Hüftschmerzen

Schmerzen an der Hüfte

Als Hüfte wird das Gelenk benannt, das aus dem Oberschenkelknochen und der Beckenschaufel gebildet wird. Bei der Schilderung von Hüftschmerzen umfasst für Betroffene die Hüfte den Bereich unterhalb der Leiste bis zum Beginn des Oberschenkels und den seitlichen „Grossen Rollhügel“, den Teil des Oberschenkelknochens der an der Seite heraussticht.

Hüftschmerzen:
Hüftschmerzen
Synonyme
Symptome und Beschwerden bei Hüftschmerzen
Funktionelle Ursachen von Hüftschmerzen

Synonyme

Hüftbeschwerden, hip pain, Schmerzen der Hüfte, Hüftgelenkschmerzen, Coxarthrose, Schmerzen an der Hüfte.

Symptome und Beschwerden bei Hüftschmerzen

Häufig führt vermutlich vieles Sitzen zu einer Verkürzung des Hüftbeugers (M. Iliopsoas), der das Hüftgelenk beugt und direkt vor ihm entlangläuft. Vielen Menschen bereitet es Schmerzen nach längerem Sitzen oder Gehen, bzw. Laufen. Auch kann er zwei Nerven abklemmen, die den Oberschenkel, sowie das Knie (N. Femoralis) und den Genitalbereich ( N. Genitofemoralis) versorgen und dann in diesem Gebiet Mißempfindungen oder Schmerzen verursachen. Über seinen Ursprung auf der Innenseite der Beckenschaufel kann es bei einer Verkürzung auch zu Problemen im Darm- Kreuzbein- Gelenk, dem Iliosakralgelenk, und somit zu Rückenschmerzen kommen. Und da die Beckenschaufel auch die Pfanne für das Hüftgelenk ist, kann es in der Folge zu Verschiebungen in der Belastung des Gelenkes kommen.

Häufig werden auch Probleme der Adduktoren, der Muskeln, die das Bein nach innen ziehen, durch die anatomische Nähe zur Hüfte mit dieser in Verbindung gebracht. Gerade bei Fußballern oder Menschen, die Sportarten betreiben, wo es zu einer hohen Beanspruchung der Adduktoren kommt, können Reizungen des Ansatzes der Muskeln in der Nähe des Schambeines auftreten, die bis in die Hüftregion ausstrahlen. Schmerzen sind dann eher auf der Innenseite in der Tiefe.

An der Seite unseres Becken sitzt ein Muskel, der in eine Sehne übergeht, der Musculus Tensor fasciae latae. Er geht vom seitlichen Beckenkamm zum herausstehenden Knochen unseres Oberschenkelknochens, dem sogenannten Großen Rollhügel. Anschliessend wird er zu einer breiten derben Sehne, dem Tractus iliotibialis. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Muskel mit seiner Sehne wie eine Art Zuggurt für unseren Oberschenkelknochen fungiert, um die Zug- und Druckkräfte auf letzteren zu reduzieren. Bei einer abnormen Stellung des Beckens, wenn man z.B. sein Kind oder Baby lange nur auf einer Seite seines Beckens getragen hat, kann es hier zu Spannungen und Verspannungen kommen, die sich häufig in Schmerzen an der Hüfte präsentieren, aber dann ander Seite am herausstehenden Hüftknochen (Trochanter major) auftreten.

Funktionelle Ursachen von Hüftschmerzen

Das Hüftgelenk besitzt die stärkste Gelenkkapsel und den stärksten Bandapparat im menschlichen Körper. Das muss auch so sein, denn da der Mensch sich auf zwei Beinen fortbewegt, sind unsere Hüftgelenke natürlich anderen Belastungen, als bei unseren vierbeinigen Vorfahren, ausgesetzt. Durch das viele Sitzen vor allem in den Industrieländern, ist ein Rückschritt in den Vierfüsserstand gegeben, für den unser Körper nicht geschaffen ist. Der Quasi- Evolutionäre Rückschritt belastet unseren Organismus mehr, als das Gehen und Bewegen auf zwei Beinen. Sicherlich ist auch das Gehen auf harten betonierten Untergründen eine ungewohnte Kompressionsbelastung für das Hüftgelenk.

Funktionell ist die Blase eng mit dem Hüftgelenk verbunden. Sie liegt vor der Öffnung im Beckenknochen, durch das versorgende Gefässe für das Hüftgelenk und die Inneseite des Oberschenkels hindurchlaufen. Bei Problemen der Blase oder einem erhöhten Druck auf die Blase durch eine Entfernung der Gebärmutter, ist es logisch, dass sich die Beschwerden ausbreiten und fortsetzen können. Abzuklären wäre bei seitlichen Hüftschmerzen grundsätzlich auch, ob eine Erkrankung wie Gürtelrose vorliegt.

Gerade bei Hüftschmerzen ist es essentiell genau zu unterscheiden, wann und wo genau die Beschwerden auftreten und notfalls bildgebende Verfahren hinzuzuziehen, um eine genaue Aussage über die Herkunft der Problematik und die Wahl eines sinnvollen Therapieansatzes zu liefern. Da hier soviele Kräfte aufeinandertreffen, muss die gesamte Statik und die Spannungsverteilung im Organismus mit in Betracht gezogen werden, wie dies in der Osteopathie und beim Rolfing geschieht. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 25.11.2009)