Hautwucherung – Arten und Behandlung

Warzen auf der Innenseite einer Hand

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Die Bezeichnung „Hautwucherung“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hauterscheinungen, die durch eine Vermehrung von Hautgewebe entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Warzen, Fibrome, Lipome, Pigmentnävi, Keratoakanthome und die Keratose. Auch Krebserkrankungen der Haut wie das maligne Melanom oder das Basaliom können den Hautwucherungen zugeordnet werden. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um gutartige Gebilde, die ausschließlich als kosmetisch störend empfunden werden. Es ist aber auch möglich, dass die gutartigen Hautwucherungen das gesunde Wachstum des umliegenden Gewebes beeinträchtigen.


Anatomie und Physiologie der Haut

Um die Hauterscheinungen zu verstehen, ist es hilfreich, den grundlegenden Aufbau der Haut zu kennen. Schließlich ist die Haut mit einer Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern das größte Organ des Körpers. Man unterteilt die äußere Haut in insgesamt drei Schichten. Die Oberhaut (Epidermis), die sogenannte Lederhaut (Dermis) und die Unterhaut, welche im Fachjargon als Subcutis bezeichnet wird. Betrachtet man die Dermis und die Epidermis, so spricht man von der sogenannten „Cutis“. Die Epidermis besteht aus einem mehrschichtigen, verhornenden Plattenepithel. In der Dermis finden sich dagegen vorwiegend Bindegewebsfasern, wohingegen die Subcutis aus Binde- und Fettgewebe gebildet wird.

Die Haut schützt uns nicht nur vor Wärmeverlust. Sie dient auch der Aufnahme von Sinnesreizen. So nehmen wir über die Haut Wärme, Kälte, Schmerz, Berührungs- und Druckreize wahr. Sie fungiert ferner als Grenzorgan und soll das Eindringen von Krankheitserregern verhindern.

Fibrome und Lipome sind nur zwei weitere Ausprägungen von Hautwucherungen, die weit verbreitet sind. (Bild: mjowra/fotolia.com)

Häufigste Hautwucherungen

Zu den häufigsten Hautwucherungen gehören Warzen. Aber auch Fibrome und Lipome sind weit verbreitet.

Warzen

Es handelt sich hierbei um harmlose Geschwülste der oberen Hautschicht, der sogenannten Epidermis. Sie sind entweder komplett flach oder leicht erhaben. Ursache der Warzenbildung ist zumeist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) vom „Low-risk-Typ“.

Die Ansteckung erfolgt am häufigsten per Kontaktinfektion, also durch Berührung eines infizierten Menschen. Die Viren können schon über kleinste Verletzungen der Haut und der Schleimhaut in den Körper eindringen. Darüber hinaus sind Schmierinfektionen über kontaminierte Alltagsgegenstände, wie beispielsweise gemeinsam benutzte Handtücher, möglich. Wer eine Warze aufkratzt, riskiert, dass sie sich auf der Haut weiter ausbreitet. Warzen sind zwar gutartig, werden aber vor allem bei weiter Ausbreitung als äußerst störend empfunden. Je nach Lokalisation können sie auch Schmerzen verursachen.

Es gibt verschiedene Warzentypen:

  • Stachelwarzen (vulgäre Warzen),
  • Plantarwarzen, auch Fußsohlenwarzen genannt,
  • Feigwarzen,
  • Dellwarzen,
  • Flachwarzen,
  • Pinselwarzen,
  • Alterswarzen.

Fibrome

Das Fibrom wird in der Umgangssprache auch als Stielwarze bezeichnet, obwohl es sich aus medizinischer Sicht nicht um eine Warze handelt. Vielmehr ist das Fibrom eine Geschwulst, die durch das übermäßige Wachstum der Fibrozyten entsteht. Fibrozyten sind Zellen des Bindegewebes. Grundsätzlich kann zwischen einem weichen und einem harten Fibrom unterschieden werden. Weiche Fibrome zeigen sich vor allem an der Leiste, in den Achselhöhlen oder unterhalb der Brüste. Die hautfarbenen Bindegewebswucherungen sind oft gestielt und je nach Größe an ihrer Oberfläche leicht gefältelt.

