Hüftschmerzen

Fabian Peters

Schmerzen an der Hüfte

Hüftschmerzen sind ein relativ weit verbreitetes Beschwerdebild, das zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag der Betroffenen führen kann. Laufen, gehen und stehen fällt angesichts der Schmerzen zunehmend schwer. Die Schmerzen können dabei auf unterschiedlichste Ursachen zurückgehen, von denen die Hüftgelenkarthrose zu den bekanntesten zählt.

Inhaltsverzeichnis:
Definition
Hüftschmerzen als Symptom
Ursachen von Hüftschmerzen
Diagnosestellung bei Hüftschmerzen
Behandlung bei Hüftschmerzen

Definition

Schmerzen an der Hüfte bezeichnen schmerzhafte Beschwerden im Bereich zwischen dem oberen Ende des Oberschenkelknochens und dem oberen Rand des Beckens. Die Schmerzen können dabei unmittelbar im Hüftgelenke auftreten oder auch von der umgebenden Muskulatur, den Sehnen, Bändern und Nerven ausgehen. Die allgemeinere Bezeichnung „Hüftschmerzen“ ist von dem spezielleren Begriff „Hüftgelenkschmerzen“ zu unterscheiden.

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Hüftschmerzen als Symptom

Die Beschwerden können abhängig von ihren Ursachen in sehr unterschiedlicher Form auftreten. Während viele Betroffene vor allem unter Belastung und nach längerem Sitzen stechende punktuelle Hüftschmerzen im Gelenk empfinden, zeigen sich die Hüftschmerzen bei anderen als ziehender Schmerz, der bis in die Leistengegend, in den Oberschenkel und teilweise sogar bis zum Knie reicht. Auch Kreuzschmerzen und Rückenschmerzen können unter Umständen in Verbindung mit den Hüftschmerzen auftreten. Letztlich hängt die Intensität und Lokalisation der Schmerzen wesentlich von den Grunderkrankungen ab.

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Hüftschmerzen können auf ernsthafte Beeinträchtigungen des Hüftgelenks hinweisen. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Ursachen von Hüftschmerzen

Die möglichen Ursachen reichen von angeborenen Fehlstellungen über akute Entzündungen der Schleimbeutel und Gelenke bis hin zu Neuralgien (Nervenschmerzen) sowie chronischen Muskel- und Gelenkerkrankungen. Auch Frakturen des Beckens, wie beispielsweise nach einem schweren Sturz oder Verkehrsunfall können Auslöser massiver Hüftschmerzen sein. Da diese unter Umständen mit lebensgefährlichen inneren Blutungen verbunden sind, sollte hier schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen beziehungsweise ein Rettungswagen alarmiert werden.

Gelenkerkrankungen als Ursache der Hüftschmerzen
Verschiedene Erkrankungen des Hüftgelenke können zu Schmerzen im Hüftbereich führen. Das Gelenk wird aus dem oberen Ende des Oberschenkelknochens (Femur), dem sogenannten Oberschenkelknochenkopf (Caput femoris), und der Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) des Beckens (Pelvis) gebildet. Verschiedene Erkrankungen können hier zu einer Beeinträchtigung der Gelenkfunktion und Schmerzen im Hüftbereich führen. Die häufigste ist eine Arthrose im Hüftgelenk. Im Zuge der Erkrankung wird die Knorpelschicht der Hüftpfanne und des Oberschenkelknochenkopfs zunehmend geschädigt. Unter Belastung zeigen sich vermehrt tiefliegende Schmerzen im Hüftgelenk, die typischerweise in die Leistengegend ausstrahlen. Mitunter ist die Hüftgelenksarthrose auch mit Kreuzschmerzen und Schmerzen auf der Außenseite des Oberschenkels verbunden. Unter Umständen leiden die Betroffenen auch unter einer Bewegungsbeeinträchtigung des Hüftgelenks.

