Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Bei leichten Bauchschmerzen können oft schon natürliche Hausmittel eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken. Denn häufig handelt es sich bei den Schmerzen um eine Magenverstimmung, z.B. infolge von zu üppigem Essen, Alkoholkonsum oder Stress. Bewährte Hausmittel gegen Bauchschmerzen stellen hier zum Beispiel eine Rollkur mit Kamillentee oder ein Ingwertee dar, ebenso können Entspannungsmethoden eine wohltuende Hilfe sein. Bei starken akuten Bauchschmerzen, anhaltenden Schmerzen und begleitenden Symptomen wie beispielsweise Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall oder Schwindel, sollte jedoch unbedingt eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um die genauen Ursachen abklären zu lassen.


Wärmflasche und Umschläge

Ein beliebtes Hausmittel stellt die Wärmeauflage dar – denn diese wirkt entspannend und durchblutungsfördernd und kann dadurch die Beschwerden rasch lindern. In Frage kommen hier z.B. feucht-warme Umschläge, eine Wärmflasche oder eine Kamillenkompresse. Für diese werden drei Esslöffel Kamillenblüten in eine Schüssel gegeben und mit einen Liter kochendem Wasser überbrüht. Nach 15 Minuten werden die Blüten abgegossen, dann wird ein Baumwolltuch in das warme Kamillenwasser eingetaucht, ausgewrungen und so lange auf den schmerzenden Bereich gelegt, bis es ausgekühlt ist.

Natürliche Hausmittel können dabei helfen, die Bauchschmerzen zu lindern. Wärme ist oftmals bereits ausreichend, um festsitzende Winde zu lösen. (Bild: asife/fotolia.de)
Natürliche Hausmittel können dabei helfen, die Bauchschmerzen zu lindern. Wärme ist oftmals bereits ausreichend, um festsitzende Winde zu lösen. (Bild: asife/fotolia.de)

Linderung auch unterwegs

Handelt es sich um stressbedingtes Bauchweh oder erfolgt das Auftreten unangenehmer Magenschmerzen nach einem üppigen Essen, so gibt es eine unauffällige aber sehr hilfreiche Methode. Reines ätherisches Kümmelöl mit Wasser verdünnt verringert das Problem, solange die Bauchschmerzen nicht organisch bedingt sind. Dieses Öl ist in kleinen Abfüllungen erhältlich und äußert wirksam.

Isst man „fein“ auswärts, so kann das mitgebrachte „Kümmel-Wasser“ in einem kleinen Fläschchen unauffällig nach dem Essen auf der Toilette geleert werden. Wenn die Umstände es zulassen, kann das Kümmelöl (nur 4 Tropfen auf ein Glas!) auch einfach in ein Glass Wasser gegeben werden. Der Kümmel war Heilpflanze des Jahres 2016 und ist schon seit antiken Zeiten als Heilmittel bei Bauchbeschwerden bekannt. Achtung – pur ist das ätherische Öl recht reizend, es sollte nur verdünnt eingenommen werden.

Warmer Essigwickel

Bewährt haben sich auch Essigwickel. Für diese wird zunächst ein Handtuch in eine Mischung aus heißem Wasser (1l) und Essig (am besten Apfelessig, ein Esslöffel) getaucht und anschließend für 15 bis 20 Minuten auf den Bauch gelegt. Ebenso ist ein Kirschkernkissen gut geeignet, welches schnell und unkompliziert in der Mikrowelle erwärmt und anschließend auf den schmerzenden Bereich gelegt werden kann, um seine angenehme und krampflösende Wirkung zu entfalten. Vor einer Anwendung aus dem Bereich der Wärmetherapie sollte jedoch unbedingt klar sein, dass es sich bei den Bauchschmerzen nicht z.B. um eine Blinddarmentzündung handelt, denn durch Wärme könnte solch ein Entzündungsprozess noch verstärkt werden.

Ist eine Wanne vorhanden? Das heiße Bad wirkt noch ganzheitlicher als eine Wärmflasche. (Bild: sabine hürdler/fotolia.com)

Heißes Vollbad

Ist eine entzündliche Erkrankung ausgeschlossen, kann auch ein heißes Bad sehr wohltuend sein, wobei die Wirkung durch die Zugabe von Heilkräuteressenzen noch unterstützt werden kann. Im Sinne der Aromatherapie ist bei Bauchschmerzen vor allem Lavendel sehr gut geeignet.

