Fingerschmerzen: Schmerzen in den Fingern

fingerschmerzen
Heilpraxisnet
Als Fingerschmerzen werden im Allgemeinen all jene schmerzhaften Beschwerden bezeichnet, die im Bereich der Finger bzw. Fingergelenke auftreten. Für diese kommen ganz unterschiedliche Ursachen wie zum Beispiel eine Zerrung, Prellung oder Krankheiten wie Morbus Dupuytrenin Betracht, sehr häufig liegt jedoch eine entzündliche oder degenerative Erkrankung wie eine rheumatoide Arthritis oder eine Arthrose vor.

Schmerzende Finger können für die Betroffenen äußerst unangenehm sein und sind überdies meist mit Bewegungseinschränkungen verbunden, die sich nach bestimmten Belastungen wie Beugen, Strecken oder schwerem Tragen oft noch verstärken. Dadurch können Fingerbeschwerden das alltägliche Leben erheblich erschweren und beispielsweise im Falle schwerer rheumatische Erkrankungen teilweise sogar bis zur Arbeitsunfähigkeit führen. Dementsprechend sollten Schmerzen in den Fingern bzw. Fingergelenken in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden um bei Bedarf eine rechtzeitige Behandlung einleiten und gesundheitliche Risiken vermeiden zu können.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Ursachen Fingerschmerzen
Weitere Ursachen für Fingerbeschwerden
Behandlung bei schmerzenden Fingern
Naturheilkunde bei rheumatischen Schmerzen

Definition

Der Finger (wissenschaftlich: „digitus“) gehört als Teil der Hand zu den so genannten „Akren“, womit die äußersten Enden des Organismus bezeichnet werden (Hände, Füße, Zehen, Nase etc.). Die knöchernen Stützelemente der vier Finger werden durch die Fingerknochen gebildet, wobei jeder Finger normalerweise drei Knochen aufweist: den „Phalanx proximalis“, „Phalanx media“ und „Phalanx distalis“, womit übersetzt der körpernahe, mittlere und körperferne Fingergliedknochen bezeichnet wird. Der Daumen besteht hingegen nur aus zwei Knochen (Phalanx proximalis und distalis) und bildet den stärksten der fünf Finger. Die einzelnen Fingergliedknochen sind durch die Fingergelenke miteinander verbunden, wobei hier zwischen den so genannten „Fingergrundgelenken“ zu den Mittelhandknochen und den „Fingerendgelenken“ zwischen den Fingergliedern unterschieden wird.

Eine Ausnahme bildet auch hier der Daumen, denn dieser ist durch das Daumensattelgelenk mit dem Handwurzelknochen verbunden, wodurch er sich den anderen Fingern gegenüberstellen kann. Zudem ist es durch die Gelenkigkeit des Daumens möglich, mit der Hand größere Dinge zu umfassen. Die Finger bilden ein elementares „Werkzeug“, indem sie es ermöglichen, zu greifen, zu halten oder zu stützen. Neben dem erfüllen sie aber auch weitere wichtige Aufgaben wie das Tasten oder auch kommunikative bzw. gestikuläre Funktionen wie Zeigen oder Zeichensprache (Daumen nach oben oder unten, ausgestreckter Mittelfinger etc.).

Ursachen Fingerschmerzen

Degenerative Prozesse / Arthrose
In den meisten Fällen ist eine Degeneration bzw. umgangssprachlich auch „Verschleißerscheinung“ die Ursache für Schmerzen in den Fingern. Häufig handelt es sich um eine sogenannte „Fingergelenksarthose“ (Polyarthrose), infolge derer sich die Knorpelschicht des Gelenks nach und nach abnutzt. Dabei wird zwischen zwei Formen unterschieden: Erstens die primäre Arthose, die sich ohne erkennbare Ursache entwickelt und daher meist als typischer, altersbedingter Verschleiß betrachtet wird. Da besonders häufig Frauen in bzw. nach den Wechseljahren von der primären Fingergelenksarthrose betroffen sind, werden oft Veränderungen im Hormonhaushalt als Ursache vermutet. Ebenso scheinen aber auch genetische Faktoren eine Rolle zu spielen, denn sind nahe Verwandte betroffen, steigt das Risiko, selbst zu erkranken.

