Naturheilkunde bei Erkältungen

Pflanzliche Heilmittel bei Erkältungen

Die Naturheilkunde bietet eine Vielzahl von urheimischen Pflanzen, die eine Erkältung blockieren bzw. therapieren können. Jedes Jahr klagen in der kalten Jahreszeit vermehrt Menschen über die typischen Erkältungssymptomen. Die Behandlung von virusbedingten grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten hat wegen ihrem saisonal hohen Krankenstand von etwa Oktober bis März auch eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Verschiedene Heilpflanzen und andere naturheilkundliche Maßnahmen können jedoch zu einer schneller Heilung beitragen und zur Prävention genutzt werden.

Vor allem in der kalten Jahreszeit zeigen sich vermehrt Virusinfektionen mit Symptome wie:

Phytotherapie als Vorsorge

Besonders gefährlich können Grippe-Epidemien/-Pandemien (zum Beispiel Schweinegrippe) werden. Im Zuge einer solchen Influenza-Pandemie rückte 2009/2010 auch das Extrakt Cystus052 in den Blickpunkt der Fachwelt. Dieser Extrakt kann die Penetration der Viren in die Zelle und somit seine Replikation verhindern. Die Virushülle wird „maskiert“ und somit ist ein Andocken an die zu infizierende Schleimhautzelle unmöglich. Es ist sinnvoll, naturheilkundlich erprobte und wirksame Phytotherapeutika sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch gegen beginnende Erkältungen einzusetzen.

Verschiedene Heilpflanzen liegen in den Kammern einer Tablettenbox.
Die Natur bietet eine Vielzahl an Heilpflanzen, die uns bei unangenehmen Erkältungssymptomen helfen können. (Bild: goldbany/fotolia.com)

Cystus052

Bio-Halspastillen sind aus der Erfahrung nach ein besonders gut wirksames und verträgliches Präparat, das in der Praxis seit einigen Jahren bei Erkältungssymptomen verordnet wird. Sie enthalten den traditionell altbewährten Originalextrakt aus der Cistrosenvarietät Cistus incanus L. Pandalis. Es gibt ca. 20 verschiedene Arten von Zistrosen im Mittelmeerraum. Die Zistrosen sind polymorph, d. h. scheinbar gleiche Pflanzen haben biochemisch unterschiedliche Inhaltsstoffe.

Der Cystus052-Extrakt hat einen sehr hohen Polyphenolgehalt. Polyphenole haben allgemein einen breiten Nutzen für unser Wohlbefinden. Am besten erforscht ist die stark antioxidative Wirkung dieser Pflanzenstoffe. Sie neutralisieren freie Radikale und unterstützen damit die körpereigenen Abwehrkräfte. Schließlich ist ein gut funktionierendes Immunsystem die beste Vorsorge vor Erkältung.

Die antioxidative Wirkung von Cystus052 ist wesentlich stärker als die vom Vitamin C oder vom Vitamin E. Der Pflanzenextrakt soll auch das Herz und die Gefäße vor schädlichen Ablagerungen schützen und kann somit den Symptomen der Herz-Kreislaufschwäche bei einer Erkältung entgegenwirken.

Besonders eindrucksvoll konnte die Wirkung gegen Grippeerreger wissenschaftlich belegt werden. In-vitro-Versuche haben gezeigt, dass der Cystus052-Extrakt weitaus besser wirkt als der gegenwärtig eingesetzte Goldstandard der Schulmedizin Oseltamivir (Tamiflu) von ROCHE. Tamiflu ist das meistverkaufte Grippemittel der Welt, doch ernstzunehmende Forschende zweifeln schon lange an seiner Wirksamkeit.

Naturheilkundlich orientierte Praxen greifen bei der Prophylaxe und Therapie von grippalen Infekten viraler Genese oft auf den Einsatz von Cystus052 zurück. Die Bio-Halspastillen gibt es neben dem reinen Naturextrakt auch in den natürlichen Geschmacksrichtungen Honig-Orange und Honig-Vanille. Der Mechanismus der Blockierung der Infektion scheint nicht nur bei viralen Infektionen sondern auch bei bakteriellen und mykotischen Erregern ähnlich zu sein. Wissenschaftliche Studien sind hierzu im Gange.

Hochpolymere Polyphenole aus Cystus052 bilden eine Art physikalischen Schutzfilm um die Antigenstrukturen der Erreger. Somit können die Erreger nicht an die Zelle andocken und nicht infizieren. Der Erreger wird „blind“ und eine Interaktion mit der Wirtszelle ist blockiert. Der infektiöse Vorgang kann nicht starten, so die Theorie.

DEr Pflanzenextrakt kann sowohl als Lutschtabletten (3 – 5 Mal tgl. 2 Tbl.) als auch als Cystus-Sud (Verdünnung 1:1 mit physiologischer Kochsalzlösung) zur Inhalation mit dem Pari Boy (Inhalationsgerät) verordent werden. Hierbei bildet sich ein feiner Schutzfilm auf den Schleimhautschichten des Atmungs- und Bronchialsystems. Die Cystus-Salbe oder –Creme lässt sich aus meiner Erfahrung sehr gut bei der unterstützenden Behandlung eines Schnupfens einsetzen. Man benetzt die Nasenschleimhaut dünn mit einem in der Salbe oder Creme getränkten Wattestäbchen. Auch der Cystus-Tee kann zur Therapie und Prophylaxe von Erkältungskrankheiten unterstützend und/oder zusätzlich eingesetzt werden. Dadurch soll ein Schleimhautschutz vor infektiösen Erregern erreicht werden.

