung kommt.

Auch eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist eine häufige Erkrankung, durch die es zu Handschmerzen kommen kann. Bei dieser ist das die Sehne umhüllende Gewebe entzündet, wobei generell jede Sehnenscheide (Hand, Fuß, Ellenbogen etc.) betroffen sein kann. In den meisten Fällen handelt es sich aber um eine entzündete Sehne am Handgelenk, durch die es zu Schwellungen und ziehenden oder stechenden Handgelenkschmerzen kommt, die bis in die ganze Hand, den Unterarm oder sogar den Brustbereich ausstrahlen können. Darüber hinaus tritt meist ein gut hörbares Knirschen im betroffenen Gelenk auf, eine chronische Entzündung kann außerdem zu knotigen Verdickungen der Beugesehnen der Finger kommen. Verursacht wird eine Tendovaginitis durch eine Überbeanspruchung bestimmter Sehnen, die infolge ständiger monotoner Bewegungen und/oder andauernden Fehlhaltungen schnell eintreten kann. Beispiele sind hier ein eine falsche Computer-Maus oder falsch eingestellte Tastatur, dauerhafte gleichförmige Bewegungen („Mausarm“ bzw. medizinisch: „Repetitive Strain Injury“), starke Belastungen durch Sportarten wie Tennis oder Klettern oder durch das Spielen von Musikinstrumenten wie Geige oder Klavier. Neben dem kann aber auch eine Infektion (z.B. durch Chlamydien oder Mykoplasmen) der Auslöser für eine Sehnenscheidenentzündung sein.

Arthrose

Neben dem kommen auch degenerative Prozesse als Auslöser von Handbeschwerden in Frage. Fällt das Bewegen der Finger oder des Handgelenks schwer und treten dabei Schmerzen auf, steckt in vielen Fällen eine Arthrose dahinter. Hierbei handelt es sich um einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt und welcher sowohl nur an einer Hand als auch beiden zugleich auftreten kann. Verursacht wird eine Arthrose der Hand- und Fingergelenke durch eine Schädigung des Gelenkknorpels, wobei medizinisch zwischen einer primären und einer sekundären Arthrose unterschieden wird. Die erste Form, bei der es sich um die bekannte, im Alter auftretende Arthrose handelt, entwickelt sich ohne erkennbare Ursache, stattdessen ist der Verschleiß hier vor allem genetisch bedingt, ebenso werden aber auch Veränderungen im Hormonhaushalt (z.B. Wechseljahre) als Auslöser vermutet. Bei der sekundären Arthrose handelt es sich hingegen um eine Form des Verschleißes, der durch äußere Einflüsse entsteht. Hier kommen unter anderem Fehlstellungen (z.B. angeboren, durch einen Unfall oder eine Verletzung bedingt) der Gelenke, langjähriges Übergewicht oder eine mechanische Überlastung (zum Beispiel durch eine Hüftgelenksdysplasie)in Betracht.

Neben dem können aber auch knöcherne Deformierungen durch Erkrankungen wie Osteoporose sowie Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Diabetes der Auslöser sein, zudem kann eine Arthrose auch in Folge einer Gelenkentzündung (Arthritis) entstehen. Eine Arthrose der Fingergelenke entwickelt sich normalerweise über die Zeit, sodass häufig zu Beginn keine Symptome auftreten und die Erkrankung somit oft erst einmal unentdeckt bleibt („stumme Arthrose“). Im weiteren Verlauf zeigen sich typischerweise vor allem steife Gelenke und Gelenkschmerzen, die bei feucht-kaltem Wetter sowie bei Belastung der Finger bzw. Hand meist stärker werden. Später treten die Schmerzen dann sogar im Ruhezustand auf, begleitet von einem Verlust der Beweglichkeit, angeschwollenen, geröteten und überwärmten Gelenken. Hinzu kommen häufig kleine, mit eingedickter Gelenkflüssigkeit gefüllte Gelenkzysten am streckseitigen Fingergelenk („Mukoidzysten“). Auch bei einer Arthrose des Handgelenkes, die in den meisten Fällen in Folge von Knochenbrüchen bzw. Falschgelenkbildungen entsteht, kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu Schwellungen, Handgelenkschmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.

