Zysten – Ursachen, Symptome und Therapie

Das Wort Zyste kommt aus dem Griechischen. Dort bedeutet Kystis so viel wie Blase oder auch spezifisch Harnblase. Die hier vorgestellten Zysten dürfen trotz der Namensgleichheit nicht mit dem Ausscheidungsorgan verwechselt werden, obwohl morphologische Ähnlichkeiten bestehen. Sie bestehen – vereinfacht gesagt – aus einem Hohlraum, in dem sich Flüssigkeit befindet. Außen werden sie von einer Kapsel umgeben, die aus Epithelgewebe besteht. Diese Gewebeart bildet das Oberflächengewebe, das die Organe bedeckt und gegen die Umgebung abgrenzt.

Zysten sind in sich abgeschlossene Gebilde. Sie besitzen keinen Ausführungsgang, sodass die enthaltene Flüssigkeit nicht abfließen kann. Ihre Größe kann deutlich variieren. Sie reicht von wenigen Millimetern bis zur Faustgröße. In seltenen Fällen sind Durchmesser von 20 Zentimeter und mehr möglich. Sie kommen als einzelnes Gebilde vor, können aber auch in mehrere Kammern unterteilt sein. Der flüssige Inhalt kann sich aus verschieden Substanzen zusammensetzen und neben Gewebeflüssigkeit auch Harn, Blut, Eiter und Talg enthalten. Je nach Zusammensetzung reicht die Konsistenz des Inhaltes von flüssig bis fest.

Zysten sind in sich abgeschlossene Gebilde, welche keinen Ausführungsgang besitzen, aus dem die enthaltene Flüssigkeit abfließen kann. (Bild: Waraporn/fotolia.com)

In der Regel sind Zysten harmlos und stellen lediglich ein kosmetisches Problem dar. Bei Unsicherheit über die Herkunft und Art von Geschwülsten sollte aber auf jeden Fall ein Arzt zur Abklärung konsultiert werden.

Arten von Zysten

Medizinisch werden Zysten in zwei Hauptgruppen unterteilt. Die „echten Zysten“ sind – wie oben schon beschrieben – von einer Epithelhülle umgeben. Sie können überall im Körper vorkommen und lassen sich in verschiedene Zystentypen einordnen. Zu ihnen gehören die sogenannten Epidermal- oder Follikelzysten, die weit verbreitet sind. Fast jeder hat mit diesen ein bis drei Zentimeter großen, kugeligen Gebilden in der Haut schon einmal Bekanntschaft gemacht.

Viele kennen auch Milien. Das sind winzige, ein bis drei Millimeter große Gebilde, die sich als weißlich-gelbe Körnchen an Wangen und Schläfen einnisten. Sie treten häufig bei Kleinkindern und Jugendlichen auf, können aber auch Erwachsene befallen. Sie haben kein pathogenes Potential. Aufgrund ihrer exponierten Lage können sie für die Betroffenen aber ein erhebliches kosmetisches Problem darstellen. Darüber hinaus können echte Zysten in den verschiedensten Größen, Ausprägungen und Varianten fast überall vorkommen. Die häufigsten Typen sind in der folgenden Aufzählung zu sehen:

  • Nierenzysten,
  • Leberzysten,
  • Eierstockzysten (Ovarialzysten),
  • Zysten in der Kniekehle (Baker-Zyste),
  • Schilddrüsenzysten,
  • Zysten in den Drüsen am Augenlid,
  • Talgdrüsenzysten der Haut,
  • Zysten in der Brust,
  • Knochenzysten,
  • Zahnwurzelzysten.

Von den echten Zysten müssen die sogenannten Pseudozysten unterschieden werden. Sie sind nicht von epithelialem Zellgewebe, sondern von einer dünnen Bindegewebsschicht umgeben. Sie entstehen meistens infolge von degenerativen oder entzündlichen Prozessen. Ein typisches Beispiel dafür sind Zysten an der Bauchspeicheldrüse, die sich aufgrund einer Pankreatitis entwickeln.