Harte Fibrome sind hingegen eher grau-bräunlich gefärbt. Ihre Oberfläche ist entweder leicht erhaben oder etwas eingesunken. Ein hartes Fibrom lässt sich mithilfe des sogenannten Fitzpatrick-Zeichens leicht von einem Leberfleck unterscheiden. Sinkt die Hautwucherung beim Zusammendrücken des Bereichs rund um die Hauterscheinung in die Haut ein, so handelt es sich um ein Fibrom und nicht um einen Leberfleck.

In selteneren Fällen wachsen Fibrome im Bereich der Schleimhäute, also zum Beispiel auf dem Zahnfleisch oder auf der Innenseite der Wangen. Unabhängig von der Lokalisation bereiten Fibrome, sofern sie nicht verletzt werden, keinerlei Schmerzen.

Lipome

Das Lipom ist ebenfalls ein gutartiger Tumor der Haut. Er geht von den Fettgewebszellen (Adipozyten) aus und kann eine beachtliche Größe erreichen. 15 bis 20 Prozent aller Lipome treten im Hals- und Kopfbereich auf. Auch Schulter und Rücken sind häufig betroffen. Bis zu 50 Prozent aller Lipome haben ihren Ursprung in der Unterhaut. Die Ursachen ihrer Entstehung sind bis heute noch nicht vollständig geklärt.

Pigmentnävi

Bei einem Pigmentnävus handelt es sich um eine gutartige Fehlbildung der Haut. Diese Hautwucherung wird auch als Melanozytennävus oder melanozytärer Nävus bezeichnet. Umgangssprachlich ist ein Pigmentnävus auch als Leberfleck oder Muttermal bekannt. Die Hauterscheinung weist durch die Einlagerung von pigmentbildenden Melanozyten eine braune oder zumindest bräunliche Farbe auf. Es gibt verschiedene Unterarten von Pigmentnävi. Dazu gehören unter anderem:

  • Lentigenes,
  • Mongolenflecken,
  • der blaue Nävus,
  • der Junktionsnävus.

Entwickelt sich aus den Melanozyten ein bösartiger Tumor, spricht man von einem Melanom.

Melanom

Das maligne Melanom, auch als schwarzer Hautkrebs bekannt, ist die Hautkrankheit, die am häufigsten tödlich verläuft. Weltweit steigt die Anzahl der Neuerkrankungen stetig an. Mithilfe der ABCDE-Regel können verdächtige Pigmentflecken identifiziert werden:

  • A(Asymmetry): Der Pigmentfleck ist nicht symmetrisch.
  • B(Border): Das Muttermal ist unregelmäßig oder unscharf begrenzt.
  • C(Colour): Der Pigmentfleck weist eine Mehrfarbigkeit auf.
  • D(Diameter): Das Mal ist größer als fünf Millimeter.
  • E(Evolution): Der Pigmentfleck ist neu und innerhalb kurzer Zeit entstanden.

Treffen zwei dieser fünf Kriterien zu, rät der Hautarzt in der Regel zu einer präventiven Entfernung des Mals.

Die genauen Ursachen des malignen Melanoms sind unbekannt. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung der bösartigen Hautwucherung begünstigen können:

  • frühere bösartige Erkrankungen,
  • helle Haut, rote und blonde Haare sowie blaue Augen,
  • viele Muttermale,
  • exzessive Sonnenbäder,
  • Melanome innerhalb der Familie,
  • Sommersprossen.

Basaliom

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist ebenfalls eine bösartige Hautwucherung. Sie entwickelt sich aus den Basalschichten der Oberhaut und den Haarfollikeln. Ein Basaliom entsteht bevorzugt an Stellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Dazu gehören vor allem Stirn, Nase und Ohren. Der Hauttumor kann als bräunlich-grauer oder rötlich-gelber Knoten in Erscheinung treten. Auch rötliche Herde mit feiner Schuppung sind möglich. Ebenso gibt es Varianten, die porzellanweiß oder weißlich-gelblich erscheinen.

Die pigmentierte Form des Basalioms kann leicht mit einem Melanom verwechselt werden. Im Gegensatz zum Melanom bildet das Basaliom nur äußerst selten Metastasen. Es kann aber infiltrierend wachsen und so das umliegende Gewebe stark schädigen. Der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung eines Basalioms ist die häufige und vor allem langjährige Einwirkung von Sonnenstrahlen. Deshalb sind besonders oft Menschen betroffen, die viel draußen gearbeitet haben.