Eine häufige Ursache für Handschmerzen sind so genannte „Nervenkompressionssyndrome“, wobei es sich um eine Gruppe von Erkrankungen handelt, bei denen es akut oder chronisch zu einer Kompression und Reizung von Nerven kommt. Häufig ist in diesem Zusammenhang das Karpaltunnelsyndrom (KTS), bei welchem der Mittelarmnerv (Nervus medianes) durch einen erhöhten Druck innerhalb des Karpalkanals geschädigt wird. Der erhöhte Druck entsteht dabei, wenn zwischen der Größe des Kanals und dem Platz, den die darin enthaltenen Strukturen benötigen, ein Missverhältnis entsteht – was anlagebedingt sein kann, aber unter anderem auch bei einer Arthrose des Handgelenks, einem Bruch der Speiche oder des Handwurzelknochens sowie durch Schwellungen der Sehnenscheiden (bei Rheuma, in der Schwangerschaft etc.) auftreten kann. Dadurch kommt es zu Beginn meist zu Gefühlsstörungen (Kribbeln) und leichten, teilweise brennenden Schmerzen in den Fingern, die teilweise bis in den Arm ausstrahlen. Im weiteren Verlauf treten die Beschwerden vor allem nachts auf, es kommt zu einem immer wieder auftretenden Einschlafen der Hände, welches erst durch Reiben und Schütteln der Hände gelindert werden kann. Hinzu kommen Schmerzen, die bis in Arm oder Schulter ziehen können, zusätzlich nehmen Fingermuskelkraft und Griffstärke – besonders des Daumens – immer mehr nach, wodurch die Funktion der Hände immer mehr eingeschränkt wird. Dies zeigt sich beispielsweise deutlich beim „Flaschen-Test“, denn da Betroffene im fortgeschrittenen Stadium den Daumen nicht mehr weit genug abspreizen können, ist das vollständige Umgreifen einer Flasche normalerweise unmöglich.

Neben dem Karpaltunnelsyndrom kommen aber noch weitere Nervenkompressionssyndrome als Ursache für Handschmerzen in Betracht: So wird beispielsweise beim „Wartenberg-Syndrom“ (auch „Cheiralgia paraesthetica“ genannt) der Nervus digitalis dorsalis geschädigt, wodurch es zu Daumenschmerzen und Schmerzen am Handrücken kommt. Diese Schädigung kann beispielsweise durch zu enge Uhrenbänder, Armbänder, Verbände oder Handschellen entstehen, auch Diabetes wird als Ursache vermutet. Auch das „Loge-de-Guyon-Syndrom“ (auch „Ulnartunnelsyndrom“ genannt) kann ein möglicher Grund sein. Bei diesem liegt eine Schädigung des Nervus ulnaris an der Kleinfingerseite des Handgelenks vor, durch welche es zu Empfindungsstörungen und der Lähmung von Hand- und Fingermuskeln kommt. Dieses Syndrom entsteht meist durch ein so genanntes „Überbein“ (Ganglion) im Bereich der Guyon-Loge, häufig ist aber auch eine andauernde oder wiederholte Druckschädigung des Nervus ulnaris durch berufliche Tätigkeiten (beispielsweise bei Schleifern) oder Sport die Ursache. Dies betrifft vor allem Sportarten, bei denen ein Lenker o.ä. über einen längeren Zeitraum fest umgriffen wird (Radfahren, Surfen etc.), weshalb das Syndrom teilweise auch als „Radfahrerlähmung“ bezeichnet wird. Darüber hinaus kann auch eine Polyneuropathie die Ursache für Handschmerzen sein. Bei dieser ist das periphere Nervensystem (PNS) in seiner Funktion gestört, wodurch es zu Schmerzen oder Missempfindungen (z.B. Brennen, „Ameisenkribbeln“) in Händen, Armen, Füßen oder Beinen kommt. Auch tritt häufig ein vermindertes Temperatur- und Schmerzempfinden auf, wodurch es schnell zu Verletzungen oder Verbrennungen an den betroffenen Hautstellen kommt, ohne dass der Betroffene es merkt. Während einige wenige Formen dieser Nervenerkrankung angeboren sind, entwickelt sich eine Polyneuropathie zumeist infolge von Diabetes mellitus, Infektionskrankheiten oder zu hohem Alkoholkonsum.