Auch die Mukozele (Schleimhautzyste) gehört zu diesem Typus. Sie bildet sich, wenn Speicheldrüsen verletzt werden und ihre Flüssigkeit nicht mehr abgeben können. Durch den Flüssigkeitsstau entwickelt die Speicheldrüse eine Zyste als eine Art Überlaufbecken. Dieser Mechanismus betrifft häufig die Mundschleimhaut, wenn ein unbedachter Biss die Drüsen schädigt. Pseudozysten können auch durch Parasiten oder Infektionen verursacht werden. Die nachfolgenden Kapitel beschäftigen sich ausschließlich mit echten Zysten.

Ursachen, die zur Ausbildung einer Zyste führen

Die Bildung von Zysten kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entstehen sie, weil Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe nicht oder nur unzureichend abfließen können. Das kommt relativ oft in der Haut vor, wenn die Talgdrüsen verstopft sind. Auch Zysten in der Brust gehören in diese Kategorie. Sie werden durch eine Verstopfung der Milchgänge hervorgerufen.

Zysten können sich auch infolge einer Krankheit bilden wie zum Beispiel bei einer Mukoviszidose. Das ist eine seltene Erbkrankheit, bei der der Sekretstoffwechsel in allen Drüsen, die Schleim produzieren, gestört ist. Die Sekrete enthalten zu wenig Wasser und werden zähflüssig. Die Folge sind sehr starke Funktionseinschränkungen in den verschiedensten Organen, besonders in der Lunge. Dort bilden sich durch den zähen Schleim Zysten im Lungengewebe.

Ovarial-, Hoden- und manche Brustzysten haben eine hormonelle Ursache. Dieser Zusammenhang ist sehr eindrucksvoll bei den Eierstockzysten zu beobachten. Die meist kirschgroßen Gebilde entstehen im Rahmen von hormonellen Umstellungen in der Pubertät und in den Wechseljahren. Mit dem Ende der Hormonumstellung verschwinden sie wieder. Übergewicht kann ihre Entstehung begünstigen.

Sogenannte Schokoladenzysten entstehen infolge einer Endometriose. Das ist eine Erkrankung, bei der butterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Es kann sich, vermischt mit geronnenem Blut, in einem Hohlraum sammeln, der wegen der Braunfärbung als Schokoladenzyste bezeichnet wird.

Leberzysten können zwei verschiedene Ursachen haben. In unseren Breitengraden sind meist Entwicklungsstörungen bestimmter Gewebe im Mutterleib schuld an ihrer Entstehung. Seltener sind sie Folge des Befalls mit dem Fuchsbandwurm, welcher eine gefährliche Wurmerkrankung auslösen kann, die Echinokokkose. Sie betrifft die Leber, kann aber auch andere Organe beeinträchtigen. Unbehandelt kann sie zum Tod führen.

Einzelne Zysten in der Leber sind meist harmlos. Anders sieht es allerdings mit der sogenannten Zystenleber (polyzystische Lebererkrankung) aus. Sie entsteht meist auf der Basis der autosomal dominant vererbten, polyzystischen Nierenerkrankung. In 75 Prozent der Fälle befällt diese auch die Leber. Eine Zystenleber stellt wegen der großen Raumforderung durch die zahlreichen Zysten eine ernsthafte Erkrankung dar. Das Gleiche gilt dementsprechend auch für die Zystenniere (polyzystische Nierenerkrankung).

Eine weitere Erkrankung, die mit einer vermehrten Zystenbildung einhergeht, ist das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS). Es entsteht durch hormonelle Störungen, bei denen vor allem der Anstieg des Androgenspiegels (männliche Geschlechtshormone) auffällt. Daraus resultiert die Zunahme der Körperbehaarung. Ein weiteres Kennzeichen der Erkrankung ist, wie der Name schon vermuten lässt, das Vorkommen vieler Zysten. Bei mindestens acht Zysten mit einem Durchmesser von maximal zehn Millimetern und einer Vermehrung des Stützgewebes sprechen Mediziner von PCOS.

Die Krankheit betrifft vor allem junge Frauen im gebärfähigen Alter. Ihre Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Mediziner nehmen an, dass sie vererbt wird, da familiäre Häufungen zu beobachten sind. Übergewicht erhöht das Erkrankungsrisiko. PCOS ist häufig mit einer Insulinresistenz verbunden. Dabei funktionieren die Rezeptoren, die für die Aufnahme von Glukose aus dem Blut verantwortlich sind, nicht richtig. Es entsteht eine diabetische Situation, die die Symptome des polyzystischen Ovarialsyndroms verschlimmern kann.

