Rippenschmerzen rechts oder links

Mann in T-Shirt fasst sich ans Herz

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Bei Rippenschmerzen handelt es sich um Schmerzen, die im Bereich des Brustkorbs, des Brustbeins oder der Rippen auftreten und auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind. Häufig sind eher „harmlose“ Gründe wie ein Muskelkater, Fehlhaltungen, ein eingeklemmter Nerv oder eine Rippenprellung dafür verantwortlich. In selteneren Fällen können die Beschwerden aber auch auf ernsthaftere gesundheitliche Probleme hinweisen, wie eine Herz-, Magen- oder Nierenerkrankung oder das unter Umständen sehr gefährliche HELLP-Syndrom während der Schwangerschaft.


Hinweis: Treten Schmerzen im Bereich der Rippen auf, sollten diese in jedem Fall zeitnah medizinisch abgeklärt werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Ist die Ursache gefunden, kann bei der Behandlung teilweise alternativ oder begleitend die Naturheilkunde und/oder Alternativmedizin eingesetzt werden, um die Heilung zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern. Dies sollte jedoch immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin geschehen.

Hinter Rippenschmerzen können sich verschiedenste Ursachen verbergen. (Bild: Sasin Paraksa/fotolia.com)

Rippenschmerzen – ein kurzer Überblick

Dieser Artikel bietet Ihnen einen Überblick über mögliche Auslöser der Beschwerden, Diagnosemöglichkeiten, Therapieansätze und Prävention.

  • Definition: Bei Rippenschmerzen handelt es sich um Schmerzen, die im Bereich des Brustkorbs, des Brustbeins oder der Rippen auftreten.
  • Symptome: Je nach Ursache verschiedene Arten von Schmerzen im gesamten Rippenbereich, einseitig, beidseitig oder punktuell. Diese können akut oder chronisch auftreten, leicht oder heftig sein, eher oberflächlich oder auch innerlich empfunden werden und in angrenzende Körperbereiche ausstrahlen. Bestimmte Bewegungen oder zum Beispiel Husten können in manchen Fällen die Schmerzen verschlimmern.
  • Mögliche Ursachen: Prellung, Fraktur (Bruch), Fehlhaltung, Muskelkater, eingeklemmter Nerv, Erkrankungen der Brustorgane (Lunge, Herz, Thymus) oder des Gewebes, Erkrankungen angrenzender Organe wie Herz, Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse, Milz, Galle, Leber, Nieren und Darm, Rippenfellentzündung (Pleuritis), Intercostalneuralgie, Morbus Bechterew, Thoracic-outlet-Syndrom (Schulter-Arm-Syndrom), Schwangerschaft, HELLP-Syndrom, Tietze-Syndrom und weitere.
  • Diagnose: Anamnese – Klinik, Lokalisation, akut/chronisch, Begleitsymptome (Verschlimmerung zum Beispiel beim Husten, Liegen, Atmen), Vorerkrankungen; körperliche Untersuchung – Betrachtung, Abtasten, Abhören der Rippengegend; apparative Diagnostik nach Bedarf wie beispielsweise Röntgen, Computertomographie.
  • Therapie: Je nach Ursache. Zum Beispiel Kühlen oder Wärmeanwendungen, Schmerzmittel, Bestrahlung mit UV-Strahlen, hustenstillende Medikamente, Antibiotika, Atemgymnastik, Punktion, Operation, Thoraxdrainage, Pleurakatheter, nicht-steroidale Antirheumatika, Physiotherapie, Elektrotherapie und weitere.
  • Naturheilkunde und Alternativmedizin: Je nach Ursache, zum Beispiel Salben, Bäder und Wickel mit durchblutungsfördernden Eigenschaften (wie beispielsweise Senf-Wickel), homöopathische Mittel, Schüßler-Salze, Massagen.
  • Prävention: Je nach Ursache. Unter anderem ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Dehnübungen und Aufwärmen vor dem Sport, Schutzkleidung und Risikominimierung bei bestimmten Sportarten, Verzicht auf Zigaretten und Alkohol, ausreichend Entspannung und Schlaf.

Die Rippen

Bei den Rippen (Costae) handelt es sich um die paarigen, gebogenen Knochen, die gemeinsam mit der Brustwirbelsäule und dem Brustbein (Sternum) das Skelett des Brustkorbs beziehungsweise den knöchernen Thorax bilden. Damit stellen die Rippen im Grunde einen „knöchernen Käfig“ dar, in dem die empfindlichen Organe Lunge und Herz gut geschützt sind. Zudem wird mit Hilfe der beiden Rippengelenke und der Rippenmuskulatur der Brustkorb gehoben und gesenkt. Dies ist eine Grundvoraussetzung dafür, um unter Einsatz des Zwerchfells tief in den Bauch einatmen zu können (Bauchatmung oder Zwerchfellatmung).

Aufbau der Rippen. (Grafik: Double Brain_Eigenüberarbeitung/fotolia.com)

Jeder Mensch hat normalerweise zwölf Rippenpaare. Dabei besteht jede Rippe aus einem wirbelsäulenseitigen Rippenknochen (Os costale) und einem Rippenknorpel (Cartilago costalis). Der Platz zwischen zwei benachbarten Rippen wird in der Anatomie als „Intercostalraum“ (ICR, von lateinisch: „Spatium intercostale“ = Zwischenrippenraum) bezeichnet.

Die erste Rippe liegt zwischen dem letzten Halswirbel und dem ersten Brustwirbel. Die ersten sieben Rippenpaare sind vorne mit dem Sternum (Brustbein) verbunden und werden als „wahre Rippen“ (Costae verae) bezeichnet. Während die Paare acht bis zehn (Costae spuriae, auch: „falsche Rippen“) im Bereich des Rippenknorpels mit den oberen Rippen verbunden sind, sind die Paare elf und zwölf lediglich mit der Wirbelsäule verbunden und daher vorne nicht geschlossen (Costae fluctuantes, auch „rudimentäre Rippen“).

Unabhängig von ihrer Lage, lassen sich die Rippen in drei verschiedene Abschnitte einteilen: Das Rippenköpfchen (Caput costae), über das die Rippen gelenkig mit der Wirbelsäule verbunden sind, sowie daran anschließend der Rippenhals (Collum costae) und der Rippenkörper (Corpus Costae). Aufgrund ihrer Form und Lage sind die Rippen bei Unfällen anfällig für Verletzungen, sodass ein einfacher Bruch beispielsweise bei älteren Menschen schon durch einen Sturz verursacht werden kann – gerade dann, wenn die Knochen möglicherweise bereits durch Osteoporose geschwächt sind.

Symptome und Ursachen

Mit dem Begriff Rippenschmerzen werden normalerweise Schmerzen im Bereich des Brustkorbs bezeichnet, die von ganz unterschiedlicher Art, Dauer und Stärke sein können. Unterschieden wird hier zumeist zwischen akuten und chronischen Beschwerden. „Chronisch“ bedeutet, dass die Schmerzen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten dauerhaft bestehen oder in dieser Zeit regelmäßig wiederkehren. Diese chronische Form weist in den meisten Fällen auf eine eigenständige Erkrankung hin. Egal, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt: Diese sollten immer als Warnsignal betrachtet und unbedingt zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Schmerzen im Rippenbereich können im Prinzip alle zwölf Rippenpaare beziehungsweise zwölf Brustwirbel sowie das Brustbein (Sternum) betreffen. Daher werden die Beschwerden in zwei Gruppen unterteilt – je nachdem, wo die Beschwerden auftreten: Zum einen Schmerzen, die direkt aus dem Bereich der Rippen kommen und beispielsweise durch eine Prellung oder eine Fraktur (Bruch) verursacht werden. Zum anderen Schmerzen, die auf Erkrankungen der Brustorgane (Lunge, Herz, Thymus) oder des Gewebes zurückzuführen sind.

