Entschlackungskur

Susanne Waschke

Eine Entschlackungskur bedeutet, den Körper von Stoffen zu befreien, die sich als sogenannte Schlacken eingelagert haben. Eine Entschlackung kann dabei helfen, den Körper von zugefügten Giften zu befreien. Eine Entschlackung kann zu Beispiel dabei helfen, die Leber zu entgiften. Das Entschlacken gehört zu den klassischen Naturheilverfahren. Die Schulmedizin lehnt das Entschlacken als unwissenschaftlich und als nicht nachweisbares Verfahren ab, wenn gleich bereits erwiesen ist, dass Ansammlungen von Cholesterin, Kalk, Uratkristalle und anderen Stoffen zu schweren Erkrankungen führen können.

Wie Schlacken entstehen

Schlacken können entstehen durch falsche Ernährung, ungenügendes Kauen, Medikamente, Konservierungsstoffe, Denaturierte Nahrungsmittel, Umweltgifte, Pollen, Schimmelpilze, Hausstaub, Chemikalien (z.B. in Möbeln, Teppichen, Farben, Lacken, Farben) oder aber Amalgam in Zahnfüllungen. Auch Alkohol und Nikotin tragen zur vermehrten Bildung von Schlacken bei, ebenso wie Bewegungsmangel, Flüssigkeitsmangel, Stress, Ärger oder Angst. Die Schlackenstoffe lagern sich an den unterschiedlichsten Stellen im Körper, wie den Gelenken, dem Gewebe, der Darmschleimhaut, den Gefäßen und den Organen, ab.

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Brennnesseltee (Urtica dioica)
Brennnesseltee ist zur Entschlackung gut geeignet. Bild: Finanzfoto/fotolia.com

Wie sich Schlacken bemerkbar machen

Bei einer Anhäufung von Schadstoffen im Körper können folgende Symptome entstehen:

Kopfschmerzen
Verstopfung
Bauchschmerzen
Durchfall
– Ungenügende Abwehr
– Unlust
– Schlafstörungen
– Ständige Müdigkeit
– Leistungsmangel
Innere Unruhe
– Konzentrationsschwäche (vor allem bei Kindern)

Unbehandelt entwickeln sich daraus eventuell Krankheiten wie Allergien, chronische Infekte, rheumatische Erkrankungen, Diabetes, Gicht, Neurodermitis, Schuppenflechte oder das Burnout-Syndrom. Bei vorliegenden Beschwerden können bereits ernsthafte Erkrankungen vorliegen, weshalb immer auch ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte.

Maßnahmen zur Ausleitung der Schlacken

Bei einer Entschlackungskur, das heißt einer therapeutischen Behandlung zur Ausleitung der im Körper befindlichen Schadstoffe, sind vor allem folgende Organe von Bedeutung: Nieren, Leber, Haut, Darm und Lymphe. Das Ziel einer Entschlackungskur ist es, zuerst alle Schlacken im Körper zu lösen und diese dann im Anschluss daran über die genannten Organe auszuleiten beziehungsweise diese Organe durch gezielte Therapie zu entgiften.

1. Niere
Das Entschlacken über die Niere erfolgt größtenteils durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Werden im Körper Schadstoffe gelöst, so müssen diese auch durch genügend Wasser ausgeschwemmt werden, da sie sich sonst an anderen Körperstellen wieder neu einlagern können und sich daraus eventuell massivere Symptome entwickeln.
Die Mindestmenge an Flüssigkeit errechnet sich mit der Formel Körpergewicht x 35/1000 = Liter Neutralflüssigkeit am Tag, das sind bei einem 70 kg schweren Menschen circa 2,45 Liter am Tag. Unter Neutralflüssigkeit ist ausschließlich Wasser ohne Kohlensäure zu verstehen.

Um die Ausscheidung der Nieren noch zusätzlich zu unterstützen werden die verschiedensten Kräuter eingesetzt. Teerezepturen, Extrakte oder Urtinkturen aus harntreibenden Pflanzen, wie zum Beispiel Brennnessel, Goldrute, Petersilie, Schachtelhalm, Bärentraube und Schachtelhalm kommen hier zum Einsatz. Die Wirkung der Kräuter kann durch Einnahme zu bestimmten Tageszeiten, wie es die chinesische Medizin vorsieht, zusätzlich unterstützt werden. So hat die Niere ihre Hauptzeit zwischen 17.00 Uhr und 19.00 Uhr.