Behandlung bei Handschmerzen

Die Therapie bei Handbeschwerden erfolgt entsprechend der jeweiligen Ursache. Konnte beispielsweise eine kurzzeitige Überlastung oder Reizung als Grund für akute Schmerzen ausgemacht werden, verschwinden diese in vielen Fällen bereits durch Ruhigstellung der Hand von alleine wieder. Bei Bedarf können zusätzlich Verbände mit NSAR-Salbe (z.B. Voltarensalbe) zur Reduktion von Schmerz und Schwellung oder ein stützender Verband zur Ruhigstellung eingesetzt werden. Gerade bei Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen ist vor allem schnelle Hilfe gefragt – hier hat sich die sogenannte PECH-Regel bewährt, indem den Aktionen „P“ für Pause, „E“ für Eis, „C“ für Compression“ (Verband mit einer schmerzstillenden Salbe) und „H“ für Hochlagern gefolgt wird. Dementsprechend sollte die Hand direkt nach der Verletzung geschont und schnell gekühlt werden, damit sich Schwellungen und Blutergüsse gar nicht erst ausbreiten können. Zu diesem Zweck sollten Eisbeutel oder Kühlkissen (in ein Küchenhandtuch verpackt) solange auf die betroffene Hand aufgelegt werden, bis die Schmerzen und die Schwellung deutlich gelindert sind – was unter Umständen einige Stunden dauern kann.

Neben dem kommen zur Behandlung der Beschwerden unter anderem entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Acetylsalicylsäure, Diclofenac) in Form von Salben oder Tabletten, Gipsverbände, Kortisonpräparate oder örtliche Betäubungsmittel zum Einsatz – in einigen Fällen ist jedoch auch ein operativer Eingriff erforderlich. Dies ist zum Beispiel bei einigen Formen von Frakturen (Fingerbruch, Mittelhandbruch) oder schmerzhaften Engpass-Syndromen wie dem Karpaltunnelsyndrom der Fall, bei welchem die gedrückten Nerven, Muskeln und Blutgefäße häufig operativ entlastet werden müssen. Neben dem können zur Behandlung von Schmerzen an der Hand – je nach Ursache – eine Reihe weiterer unterstützender Maßnahmen eingesetzt werden, so zum Beispiel Wärme- oder Kältebehandlungen oder eine Elektrotherapie.

Naturheilkunde bei Handschmerzen

Neben den schulmedizinischen Methoden bieten sich auch eine Reihe alternativmedizinischer Naturheilmittel und Hausmittel an,mit denen Handschmerzen sinnvoll und effektiv auf sanfte Weise behandelt werden können. So haben beispielsweise verschiedene Heilpflanzen eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung, wodurch diese bei leichten Beschwerden teilweise sogar allein bzw. bei stärkeren Schmerzen unterstützend zur bestehenden Therapie eingesetzt werden können. Bewährt hat sich hier vor allem die Teufelskralle, die häufig als unterstützende Behandlung bei degenerativen Erkrankungen bzw. Gelenkverschleiß (Arthrose) eingesetzt wird. Die Heilkraft der Teufelskralle ist dabei schon seit Jahrhunderten bekannt, denn die darin enthaltenden entzündungshemmenden und abschwellend wirkenden Iridoidglykoside lindern den Schmerz und verhelfen wieder zu mehr Beweglichkeit. Die Wirksamkeit der Heilpflanze setzt allerdings erst nach zwei bis vier Wochen ein – dementsprechend ist Teufelskralle nicht geeignet für die Behandlung akuter, starker Handschmerzen wie beispielsweise bei einem Rheumaschub. Stattdessen empfiehlt es sich eher, bei chronischen Beschwerden zwei bis der Mal jährlich eine etwa vierwöchige Kur durchzuführen, denn unbegrenzt sollte die Heilpflanze keineswegs eingenommen werden. Vor der Einnahme sollte daher auf jeden Fall ein individueller Plan mit dem Arzt erstellt werden.