Von diesem werden eine Handvoll frische oder getrocknete Blüten zunächst in zwei Litern Wasser aufgekocht und anschließend für etwa eine halbe Stunde lang zugedeckt ziehen gelassen. Danach wird der Sud durch ein Sieb abgegossen und ins Badewasser gegeben. Generell sollte die Temperatur des Wassers nicht höher als 36 bis 38 Grad und die Badedauer nicht länger als 20 Minuten sein, da ansonsten der Kreislauf zu stark belastet wird. Dementsprechend empfiehlt es sich auch, nach dem Bad etwa eine halbe Stunde zu ruhen, um neue Kräfte sammeln zu können.

Kräutertee gegen akutes Bauchweh

Tut der Bauch weh, so kommen als altbewährtes Hausmittel verschiedene Teeaufgüsse in Betracht, die eine schnelle Linderung der Beschwerden bewirken können. Hier hat sich vor allem das „Allheilmittel“ Kamillentee bewährt, denn die Inhaltsstoffe aus den Kamillenblüten wirken antientzündlich, antibakteriell, krampflösend und auch noch beruhigend auf eine entzündete Magenschleimhaut.

Der Geruch des ätherischen Melisseöls erhöht unsere Serotoninproduktion, auf die Muskulatur im Bauch wirkt es entspannend. Bei Magenschleimhautentzündungen wirkt es stark entzündungshemmend. (Bild: Melica/fotolia.com)

Für die Zubereitung werden ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten mit einer großen Tasse kochendem Wasser überbrüht und anschließend abgedeckt für etwa 15 Minuten ziehen gelassen. Dann wird der Tee abgeseiht und möglichst warm getrunken. Wird der Tee für Kinder zubereitet, sollte hingegen nur ein Teelöffel getrockneter Pflanzenteile pro Liter Wasser verwendet werden.

Auch die Melisse enthält ätherisches Öl, dessen Wirkstoffe unter anderem krampflösend, verdauungsfördernd und beruhigend wirken. Daher kann diese Heilpflanze vor allem bei stressbedingten Bauchschmerzen eine wertvolle Unterstützung bieten. Für einen Tee werden zwei bis drei Teelöffel Melissenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten zugedeckt ziehen gelassen.

Kräutertee gegen Blähungen

Gehen die Bauchschmerzen mit einem starken Völlegefühl und Blähbauch einher, können Anis, Fenchel und Kümmel eine wohltuende Hilfe sein. Diese drei Heilkräuter sind gut bekömmlich und haben eine positive Wirkung auf den gesamten Magen-Darm-Trakt, indem sie Krämpfe lösen und die Verdauung fördern. Die enthaltenen ätherischen Öle – bei Kümmel hauptsächlich Carvon – wirken krampf- und blähungslösend. Für den Tee werden die drei Heilkräuter zu gleichen Teilen vermischt, wobei Kümmel und Anis vorher im Mörser zerstoßen werden sollten. Pro Teebecher übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel der Mischung mit 250 Millilitern heißem Wasser und lassen ihn vor dem Abseihen etwa zehn Minuten ziehen.

Tee gegen Bauchweh mit Übelkeit

Treten neben den Schmerzen auch Übelkeit oder Appetitlosigkeit auf, ist Ingwer empfehlenswert. Aus diesem kann schnell ein wirksamer Tee zubereitet werden, indem ein geschältes Stück der Wurzel ca. zehn Minuten mit Wasser gekocht wird. Das enthaltene Gingerol wirkt unter anderem entzündungshemmend und verringert Übelkeit.

Auch das traditionelle Heilkraut Pfefferminze kann bei Bauchschmerzen mit Unwohlsein helfen. Dafür eine Hand frischer Zweige pro Liter Wasser nehmen, und einen gehäuften Teelöffel pro Tasse, wenn die Minze schon getrocknet und zerkleinert ist. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Pfefferminztee erst für Kinder ab dem Schulalter geeignet ist, da das enthaltene Menthol bei kleineren Kindern zu Atemproblemen führen kann.