In seltenen Fällen können Zysten im Gehirn vorkommen. Sie fallen im Rahmen eines MRT auf, da sie symptomlos sind. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Symptome

Einzelne Zysten sind in der Regel harmlos und verursachen keine Symptome. Das ist auch der Grund, warum sie oft unentdeckt bleiben. In den inneren Organen werden sie meistens nur zufällig im Rahmen von ärztlichen Routineuntersuchungen entdeckt. Noch seltener werden Zysten im Gehirn gefunden, wenn sie symptomlos sind. Sie können im Rahmen der Diagnostik durch eine MRT (Magnetresonanztomographie) auffallen. Diese Untersuchung gehört aber nicht zu routinemäßigen Kontrollen und wird nur bei bestimmten Indikationen angewendet. Auf diese Weise bleiben Zysten im Gehirn oft unentdeckt. Ähnlich ist die Situation, wenn die Zähne oder der Kiefer betroffen sind. Zysten in diesem Bereich werden meist nur identifiziert, wenn der Zahnarzt im Rahmen seiner Diagnostik ein Röntgenbild anfertigt.

Ob eine Zyste Symptome hervorruft, hängt davon ab, wo sie sich befindet, wie groß sie ist und wie sie sich im jeweiligen Gewebe verhält. Ovarialzysten neigen zum Platzen und können dann Blutungen hervorrufen und akute Bauchschmerzen und Unterleibsschmerzen verursachen. Meistens verschwinden diese Symptome sehr schnell wieder. Manche Eierstockzysten produzieren auch Östrogene, die zu Schmierblutungen führen können.

Sehr große Zysten können so raumfordernd sein, dass sie das umliegende Gewebe beeinträchtigen, was je nach Lage schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann. Im Gehirn können Seh- und Sprachstörungen auftreten. Auch motorische Beeinträchtigungen sind möglich. Bei einer ungünstigen Lage können Zysten die Ausführungsgänge von Organen versperren. Das kann zum Beispiel an der Nasennebenhöhle beobachtet werden, aber auch in der Bauchspeicheldrüse. Durch den Flüssigkeitsstau steigt das Risiko, dass sich Keime ansammeln und Infektionen hervorgerufen werden. Die Baker-Zyste in der Kniekehle kann sehr prall mit Flüssigkeit gefüllt sein, was häufig die Beweglichkeit einschränkt und Schmerzen verursacht.

Während einzelne Zysten selten Probleme bereiten, stellen die Zystenniere und die Zystenleber schwerwiegende Krankheitsbilder dar. Sie sind durch eine Vielzahl von Zysten gekennzeichnet, die die Funktion der beiden Organe schwer beeinträchtigen. Erste Symptome bei einer Zystenniere können Bluthochdruck, Blut im Urin und immer wiederkehrende Harnwegsinfekte sein. Außerdem vergrößert sich der Bauchumfang und es zeigen sich Schmerzen und Ziehen im Bauch.

Müdigkeit kann eine der Begleiterscheinungen sein, die durch eine Zystenniere ausgelöst wird. (Bild: baranq/fotolia.com)

Bei manchen Verlaufsformen kann das System die Funktionsstörungen lange kompensieren. Es treten keine Symptome auf, oft bis kurz vor dem endgültigen Versagen des Organs. Die eingeschränkte Nierenfunktion führt dazu, dass Abfallprodukte nicht mehr vollständig entsorgt werden. Sie vergiften den Körper allmählich und rufen weitere Symptome hervor. Das können allgemeine Krankheitszeichen wie Unwohlsein, Müdigkeit, Übelkeit und reduzierte Leistungsfähigkeit sein, aber auch spezifische Symptome wie die folgenden:

Das vermehrte Größenwachstum der polyzystischen Nieren kann auch dauerhafte oder intermittierende Schmerzen hervorrufen, die sich in der Regel seitlich am Oberkörper oder am Bauch lokalisieren.