Eine Entzündung des Hüftgelenks beziehungsweise eine Arthritis (zum Beispiel Reaktive Arthritis oder chronische Polyarthritis) kann ebenfalls Auslöser der Hüftschmerzen sein. Diese sind in der Regel mit stechenden, belastungsunabhängigen Schmerzen im Gelenk verbunden. Normalerweise ist auch eine Schwellung, Erwärmung und Rötung der Gelenke erkennbar, was bei einer Arthritis des Hüftgelenks jedoch äußerlich nicht wahrnehmbar wird. Die Entzündung der Gelenke kann schlimmstenfalls zu einer irreversiblen Schädigung des Gelenks führen. Die Arthritis ist in der Regel Folge von mechanischen Fehlbelastungen, Stoffwechselerkrankungen (Gicht-Arthritis) oder bakteriellen Infektion. Letztere bedürfen dringend einer zeitnahen Beseitigung, da ansonsten schlimmstenfalls eine Blutvergiftung droht.

Eine weitere Gelenkerkrankung, die zu erheblichen Hüftschmerzen führen kann, ist die Hüftkopfnekrose. Im Zuge der Erkrankung sterben Teile des Oberschenkelknochenkopfes aufgrund zu geringer Durchblutung ab. Diese sogenannte aseptischen Knochennekrosen führt neben den Schmerzen zu einer deutlich verringerten Beweglichkeit im Hüftgelenk. Schreitet das Absterben des Knochens voran, droht eine vollständige Zerstörung des Gelenks. Auch bei einer Erkrankung an Morbus Perthes, die als aseptischen Knochennekrosen bei Kindern auftritt, sind Hüftschmerzen, die bis ins Knie ausstrahlen können, ein typisches Symptom. Im Verlauf der Erkrankung nimmt hier das Hüftgelenk ebenfalls erheblichen Schaden, was nicht nur zu Bewegungsbeeinträchtigungen sondern auch zu einem deutlichen erhöhten Arthrose-Risiko im weiteren Lebensverlauf führt. Bei Heranwachsenden besteht zudem das Risiko einer Jugendliche Hüftkopflösung, bei der sich das obere Ende des Oberschenkelknochens vom restlichen Knochen löst. Bleibt diese unbehandelt, ist oft eine Hüftkopfnekrose die Folge.

Hüftbeschwerden können auch auf ein Zusammenstoßen des Oberschenkelknochens mit der Hüftpfanne zurückgehen. So geraten beispielsweise beim Femoro-Acetabulären Impingement der Oberschenkelknochen und der Rand der Hüftpfanne aneinander, wenn sich die Betroffenen nach vorne beugen. Stechende Schmerzen in der Leistengegend sind die Folge. Diese können auch nach langem Sitzen oder bei Belastungen, wie beispielsweise beim Radfahren, auftreten.

Hüftschmerzen bei Hüftschnupfen (Coxitis fugax)
Der sogenannte Hüftschnupfen betrifft in der Regel Kinder im Alter unter zehn Jahren und beschreibt eine akute Entzündung des Hüftgelenks. Die betroffenen Kinder leiden unter plötzlich einsetzenden Gelenkschmerzen und beginnen angesichts der Schmerzen zu humpeln oder verweigern jegliche Bewegung. Zudem ist ihre Hüftrotation deutlich eingeschränkt. Der Hüftschnupfen trägt seinen Namen, weil er häufig im Anschluss an eine virale Infektion der Atemwege zu beobachten ist. Einige Zeig nach dem Abklingen von Husten, Schnupfen und Heiserkeit leiden die Kinder plötzlich an erheblichen Schmerzen im Hüftgelenk. Welcher Zusammenhang hier zwischen dem Auftreten der Coxitis fugax und den vorherigen Infektionskrankheiten besteht, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Allerdings ist bekannt, dass der Hüftschnupfen auch im Anschluss an eine Mandelentzündung, Mittelohrentzündung oder eine Infektion des Magen-Darmtraktes auftreten kann. In der Regel ist der Hüftschnupfen nach maximal zwei Wochen vorüber. Bis dahin sollten die Kinder sich und ihre Hüfte schonen.