Dill

Dill ist botanisch gesehen eng mit Kümmel und Anis verwandt – das sieht man auch den Samen dieser Kräuter an. Wertvolle Terpene, darunter vor allem Carvon, entspannen die Muskulatur im Unterleib und beugen so Blähungen nach dem Essen vor. Dazu einen halben Esslöffel der Samen direkt nach dem Essen fein kauen und schlucken. Ebenso ist ätherisches Dill-Öl erhältlich. Hiervon braucht es nur wenige Tropfen, die in ein Glas Wasser gegeben werden. Auch das frische Kraut kann verwendet werden und wird frisch gehäckselt über Salat und Gemüse gestreut.

Kümmel, Pfefferminze und Fenchel sind seit Jahrhunderten für ihre lindernde Wirkung bei Bauchweh durch Winde bekannt. Bild: PhotoSG - fotolia
Kümmel, Pfefferminze und Fenchel sind seit Jahrhunderten für ihre lindernde Wirkung bei Bauchweh durch Winde bekannt. Bild: PhotoSG – fotolia

Entspannungsübungen gegen „Stress-Bauchweh“

Bei vielen Menschen treten die Beschwerden im Zusammenhang mit negativem Stress auf. Anspannung, unbearbeitete Konflikte oder Sorgen „schlagen“ dabei direkt auf den Magen oder werden sprichwörtlich in sich „hineingefressen“. In diesem Fall ist es wichtig, sich immer wieder mit der momentanen Stress-Belastung und der persönlichen Belastungsgrenze auseinanderzusetzen, um bei erhöhtem Druck von außen rechtzeitig die „Notbremse“ ziehen zu können.

Eine sehr gute Unterstützung bieten hier verschiedene Entspannungstechniken wie z.B. Atemübungen, Yoga, autogenes Training oder Meditation, denn durch diese kann die Anspannung gemindert und das innere Gleichgewicht gestärkt werden.

Auch die progressive Muskelentspannung nach Jacobson kann eine wirkungsvolle Hilfe beim Stressabbau sein. Hier werden zum Lösen der Anspannung und Linderung der Schmerzen die einzelnen Muskelpartien nach und nach zuerst angespannt und dann im nächsten Schritt wieder gelockert. Durch die bewusste Wahrnehmung der unterschiedlichen Spannungszustände wird die Achtsamkeit dem Körper gegenüber geübt und gelernt, aus eigener Kraft heraus eine tiefe körperliche und psychische Entspannung zu erreichen.

Treten die Beschwerden besonders in stressigen Lebensphasen gehäuft auf, sollte der Bauch mit Hilfe entspannender Techniken beruhigt werden. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Linderung durch Massage

Lassen sich die Beschwerden auf Stress, innere Unruhe oder Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Verstopfungen zurückführen, kann auch eine selbst durchgeführte Bauchmassage schnell für Erleichterung und Entspannung sorgen. Ziel ist es, die Bauchmuskeln zu entkrampfen, so verringern sich auch die Bauchschmerzen.

Für die Massage wird ein wohl temperiertes pflanzliches Öl (z.B. Kümmel-, Weizenkeim- oder Jojobaöl – auch Olivenöl ist möglich) verwendet, von welchem Sie einige Tropfen in ihre Handfläche geben. Nun wird die Hand auf den Bauch gelegt und sanft in langsamen, kleinen Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum bewegt.

Nach und nach werden die Bewegungen dabei größer, bis der größte Kreis vom Schambein bis zum Rippenbogen reicht. Dann werden die Kreise schrittweise kleiner, bis die Hand schließlich wieder den Bauchnabel erreicht. Nach einigen kleinen Kreisen unterhalb des Nabels ruht die Hand zunächst einige Sekunden in der Bauchmitte, abschließend wird der Bereich des Bauches vom Brustbein bis zum Schambein sanft mit der flachen Hand ausgestrichen.