Die sekundäre Arthrose entsteht hingegen zu Beispiel als Folge von angeborenen oder durch Unfälle bzw. Verletzungen erworbene Fehlstellungen, schlecht verheilte Brüche, Infektionen oder Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Gicht. Auch Veränderungen des Knochens wie Osteoporose (Knochenschwund) oder Osteonekrosen (Absterben von Knochengewebe) können eine sekundäre Arthrose verursachen, ebenso wie eine rheumatoide Arthritis und ständige Überlastung bzw. ständiger Mangel an Bewegung.

Anatomie der Hand
Anatomie der Hand. Fingerschmerzen sind häufig ein Ergebnis von Überlastungen. Bild: bilderzwerg/fotolia

Die Fingergelenksarthrose tritt am häufigsten in den Fingerendgelenken („Heberden-Arthrose“) und seltener in den Fingermittelgelenken („Bouchard-Arthrose“) auf, wohingegen die Fingergrundgelenke nicht betroffen sind. Unabhängig vom Typ, entwickelt sich die Arthrose nicht von heute auf morgen, sondern nach und nach – sodass oft zu Beginn gar keine Symptome auftreten und die Erkrankung dadurch lange unentdeckt bleibt („stumme Arthrose“). Im weiteren Verlauf treten typischerweise steife Gelenke auf, verbunden mit Schmerzen, Schwellungen und der Schwierigkeit, die Hand zur Faust zu ballen oder eine Flasche aufzuschrauben. Später werden die Schmerzen nicht mehr nur bei Bewegung empfunden, sondern stattdessen in jeder Lebenslage, die Gelenke sind dazu zum Teil stark geschwollen, gerötet und überwärmt („aktivierte Arthrose“).

Ebenfalls typisch bei einer Arthrose der Fingerendgelenke sind Gelenkzysten an den Fingern („Mukoidzysten“), bei denen es sich um kleine, mit eingedickter Gelenkflüssigkeit gefüllte Ausstülpungen der Gelenkkapsel handelt, die im Verlauf der Erkrankung allmählich an Größe zunehmen. Ob bzw. in welcher Ausprägung im weiteren Verlauf dann Beschwerden auftreten, ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt zudem davon ab, wo genau der Gelenkverschleiß vorliegt. Dementsprechend kann eine Arthose völlig schmerzfrei und weitgehend folgenlos verlaufen, ebenso aber auch einen ernsthaften Verlauf nehmen und zu massiven Schmerzen und Fehlstellungen einzelner Finger führen, durch welche es zu starken Beeinträchtigungen im Alltag kommen kann.

Daumensattelgelenksarthrose
Neben der Fingergelenksarthrose ist auch eine Arthrose im Daumensattelgelenk (Rizarthrose) ein häufiger Grund für Schmerzen in den Fingern – insbesondere bei Frauen, die etwa zehn Mal häufiger betroffen sind als Männer. Diese Form des Gelenkverschleißes ist in den meisten Fällen besonders schwerwiegend, da der Daumen beim Greifen und Halten unverzichtbar ist und somit eine Verletzung oft starke Beeinträchtigungen im Alltag mit sich bringt. Beim sogenannten „Daumensattelgelenk“ handelt es sich um das Gelenk zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem „großen Vieleckbein“ (Os trapezium), welches im Daumenballen liegt und das Rotieren sowie das Gegenüberstellen des Daumens zu den anderen Fingern ermöglicht. Liegt hier ein Verschleiß vor, verspüren Betroffene Schmerzen am Übergang des Daumens zur Handwurzel (Daumenstrahl), die häufig als brennend beschreiben werden und mit Schwellungen und deutlichen Bewegungseinschränkungen einhergehen. Da es sich bei dem Daumensattelgelenk um das beweglichste Gelenk des Daumens handelt, ist dieses im Prinzip in sämtliche Bewegungen involviert – wodurch es in der Folge bei diversen Alltagshandlungen zu Problemen kommt (Öffnen von großen Gläsern, Umdrehen eines Schlüssels im Schloss, Festhalten von Gegenständen etc.). Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es aufgrund der Verknöcherung der Gelenkkapsel in vielen Fällen neben den Daumenschmerzen außerdem zu einer erkennbaren Fehlstellung (Subluxation) des Daumens im Daumensattelgelenk, zudem sind Veränderungen am Knochen (Osteophyten) mit der Zeit auch fühlbar.