Einseitig auftretende Rippenschmerzen

Oft sind hinter den Rippen liegende Organe der Auslöser für Rippenschmerzen. Dafür könnten einseitig auftretende Schmerzen ein Hinweis sein. Kommen die Organe nicht als Ursache in Betracht, kann diese auch im Bewegungsapparat zu finden sein. Beispielsweise kann eine schwache Rückenmuskulatur Fehlhaltungen zur Folge haben, die langfristig zu Schmerzen im Rippenbereich führen können. Diese Schmerzen treten ebenfalls häufig einseitig auf.

Auch viele weitere Ursachen wie Rippenbrüche, Rippenprellungen, Muskelkater und andere können einseitige Schmerzen im Rippenbereich auslösen. Auf diese gehen wir weiter unten im Text noch genauer ein.

Wichtig: Um Folgeschäden zu vermeiden, sollte die genaue Ursache von Rippenschmerzen immer zeitnah medizinisch abgeklärt werden.

Rippenschmerzen links

Treten die Beschwerden unter dem linken Rippenbogen auf, können zum Beispiel Magenprobleme oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (etwa eine Bauchspeicheldrüsenentzündung), der Milz (siehe auch: Milzschmerzen) oder des Herzens (zum Beispiel ein Herzinfarkt, siehe unten) vorliegen. Daher ist es ratsam, die genaue Ursache der Beschwerden zeitnah ärztlich abklären zu lassen – was gerade bei länger anhaltenden Schmerzen links unter den Rippen unbedingt geschehen sollte, um Schädigungen der Organe zu vermeiden.

Ein Herzinfarkt ist ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. (Bild: freshidea/fotolia.com)

Achtung: Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall. Ein plötzlicher und lang anhaltender Schmerz im linken Brustbereich, der häufig in Richtung Hals, Rücken, Oberbauch und in die Arme ausstrahlt, ist charakteristisch. Dazu können typische Begleiterscheinungen wie Gesichtsblässe, Atemnot, kalter Schweiß, Beklemmungsgefühle in der Brust, Übelkeit, Unruhe und Angstzustände auftreten. Bei diesen Anzeichen muss unter Telefon 112 sofort ein Notarzt gerufen werden!

Rippenschmerzen rechts

Treten die Beschwerden unter dem rechten Rippenbogen auf, können beispielsweise Erkrankungen der Leber, der Gallenblase oder des Dickdarms bestehen. Diese lassen sich zumeist anhand weiterer typischer Symptome identifizieren. Ist beispielsweise der Darm der Auslöser für die Beschwerden im Bereich der Rippen, wird dies häufig durch einen Blähbauch, Appetitlosigkeit sowie sonstige Verdauungsstörungen erkennbar.

Eine akute Gallenblasenentzündung äußert sich hingegen oft in erster Linie durch kolikartige Schmerzen unterhalb der rechten Rippen, die nach einigen Minuten, teilweise aber auch erst nach Stunden wieder nachlassen und sich dann zu einem dauerhaften Druckschmerz entwickeln. Hier kommt es außerdem zu Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung und Blähungen. Auch Fieber und Schüttelfrost treten in vielen Fällen auf.

Rippenprellung

In vielen Fällen ist eine Rippenprellung (Rippenkontusion) der Auslöser für Schmerzen an den Rippen. Dabei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Verletzung der Rippen, die meist durch stumpfe Einwirkung von außen auf den Brustkorb entsteht, beispielsweise durch einen Sturz oder einen Zusammenstoß. Daher kommt es besonders häufig beim Sport zu einer Prellung der Rippen, vor allem bei Sportarten, in denen viel direkter Körperkontakt (zum Beispiel Kampfsport, Handball, Fußball, Rugby, Basketball) oder ein erhöhtes Risiko für schwere Stürze (zum Beispiel Radfahren, Mountainbiking, Skifahren) besteht.

Häufig lässt sich eine Prellung nicht sofort von einem Bruch der Rippen unterscheiden, da sich Ursachen und Symptome ähneln. Zumeist halten die Schmerzen im Bereich der Rippen jedoch bei einer Prellung länger an und sind stärker ausgeprägt als bei einer Fraktur, vor allem beim tiefen Einatmen, Husten, Lachen oder Niesen. Eine Prellung ist auch daran erkennbar, dass es zu starken Schmerzen kommt, wenn der Oberkörper verdreht wird oder der Patient auf der entsprechenden Körperseite liegt. Hinzu kommt, dass Betroffene aufgrund der Schmerzen häufig nicht richtig tief ein- und ausatmen und dadurch ständig das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen.

Wurden durch die Einwirkung von außen die unter der Haut liegenden Blutgefäße verletzt, kann es darüber hinaus schnell zu einem Bluterguss (Hämatom) kommen, wodurch sich die Haut über der betroffenen Stelle blau färbt und teilweise anschwillt. Je nachdem, wie stark die Prellung ausfällt, können die Beschwerden bis zu einigen Wochen anhalten – in leichteren Fällen verschwinden sie jedoch oft schon nach wenigen Tagen wieder.

Hinweis: Falls Sie unsicher sind, ob es sich bei Ihren Beschwerden um eine Prellung oder einen Bruch handelt, sollten Sie die Ursache so schnell wie möglich abklären lassen. Ein Rippenbruch kann im schlimmsten Fall lebensgefährliche Folgen nach sich ziehen. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Abschnitt unter „Fraktur (Bruch)“.

Rippenbruch (Fraktur)

Bei einem Rippenbruch kann nur eine Rippe oder es können auch mehrere Rippen betroffen sein, die entweder teilweise oder komplett gebrochen sind. Auch kann eine einzelne Rippe mehrmals gebrochen sein (Rippenreihenfraktur) oder aber es brechen drei oder mehr benachbarte Rippen auf derselben Körperseite (Rippenserienfraktur).

Ein Rippenbruch kann auf unterschiedliche Art entstehen. Meist wird er jedoch – ebenso wie eine Prellung – durch stumpfe Gewalteinwirkung von außen („stumpfes Trauma“), beispielsweise durch einen Sturz auf eine Kante (zum Beispiel Tischkante, Waschbecken, Badewanne), einen Unfall oder durch einen Zusammenstoß im Sport verursacht. Daneben kommt auch Gewalteinwirkung in Form von heftigen Schlägen oder Tritten in Frage. Ebenso kann eine Herzmassage im Rahmen der Wiederbelebung durch den Druck, der dabei auf den Brustkorb ausgeübt wird, zu einer Rippenfraktur führen.

Bei manchen Sportarten wie etwa Mountainbiking besteht ein erhöhtes Risiko für Verletzungen wie Prellungen oder Brüche. (Bild: blas/fotolia.com)

Da im Laufe des Lebens mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird, sind gerade die Knochen älterer Menschen weniger stabil und brechen leichter. Auch Vorerkrankungen wie eine Osteoporose oder eine Knochen zersetzende Krebserkrankung erhöhen das Risiko für einen Bruch deutlich. Hier kann es sogar dazu kommen, dass eine Rippe spontan und ohne direkten äußeren Auslöser bricht, beispielsweise durch starkes Husten.