Eine Bauchmassage wirkt manchmal Wunder und hilft dabei den Blähbauch zu lindern. (Bild: Swifter/fotolia.de)
Eine Bauchmassage wirkt manchmal Wunder und hilft dabei den Blähbauch zu lindern. (Bild: Swifter/fotolia.de)

Wohltuende Rollkur

Auch die so genannte „Rollkur“ stellt ein bewährtes Hausmittel gegen Bauchschmerz dar. Für diese werden zunächst zweieinhalb Esslöffel Kamillenblüten mit 500 Milliliter kochendem Wasser aufgebrüht und etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Nun trinkt der Patient eine große Tasse des abgeseihten Tees auf nüchternen Magen und legt sich anschließend für etwa fünf Minuten auf den Rücken. Nach Ablauf der Zeit wird sich für jeweils weitere fünf Minuten nacheinander auf die rechte Seite, den Bauch, die linke Seite und abschließend wieder auf den Rücken zurück gedreht.

Durch das Rollen können sich die Inhaltsstoffe der Kamille bestmöglich verteilen und ihre heilsame Wirkung auf die gesamte Magenschleimhaut entfalten. Die Kur sollte jedoch mindestens eine Woche lang durchgeführt werden, bei Bedarf mit bis zu drei Durchgängen am Tag. Nach einer Anwendung ist es ratsam, dem Körper 30 Minuten Ruhezeit zu gönnen, zudem sollte immer darauf geachtet werden, den Bauch während der Prozedur warm zu halten. Neben Kamille gibt es auch weitere Varianten von Rollkuren für Magen und Darm.

Heilerde entspannt nicht nur äußerlich aufgetragen, sondern auch innerlich angewandt bei stressbedingtem Bauchweh und Darmproblemen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Heilerde

Heilerde ist ein beliebtes Hausmittel bei Bauchschmerzen, vor allem, wenn diese in Verbindung mit Durchfall auftreten. Denn die Erde kann Gifte, Schadstoffe und überschüssige Magensäure binden und hilft dadurch, die Verdauung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Für die innerliche Anwendung wird ein Teelöffel davon in einem Glas Wasser gelöst und getrunken. Weiterhin kann das Heilmittel auch äußerlich angewandt werden. Hierfür wird zunächst aus dem Pulver und warmem Wasser ein Brei hergestellt. Dieser wird auf ein Baumwolltuch gegeben, welches anschließend so lange auf den schmerzenden Bereich gelegt wird, bis der Wickel angetrocknet ist.

Ursachen von Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig handelt es sich um eine relativ harmlose „Verstimmung“ des Magens, wenn zum Beispiel am Vorabend sehr fettig gegessen oder übermäßig viel Alkohol getrunken wurde. Ebenso schlagen Medikamente, Rauchen oder Stress schnell auf den Magen, was sich durch unangenehmes Drücken, Ziehen, Stechen oder einen Blähbauch äußern kann. Zudem treten dabei oft unterschiedliche Darmgeräusche auf. Möglicherweise handelt es sich bei den Schmerzen auch um Darmschmerzen. Bei chronischen Beschwerden sollte ebenso wie bei heftigen akuten Bauchschmerzen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, um die Ursache abzuklären.

Um die richtigen Hausmittel gegen die Bauchweh auszuwählen, sollte der Ort der Beschwerden zunächst eingegrenzt werden. Blähungen müssen anders behandelt werden als Verstopfungen. (Bild: Romario Ien/fotolia.com)

Da sich im Bereich des Bauches eine Vielzahl von Organen und Strukturen wie z.B. Dick- und Dünndarm, Milz, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase oder Leber sowie in direkter Nähe auch das Herz oder die Lunge befinden, können die Beschwerden ebenso auf eine ernstere Erkrankung hindeuten.

Treten die Bauchschmerzen links auf, kommen z.B. eine Divertikulitis, festsitzende Harn- oder Nierensteine in Frage. Leidet man besonders nach dem Essen oder am Morgen vor dem Essen (Stuhlgang!) unter wiederkehrenden Beschwerden, so werden diese wahrscheinlich durch einen aufgeblähten Bauch oder Darmträgheit mit Verstopfungen verursacht. Mehr dazu, wie man das eigene System bei solchen Verdauungsstörungen wieder einrenkt, folgt unten im Text.