Aktinische Keratose

Auch die aktinische Keratose wird vor allem durch langjährige und intensive UV-Strahlung hervorgerufen. Die frühe Form der Hautwucherung zeigt sich durch sehr kleine, rötliche Hautläsionen, die unscharf begrenzt sind. Im fortgeschrittenen Stadium vermehren sich vor allem die Hornhautzellen, sodass die Hautstellen weiß erscheinen und verhärten. Später sehen die Hautwucherungen wie höckrige Warzen aus und fühlen sich rau an. In diesem Erkrankungsstadium sind größere Hautareale betroffen. Die aktinische Keratose gilt als sogenannte Präkanzerose. Das bedeutet, dass aus der Krankheit häufig Hautkrebserkrankungen hervorgehen. Schätzungen zufolge basieren mehr als die Hälfte aller Plattenepithelkarzinome auf einer aktinischen Keratose.

Keloid

Auch das Keloid ist eine Hautwucherung. Der gutartige Tumor ist durch ein überschießendes Wachstum der Fibroblasten charakterisiert und tritt vor allem nach Verletzungen oder Operationen als gestörter Heilungsprozess auf. Das Keloid ist wulstförmig erhaben und von zartrosa bis zu tiefroter Farbe. Gelegentlich können juckender Hautausschlag, Sensibilitätsstörungen und Berührungsempfindlichkeiten auftreten.

Hautwucherungen behandeln

Die Behandlung der Hautwucherung hängt natürlich immer von der Ursache ab. Während einige Hautwucherungen nicht zwingend behandelt werden müssen, ist vor allem bei den bösartigen Erkrankungen eine rasche Therapie wichtig.

Die Kryotherapie ist eine Möglichkeit, Warzen zu behandeln. Sie werden hierzu mit flüssigem Stickstoff oder einem anderen Kühlmittel vereist. (Bild: kamasigns/fotolia.com)

Kryotherapie und Co. – die Warzenbehandlung

Wenn es der körpereigenen Immunabwehr gelingt, die krankheitsauslösenden Viren zu eliminieren, verschwinden die Warzen von selbst. Doch dies ist nicht immer der Fall. Wenn eine Warze tief in das Gewebe ragt, kann sie unter lokaler Betäubung ausgeschabt werden. Auch eine Entfernung mit dem Verfahren der Elektrokoagulation ist möglich. Unter lokaler Betäubung wird hier die betroffene Hautstelle verschmort. Warzen lassen sich ferner mit einem Laser entfernen. Dabei ersetzt der Laser das Skalpell. Allerdings kann es hierbei, ebenso wie bei der Entfernung mit einem scharfen Löffel, zu Schmerzen und Narbenbildung kommen.

Bei der Kryotherapie wird die Warze hingegen mit flüssigem Stickstoff oder einem anderen Kühlmittel vereist. Diese Methode kommt vor allem bei oberflächlichen Warzen zum Einsatz. Für den Heimgebrauch eignen sich auch Keratolytika wie Salicylsäure. Salicylsäurehaltige Pflaster oder Tinkturen weichen die oberflächlichen Schichten der Warze auf, sodass sie anschließend abgelöst werden kann. Allerdings eignet sich diese Anwendungsform nicht für Warzen im Gesicht oder im Genitalbereich.

Hausmittel gegen Warzen

Zur Behandlung von Warzen gibt es zahlreiche Hausmittel. Eines dieser Hausmittel ist Rizinusöl, das mehrmals am Tag auf die betroffenen Stellen gerieben wird. Seit Jahrhunderten gilt ferner der Saft des Schöllkrautblatts als Warzenheilmittel. Wer kein Schöllkrautblatt zur Verfügung hat, kann auch aus Schöllkraut-Urtinktur und einer einfachen Cremebasis eine eigene Warzencreme herstellen. Oft wird auch der Stängelsaft des Löwenzahns für die äußerliche Warzenanwendung empfohlen. Zu den weiteren bekannten Hausmitteln gehören Auflagen mit Schwedenbitter und Wolfsmilch sowie ätherisches Teebaumöl oder Ringelblumensalbe.