Arthritis / Gelenkentzündung
Eine weitere häufige Ursache für schmerzende Finger ist eine sogenannte „Arthritis“, bei der es sich um eine chronische Entzündung der Gelenke handelt (von griechisch „Arth-“ für „Gelenk“ und „-itis“ für „Entzündung“). Eine solche Gelenkentzündung kann viele verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Infektion mit Bakterien oder anderen Erregern, zudem kann eine Entzündung auch von einer anderen infizierten Stelle (z.B. bei Herpes-Infektion) im Körper aus über das Blut ins Gelenk weiter transportiert werden. Auch Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel die Gicht können die Ursache für eine Arthritis sein, ebenso wie Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem „fehlprogrammiert“ ist, wodurch die eigenen Gelenke und Gewebe angegriffen und zerstört werden. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Schuppenflechte und Morbus Bechterew– die häufigste Form der Gelenkentzündung ist jedoch die rheumatoide Arthritis, die auch als „entzündliches Rheuma“ oder umgangssprachlich schlicht als „Rheuma“ bezeichnet wird. Frauen sind von der rheumatoiden Arthritis etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, dabei kann die Erkrankung in jedem Alter auftreten – bei Frauen beginnt sie aber meist ab dem fünften sowie bei Männern ab dem sechsten Lebensjahrzehnt, in selteneren Fällen sind aber auch bereits Kinder betroffen (juvenile Rheumafaktor-positive Polyarthritis).

Wodurch sich die „Fehlsteuerung“ des körpereigenen Abwehrsystems beim Rheuma ursächlich entwickelt, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt – vermutet wird jedoch, dass genetische Faktoren oder auch Infektionserreger (Viren und Bakterien) eine Rolle spielen könnten, ebenso wird dem Rauchen eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Vielfach gehen Experten daher davon aus, dass eine rheumatoide Arthritis durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgelöst wird. Rheuma verläuft sehr unterschiedlich: So kann die Erkrankung ganz langsam an den kleinen Finger-, Hand- und Zehengelenken links und rechts beginnen, ebenso kann sie aber auch ganz plötzlich auftreten und zunächst nur wenige Gelenke einer Seite befallen. In den meisten Fällen sind aber zuerst die linken und rechten Finger- und Handgelenke betroffen, allerdings im Regelfall mit Ausnahme der Fingerendgelenke. Durch die Entzündung kommt es zu Schwellungen der Gelenke, mitunter starken Fingerschmerzen und Rötungen, typisch ist außerdem Morgensteifigkeit der Gelenke, die teilweise über Stunden anhält.

Viele Betroffene leiden auch unter allgemeinen Krankheitsempfindungen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber und vermehrtem nächtlichen Schwitzen. Im weiteren Verlauf kommt es durch die fortschreitende Zerstörung von Gelenken und Sehnen zu charakteristischen Fehlstellungen („90/90 Deformität des Daumens“, „Knopflochdeformität“ etc.). Dadurch nehmen in vielen Fällen die Handschmerzen zu und die Greifkraft der Hände immer weiter ab, was dazu führt, dass viele Alltagstätigkeiten nicht mehr ohne Weiteres ausgeführt werden können. Darüber hinaus kann eine rheumatoide Arthritis auch Organe wie beispielsweise Herz, Lunge oder Augen befallen, wodurch unter anderem eine chronische Entzündung und trockene Augen bzw. ein trockener Mund (Sicca-Syndrom) entstehen können, ebenso wie eine Lungenfibrose, Rippenfellentzündung oder Herzbeutelentzündung .