Magenprobleme sind wie eine Gastritis oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (z.B. eine Glutenallergie) denkbare Ursachen, vor allem, wenn die Beschwerden während des Essens bzw. direkt danach auftreten. Bei Unterbauchschmerzen rechts oder links sind z.B. ein Reizdarmsyndrom, Leistenbruch oder ein Harnwegsinfekt (z.B. eine Blasenentzündung oder Nierenbeckenentzündung) möglich. Schmerzen im Oberbauch können auch Milzschmerzen oder Gallenschmerzen sein. Viele Frauen leiden zudem unter immer wieder auftretenden Regelschmerzen, die sich vor bzw. während der Periode durch unangenehmes Stechen und Ziehen im Unterleib beziehungsweise durch Unterleibskrämpfe bemerkbar machen.

Unangenehme Bauchkrämpfe gehören für manche Frauen leider zur Periode dazu. Hier hilft an erster Stelle Wärme, bei starken Schmerzen auch mit zwei oder drei Wärmflaschen beziehungsweise Kirschkernkissen. (Bild: vegefox.com/fotolia.com)

Oberbauchschmerzen können zum Beispiel durch eine akute Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis), einen Gallenstau oder eine Leberentzündung (Hepatitis) ausgelöst werden. Darüber hinaus kommt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) in Betracht, in seltenen Fällen kann auch eine Herzerkrankung wie die Koronare Herzkrankheit (KHK) für Beschwerden im linken Oberbauch verantwortlich sein.

Kommt es nur gelegentlich zum Beispiel nach üppigem Essen oder in Stresssituationen zu Schmerzen im Bauchbereich, lassen sie sich meist gut durch Hausmittel behandeln. Halten die Beschwerden jedoch länger an und/oder werden sie stärker, ist ein Arztbesuch erforderlich, um den Auslöser zu klären und gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Richtige Ernährung

Häufig lassen sich die Beschwerden auf eine ungewohnte oder ungesunde Ernährung zurückführen. Daher ist es gerade bei wiederkehrenden Bauchschmerzen wichtig, die persönliche Lebens- und Ernährungsweise zu überprüfen und „schlechte“ Angewohnheiten zu ändern. Empfehlenswert ist es, vor allem auf üppige, süße und fettige Speisen zu verzichten. Stattdessen besser leichte, gesunde und magenfreundliche Lebensmittel wie z.B. gedünstetes Gemüse, Reis, Kartoffeln, Bananen und Äpfel zu verzehren. Auch Gebratenes wird häufig nur schwer verdaut und sollte daher für einige Zeit vom Speiseplan gestrichen werden. Ebenso können Kaffee, Zigaretten und Alkohol bereits vorhandene Bauchbeschwerden verstärken. Allgemein ist ein gepflegter Zustand unserer Darmflora wichtig, um Störungen wie Durchfälle oder Verstopfungen zu vermeiden. Natürliche Probiotika und Präbiotika sollten deswegen möglichst oft genossen werden.

Ausgewogen und möglichst frisch sowie frei von verabeitenden Lebensmitteln sollte unsere Nahrung sein. Nur so werden auch genug Probiotika verzehrt, die wichtig für normale Verdauungsfunktionen sind. (Bild: marilyn barbone/fotolia.com)

Blähungen vermeiden

Die bei der Verdauung entstehenden Gase können wahrlich schmerzhafte Bauchkrämpfe verursachen. Besonders Kohlarten, harte Gemüseschalen, frisches Hefegebäck, Hülsenfrüchte und Lauchgewächse begünstigen die Gasbildung. Manch einer ist dafür nicht empfänglichen – andere Esser haben diesbezüglich einen sehr empfindlichen Magen. Hilfreich ist das Dünsten von Gemüse mit harten Schalen wie Paprika, dicke Bohnen müssen schon vor dem Kochen gut eingeweicht werden – Kichererbsen können geschält werden. Kohl wird in feine Streifen geschnitten und für einen Tag ins Tiefkühlfach gelegt.