Schleimbeutelentzündungen
Sind die umgebenden Schleimbeutel des Hüftgelenks entzündet, bringt dies ebenfalls erhebliche Hüftschmerzen mit sich. Die Schmerzen setzten hier zunächst vor allem bei Belastung ein, können jedoch in ein chronisches Stadium übergehen, so dass die Betroffenen auch im Ruhezustand unter Hüftschmerzen leiden. Befallen ist meist der Schleimbeutel im Bereich des Trochanter major (Großer Rollhügel; äußerer Vorsprung des Oberschenkelknochens). Hier reiben die Sehnen regelmäßig über den Knochenvorsprung, was zu einer sogenannten Bursitis trochanterica (Schleimbeutelentzündung der Hüfte) führt. Neben den Hüftschmerzen sind dabei unter Umständen auch Gesäßschmerzen festzustellen, da die Sehnenstränge des großen Gesäßmuskels ebenfalls über den Großen Rollhügel verlaufen. Die Schleimbeutelentzündungen können nicht nur mechanisch bedingt werden, sondern in seltenen Fällen auch auf eine bakterielle Infektion zurückgehen.

Reizungen und Überlastungen der Bänder beziehungsweise Sehnen im Hüftgelenk, sind ebenfalls als Auslöser für Hüftschmerzen zu nennen. Häufig liegt diesen eine anatomische Abweichung zugrunde. So gleitet beispielsweise bei der sogenannten „schnappenden Hüfte“ (medizinisch Coxa saltans) die Muskelfaszie des Oberschenkels in zu geringem Abstand über den Trochanter major, was dazu führt, dass die Faszie gelegentlich hängen bleibt und anschließend ruckartig weiterrustcht. Dies führt zu einem deutlich spürbaren Hüft-Schnappen und kann auf Dauer mit erheblichen Hüftschmerzen verbunden sein.

Knochenkrankheiten
Eine Erkrankungen des Knochensystems, die mit Hüftschmerzen verbunden sein kann, ist die Osteomalazie. Die unzureichende Mineralisierung führt hierbei zu einer Erweichung der Knochen, welche eine nachhaltige Schädigungen des Skelettsystems und zum Teil heftige Knochenschmerzen mit sich bringt. Die Schmerzen können dabei auch im Bereich der Hüfte auftreten. Häufigste Ursache der Erkrankung ist ein Vitamin-D-Mangel, aber auch erblich bedingte Erkrankungen des Knochenstoffwechsels sind als Auslöser der Knochenerweichung bekannt. Bei Kindern wird das Krankheitsbild der Osteomalazie als Rachitis bezeichnet.

Des Weiteren ist die Osteoporose als Knochenerkrankung vor allem bei älteren Menschen unter Umständen Auslöser der Schmerzen. Die im Zuge der Erkrankung abnehmende Knochendichte hat dabei auch eine erhöhte Anfälligkeit für Frakturen im Hüftbereich zur Folge. Als Erkrankung des Skelettsystems betrifft Morbus Paget (Osteodystrophia deformans) in der Regel ebenfalls ältere Patienten und verursacht bei ihnen eine unkontrollierte Neubildung von Knochengewebe. Dieser Knochenumbau ist von entzündlichen Prozessen begleitet, die sich als Knochenschmerzen äußern. Auch können die Deformierungen der Knochen auf das umliegende Gewebe drücken und so Schmerzen hervorrufen.

Das sogenannte intraossäre Ganglion ist ebenfalls als möglicher Auslöser für Hüftschmerzen zu nennen. Dabei bilden sich gutartige Zysten im Knochen. Entstehen diese zum Beispiel im Bereich der Beckenpfanne, können heftige Schmerzen im Hüftgelenk spürbar werden. Unter Umstände verläuft das intraossäre Ganglion jedoch auch völlig schmerzfrei.

Neuralgien und andere Beeinträchtigungen der Nerven
Hüftschmerzen können auch auf Erkrankungen, Quetschungen oder Einklemmungen der Nerven zurückgehen. Die dabei auftretenden Nervenschmerzen (Neuralgien) variieren abhängig von den Nervenbahnen die betroffen sind. Wird beispielsweise der Nervus cutaneus femoris lateralis, welcher dem Nervengeflecht Plexus lumbalis im Bereich der Lenden- und Kreuzwirbelsäule entspringt, auf Höhe des Leistenbandes abgeklemmt, so zeigen sich stechende, brennende Schmerzen auf der Außenseite des Oberschenkels – dem Versorgungsbereich des Nervs. Entsprechende Beschwerden werden als Meralgia paraesthetica bezeichnet. Die ursächliche Nervenkompression geht in vielen Fällen auf mechanische Ursachen zurück.