2. Leber
Die Leber ist das wichtigste und größte Entgiftungsorgan im Körper. Die Leber bereitet das vor, was anschließend über die Niere ausgeschieden wird. Ist unser Körper zu sehr verschlackt, wird die Leber in ihrer Arbeit überfordert. So betrachtet die Naturheilkunde ständige Müdigkeit auch als „Schmerz der Leber“.

Um die Leber zu entgiften, setzt die naturheilkundliche Behandlung außerdem auf Bitterstoffe. Diese sind enthalten in Nahrungsmitteln, wie Rucola, Chicorée, Radicchio und den Kräutern Löwenzahn und Brennnessel. Die Pflanzen Mariendistel und Goldrute helfen ebenfalls beim Leber entgiften. Die Mariendistel wirkt schützend, stärkend und entgiftend auf die Leber, die Goldrute hat in erster Linie einen harntreibenden Effekt, wird jedoch bei Entgiftungstherapien der Leber häufig mit eingesetzt. Die Hauptzeit der Leber ist zwischen 1.00 Uhr und 3.00 Uhr nachts, das heißt Mittel, die der Leber helfen sollen, werden am besten am Abend eingenommen.

3. Haut
Die Haut, unser größtes Organ, gehört ebenso zu den Ausscheidungsorganen. Der Ausscheidungsprozess der Haut wird in erster Linie durch Wasser-Trinken unterstützt. Kneippsche Güsse, Bürstenmassagen und Saunagänge sind ebenso Möglichkeiten, um die Hautdurchblutung anzuregen und Schlacken nach außen zu bringen. Darüber hinaus regen auch Solebäder den Körper an, Schadstoffe über die Haut auzuleiten.

4. Darm
Der Darm spielt bei der Abwehr eine große Rolle. 70 Prozent der Abwehrzellen befinden sich im Darm. Schlacken im Darm behindern die Abwehr, daraus entwickeln sich vor allem Infektanfälligkeiten und Allergien. Bedauerlicherweise wird dem Darm oftmals viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Eine ballaststoffreiche Nahrung mit großen Mengen an Obst und Gemüse wirkt sich positiv auf die Darmschleimhaut aus. Sauerkrautsaft oder frisches Sauerkraut hat einen äußerst positiven Einfluss auf die Darmflora. Um Gifte aus dem Darm zu leiten, wird häufig Heilerde angewandt. Diese hat die Gabe, Gifte zu binden und sie anschließend auf dem natürlichen Wege auszuschwemmen. Auch Präparate aus Vulkangestein sind in der Lage Schadstoffe an sich zu binden und auszuleiten.

5. Lymphe
Die Lymphe ist ein sogenanntes Drainagesystem, das vor allem großmolekulare Stoffe aufnimmt. Die von den Lymphgefäßen aufgenommene Zwischenzellflüssigkeit wird großteils in den Lymphknoten gereinigt. So stellt die Lymphe ein wichtiges Ausleitungssystem des Körpers dar. Pflanzen, wie zum Beispiel Löwenzahn, Ringelblume, Schöllkraut und Kermesbeere kommen zur Entlastung der Lymphe zum Einsatz. Außerdem unterstützten Lymphdrainagen die Ausleitung angefallener Schadstoffe.

Zusätzliches zur Entschlackungskur

Begleitend zur Entschlackungskur empfehlen Heilpraktiker viel Obst und Gemüse, Gemüse am besten leicht gedünstet und nicht roh, kein Salat zum Abendessen (durch Rohkost Behinderung der Verdauung – Gärung) am Abend am besten gedünstetes Gemüse, leichte Suppen, Reis, Nudeln, Getreidegrützen wenig Fleisch und Wurst (oder gar nicht), Süßes meiden, kein Alkohol. wenig oder besser keinen Kaffee, keinen schwarzen Tee, viel Bewegung, frische Luft, Entspannungsübungen wie Yoga oder Progressive Muskelrelaxation. Zudem sollte auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden.

Eine Entschlackungskur kann durch Ausleitverfahren, wie Schröpfen, Massagen, Baunscheidtieren (Hautreiztherapie, bei der die Haut leicht angeritzt und anschließend ein Öl aufgetragen wird) und Cantharidenpflaster (ein Pflaster, getränkt mit dem Extrakt der „spanischen Fliege“, bewirkt Hautreizungen) unterstützt werden. (sw)