Am wichtigsten jedoch ist das gründliche Kauen eines jeden einzelnen Bissens, wenn blähungsförderliche Zutaten im Essen enthalten sind. Dadurch können die für uns unverdaulichen Fasern im Darm besser von den Bakterien aufgeschlossen werden. Weiterhin bieten sich Kümmel und Anis hervorragend an, um bei Gerichten mit Kohl oder Hülsenfrüchten die Bauchmuskulatur zu entspannen. Die müffeligen Gase entstehen damit zwar trotzdem, sind dadurch aber kaum noch schmerzhaft.

Leiden Sie öfter unter unangenehmen, schmerzenden Verstopfungen? Dann sollten Sie sich Gedanken über Ballaststoffe und eine gesündere Ernährung machen. Im Normalfall haben Verstopfungen nämlich keine organischen Ursachen. (Bild: demphoto/fotolia.com)

Verstopfungen vorbeugen

Oftmals sind Verstopfungen der Auslöser von Bauchbeschwerden, unsere Nahrung verweilt aufgrund der falschen Nahrungsmittel zu lange im Darm. Dadurch fehlt es dem Kot oftmals an Flüssigkeit und Masse, ungesunde Nebenerscheinungen wie Hämorrhoiden können dadurch verursacht werden. Vorbeugend hilft die Einnahme von Flohsamenschalen, ein Teelöffel auf ein Glas Wasser – direkt nach dem Verrühren trinken. Kurz darauf ein zweites Glas Wasser trinken. Ebenso hilfreich ist es, Vollkorn- statt Weissmehl zu wählen. Ein weiteres Wundermittel ist ein Apfel pro Tag, frisch gegessen und das natürlich mit Schale!

Essenszeiten

Neigt man zu Bauchweh, so wird es meist besser vertragen, wenn mehrmals am Tag eine kleine Portion gegessen wird. Dabei sollte stets langsam gegessen und gründlich gekaut werden. Außerdem empfiehlt es sich, zur Entlastung des Darms auf spätes Essen (mindestens der Stunden Abstand vor dem Schlaf!) zu verzichten. Einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit unseres Verdauungssystems liefern Bitterstoffe in Salat und Kräutern wie zum Beispiel Rauke, Radicchio, Grapefruits oder Chicorée. Diese Lebensmittel regen die Produktion von Verdauungssäften an, wodurch die die aufgenommene Nahrung leichter verstoffwechselt und besser verdaut werden kann.

Naturheilkundliche Behandlungsansätze gegen Magenkrämpfe und zahlreiche weitere Beschwerdebilder finden Sie in dem „Heilpraxis Ratgeber für Magen und Darm“. Hier können Sie den Ratgeber erwerben.

Weitere Optionen

Schüßler Salze aus der Hausapotheke eignen sich ebenfalls gut bei leichten Beschwerden im Bereich des Bauches. Hier kommen unter anderem die Salze Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) und Nr. 10 (Natrium sulfuricum) in Betracht. Durch seine schmerzstillende und krampflösende Wirkung kann auch die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) sehr hilfreich sein, gerade wenn es sich um menstruationsbedingte Schmerzen im unteren Bauch oder um Magen- bzw. Darmkrämpfe handelt. Damit das natürliche Schmerzmittel möglichst schnell vom Körper aufgenommen und besonders gut wirken kann, bietet sich hier die Zubereitung der so genannten „heißen Sieben“ an. Für diese werden zehn Tabletten Magnesium phosphoricum in heißem, nicht mehr kochendem Wasser aufgelöst, anschließend wird die Mischung so heiß wie möglich Schluck für Schluck getrunken.

Neben dem bietet die Homöopathie verschiedene Mittel an, die zur Linderung von Bauchproblemen beitragen sollen. Treten z.B. neben den Schmerzen weitere Symptome wie Aufstoßen oder Blähungen auf, kann Carbo Vegetabilis eine gute Hilfe sein. Beschwerden, die im Zusammenhang mit Stress, Alkohol, zu viel Kaffee und Nikotin oder üppigem, fettigem Essen auftreten, können hingegen mit Nux vomica (Brechnuss) behandelt werden. Ebenso kommt in diesen Fällen Antimonium crudum in Betracht, vor allem, wenn gleichzeitig Erbrechen, Durchfall oder weißlicher Zungenbelag bestehen. (nr, dp)