Obwohl Rheuma bislang nicht heilbar ist, gilt die Krankheit bei früher Diagnose als gut behandelbar. Der Verlauf kann jedoch sehr unterschiedlich, in den meisten Fällen entwickelt sich eine chronische Gelenkentzündung, die nicht selten zu einer Behinderung und Invalidität führt. Zudem ist bei Rheuma-Patienten das Risiko für eine Reihe weiterer Erkrankungen erhöht, die parallel auftreten und dadurch für zusätzliche Beschwerden im Alltag sorgen können. Beispiele sind hier Arterienverkalkung und Osteoporose sowie eine Fibromyalgie, auch ein Herzinfarkt oder Schlaganfallsind im Ernstfall möglich.

Psoriasis-Arthritis / Schuppenflechtenarthritis
Treten die Schmerzen in den Fingern im Zusammenhang mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) der Haut oder der Nägel auf, kann auch eine so genannte „Psoriasis-Arthritis“ (auch „Schuppenflechtenarthritis“ genannt) die Ursache sein. Dabei handelt es sich um eine seltenere entzündliche Erkrankung der Gelenke, die vorwiegend Hände, Füße und/oder die Wirbelsäule betrifft und bei etwa 5 bis 15 % aller Patienten mit Schuppenflechte vorkommt. Kennzeichnend sind hier zum einen schmerzhafte Schwellungen an Fingern und Zehen infolge entzündlicher Veränderungen der Gelenke sowie Veränderungen der Finger- bzw. Fußnägel wie stecknadelkopfgroße Grübchen in der Nagelplatte („Tüpfelnägel“) oder gelbliche Verfärbungen („Ölnägel“). Die Ursachen einer Psoriasis-Arthritis sind bislang nicht vollständig geklärt, vermutet wird aber auch hier eine genetische Veranlagung in Kombination mit einem „Auslöser“, wobei unter anderem fieberhafte Infektionskrankheiten (Mandelentzündung, Masern etc.), hormonelle Veränderungen (Pubertät, Wechseljahre), bestimmte Medikamente und psychische Faktoren wie Stress angenommen werden.

Morbus Dupuytren
Neben dem kommt auch ein Morbus Dupuytren(Dupuytren-Kontraktur) in Betracht. Dabei handelt es sich um eine gutartige, vernarbende Erkrankung des Bindegewebes (Fibromatose) der Handinnenfläche und der Langfinger. Kennzeichnend ist, dass sich die direkt unter der Haut liegende feste Bindegewebsplatte der Hand (Palmaraponeurose) verändert, wodurch sich vermehrt Stränge und Knötchen in der Handfläche und an den Fingern bilden, während die Palmaraponeurose zugleich schrumpft. Drücken die harten Knoten auf die Hohlhandnerven, kommt es zu Schmerzen, zudem führen die strangförmigen Verhärtungen dazu, dass die betroffenen Finger nicht mehr aktiv gestreckt werden können, wobei meist der vierte und fünfte Finger (Ringfinger und kleiner Finger) betroffen sind. Stattdessen verblieben sie in einer Beugestellung (Beugekontraktur), was im weiteren Verlauf dazu führen kann, dass die Hand nicht mehr flach auf eine Oberfläche aufgelegt werden kann.

Teilweise kommt es durch die Verkrümmungen auch zu Fingerschmerzen, darüber hinaus stellt es für Betroffene meist eine große Belastung dar, dass die Hände nicht mehr belastet bzw. richtig eingesetzt werden können. Der Morbus Dupuytren tritt in erster Linie im Norden Europas auf, vermehrt bei Männern ab dem 50. Lebensjahr und betrifft in Deutschland nach Angaben der Deutschen Dupuytren Gesellschaft e.V. schätzungsweise insgesamt zwischen 1,3 und 1,9 Millionen Menschen.

Die genaue Ursache des Morbus Dupuytren ist bis heute noch nicht vollständig geklärt, vermutet wird jedoch ebenfalls eine erbliche Veranlagung in Kombination mit einem Auslöser der Krankheit wie beispielsweise der schlechten Ausheilung einer Verletzung, die zur Bildung von überschüssigem Gewebe führt. Neben der familiären Häufung tritt Morbus Dupuytren außerdem häufig in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Epilepsie, Leberzirrhose oder erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie) auf.