Liegt eine Rippenfraktur vor, zeigen sich verschiedene Symptome. Je nachdem, wo der Bruch auftritt, kann er aber auch nur geringe oder sogar gar keine Beschwerden verursachen. Häufig kommt es jedoch im Bereich des Bruchs zu Schmerzen beim Atmen, Husten oder wenn Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt wird. In einigen Fällen treten die Rippenschmerzen besonders stark auf, wenn man sich vorbeugt oder den Oberkörper dreht. Häufig zeigen sich zudem im Bereich des Bruchs Schwellungen und Blutergüsse, teilweise kann man die betroffene Stelle sogar von außen fühlen. Als sicheres Zeichen für einen Bruch gilt darüber hinaus ein krachendes, knirschendes oder rasselndes Geräusch bei Bewegung und Atmung, welches medizinisch als „Krepitation“ (von lateinisch „Crepitatio“ = „rasseln“, „knirschen“) bezeichnet wird.

Hinweis: Besteht der Verdacht auf eine Rippenfraktur, sollte dies unbedingt durch Röntgenbilder medizinisch abgeklärt werden, um mögliche Begleitverletzungen (zum Beispiel von inneren Organen im Bauchraum) erkennen und entsprechend behandeln zu können. Dies ist hier besonders wichtig, da die Gefahr besteht, dass Lunge, Herz oder die Hauptschlagader (Aorta) durch die gebrochene Rippe verletzt werden, wodurch es beispielsweise zu starken Blutungen in die Lunge oder zum Lungenkollaps (Pneumothorax) kommen kann.

Rippenschmerzen beim oder nach dem Husten

Treten Rippenschmerzen beim Husten oder danach auf, kommen verschiedene Ursachen in Frage. Wie bereits erwähnt, zählen hierzu auch Rippenbrüche und -prellungen. Weitere wichtige potenzielle Ursachen stellen wir Ihnen nachfolgend kurz vor.

Muskelkater

Durch einen Muskelkater kann es auch zu Schmerzen an den Rippen beim beziehungsweise nach dem Husten kommen. Ist der Muskelkater stark, können dabei die Schmerzen sogar bei jedem Atemzug auftreten, was äußerst unangenehm werden kann.

Wie bei jedem anderen Muskelkater ist auch hier im Normalfall eine Überbeanspruchung der Muskulatur für die Beschwerden verantwortlich. In diesem Fall handelt es sich um die Zwischenrippenmuskeln (Musculi intercostales), die zwischen benachbarten Rippen verlaufen und dafür zuständig sind, den Brustkorb auf und ab zu bewegen. Da diese Muskeln normalerweise nur sehr wenig beansprucht und trainiert werden, kommt es bei ungewohnter Belastung schnell zu einem Muskelkater, häufig verursacht durch starken, länger anhaltenden Husten bei einer Erkältung oder Bronchitis. Denn bei jedem Husten zieht sich das Zwerchfell ruckartig zusammen und die Luft wird mit Höchstgeschwindigkeit aus der Lunge ausgestoßen. Dabei werden sowohl das Zwerchfell als auch die Zwischenrippenmuskeln stark belastet.

Kommen die Organe nicht als Ursache in Betracht, kann diese auch im Bewegungsapparat zu finden sein – beispielsweise kann eine schwache Rückenmuskulatur Fehlhaltungen zur Folge haben, die wiederum langfristig zu Schmerzen im Bereich der Rippen führen können. Auch hier ist es daher wichtig, die genaue Ursache von ärztlich abklären zu lassen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Rippenbeschwerden durch Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Eine Rippenfellentzündung beziehungsweise Brustfellentzündung (Pleuritis) kann ebenfalls die Ursache für Rippenschmerzen beim Husten sein. Bei dieser liegt eine Entzündung des sogenannten „Brustfells“ vor. Damit wird eine dünne Gewebeschicht bezeichnet, welche grob aus zwei Teilen besteht: dem Lungenfell (beziehungsweise Pleura pulmonalis), das die Lungen bedeckt, und dem Rippenfell (Pleura parietalis), das den Brustkorb sowie die Oberseite von Zwerchfell und Herzbeutel von innen auskleidet. Diese beiden Teile sind am Lungenrand miteinander verbunden. Der Raum dazwischen wird als „Pleuraspalt“ bezeichnet. Darin befindet sich ein Flüssigkeitsfilm. Er bewirkt, dass die Lunge zum einen am Brustkorb haftet beziehungsweise eng anliegt und zum anderen bei allen Atembewegungen dem Brustkorb leicht folgen kann.

Liegt eine Entzündung in diesem Bereich vor, wird medizinisch zwischen einer „feuchten“ und einer „trockenen“ Rippenfellentzündung unterschieden. Während sich bei ersterer (Pleuritis exsudativa) Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell ansammelt (Pleuraerguss), wodurch keine Reibung und damit auch kein Reibegeräusch (Pleurareiben) auftritt, ist dieses bei der trockenen Form (Pleuritis sicca) durch nicht vorhandene Flüssigkeit beim Abhören ganz deutlich zu hören.

Die trockene Rippenfellentzündung verursacht ein typisches Geräusch, das sich beim Abhören mit dem Stethoskop gut wahrnehmen lässt. (Bild: Racle Fotodesign/fotolia.com)

Die Ursachen für eine Pleuritis sind vielfältig. In den meisten Fällen ist die Ursache aber eine zugrunde liegende Lungenerkrankung wie eine Lungenentzündung (Pneumonie), ein Lungeninfarkt, eine Tuberkulose oder ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs). Alle diese Krankheiten sind äußerst ernst zu nehmen und können tödlich enden. Daher ist bei Verdacht auf eine Pleuritis (Brust- oder Rippenfellentzündung) eine sofortige Abklärung sehr wichtig. Bitte suchen Sie so schnell wie möglich einen Arzt oder eine Ärztin auf.

Bleibt der Befund der Lunge unauffällig, gibt es eine Reihe weiterer möglicher Erkrankungen, in deren Verlauf unter Umständen die Pleura direkt geschädigt werden kann. Hierzu zählen beispielsweise Virusinfektionen, etwa mit Herpes- oder Coxsackie-B-Viren (Morbus Bornholm), eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder auch rheumatische Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder eine rheumatoide Arthritis.

Da gerade mit der trockenen Rippenfellentzündung zumeist starke Schmerzen bei der Atmung einhergehen, nehmen viele Betroffene schnell eine oberflächliche Schonatmung ein. In der Folge kann sich die Lunge jedoch nicht mehr ausreichend bewegen, wodurch das Risiko steigt, dass Rippenfell und Lungenfell narbig miteinander verwachsen („Pleuraschwarte“). Da eine Pleuraschwarte im Ernstfall verkalken und dadurch die Atmung beeinträchtigen kann, ist in diesen Fällen meist eine Operation erforderlich, um die Verwachsungen wieder zu lösen.

Die Symptome bei einer Pleuritis hängen davon ab, um welche Form der Entzündung es sich handelt. Treten in erster Linie starke Brustschmerzen auf, handelt es sich normalerweise um eine trockene Rippenfellentzündung. Die Beschwerden können dabei sowohl links, rechts als auch beidseitig oder auch im hinteren Brustkorbbereich auftreten und sind meist so stark, dass sie zu einer massiven Schwächung und Beeinträchtigung des Wohlbefindens führen. In den meisten Fällen werden die Beschwerden zudem beim Einatmen und Husten noch stärker. Deshalb nehmen Patientinnen und Patienten häufig eine Schonatmung ein oder unterdrücken den Hustenreiz, um Schmerzen zu vermeiden.

Ein weiteres typisches Symptom für eine trockene Rippenfellentzündung ist das erwähnte Reibegeräusch (Pleurareiben, auch „Lederknarren“ genannt), welches entsteht, wenn die Schichten des entzündeten Brustfells (Pleura) bei der Atmung aneinander reiben. Dieses klare Anzeichen ist allerdings nur mit dem Stethoskop zu hören und verschwindet außerdem, sobald sich Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell ansammelt beziehungsweise sich die trockene Pleuritis zu der feuchten Form weiterentwickelt. Daneben kann es bei einer trockenen Rippenfellentzündung auch zu Luftnot beziehungsweise Atemnot (Dyspnoe) und Husten sowie in selteneren Fällen zu Fieber kommen. Zentrales Symptom ist jedoch der starke Atemschmerz.