Beispielsweise können enge Jeans einen hohen Druck auf das Gewebe bedingen, der eine Einengung des Nervs mit sich bringt. Sicherheitsgurten wird hier ein vergleichbarer Effekt zugeschrieben. Nach Austritt aus dem Becken wird der Nervus cutaneus femoris lateralis im Bereich des Leistenbandes zudem vermehrt durch eine extreme Gewichtszunahme am Bauch eingeklemmt. Eine Schwangerschaft kann die gleiche Wirkung haben. Übermäßiges Krafttraining insbesondere der Bein- beziehungsweise Oberschenkelmuskulatur und der Bauchmuskulatur gilt ebenfalls als potentieller Auslöser der Meralgia paraesthetica. Neben diesen mechanischen Ursachen führen gelegentlich auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes zu einer Meralgia parästhetica. Die Schmerzen auf der Außenseite des Oberschenkels werden bei der Erkrankung häufig von weiteren Empfindungsstörungen wie einem Kribbeln oder Taubheitsgefühlen begleitet. Die Beschwerden zeigen sich vor allem, wenn das Hüftgelenk über längere Zeit gestreckt bleibt, wie beispielsweise beim Stehen oder Liegen.

Das Piriformis-Syndrom beschreibt ebenfalls eine Nervenkompression, die unter Umständen mit Hüftschmerzen verbunden ist. Hierbei wird der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) auf Höhe des Durchtritts zwischen Beckenknochen und Musculus piriformis eingeengt. Damit verbunden sind in der Regel starke Gesäßschmerzen, die bis in die Hüfte ziehen können. Als Ursachen gelten auch hier vor allem mechanische Beeinträchtigungen zum Beispiel durch das Tragen der Geldtasche in der Gesäßtasche, langes Sitzen und Überlastung beim Heben schwerer Gegenstände. Wird im Bereich der Wirbelsäule der
Ischiasnerv eingeklemmt, wie dies beispielsweise im Zuge eines Bandscheibenvorfalls oder des sogenannten Wirbelgleitens (Spondylitis) häufiger der Fall ist, können die Schmerzen vom Rückenbereich ebenfalls in Hüfte und Beine ausstrahlen.

Weitere Ursachen für Hüftschmerzen
Neben den bereits dargestellten Ursachen, kommen allgemein auch gutartige und bösartige Tumore im Hüftbereich als Auslöser der Hüftschmerzen in Betracht. Dabei ist vor allem an Abszesse, Zysten und Krebserkrankungen zu denken. So kann beispielsweise Morbus Paget in seltenen Fällen in Knochenkrebs (Osteosarkom) übergehen. Aber auch bei Blasenkrebs und Gebärmutterhalskrebs empfinden die Betroffenen unter Umständen eine Art Hüftschmerz.

Des Weiteren sind Muskelerkrankungen, wie beispielsweise Polymyalgia rheumatica als potenzielle Auslöser der Hüftschmerzen zu erwähnen. Das sogenannte Muskelrheuma wird durch Entzündungsprozesse in den Gefäßen der betroffenen Muskulatur ausgelöst und kann mit erheblichen Schmerzen verbunden sein. Häufig ist auch die Muskulatur der Schulter betroffen, so dass begleitend zu den Hüftbeschwerden viele Patienten auch unter Schulterschmerzen leiden. Die sogenannte Fibromyalgie betrifft ihrerseits ebenfalls die Muskulatur. Sie ist verbunden mit spontanen Muskelschmerzen, die an unterschiedlicher Stelle des Körpers auftreten können. Oft reagieren die betroffenen Muskelgruppen druckempfindlich und mit Fortschreiten der bis heute unheilbaren Erkrankung kommen vermehrt weitere allgemeine Beschwerden, wie chronische Müdigkeit, Schwindel, Atembeschwerden oder das regelmäßige Gefühl eines Kloß im Hals, hinzu. Auch Ohrensausen kann mit der Fibromyalgie einhergehen. Die Betroffenen leiden neben den Muskelschmerzen in der Regel an einer Vielzahl von körperlichen aber zum Teil auch psychischen Beschwerden.