Weitere Ursachen für Fingerbeschwerden

Neben dem kommen eine Reihe weiterer Gründe für schmerzende Finger in Betracht. So können beispielsweise eine Zerrung, Verstauchung oder ein Fingerbruch zu massiven Fingerschmerzen führen, die meist von Schwellungen sowie teilweise auch von Blutergüssen unter dem betroffenen Fingernagel (z.B. bei Bruch des Finger-Endglieds) begleitet werden. Auch Nervenschädigungen infolge eines Diabetes sind denkbar, denn durch die Erkrankung werden lange und feine Nervenfasern zerstört, wodurch es zu Empfindungsstörungen (Ameisenlaufen, Kribbeln) und Schmerzen in Fingern und Füßen kommt.

Eine weitere mögliche Ursache ist ein gutartiger Weichteiltumor am Fingergelenk (Ganglion), welcher umgangssprachlich oft als „Überbein“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um ein mit Flüssigkeit gefülltes, elastisches Knötchen, das häufig sehr druckempfindlich ist und mitunter massive Schmerzen verursachen kann, wenn es auf Gelenke, Nerven oder Blutgefäße drückt. Neben dem führt ein Überbein oft zu Einschränkungen der Beweglichkeit und Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Behandlung bei schmerzenden Fingern

Für die Behandlung von Fingerschmerzen bestehen eine Vielzahl von Möglichkeiten, die je nach Ursache eingesetzt werden. Liegt beispielsweise eine Finger-Arthrose vor, besteht ein zentraler Schritt darin, zusätzliche Belastungen für die Gelenke zu vermeiden und stattdessen die Finger im Alltag so weit wie möglich zu entlasten, beispielsweise durch Griffverstärkungen an Stiften oder die Nutzung einer speziellen Schiene zur Ruhigstellung, die vor allem bei der Daumensattelgelenksarthrose zum Einsatz kommt. Neben dem können verschiedene Arten der physikalischen Behandlung wie beispielsweise Wärmeanwendungen, Krankengymnastik, Elektrotherapie oder Ultraschall sehr hilfreich sein, um die Beschwerden zu lindern. Bei starken Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen erfolgt darüber hinaus normalerweise zunächst die Gabe von Medikamenten (z.B. nichtsteroidale Anti-Rheumatika, kurz: NSAR, Schmerzmittel), die entweder in Form von Cremes oder Gels direkt auf den betroffenen Finger aufgetragen oder aber direkt in das Gelenk eingespritzt werden (Cortison, Hyaluronsäure) kann. Neben dem kommt bei eine Finger-Arthrose auch eine Laserbehandlung in Frage. Führen die konservativen Maßnahmen jedoch nicht zum Erfolg, besteht die Möglichkeit einer Operation – diese wird jedoch normalerweise nur dann durchgeführt, wenn die Beschwerden bereits sehr lange andauern und die Gelenke stark verformt sind.

Bei einer rheumatoiden Arthritis ist es entscheidend, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und behandelt wird – dementsprechend sollten Betroffene bei Verdacht immer umgehend einen Arzt bzw. Rheumatologen aufsuchen. Das Ziel der Therapie besteht hier darin, die entzündlichen Prozesse bestmöglich zu hemmen und die Schmerzen zu lindern, aber auch darin die Kraft und Funktionalität des Gelenks zu erhalten. Um dieses zu erreichen, basiert die Behandlung der rheumatoiden Arthritis normalerweise auf drei Säulen: Erstes der Behandlung mit Medikamenten (Nichtsteroidale Antirheumatika, wie z. B. Ibuprofen oder Diclofenac, Basistherapeutika etc.), um den Verlauf zu verlangsamen bzw. zu stoppen. Zweitens kommen Physiotherapie, Ergotherapie und physikalische Maßnahmen (z.B. Kälte- bzw. Wärmeanwendungen, Elektrotherapie) zum Einsatz, um die Beweglichkeit und Funktion der Gelenke zu erhalten. Die dritte Säule bilden darüber hinaus operative Eingriffe, die jedoch im Regelfall erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn die vorherigen Maßnahmen keine ausreichende Wirkung gezeigt haben. Auch hier bestehen prinzipiell verschiedene Möglichkeiten wie z.B. eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) oder Radiosynoviorthese, bei denen Entzündungsgewebe entweder entfernt oder mittels radioaktiv markierter Substanzen verödet werden kann.