Bei einer feuchten Rippenfellentzündung treten hingegen meist keine Schmerzen beim Atmen und Husten auf, was daran liegt, dass sich zwischen den Rippen und der Lunge Flüssigkeit angesammelt hat (Pleuraerguss). Durch die Flüssigkeitsansammlung kommt es jedoch häufig zu einem Druckgefühl in der Brust und Atemnot. Zudem kann es durch diese auch zu einer auffälligen plötzlichen Gewichtszunahme kommen. Auch Fieber kommt bei dieser Form oft vor. Daneben können – je nach Grunderkrankung – weitere Symptome auftreten: So sind beispielsweise bei einer Lungenentzündung neben hohem Fieber häufig auch Schüttelfrost und Husten mit Auswurf festzustellen, bei einer Rippenfellentzündung infolge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kommt es typischerweise zu Thoraxschmerzen und Bauchschmerzen im Oberbauch.

Schwangerschaft und HELLP-Syndrom

Häufig treten im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft Schmerzen im Rippenbereich auf. Hierfür kommen verschiedene Ursachen in Betracht, die in den meisten Fällen keine gesundheitliche Gefahr bedeuten.

Tritt der Schmerz an den Rippen immer wieder plötzlich im unteren Bauch auf und verschwindet dann wieder, sind oft die Bauchmuskeln der Auslöser. Da diese an den Rippen und dem Rippenbogen ansetzen und durch das immer größer und schwerer werdende Kind im Laufe der Schwangerschaft immer stärker belastet werden, kann es zu sehr massiven Rippenschmerzen kommen, die bis in den Rücken ausstrahlen können.

Treten die Beschwerden hingegen tiefer im Bauchraum auf, kann auch die Gebärmutter die Ursache sein. Während der Schwangerschaft wächst sie kontinuierlich, wodurch oft unter dem Rippenbogen ein verstärkter Druck verspürt wird oder an bestimmten Stellen im Rippenbogenbereich Schmerzen auftreten. Auch kann das Baby zum Beispiel ein Bein vorübergehend so ausgestreckt haben, dass dies im Rippenbereich Beschwerden verursacht.

In selteneren Fällen können Rippenschmerzen in der Schwangerschaft aber auch auf das gefährliche HELLP-Syndrom hinweisen. Der Name dieses Syndroms setzt sich aus den englischen Begriffen „Haemolysis“ für hämolytische Anämie, „Elevated Liver Enzyme Level“ für erhöhte Leberwerte und „Low Platelet Count“ für eine verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten) zusammen. Damit sind die Kardinalsymptome des HELLP-Syndroms bereits umschrieben. Häufig geht mit dem Syndrom zeitgleich eine Präeklampsie einher. Schätzungsweise sind von tausend Schwangeren etwa ein bis drei Frauen vom HELLP-Syndrom betroffen. Dieses wurde lange Zeit als eine schwere Komplikation einer „Schwangerschaftsvergiftung“ (Präeklampsie) angesehen. Die Präeklampsie erkennt man vor allem an Hypertonie (Bluthochdruck), Proteinurie (Eiweißausscheidung im Urin) und generalisierten Ödemen (Wassereinlagerungen). Inzwischen weiß man jedoch, dass das HELLP-Syndrom auch auftreten kann, ohne dass die Schwangere vorher Symptome einer Präeklampsie hatte.

Während der Schwangerschaft auftretende Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rippenbereich ausstrahlen, können ein Anzeichen für das gefährliche HELLP-Syndrom sein. (Bild: Elnur/fotolia.com)

Das HELLP-Syndrom kann im Ernstfall zu akutem Leber- und Nierenversagen und einer plötzlichen Ablösung der Plazenta führen. Beim HELLP-Syndrom können die typischen Symptome der Präeklampsie (Ödeme, also Wassereinlagerungen, in Händen, Füßen und Gesicht, Bluthochdruck, Eiweiß im Urin) auftreten, dies muss jedoch nicht der Fall sein. Es liegt meist eine Leberfunktionsstörung vor, die zu massiven, häufig ausstrahlenden Schmerzen im rechten Oberbauch beziehungsweise im Bereich der oberen Rippen führt. Daneben kann es zu Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall kommen, wodurch die Patientinnen manchmal zunächst an eine Magen-Darm-Grippe denken; auch Kopfschmerzen und Sehstörungen sind möglich. Beim HELLP-Syndrom stehen eine Hämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen), erhöhte Leberwerte und eine Thrombozytopenie (Mangel von Thrombozyten/Blutplättchen im Blut) durch Leberschäden im Vordergrund.

Achtung: Besteht der Verdacht auf eine Präeklampsie und/oder das HELLP-Syndrom, muss die schwangere Frau sofort in eine Klinik gebracht werden, um gesundheitliche Risiken für sie und das ungeborene Kind zu vermeiden.

Da der Verlauf der Erkrankung nur schwer einschätzbar ist und die Schädigung der Leber mit der Zeit zunimmt, wird in den meisten Fällen das Kind umgehend per Kaiserschnitt auf die Welt geholt und gegebenenfalls im Brutkasten mit allem Nötigen versorgt. Der Verlauf des Syndroms wird durch die Entbindung jedoch nicht vollständig gestoppt; stattdessen dauert es unter Umständen noch einige Tage, bis sich alle Symptome zurückgebildet haben. Daher bleibt die Betroffene auch nach der Geburt zunächst unter strenger medizinischer Aufsicht, um Komplikationen und/oder bleibende Schäden zu vermeiden.

Intercostalneuralgie

Treten die Schmerzen eher zwischen den Rippen auf, kann auch eine so genannte „Intercostalneuralgie“ bestehen. Bei dieser handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Schmerzsyndrom im Zwischenrippenbereich der Brustwand (von „inter“, lateinisch für „zwischen“ und „costa“, lateinisch für „Rippen“; als Neuralgie werden anfallsweise auftretende Schmerzen im Bereich sensibler Nerven bezeichnet).

Bei den meisten Betroffenen geht der Schmerz von der Wirbelsäule aus, ist aber auch zwischen den Schulterblättern oder am inneren linken Schulterblattrand spürbar und kann zudem bis in die Arme und Hände ausstrahlen. Typisch ist, dass sich die Schmerzen eher gürtel- beziehungsweise ringförmig ausdehnen und sich durch Husten, Bewegungen, Pressen oder Sitzen mit eingezogenen, krummen Schultern verstärken. Die häufig als „messerscharf“ beschriebenen Schmerzen werden von den Betroffenen als besonders belastend und quälend empfunden; auch kommt es häufig zu ganz plötzlichen, anfallsartigen Schüben mit reißenden oder stechenden Druckschmerzen.

Mit diesen Anfällen gehen häufig große Angst, Beklemmungen und Atembeschwerden einher. Außerdem kann es begleitend zu Gefühlsstörungen oder Missempfindungen beziehungsweise einem Kribbeln im betroffenen Bereich kommen. Da das Atmen meist sehr schmerzhaft ist, wird dieses oft auf das Nötigste reduziert – was zwar zum einen die Beschwerden kurzfristig lindern kann, auf der anderen Seite aber auch das beklemmende Gefühl und Ängste verstärken kann. Da die andauernden starken Schmerzen schnell zu Erschöpfung führen, kann es darüber hinaus auch zu Kreislaufschwäche, Schwindel und starker Ermüdung kommen.