Ist eine rheumatoide Arthritis die Ursache für die Schmerzen in der Hand, werden normalerweise so genannte „Basistherapeutika“ (Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs, kurz: „DMARDs“) eingesetzt. Dabei handelt es sich um Medikamente, die in das Entzündungsgeschehen eingreifen und dadurch den Krankheitsverlauf und die Gelenkzerstörung deutlich verlangsamen. Darüber hinaus besteht die Therapie bei Rheuma aber im besten Falle in einem ganzheitlichen Zusammenspiel von Haus- und Fachärzten (Rheumatologen, Orthopäden etc.), Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen sowie Alternativmedizinern, um entzündliche Prozesse bestmöglich hemmen, die Schmerzen lindern und die Funktion sowie die Kraft der Gelenke erhalten zu können. Zu den bewährten Ansätzen gehören hier beispielsweise physikalische Behandlungs-Verfahren wie eine Hydrotherapie mit kaltem oder warmem Wasser, wobei die Präferenzen ganz unterschiedlich sein können und eine solche Therapie daher immer sorgfältig auf die individuellen Vorlieben abgestimmt sein sollte. Da Kälte schmerzlindernd, abschwellend und entzündungshemmend wirkt, kann beispielsweise mehrmals täglich ein Eisbeutel oder Kühlkissen aus dem Gefrierfach für jeweils einige Minuten auf die betroffenen Gelenke gelegt werden. Wichtig ist hier jedoch, dass diese nie direkten Hautkontakt haben, sondern immer in ein Geschirrhandtuch o.ä. eingewickelt werden, damit es durch die Kälte nicht zu Erfrierungen kommt.

Auch eine Wärmetherapie in der Naturheilkunde kann sehr wohltuend bei chronischem Rheuma sein, denn Wärme lindert die Schmerzen, regt den Stoffwechsel an, fördert die Durchblutung und entspannt die Muskeln. Zudem beeinflusst sie die Organfunktionen und wirkt vor allem bei chronischen Entzündungen entzündungshemmend. Bei akut-entzündlichen Vorgängen ebenso wie bei Fieber, akuten Verletzungen oder Infektionskrankheiten sollte sie hingegen nicht eingesetzt werden, da in diesen Fällen der Entzündungsprozess durch die Anwendung sogar noch unterstützt werden kann. Wärme kann der schmerzenden Region auf verschiedene Weise zugeführt werden – Beispiele sind Fangopackungen, Rotlicht, Ultraschall oder eine Elektrotherapie („Transkutane Elektrische Nervenstimulation“, kurz: TENS). Sehr wohltuend ist es zum Beispiel, wenn die schmerzenden Hände in ein warmes Rapsbad getaucht werden: Hierfür werden etwa 2,5 Kilo Rapssamen aus kontrolliert biologischem Anbau in einem geeigneten Gefäß (z.B einer Auflaufform mit hohem Rand) auf maximal 45 – 50 °C erwärmt, wobei die genaue Temperatur nach dem persönlichen Wohlbefinden ausgesteuert werden sollte. Sind die Rapssamen erwärmt, hat ein solches Bad einen doppelten Effekt: Zum einen ist es eine Wohltat für empfindliche Gelenke, wenn sie „eintauchen“, zum anderen können steif gewordene bzw. nur noch eingeschränkt bewegliche Gelenke mobilisiert werden, denn da Haut und Gewebe um das gesamte Gelenk herum durch die Wärme geschmeidiger werden, fällt die Bewegung leichter.

Da gerade chronische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis aufgrund permanenter Schmerzen und teilweise massiven Bewegungseinschränkungen immer auch Auswirkungen auf die Psyche haben, sollte im Rahmen der Behandlung auch die Krankheits– und Schmerzbewältigung nicht außer Acht gelassen werden. Hier haben sich neben psychotherapeutischer Unterstützung eine Reihe von Entspannungstechniken bewährt, so zum Beispiel Yoga, autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Meditation. (nr)

Advertising