Liegt ein Morbus Dupuytren vor, erfolgt die Therapie ebenfalls entsprechend der bestehenden Beschwerden und Einschränkungen des Patienten. Da gerade bei älteren Menschen die Knoten meist sehr langsam wachsen und dadurch kaum zu Beeinträchtigungen führen, ist in einigen Fällen auch gar keine Behandlung nötig. Ab einem gewissen Grad der Beugeeinschränkung der Finger erfolgt jedoch normalerweise eine Operation der Hand, bei welcher das erkrankte Bindegewebe entfernt wird, damit sich die Sehnen wieder frei bewegen können. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Finger nicht mehr flach auf den Tisch gelegt oder nur noch weniger als 30 Grad gebeugt werden können. Nach der OP ist Physiotherapie eine gute Unterstützung, um schnell wieder mehr Beweglichkeit in den Fingern bzw. Hand zu erreichen. Alternativ zu OP können aber auch nicht-operative Methoden zur Behandlung eines Morbus Dupuytren eingesetzt werden. Ein Beispiel ist hier die so genannte „Nadelfasziotomie“, bei welcher der Arzt die verhärteten Dupuytren-Stränge mit Nadelstichen so weit zerstört, dass sie gestreckt und zerrissen werden können. Zu Beginn der Erkrankung eignet sich darüber hinaus in einigen Fällen auch eine Bestrahlung mit Röntgen- bzw. Gammastrahlen, um das Wachstum des Bindegewebes zu hemmen und dadurch ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden.

Naturheilkunde bei rheumatischen Schmerzen

Da Fingerschmerzen sehr häufig im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen auftreten, ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen einen Rheumatologen aufzusuchen, denn nur dieser kann kompetent entscheiden, welche Behandlungsschritte im Einzelfall sinnvoll sind. Die Therapie von Rheumapatienten beinhaltet zum einen entzündungshemmende Medikamente, aber auch vielfältige nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Krankengymnastik, Massagen oder thermische Anwendungen in Form von Kälte oder Wärme. Hier hat sich zum Beispiel in vielen Fällen die Radonwärmetherapie im Gasteiner Heilstollen bewährt, welche auf natürlichem Wege und ohne Nebenwirkungen Schmerzen lindert, Entzündungen hemmt und zudem das Immunsystem stabilisiert. Das „Geheimrezept“ dieser Anwendung besteht aus der Kombination von leichter Überwärmung, hoher Luftfeuchtigkeit und der Aufnahme des radioaktiven Elements Radon, welches bereits seit über 100 Jahren zur Heilung von Rheuma, aber auch von Haut- und Atemwegserkrankungen eingesetzt wird.

Neben dem sollte in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen auch eine gesunde und sinnvoll abgestimmte Ernährung einen zentralen Stellenwert einnehmen, denn besonders fetthaltige Nahrung kann die entzündlichen Prozesse sogar noch verschlimmern. Dies liegt an den sogenannten „Entzündungsmediatoren“, womit biochemische Substanzen gemeint sind, welche Entzündungsreaktionen einleiten bzw. fortführen. Ausgangssubstanz für die Bildung dieser Entzündungsmediatoren ist die „Arachidonsäure“, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zu den lebensnotwendigen Omega-6-Fettsäuren gehört und vom menschlichen Körper nur in geringen Mengen selbst gebildet werden kann. Dementsprechend wird der größte Anteil über die Nahrung aufgenommen, in erster Linie über Fleisch sowie weitere Arachidonsäurereiche Lebensmittel wie Eigelb, Schweineschmalz, Kalbs- und Schweineleber. Wird dementsprechend zu viel Omega-6 aufgenommen, verschlimmert sich die Entzündung – wer sich hingegen durchgängig bzw. überwiegend vegetarisch ernährt, kann Beschwerden wie morgendliche Unbeweglichkeit, geschwollene Gelenke und Schmerzen sowie zum Teil sogar die Entzündungswerte im Blut minimieren.