Die Zystenleber zeigt ein ähnlich dramatisches Krankheitsbild. Der Verlauf unterscheidet sich allerdings, da die Leber den Funktionsverlust durch die Raumforderung länger kompensieren kann als die Niere. Erreicht die Vergrößerung ein kritisches Maß, können Symptome wie Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch auftauchen. Die Leber kann enorm wachsen und verdrängt allmählich Magen, Darm, Herz und Lunge. Das kann die folgenden Symptome hervorrufen:

Beim polyzystischen Ovarialsyndrom verursachen die zahlreichen Zysten und das vermehrte Stützgewebe eine Vergrößerung des gesamten Organs. Symptomatisch macht sich der gestörte Hormonhaushalt mit dem hohen Androgenspiegel durch die folgenden Kennzeichen bemerkbar:

  • verstärkte Körperbehaarung,
  • tiefere Stimmlage,
  • Vermännlichung der Körperstatur,
  • Vergrößerung der Klitoris,
  • Verkleinerung der Brust
  • und Hautunreinheiten.

Darüber hinaus leiden die betroffenen Frauen häufig an Unfruchtbarkeit und der daraus resultierenden psychischen Belastung.

Diagnostik

Da die Zysten meist unerkannt bleiben, ist die Diagnosestellung oft schwierig. Auftretende Beschwerden werden häufig nicht mit ihnen in Verbindung gebracht. Deshalb sollte bei Unklarheiten immer der Gang zum Arzt erfolgen, um festzustellen, ob die Beschwerden von einer Zyste kommen oder eine andere Ursache haben. Abhängig von der Schwere der Symptome kann der Arzt abwägen, ob weitere diagnostische Maßnahmen notwendig sind.

Besteht der Verdacht auf eine schwerwiegende Beeinträchtigung von Organfunktionen, können bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um den Sachverhalt zu klären. Das erste Mittel der Wahl ist die Ultraschalluntersuchung. Sie erlaubt einen schnellen Überblick über den Zustand der Organe im Bauchraum und im Thorax, eignet sich allerdings nicht für die Untersuchung des Gehirns. Dort können MRT und CT (Computertomografie) verwendet werden. Bei allen Diagnoseverfahren geht es im Endeffekt um zwei Dinge: Schwerwiegendere Ursachen für die Beschwerden sollen nach Möglichkeit ausgeschlossen und vorhandene Zysten genau nach Lage, Größe und Beeinträchtigung der Umgebung beurteilt werden. Das Ergebnis der Untersuchungen bestimmt maßgeblich, ob eine Therapie notwendig ist und wenn ja, welche angezeigt ist.

Therapie

Zysten, die keine Beschwerden verursachen, müssen aus medizinischer Sicht nicht behandelt werden. Sie werden nur regelmäßig kontrolliert, um eventuelle bösartige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Es gibt aber verschiedene Kriterien, die eine ärztliche Intervention notwendig machen. Aus medizinischer Sicht sind das Beschwerden, die in der Zyste selbst entstehen; zum Beispiel, wenn sie platzt. Häufiger sind es aber Symptome, die durch die zunehmende Raumforderung im umliegenden Gewebe oder in den Nachbarorganen verursacht werden. In manchen Situationen können auch kosmetische Gesichtspunkte einen ärztlichen Eingriff erforderlich machen, zum Beispiel bei Milien. In jedem Fall sollte die Vorgehensweise mit dem Arzt abgestimmt werden. Die Ärzte haben folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Abhängig vom Erscheinungsbild der Zyste, den Symptomen und den verursachenden Faktoren können entzündungshemmende, kortisonhaltige Medikamente und hormonelle Präparate eingesetzt werden.

Bei großen, raumfordernden Zysten kann der Arzt die Flüssigkeit mit einer Hohlnadel punktieren. Damit wird die Druckbelastung auf die Umgebung für eine gewisse Zeit reduziert. Das Grundproblem wird aber nicht gelöst, weil sich der Hohlraum in der Folge wieder mit Flüssigkeit füllt. Die Alternative ist die operative Entfernung der Zyste. Dieses Verfahren hat einen länger anhaltenden Effekt als die Punktion, bringt aber oft langfristig auch keinen Erfolg. Manche Zysten haben eine hohe Rezidivrate. Das deutet darauf hin, dass ein enger Zusammenhang zu den verursachenden Prozessen besteht. Werden diese nicht beseitigt, bilden sich die Zysten immer wieder neu.