Da die Intercostalneuralgie keine Krankheit ist, sondern ein Symptom beziehungsweise eine Form des Nervenschmerzes beschreibt, kommen dafür eine Reihe verschiedener Ursachen in Frage. Möglich sind unter anderem Rheuma, eine Gürtelrose (Herpes zoster) oder auch Blockaden der Wirbelsäule.

Daneben können auch Erkrankungen oder Beeinträchtigung der Rippen, des Rippenfells oder der Lunge Auslöser für eine schmerzhafte Entzündung der Zwischenrippennerven sein, in selteneren Fällen auch eine Rückenmarkserkrankung, eine angeborene Verengung der Hauptschlagader oder ein Tumor.

Darüber hinaus ist es prinzipiell auch möglich, dass eine Erkrankung des Herzens oder der Organe im Oberbauch (etwa Magen, Gallenblase, Leber) vorliegt, welche in die entsprechenden Rippenbereiche ausstrahlt und die typischen Schmerzen auslösen kann.

Auch Leberschmerzen können rechtsseitig in den Rippenbereich ausstrahlen. (Bild: Romario Ien/fotolia.com)

Tietze-Syndrom

Schmerzen im Bereich der Rippen können zudem im Zusammenhang mit dem sogenannten Tietze-Syndrom (auch „Costochondritis“ oder „Morbus Tietze“ genannt) auftreten. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Knorpelansätze der Rippen beziehungsweise des Brustbeins anschwellen und Schmerzen verursachen. Das Syndrom tritt im Gegensatz zu Rippenprellungen oder -brüchen vergleichsweise selten auf und verschwindet oft nach einiger Zeit ebenso plötzlich, wie es aufgetreten ist.

Typisch für Morbus Tietze sind spontan auftretende Schwellungen im Brust- und Rippenbereich, die häufig auch von außen erkennbar sind und meist starke Schmerzen im Bereich zwischen Brustbein und oberen Rippenknorpeln mit sich bringen. Diese können sich bei Druck auf die betroffene Stelle oder durch Bewegung und tiefes Atmen verstärken und teilweise auch in die Arme oder den Hals ausstrahlen. Hinzu kommen in einigen Fällen ein beschleunigter Puls und ein ausgeprägtes Hitzegefühl. Da diese Symptome jedoch unspezifisch sind, kann eine Diagnose nur durch einen entsprechenden Facharzt oder eine Fachärztin gestellt werden.

Wodurch das Tietze-Syndrom entsteht, ist bislang nicht bekannt. Vermutet wird jedoch ein enger Zusammenhang mit Mikrobrüchen, die zum Beispiel durch Überlastung entstehen können. Auch Operationen, bei denen der Brustkorb geöffnet wurde, werden als möglicher Auslöser betrachtet. Häufig treten die Beschwerden aber auch ohne erkennbare Ursache auf.

Morbus Bechterew

Neben den bisher genannten Erkrankungen kann Morbus Bechterew (medizinisch: Spondylitis ankylosans) ebenfalls die Ursache für Schmerzen im Rippenbereich sein. Die Bechterewsche Erkrankung ist eine rheumatische Krankheit, die in erster Linie die Wirbelsäule betrifft und über entzündliche Prozesse dazu führen kann, dass diese verknöchert beziehungsweise versteift.

M. Bechterew gilt bis heute als unheilbar und äußert sich zu Beginn durch relativ unspezifische Symptome, wodurch eine Diagnose oft erst recht spät gestellt werden kann. Hinweise auf Morbus Bechterew liefern dennoch eine länger anhaltende Morgensteifigkeit, zwischen rechts und links wechselnde Gesäßschmerzen und Rückenschmerzen, die sich im Ruhezustand verschlimmern und bei Bewegung nachlassen. Daneben kann auch das Brustbein schmerzen; ebenso sind neben Rippenschmerzen auch Knieschmerzen und Hüftschmerzen möglich. Darüber hinaus tritt bei vielen Betroffenen eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis beziehungsweise Iritis) auf, welche wiederum zu Augenschmerzen, Augenjucken, erhöhter Lichtempfindlichkeit und einer Augenrötung führen kann.

Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind bislang unbekannt; dennoch wird davon ausgegangen, dass eine Fehlsteuerung des Immunsystems vorliegt, die zur Folge hat, dass sich dieses auch gegen eigene Körperzellen richtet. Vermutet wird ebenso, dass eine bakterielle Infektion (zum Beispiel mit Klebsiellen oder Chlamydien) im Zusammenspiel mit einer erblichen Veranlagung die Krankheit auslösen könnte.

Thoracic-outlet-Syndrom

In seltenen Fällen kann auch das sogenannte „Thoracic-outlet-Syndrom“ (TOS) den Schmerzen an den Rippen zugrunde liegen. Dieses ist auch unter den Bezeichnungen „neurovaskuläres Kompressionssyndrom des Armes“ oder „Schulter-Arm-Syndrom“ bekannt. Unter dem TOS werden alle Syndrome zusammengefasst, bei denen die zum Arm ziehenden Gefäß-Nerven-Bündel im oberen Brustkorbbereich durch Druck geschädigt beziehungsweise beeinträchtigt werden (Skalenussyndrom, Halsrippensyndrom, Kostoklavikularsyndrom und so weiter).

Der Druck entsteht dabei durch eine Engstelle in diesem Bereich, die meist angeboren ist, aber durch Faktoren wie Haltungsschäden der Wirbelsäule, Vorhandensein einer Halsrippe oder ausgeprägtes Muskelwachstum (zum Beispiel durch Kraftsport, Bodybuilding) verstärkt werden kann. Auch eine veränderte Körperhaltung und/oder vergrößerte Brüste während der Schwangerschaft oder ein Unfall können die Symptome des TOS auslösen.

Diese können ganz unterschiedlich sein. Typisch sind Schulterschmerzen, Oberarmschmerzen und Unterarmschmerzen, die bis in die Finger ausstrahlen können, ein Kribbeln im Arm, das Gefühl „dass der Arm eingeschlafen ist“ sowie Mattigkeit und Gefühlsstörungen im Bereich der betroffenen Armnerven. Im Falle einer voll ausgebildeten Halsrippe kann es außerdem zu Rippenschmerzen kommen. Die Gefäßeinengung kann beispielsweise auch eine schwache Durchblutung zur Folge haben, wodurch wiederum ein langsamer Puls und blasse Finger auftreten können. Außerdem wird die Entwicklung einer Thrombose (Verengung oder Verschluss einer Blutbahn durch ein Blutgerinnsel) am Arm begünstigt.

Kraftsport kann das Risiko für die Entwicklung eines Schulter-Arm-Syndroms erhöhen. (Bild:Jacob Lund/fotolia.com)

Diagnose verschiedener Ursachen von Rippenschmerzen

Da für die Entstehung von Rippenschmerzen eine Vielzahl möglicher Ursachen in Frage kommen, können nicht alle Diagnosemöglichkeiten an dieser Stelle behandelt werden. Grundsätzlich wird der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin zunächst Fragen stellen, um die möglichen Ursachen einzugrenzen.

Dabei wird er oder sie beispielsweise klären, wo genau und seit wann die Schmerzen auftreten, wie sich die Schmerzen anfühlen und ob diese sich etwa beim Atmen oder bei Bewegung verschlimmern und ob es besondere Begleitumstände gab (etwa einen Unfall, einen Zusammenstoß beim Sport, ungewohnte körperliche Betätigung etc.). Auch mögliche begleitende Beschwerden wie beispielsweise Fieber, Bluthochdruck oder Atembeschwerden werden mit abgefragt.