Eine Eigenbluttherapie hilft dabei das Immunsystem zu stärken und hilft somit indirekt auch gegen Warzen. (Bild: pixelstore/fotolia.com)

Generell sollte aber berücksichtigt werden, dass die Warzen durch Viren hervorgerufen werden. Deshalb ist es wichtig, das Immunsystem im Kampf gegen die Erreger zu unterstützen. Ratsam ist eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Vitalstoffgehalt. Auch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und verschiedene naturheilkundliche Verfahren, wie beispielsweise eine Hydrotherapie nach Pfarrer Kneipp oder eine Eigenbluttherapie, können die körpereigenen Abwehrkräfte stärken.

Fibrome behandeln

Aus medizinischer Sicht ist eine Behandlung dieser Hautwucherungen nicht zwingend notwendig. Wenn die Stielwarzen jedoch als störend empfunden werden, kann sie der Arzt unter lokaler Betäubung chirurgisch entfernen. Keinesfalls sollte man die Hauterscheinungen selbst abschneiden, da sie bei dieser Selbstbehandlung stark bluten können.

Aus naturheilkundlicher Sicht sollte beachtet werden, dass ein Fibrom auch ein Zeichen einer Übersäuerung des Bindegewebes sein kann. Hier gilt es, den Stoffwechsel zu entlasten. Dazu eignet sich vor allem eine basenüberschüssige Ernährung. Auch eine Basenkur kann sinnvoll sein. Zu den basenhaltigen Lebensmitteln gehören vor allem Gemüse, Salate und Obst. Auch ungeschwefeltes Trockenobst und Nüsse wie Macadamia, Pistazien oder Walnüsse werden basisch verstoffwechselt. Säurebildner sind hingegen alle Produkte, die tierisches Eiweiß enthalten. Dazu zählen unter anderem Fisch, Fleisch, Käse, Milchprodukte und Eier. Alkohol, Limonaden und alle Produkte, die Zucker und Weißmehl enthalten, sorgen ebenfalls dafür, dass vermehrt Säuren anfallen.

Die Behandlung von Lipomen

Auch beim Lipom ist eine Therapie nur dann erforderlich, wenn es als unästhetisch empfunden wird, schmerzt oder sehr groß ist. Therapie der Wahl ist die operative Entfernung unter örtlicher Betäubung. Ebenso steht die Liposuktion (Fettabsaugung) als Therapieverfahren zur Verfügung.

Außerdem gibt es einige naturheilkundliche Maßnahmen, die bei Lipomen hilfreich sein können. In der Naturheilkunde gilt die Vermutung, dass der Körper in dem Lipom Stoffwechselendprodukte ablagert, die er nicht loswerden kann. Ebenso wie bei den Fibromen ist hier eine Entsäuerung des Körpers in Form einer Basenfasten- oder Heilfasten-Kur zu empfehlen. Die Ausscheidungskapazität des Körpers kann im Rahmen einer Entgiftung oder Ausleitung verbessert werden. Dazu eignen sich zum Beispiel Teezubereitungen oder Tinkturen, welche die Ausscheidungsorgane stärken. Bekannte Heilpflanzen zur Ausleitung und Entgiftung sind:

  • Brennnessel,
  • Löwenzahn,
  • Birke,
  • Goldrute,
  • Kardamom,
  • Kreuzkümmel,
  • Bärlauch.

Die Therapie von bösartigen Hautwucherungen

Bei Verdacht auf ein Melanom oder ein Basaliom sollte unmittelbar ein Hautarzt aufgesucht werden. Je schneller die Therapie beginnt, desto besser stehen die Heilungschancen. Die wichtigste Behandlungsform ist die chirurgische Entfernung des Hauttumors. Bei der Entfernung achtet der Chirurg beziehungsweise die Chirurgin auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand von einem bis zwei Zentimetern. Ab einer Tumordicke von 0,75 bis 1 Millimeter werden zudem die sogenannten Wächterlymphknoten entfernt. Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, sind die Chancen auf Heilung eher gering. Zur Verlängerung der Lebenszeit kommen unter anderem Chemotherapien und Strahlentherapien zum Einsatz.