Neben den Erkrankungen der Muskeln, Knochen, Gelenke, Bänder und Schleimbeutel sind unter Umständen auch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems für die Hüftschmerzen verantwortlich. Allen voran ist hier die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) zu nennen. Meist geht diese auf eine Arterienverkalkung zurück, in deren Verlauf sich Verengungen und Verschlüsse der Arterien bilden können. Sind die versorgenden Arterien der Beine betroffen, kann dies zu erheblichen Hüft- und Beinschmerzen führen.

Hüftschmerzen zählen unter Umständen außerdem zum Krankheitsbild bei Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans). Die chronische rheumatische Erkrankung betrifft meist die Gelenke der Lenden- und Brustwirbelsäule. Sie versteifen und beginnen zu schmerzen. Normalerweise zeigen sich die Schmerzen nach dem Ausbruch der Spondylitis ankylosans zunächst zeitlich begrenzt im Bereich der Lenden und des Gesäßes. Anschließend gehen die Beschwerden in ein chronisches Stadium über und die Betroffenen leiden begleitend vermehrt unter schmerzhaften Entzündungen der Gelenke und Sehnenansätze. Hinzu kommt eine zunehmender Verlust der Beweglichkeit im Bereich der Lenden- und Brustwirbelsäule.

Diagnosestellung

Zu Beginn der Diagnosestellung bedarf es einer ausführlichen Anamnese, bei der die Patienten nicht nur zu Dauer, Intensität und Lokalisation der Hüftschmerzen, sondern auch zu vererbbaren Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder Morbus Paget befragt werden. Durch Abtasten und Bewegungstests lassen sich weitere Hinweise für die Diagnosestellung gewinnen. Beschwerden im Hüftgelenk können mit Hilfe der Sonographie (Ultraschall) meist bereits relativ eindeutig diagnostiziert werden. Weitere bildgebende Verfahren, wie Röntgenaufnahmen, Computertomographie und Magnetresonanztomographie dienen im Zweifelsfalls zur Sicherung der Diagnose. Anhand eine Blutuntersuchung lässt sich zudem feststellen, ob Entzündungen vorliegen und wodurch diese möglicherweise verursacht werden. Bei den Nervenleiden bieten oftmals jedoch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Beschwerden und die Situationen in denen diese Auftreten die einzigen Anhaltspunkte zur Diagnosestellung.

Behandlung

So unterschiedlich die Ursachen der Hüftschmerzen auch sind, die Behandlung ist in den meisten Fällen vom Grundsatz her ähnlich. Schmerzlindernde Arzneien bilden die Basis. Es folgen Krankengymnastik, Massagen und unter Umständen Akupunktur. Lässt sich mit Hilfe dieses Vorgehens keine Linderung erreichen bleibt im Zweifelsfall nur die Möglichkeit einer Operation. So können zerstörte Hüftgelenke beispielsweise durch eine Hüftgelenkprothese ersetzt werden. Gutartige und bösartige Tumore lassen sich operativ entfernen und eine Operation kann auch bei einer Schleimbeutelentzündung hilfreich sein.

Die Naturheilkunde setzt bei der Behandlung von Hüftschmerzen beziehungsweise deren Ursachen vor allem auf manuelle Therapien, wie beispielsweise aus dem Bereich der Osteopathie, des Rolfing oder der Chiropraktik. Darüber hinaus wird der Traditionellen Chinesischen Medizin (z. B. Akupunktur) hier eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Pflanzenheilkundliche Wirkstoffe, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken sollen, kommen begleitend zum Einsatz. Auch Schüssler Salze und homöopathische Mittel werden gegen die Hüftschmerzen eingesetzt. Zwar bieten die naturheilkundlichen Verfahren keinen Ersatz für möglicherweise erforderliche Operationen, doch sie können zum Beispiel bei schwerer Hüftgelenkarthrose deutlich zur Linderung der Beschwerden beitragen. Welche naturheilkundlichen Behandlungsansätze zu wählen sind, hängt stark von dem jeweiligen Beschwerdebild beziehungsweise der Ursache der Hüftschmerzen ab. Die Auswahl sollte daher ausschließlich durch erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten erfolgen. (fp)

Bild: Matthias Balzer / pixelio.de