Sobald ein Verdacht auf eine mögliche Ursache vorliegt, wird die weitere Diagnosestellung dieser angepasst. Einige Möglichkeiten stellen wir Ihnen nachfolgend kurz vor.

Rippenprellung

Ergibt das Gespräch mit dem Patienten oder der Patientin den Verdacht auf eine Rippenprellung, wird der Arzt oder die Ärztin eine körperliche Untersuchung vornehmen und die Rippen vorsichtig abtasten. Bei einer Prellung ist der betroffene Bereich normalerweise geschwollen, gerötet, sehr druckempfindlich und schmerzhaft. Auch ein Bluterguss kann auf eine Prellung hinweisen. Weil eine Rippenprellung und ein Rippenbruch oft durch diese Untersuchung noch nicht eindeutig voneinander abzugrenzen sind, wird meist eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs angeordnet.

Rippenbruch

Einige Brüche sind auf den ersten Blick sogar vom Laien erkennbar. Dies ist etwa der Fall, wenn der Knochen durch die Hautoberfläche ragt. Weitere Untersuchungen wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Ultraschall bringen Klarheit über die genauen Ausmaße des Bruchs, eventuelle weitere, weniger auffällige Brüche im umliegenden Bereich sowie über eine mögliche Verletzung dahinterliegender Organe.

Neben der Sichtbarkeit des Knochens außerhalb der Hautoberfläche gibt es weitere sogenannte sichere Anzeichen für einen Knochenbruch. Diese sind Fehlstellung des Knochens, abnorme (ungewöhnliche) Beweglichkeit sowie ein fühl- oder hörbares Reibegeräusch bei Bewegung (Krepitation).

Ist der Bruch nicht offensichtlich, verläuft die Diagnose in der Regel wie beim Verdacht auf eine Rippenprellung: Klärung der Entstehung, der begleitenden Beschwerden und weiterer wichtiger Punkte im Gespräch, anschließend vorsichtiges Abtasten und Anschauen, abschließende Klärung durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie und/oder Ultraschall.

Rippenfellentzündung

Der Verdacht auf eine Rippenfellentzündung ergibt sich normalerweise bereits im Patientengespräch (Anamnese). Hinweise darauf geben atemabhängige Schmerzen im Rippenbereich. Diese sind häufig so stark, dass Betroffene eine deutliche Schonhaltung einnehmen, was dann natürlich auch deutlich sichtbar ist. Zudem ist die Atmung meist sehr flach, um die Schmerzen zu vermeiden. Zusätzlich können Atemnot und ein Druckgefühl in der Brust auftreten. Beim Abhören der Lunge ist bei der trockenen Form der Rippenfellentzündung darüber hinaus das typische als „Lederknarren“ oder „Pleurareiben“ beschriebene Geräusch feststellbar.

Wird eine Pleuritis diagnostiziert, muss als nächster Schritt die dahinterstehende Grunderkrankung herausgefunden werden. Dazu dienen normalerweise ein Tuberkulosetest (Tuberkulintest), ein Röntgenbild des Thorax (Brustraums) sowie verschiedene Blutuntersuchungen.

Mit Hilfe eines Röntgenbildes lassen sich viele Ursachen von Rippenschmerzen abklären. (Bild: Elnur/fotolia.com)

HELLP-Syndrom

Liegen bei einer Schwangeren heftige Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs hinter den Rippen, eventuell Wassereinlagerungen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall sowie Kopfschmerzen und/oder Sehstörungen vor, werden verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen zur Diagnosefindung angeordnet. Auch eine Kardiotokographie (CTG oder Wehenschreiber), Doppler-Sonographie und abdominelle Sonographie werden häufig vorgenommen, um den Zustand von Mutter und Kind beurteilen sowie eine Risikoeinschätzung treffen zu können.

Intercostalneuralgie

Damit die Diagnose bei Verdacht auf eine Intercostalneuralgie zielführend und eine anschließende Krankheitsermittlung erfolgreich sein kann, kommt es bei der Anamnese des Patienten beziehungsweise der Patientin auf möglichst detaillierte Angaben zu bestehenden Beschwerden sowie möglichen Vorerkrankungen an. Hierfür ist es nicht ausreichend, die Lage des Schmerzes im Bereich des Brustkorbs zu beschreiben. Ergänzend müssen auch Situationen genannt werden, in denen sich der Schmerz intensiviert, sowie Auskünfte zu bestehenden Begleitsymptomen gegeben werden. Wer vor Auftreten der Nervenschmerzen an einer Wirbelsäulen-, Infektions- oder Organerkrankung gelitten hat, sollte dies während der Patientenbefragung ebenfalls zur Sprache bringen.

Nach dem Patientengespräch erfolgt meist ein anfängliches Abtasten der betroffenen Wirbelsäulenregion. Auf diese Weise lässt sich die Schmerzquelle genauer lokalisieren und beurteilen, wie schmerzempfindlich die Betroffenen sind. Im Anschluss erfolgt eine intensivere ausführliche körperliche Untersuchung zur Differenzialdiagnose.

Bildgebende Untersuchungsmethoden wie die Myelografie stehen hierbei im Vordergrund. Der Begriff beschreibt ein spezielles Röntgenverfahren zur Darstellung des Wirbelkanals, bei dem ein Kontrastmittel in den Kanal injiziert wird. Mit Hilfe einer Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) lassen sich dann etwaige Kompressionen und Entzündungen der Nerven sichtbar machen. Auch Dislokationen und degenerative Veränderungen der Wirbelsäule können im Rahmen bildgebender Diagnoseverfahren ermittelt werden. Ein EKG erlaubt diesbezüglich ferner die Beurteilung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Vermuten Ärztinnen oder Ärzte die Ursache für die Intercostalneuralgie nicht an der Brustwirbelsäule selbst, sondern in einem der Organe innerhalb des Brustkorbs, können zusätzlich zur bildgebenden Diagnose weitere Untersuchungsmethoden zur Anwendung kommen. Zur Beurteilung der Lungengesundheit können beispielsweise Lungenfunktionstests durchgeführt werden. Blutuntersuchungen zeigen ergänzend eventuelle Infektionskrankheiten an.

Tietze-Syndrom

Nach dem vorausgehenden Patientengespräch wird der Arzt oder die Ärztin den Rippenbereich vorsichtig abtasten. Beim Tietze-Syndrom zeigen die Rippenknorpel eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Druckschmerz. Dieser Schmerz ist meist im Bereich von der zweiten bis zur siebten Rippe am stärksten ausgeprägt. Eventuell kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Ultrasonographie (USG) Schwellungen der Rippenknorpel sichtbar machen. Ergibt eine Blutuntersuchung einen erhöhten Entzündungswert (CRP-Wert), kann dies ebenfalls ein Hinweis auf das Tietze-Syndrom sein.

Die Computertomographie kann bei Rippenschmerzen die Diagnose erleichtern und bei verschiedenen Ursachen Klarheit bringen. (Bild: Werner/fotolia.com)

Behandlung von Rippenschmerzen

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach den jeweiligen Ursachen der Schmerzen, wobei durchaus erhebliche Unterrschiede bestehen und das falsche Vorgehen lebensbedrohliche Folgen haben kann. Die Therapie sollte daher unbedingt unter ärztlicher Anleitung erfolgen.

Behandlung bei Rippenprellung

Eine Rippenprellung verheilt von selbst, sodass eine Operation normalerweise nicht notwendig ist. Im akuten Fall sollte die betreffende Stelle zunächst unbedingt gekühlt werden, um die Schmerzen zu lindern und eine starke Schwellung zu vermeiden. Im nächsten Schritt werden bei starken Beschwerden normalerweise kurzzeitig Schmerzmittel eingesetzt, um zu verhindern, dass Betroffene eine Schonatmung einnehmen. So lässt sich das Risiko für eine Lungenentzündung (Pneumonie) verringern.