Die Keloidtherapie

Die Therapie von Keloiden hat sich in der Praxis als sehr schwierig erwiesen. Die alleinige chirurgische Entfernung ist nicht sinnvoll, da sich im Narbenbereich nach der OP häufig erneut ein Keloid bildet. Um ein Rezidiv zu verhindern, erhalten die Patienten ferner Corticosteroide. Die lokale Injektion von Corticosteroiden ist derzeit die geläufigste Methode zur Behandlung von Keloidnarben. Das Medikament soll die überschießende Kollagenproduktion in den Hautzellen bremsen. Auch lokal wirkender Druck kann im Rahmen einer Kompressionsbehandlung nach einer längeren Therapiedauer zu einer Verkleinerung der Narbe führen.

Zur natürlichen Narbenbehandlung eignet sich zudem die Veilchencreme nach Hildegard von Bingen. Sie enthält neben dem frischen, blühenden Veilchenkraut auch ätherisches Rosenöl. Zur Narbenpflege können ebenso andere ätherische Öle wie Lavendel, Zistrose, Geranie oder Kamille verwendet werden. Ein weiteres Hausmittel ist Apfelessig. Das Keloid sollte hierbei täglich zwei Minuten lang sanft mit Apfelessig massiert werden. Der Essig kann vor allem einer Hautreizung entgegenwirken. Eine entzündungshemmende und zugleich reinigende Wirkung wird Natron zugeschrieben.

Heilpflanzen für eine gesunde Haut

Verschiedene Heilpflanzen können sich allgemein positiv auf die Hautgesundheit auswirken. Eins dieser Gewächse ist die Aloe vera. Das frische Gel aus den Blättern der Pflanze wirkt immunstärkend und immunstimulierend. Es kann zudem die Wundheilung fördern.

Auch das Stiefmütterchen (Viola arvensis) ist als Hautpflanze bekannt. Zur äußeren Anwendung werden drei Gramm getrocknetes Stiefmütterchenkraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehdauer von zehn Minuten kann der Sud dann für Auflagen oder Waschungen eingesetzt werden. Für einen möglichst hohen Wirkstoffgehalt empfiehlt es sich, das Kraut in Arzneibuchqualität zu beziehen. Entzündungshemmend, reizmildernd und zusammenziehend wirkt die Zaubernuss (Hamamelis). Sie enthält vor allem Gerbstoffe, Alkane und Aldehyde. Ebenso wie das Stiefmütterchen kann die Zaubernuss für Umschläge und Waschungen verwendet werden.

Die Phytotherapie ist eines der am häufigsten eingesetzten Therapieverfahren bei der Behandlung von Hautwucherungen. (Bild: chamillew/fotolia.com)

Wie innen, so außen

Die Naturheilkunde steht immer auch für eine ganzheitliche Betrachtung einer Erkrankung. Generell gilt hier der Grundsatz: „Wie innen, so außen!“. Schon Paracelsus und Hippokrates waren der Meinung, dass Hautprobleme mit krankhaften Prozessen im Inneren in Verbindung stehen. Eine rein äußerliche Behandlung genügt deshalb den Ansprüchen der traditionellen Heilkunde nicht. Eine Behandlung von Hautwucherungen bezieht im Idealfall immer den gesamten Körper ein. Häufig eingesetzte Therapieverfahren sind:

Aus psychosomatischer Sicht ist die Haut unsere äußere Hülle. Sie grenzt das eigene Ich von der Außenwelt ab und schützt vor äußeren Einflüssen. Stress, Anspannung und verschiedene andere psychische Faktoren können diese Schutzhülle schwächen und anfällig für krankhafte Veränderungen machen. Entspannende Therapieverfahren wie Autogenes Training, die Progressive Muskelrelaxation, Yoga oder Meditation können zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Balance verhelfen. Dies spiegelt sich dann zumeist auch im Äußeren wider. (fp)

Dipl. Geogr. Fabian Peters
Quellen:
  • Kurzlehrbuch Dermatologie, 2. aktualisierte Auflage
  • Gutartige Hauttumoren – ein Überblick
  • Cutaneous warts (common, plantar, and flat warts)
  • S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms
  • Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie, 6. Auflage
  • Basalzellkarzinome (Basaliome)
  • Hautkrebsvorstufe Aktinische Keratose
  • Warzen
  • Hautkrebs
  • RKI-Ratgeber Humane Papillomviren
  • Leitlinie Narben (hypertrophe Narben und Keloide)