Kremo058

Ein weiterer in der Naturheilpraxis bewährter Infektblocker ist Kremo058. Dieses Mittel gibt es als Mundreinigungspastillen und als Reinigungswasser. Das Wirkprinzip scheint ähnlich dem zu sein wie bei Cystus052. Allerdings scheint Kremo058 eher bakteriostatisch zu wirken. Diese bakterienaffine Infektblockade konnte experimentell in-vitro nachgewiesen werden. Der Erfahrung nach wirken die Pastillen besonders gut bei bakteriell bedingten Entzündungen im Mund-Rachen-Halsbereich. Auch zur Inhalation kann man das Reinigungswasser Kremo058 einsetzen – äquivalent wie bereits mit Cystus052-Sud beschrieben. Kremo058 kann als natürliches pflanzliches Antibiotikum bezeichnet werden.

Die pflanzlichen Wirkstoffe in Kremo058 sind Blätter spezieller Varietäten des Wilden Oregano, lat. Herba Origani Vulgaris, und der Wilden Schwarzen Johannisbeere, lat. Ribes Nigrum Folium. Diese Extrakte haben eine antiphlogistische, antibakterielle, antivirale und antiinflammatorische Wirkung. Sie können zur Haut- und Schleimhautdesinfektion benutzt werden. Auch Kremo058 ist wie Cystus052 ein sehr polyphenolreicher Pflanzenextrakt. Er stimuliert das körpereigene Immunsystem und ist vor allem zur die Behandlung bakteriell Infektionen geeignet. Die Dosierungsempfehlung entspricht der beim Cystus052 genannten.

Bockshornklee

Weiterhin kommt in der Praxis aktivierter Bockshornklee sehr oft zum Einsatz. Den gibt es sowohl als Kapseln als auch als Tabletten. Pflanzlicher Wirkstoff ist aktivierter Bockshornklee, lat. Trigonella Foenum Graecum. Die hämolysierende Wirkung einiger Saponine wird durch Wärmeaktivierung aufgehoben. Es sind keine Nebenwirkungen bekannt!

Nach langjähriger therapeutischer Erfahrung ist aktivierter Bockshornklee eines der besten Milzmittel auf dem Naturheilsektor. Er aktiviert die Funktion der Milz in Form einer natürlichen, körpereigenen Blutwäsche. Bockshornklee hat unter anderem eine immunstimmulierende und entzündungshemmende Wirkung. Er dient als Kraft- und Aufbaunahrung in der Rekonvaleszenz, zur Appetitverbesserung und zur Auswurfförderung bei starkem Husten.

Teuto-Wärme-Auflage

Auch die Anwendungsempfehlung einer uralten traditionellen manuellen Wärmeauflage soll bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten nicht zu kurz kommen. Dafür werden in der Praxis oft Teuto-Wärme-Auflagen genutzt. Hier sind pulverisierte Pfanzenextrakte aus dem Braunen Senf, lat. Brassica Juncea, und Bockshornklee enthalten.

Das Pulver der Teuto-Wärmeauflage wird mit etwas Wasser zu einem pastösen Brei angerührt und auf die zu applizierenden Hautareale aufgetragen. Nach einigen Minuten beginnt eine intensive natürliche Wärmeentwicklung bis in die tieferen Hautareale. Nicht in die Augen reiben und nicht auf die Schleimhäute auftragen! Bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten sollten besonders die Bereiche Brust, Rücken und Nacken eingerieben und mit einem feuchten Tuch bedeckt ca. 15 bis 30 Min. belassen werden. Danach abwaschen und abspülen!

Diese angenehme Behandlung mit der natürlichen, rein pflanzlichen Teuto-Wärme-Auflage ist immunstimulierend, entzündungshemmend, schleimlösend und muskelentspannend. Bei Erkältung, Sinusitis und Bronchitis erfolgt anschließend ein verstärkter Auswurf.

Schlusswort

Alle hier aufgeführten pflanzlichen Extrakte beinhalten ausschließlich europäische Heilpflanzen. Somit finden wir bei der jeweiligen Anwendung immer wieder das Urheimische Prinzip: Es werden Pflanzen aus unserer Heimat, aus unserer unmittelbaren Umgebung genutzt. An diese Heilpflanzen ist unser Stoffwechsel, unser Körper seit vielen Generationen angepasst. Solche Pflanzen, die wir kennen, die in unserer unmittelbaren Lebensumwelt heimisch sind, mit denen schon unsere Vorfahren behandelt haben und mit denen wir schon lange verwurzelt sind, können die körpereigenen Abwehrkräfte maximal stimulieren. (Dr. rer. nat. Roland Schulze, Dipl.-Biologe und Heilpraktiker, Rostock)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Redaktion Heilpraxis.de
Quellen:
  • J. M. Träder: Kremo 058® als Phytotherapie bei Infektionen mit MRSA; in: Zeitschrift für Phytotherapie, Volume 40, Issue 01, Seite 12-14, 2019, thieme-connect.com
  • Karoline Droebner, Christina Ehrhardt, Anne Poetter, Stephan Ludwig, Oliver Planza: CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice; in: Antiviral Research, Volume 76, Issue 1, Seite 1-10, Oktober 2007, sciencedirect.com
  • Georgios Pandalis: (Ur-)Heimische Kräuter in unserer Ernährung und Medizin; in: Erfahrungsheilkunde, Volume 57, Issue 5, Seite 286-289, 2008, thieme-connect.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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