Damit eine Prellung möglichst schnell verheilt, sollte der verletzte Rippenbereich unbedingt geschont werden. Dazu gehört auch, während der Heilungszeit auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Im Normalfall ist eine Rippenprellung nach etwa drei bis vier Wochen ausgeheilt, in schwereren Fällen können jedoch auch bis zu zehn Wochen oder mehr vergehen. Hier kann sich beispielsweise eine Bestrahlung mit UV-Strahlen positiv auf den Heilungsprozess auswirken.

Therapie bei Rippenbruch

Liegt eine unkomplizierte Rippenfraktur beziehungsweise ein Bruch von ein bis zwei Rippen oder eine stabile Rippenserienfraktur (drei oder mehr gebrochene Rippen auf derselben Brustkorbseite) vor, erfolgt normalerweise keine besondere Behandlung, denn diese heilt selbständig im Laufe von etwa sechs Wochen aus. Dementsprechend wird im Regelfall auch auf eine Ruhigstellung durch einen Gips oder eine Verplattung verzichtet.

Die einzige Maßnahme bei einem Rippenbruch ist meist der Einsatz schmerzlindernder Medikamente (zum Beispiel Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol), da es während des Heilungsprozesses besonders beim Atmen, Husten, im Liegen oder unter Belastung zu mitunter starken Schmerzen kommen kann. Daher erhalten Betroffene, die parallel unter Reizhusten leiden, gewöhnlich auch hustenstillende Medikamente.

Treten jedoch Komplikationen wie starke Atemnot oder Luft im Pleuraraum (Pneumothorax) auf, wird eine spezielle Therapie in Form einer Drainage des Brustkorbs (Einlage eines Schlauches) oder einer künstlichen Beatmung notwendig.

Operationen müssen hingegen nur in seltenen Fällen zwingend durchgeführt werden, zum Beispiel bei Instabilität der Brustkorbwand infolge einer Rippenserienfraktur oder wenn durch den Bruch Blutgefäße oder Organe (Lunge, Milz, Leber, Nieren) verletzt wurden.

Allerdings sind einige Expertinnen und Experten der Meinung, dass der Forschungsstand hinsichtlich der Behandlung von Rippenfrakturen veraltet ist. Demnach könnten Operationen auch bei Rippenbrüchen sinnvoll sein, bei denen sie bisher nicht als notwendig betrachtet wurden. Dies könne die Schmerzen lindern, so den Einsatz von Schmerzmitteln reduzieren und eine mögliche Abhängigkeit verhindern. Auch eine schnellere Rückkehr ins Arbeitsleben und eine höhere Lebensqualität seien Faktoren, die den häufigeren Einsatz von Operationen rechtfertigen könnten. Diese sollten jedoch möglichst minimal-invasiv und immer unter dem Aspekt erfolgen, so wenig Gewebe wie möglich zu schädigen.

Behandlung einer Rippenfellentzündung

Liegt die Ursache für die Rippenschmerzen in einer „trockenen“ Rippenfellentzündung beziehungsweise Brustfellentzündung (Pleuritis), steht im Zentrum der Therapie die Behandlung der verantwortlichen Grunderkrankung. Daher stehen die Chancen auf eine schnelle Ausheilung umso besser, je früher diese entdeckt wird. Bei einer bakteriellen Infektion infolge einer Tuberkulose oder einer bakteriell bedingten Lungenentzündung werden hier beispielsweise normalerweise Antibiotika eingesetzt, um die Erreger direkt bekämpfen zu können. Sind jedoch Viren (zum Beispiel Coxsackie-B-Viren) für die Infektion verantwortlich und sind Antibiotika dementsprechend wirkungslos, erfolgt die Therapie in erster Linie symptomorientiert – also durch die Gabe von schmerzstillenden, hustenstillenden und fiebersenkenden Mitteln.

Um eine Schonatmung aufgrund der starken Schmerzen bei einer trockenen Rippenfellentzündung zu vermeiden, ist eine parallele Atemgymnastik sinnvoll und wichtig. Diese unterstützt eine tiefe Atmung und vermindert dadurch das Risiko einer Schwartenbildung. Kommt es dennoch im Verlauf der Pleuritis zu Verwachsungen von Rippenfell und Lungenfell, die möglicherweise die Lungenfunktion stark beeinträchtigen, wird meist eine Operation erforderlich, um diese zu lösen. Gleiches gilt für starke, ausgedehnte Vereiterungen im Zuge der Rippenfellentzündung, bei denen möglicherweise ebenfalls eine OP Sinn ergibt.

Bei einer „feuchten“ Pleuritis ist für die Therapie vor allem die Größe, Lage und Beschaffenheit der angesammelten Flüssigkeit im Pleuraspalt (Pleuraerguss) von zentraler Bedeutung. Während der Körper – bei gleichzeitiger Behandlung der Grunderkrankung – kleine Ergüsse meist allein wieder abbauen kann, ist es bei größeren Flüssigkeitsansammlungen zum Teil notwendig, eine Punktion durchzuführen. Dabei wird die Flüssigkeit mit Hilfe einer Nadel aus dem Brustkorb herausgezogen. Eine Punktion kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Erguss bereits die Lunge aus ihrer natürlichen Position verdrängt und die Betroffenen nicht mehr richtig atmen können.

Verschwindet der Erguss auch auf diesem Wege nicht oder hat sich im Pleuraraum Eiter gebildet, besteht die Möglichkeit einer Thoraxdrainage. Dabei wird über eine Nadel ein Gummirohr in den Bereich des Ergusses eingeführt, um damit die Flüssigkeit absaugen zu können. Über diese Drainage kann die Pleurahöhle gegebenenfalls auch mit Kochsalzlösung gespült oder es können Medikamente eingebracht werden. Kommt es jedoch immer wieder zu Flüssigkeitsansammlungen, kann auch ein dauerhafter Pleurakatheter sinnvoll sein.

Therapie einer Intercostalneuralgie

Liegt eine Intercostalneuralgie vor, hängt die Therapie im Einzelfall immer von der Diagnose und den möglicherweise bestehenden Vorerkrankungen ab. Dementsprechend ist die Palette an Behandlungsoptionen sehr weit gefächert.

Da die Schmerzen meist sehr stark sind, wird bei der Schmerzlinderung angesetzt, wobei hier neben Medikamenten zur Entspannung der Skelettmuskulatur (Muskelrelaxanzien) und mit schmerzstillender oder schmerzlindernder Wirkung (Analgetika) auch entzündungshemmende Rheumamittel (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz: NSAR) zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus beinhaltet die Therapie normalerweise physiotherapeutische Maßnahmen wie Massage oder Kälte- beziehungsweise Wärmeanwendungen sowie Elektrotherapie, welche die Wirkung elektrischer Ströme auf den Organismus nutzt. Hier eignet sich vor allem die TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation), die nach ärztlicher Anleitung auch zur Selbstbehandlung in der Schmerztherapie eingesetzt werden kann. Bei diesem nebenwirkungsarmen Verfahren werden sanfte elektrische Impulse durch die Haut (transkutan) an die Nerven abgegeben, was diese stimuliert. Der Patient oder die Patientin verspürt während der Behandlung lediglich ein leichtes Kribbeln; dennoch führt der Reiz nach der sogenannten „gate-control theory“ („Schleusen-Kontroll-Theorie“) dazu, dass die Weiterleitung der Schmerzinformation an das Gehirn gehemmt wird und die Betroffenen dementsprechend immer weniger Schmerzen verspüren.