Neben dem kommt den Omega-3-Fettsäuren eine hohe Bedeutung zu, denn diese sind in der Lage, entzündungshemmende Stoffe zu fördern und können dadurch ebenfalls positiv auf die Entzündungsprozesse in den Gelenken wirken. Besonders wirksam aus der Klasse der Omega-3-Fettsäuren ist zum einen die so genannte „Eicosapentaensäure“, welche vor allem in fettreichen Fischen wie Hering, Makrele, Tunfisch oder Lachs vorkommt – der daher bei Rheuma-Patienten mindestens zwei mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen sollte. Auch die „alpha-Linolensäure“ gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und kann bei Schmerzen in den Fingern aufgrund einer rheumatischen Erkrankung sehr wirksam sein. Diese befindet sich in erster Linie in pflanzlichen Ölen aus Soja-, Raps-, Walnuss- oder Leinsamen und kann daher auf vielfältige Weise aufgenommen werden, zum Beispiel im Salat oder als Zutat im morgendlichen Müsli. Eine weitere Möglichkeit ist eine Quark-Leinöl-Speise nach Dr. Budwig: Für diese werden etwa zwei Esslöffel frisch gemahlene Leinsamen zusammen mit frischem klein geschnittenen Obst in ein Schälchen gegeben und mit einer Creme aus Quark und Leinöl übergossen. Für die Creme werden 125 Gramm Magerquark mit je einem Esslöffel Milch und Honig sowie ein bis zwei Esslöffeln Leinöl vermengt, hinzu können nach Geschmack beispielsweise Nüsse, Zimt oder andere Gewürze gegeben werden.

Neben den Omega-3-Fettsäuren ist auch die ausreichende Aufnahme freier Radikaler (Antioxidanzien) bei Rheuma-Patienten wichtig. Denn diese sind in der Lage Sauerstoffradikale unschädlich zu machen, welche durch die immer wieder kehrenden Entzündungen in vermehrter Form entstehen und die Bildung von Entzündungsstoffen fördern. Hierzu zählen hauptsächlich Vitamin E und C, Beta-Carotin, die Spurenelemente Kupfer, Zink und Selen sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Polyphenole. Um eine ausreichende Menge freier Radikaler aufzunehmen, sollte hier gerade bei rheumatischen Beschwerden darauf geachtet werden, über den Tag verteilt mehrere Portionen Gemüse und Obst zu essen und zudem Vollkornprodukte vorzuziehen. Da bei vielen Betroffenen außerdem durch Medikamente wie Cortison das Risiko für vorzeitigen Knochenabbau (Osteoporose) erhöht ist, sollte darüber hinaus auf eine ausreichende Calcium-Versorgung geachtet werden – dementsprechend sollten auch Milch bzw. Milchprodukte auf dem täglichen Speiseplan stehen.

Um trotz der Erkrankung körperlich fit zu bleiben, ist neben therapeutischen Anwendungen und der Ernährung auch Bewegung bei rheumatischen Erkrankungen ein zentraler Faktor. Dazu zählen vor allem krankengymnastische Übungen, die den Stoffwechsel anregen und dadurch die Stabilität der Knochen stärken. Da Stress ein weiterer Faktor ist, der Entzündungsreaktionen hervorrufen kann, sollten Betroffene zudem auf regelmäßige Pausen und Entspannung achten, ausreichend schlafen und sich zudem im beruflichen und privaten Alltag nicht überlasten bzw. überfordern. Hier stehen unterstützend eine große Vielfalt an Übungen zum Stressabbau zur Verfügung, hilfreich kann in diesem Zusammenhang auch speziell auf Rheuma-Patienten abgestimmtes Yoga oder Autogenes Training sein. (nr)

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