Ein Paradebeispiel dafür sind die Baker-Zysten am Knie. Sie treten immer im Zusammenhang mit Stabilitätsproblemen im Knie auf, die zu einer ständigen Mehrbelastung führen. Ursachen dafür können schlecht verheilte Kreuzbandrisse oder degenerative Veränderungen (Arthrose) im Gelenk sein. Werden diese Ursachen nicht beseitigt, kehren die Baker-Zysten trotz operativer Entfernung immer wieder zurück. Ähnliches gilt auch für Zysten, die eine hormonelle Ursache haben, zum Beispiel in der Brust oder in den Eierstöcken.

Anhaltende Symptome und Beschwerden verursachen Stress, belasten die Psyche und schwächen das Immunsystem. Deshalb sind Maßnahmen, die die Selbstheilungskräfte aktivieren, sehr sinnvoll zur Unterstützung der ärztlichen Therapie. Sehr gut geeignet, um Stress abzubauen und wieder ins Gleichgewicht zu kommen, sind Entspannungsmethoden. Sie haben sich bisher bei Frauen mit Zysten in der Brust oder in den Eierstöcken besonders bewährt, um hormonelle Schwankungen zu regulieren.

Die Akupunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin ist eine mögliche Therapieoption für Personen mit einer Zyste. (Bild: Christian B./fotolia.com)

Eine weitere Therapieoption bietet die Akupunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Gemeinsam mit Kräutern der chinesischen Heilkunde kann sie helfen, das energetische Gleichgewicht wieder herzustellen und die Widerstandskraft des Körpers zu stärken.

Die Behandlung von Patienten mit einer Zystenniere gestaltet sich sehr schwierig. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Der Verlauf der Erkrankung kann nicht aufgehalten werden und führt zwangsläufig irgendwann zur Nierenersatztherapie. Die besteht zunächst in der regelmäßigen Dialyse und endet schließlich in der Nierentransplantation. Bis dahin ist die Therapie rein symptomatisch mit dem Ziel, die Nierenfunktion solange wie möglich zu erhalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Einstellung des durch die Niere induzierten Bluthochdrucks. Neben der medikamentösen Regulierung kann dazu auch die Umstellung der Ernährung auf salzarme Kost beitragen.

Der Verlauf und die Prognose sind bei der Zystenleber nicht so dramatisch wie bei der Zystenniere. Trotz großflächigem Befall kann die Erkrankung sehr lange symptomlos und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ablaufen. Das hängt mit dem enormen biologischen Potential der Leber zusammen, das wir normalerweise nur zu einem kleinen Bruchteil ausschöpfen. So sind trotz des großflächigen Befalls immer noch Leistungsreserven vorhanden. In seltenen Fällen sind dennoch operative Eingriffe notwendig, weil die Raumforderung der Leber andere Organe beeinträchtigt.

Die Folgen des polyzystischen Ovarialsyndroms können von den betroffenen Frauen auch selbst beeinflusst werden. Durch eine angepasste Ernährung und regelmäßige Bewegung können sie Übergewicht und der Entstehung von Diabetes entgegenwirken. Medikamentös steht bei dieser Erkrankung die Verabreichung von Hormonpräparaten im Vordergrund, mit denen die androgenen Veränderungen und die Unfruchtbarkeit beseitigt werden können. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Dipl. Geogr. Fabian Peters
Quellen:
  • Behrbohm, Hans et al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Georg Thieme Verlag, 2012
  • Trinh, Tony W.; Kennedy, Anne M.; "Fetal Ovarian Cysts: Review of Imaging Spectum, Differential Diagnosis, Management, and Outcome", in: Radiographics, Volume 35 Issue 2, 2015, NCBI
  • American College of Obstetricians and Gynecologists' Committee on Practice Bulletins-Gynecology's (Hrsg.): "Practice Bulletin No. 174: Evaluation and Management of Adnexal Masses", in: Obstetrics & Gynecology, Volume 128 Issue 5, November 2016, NCBI
  • Weyerstahl, Thomas; Stauber, Manfred: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Staubach, Karl-Hermann: Kurzlehrbuch Viererband kleine operative Fächer: Urologie, Augenheilkunde, HNO, Orthopädie, Urban & Fischer in Elsevier, 2007

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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