Behandlung des Tietze-Syndroms

Da die Ursache des Tietze-Syndroms bislang nicht bekannt ist, ist auch eine ursächliche Behandlung nicht möglich. Weil die Erkrankung aber in den meisten Fällen ohne Komplikationen von selbst verschwindet, ist eine Therapie im Grunde auch nicht notwendig. Zur Linderung der Schmerzen kommen gegebenenfalls Schmerzmittel zum Einsatz, die bei sehr starken Beschwerden auch in die Nähe der betroffenen Stellen injiziert (gespritzt) werden können. Darüber hinaus sollten Betroffene Fehlbelastungen und Überanstrengung im Alltag und beim Sport vermeiden beziehungsweise deutlich reduzieren.

Naturheilkunde bei Rippenschmerzen

Treten Schmerzen im Bereich der Rippen auf, sollten diese vorsichtshalber immer zunächst von einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden. Denn auch, wenn in vielen Fällen eher „harmlose“ Gründe wie ein Muskelkater oder eine Rippenprellung dahinterstecken, können die Beschwerden ebenso ein Hinweis auf ein schwerwiegenderes Problem sein, wie zum Beispiel eine Herz- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung. Daher ist ein Arztbesuch dringend empfehlenswert.

Konnten ernste Ursachen ausgeschlossen werden, bietet in vielen Fällen die Naturheilkunde oder die Alternativmedizin zur Linderung der Schmerzen wertvolle Anregungen. Diese sind meist relativ leicht und unkompliziert umzusetzen. Die Anwendungen und Techniken können dabei zumeist parallel zu schulmedizinischen Maßnahmen eingesetzt werden; oft eignen sie sich aber auch als sanfte und natürliche Alternative zu herkömmlichen Medikamenten.

Hinweis: Bitte besprechen Sie den Einsatz naturheilkundlicher und alternativmedizinischer Therapiemethoden vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Bitte beachten Sie zudem, dass diese Verfahren bisher nicht wissenschaftlich anerkannt sind, was jedoch nicht bedeuten muss, dass sie wirkungslos sind.

Alternativmedizinische und naturheilkundliche Behandlung bei Rippenprellung

Liegt eine Prellung der Rippen vor, kann man versuchen, die Beschwerden sanft mit einem homöopathischen Mittel (Alternativmedizin) zu behandeln. Hier kommen beispielsweise Bellis perennis (Gänseblümchen) oder Arnica montana (Bergwohlverleih) zum Einsatz, deren Hauptanwendungsgebiete Verletzungen sind. Die Wahl eines passenden homöopathischen Mittels und der geeigneten Potenz sollte jedoch ein erfahrener Behandler oder eine erfahrene Behandlerin vornehmen. Bitte achten Sie darauf, homöopathische Mittel nur von gut ausgebildeten Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern oder Ärztinnen und Ärzten mit einer Zusatzausbildung in Homöopathie auswählen zu lassen. Homöopathische Mittel dürfen keinesfalls selbst hergestellt werden, sondern nur von Ärztinnen und Ärzten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern sowie in der Apotheke bezogen werden.

Das homöopathische Mittel Arnika (auch: Arnica) wird aus den Blüten der Arnica-Pflanze hergestellt und kann bei vielen Verletzungen eingesetzt werden. (Bild: popovj2/fotolia.com)

Daneben eignen sich zur natürlichen Behandlung einer Rippenprellung auch verschiedene Heilpflanzen (Naturheilkunde), die entweder innerlich (zum Beispiel in Form von Tee) oder äußerlich (zum Beispiel Umschläge, Waschungen, Salben) angewendet werden können. Beispiele sind hier Angelika, Arnika, Johanniskraut, Kiefer, Lavendel und Rosmarin.

Natürliche Verfahren bei Rippenfellentzündung

Auch zur unterstützenden Behandlung einer unproblematischen Rippenfellentzündung (Pleuritis) können naturheilkundliche oder alternativmedizinische Behandlungsmethoden sinnvoll eingesetzt werden. Dennoch sollte für die eigene Sicherheit immer zunächst ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden und die genannten Methoden sollten lediglich begleitend eingesetzt werden.

Die Homöopathie (alternativmedizinische Behandlungsmethode) bietet als mögliches Mittel bei fast jeder Form von Pleuritis die Zaunrübe „Bryonia alba“, welche zwar normalerweise als giftiges „Unkraut“ bekannt, als homöopathisches Mittel aber aufgrund der Potenzierung (extrem starke Verdünnung) ungefährlich ist. Bei einer trockenen Rippenfellentzündung eignen sich zudem das Harz des Guajakbaumes „Guajacum officinale“ und die sogenannte „Klapperschlangenwurzel“ (Senega), die gerade bei starken Schmerzen im Rücken beim Husten lindernd wirken kann. Bei einer feuchten Pleuritis werden ebenso häufig Bryonia alba und Senega eingesetzt, bei sehr großen Ergüssen kommen zudem die Eberraute (Abrotanum) und die spanische Fliege (Cantharis) in Frage. Diese Mittel sind lediglich einige von vielen Möglichkeiten.

Daneben können bei einer Rippenfellentzündung zahlreiche Hausmittel unterstützend eingesetzt werden. So können beispielsweise Brustwickel mit Senf hilfreich sein, da dieser eine „ableitende“ beziehungsweise entzündungshemmende Wirkung hat und zudem Schmerzen lindern und Krämpfe lösen kann.

Für die Wickel wird Senfmehl benötigt, welches entweder selbst aus schwarzen Senfkörnern im Mixer hergestellt oder bereits fertig gemahlen in der Apotheke gekauft werden kann. Dieses wird mit warmem Wasser zu einem Brei vermengt, der nach einer kurzen Ziehzeit auf ein Tuch gestrichen und dann auf die Brust aufgelegt wird.

Da durch einen Senfwickel die Durchblutung stark angeregt wird und Hautreizungen auftreten können, sollte hier unbedingt Vorsicht walten: Zum einen sollten die Achselhöhlen und die Brustwarzen durch Vaseline und Tücher geschützt werden und zu Beginn der Auflage sollte schon nach wenigen Minuten überprüft werden, ob die Haut gereizt ist.

Insgesamt sollte die erste Anwendung aufgrund der Belastung für die Haut daher auch nicht länger als fünf bis sechs Minuten dauern. Entstehen keine Probleme, kann der Wickel beim nächsten Mal länger auf der Haut verbleiben (etwa eine Viertelstunde lang). Darüber hinaus gilt es, die Haut nach jeder Anwendung mit einem guten Öl zu versorgen und zu pflegen.

Hinweis: Aufgrund der reizenden Wirkung muss darauf geachtet werden, dass die Wickel weder bei Kindern noch bei Schwangeren eingesetzt werden dürfen. Da auch der Kreislauf stark belastet wird, ist dieses natürliche Verfahren ebenso für Menschen mit geschwächtem Kreislauf ungeeignet. Betroffene mit Asthma bronchiale sowie Patientinnen und Patienten mit anderen Lungenproblemen sollten im Vorhinein unbedingt mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin absprechen, ob sie einen Senfwickel anwenden dürfen.

Naturheilkunde bei Muskelkater

Liegt der Auslöser für die Beschwerden in einem Muskelkater in der Zwischenrippenmuskulatur, lässt sich dieser zwar nicht einfach „abschalten“; dennoch können einige sanfte Maßnahmen helfen, die Beschwerden auf natürlichem Wege zu lindern.

Wichtig ist hier, dass auf eine Massage der betroffenen Stelle besser verzichtet werden sollte, denn durch diese können die Beschwerden sogar verstärkt und das Abklingen kann deutlich verzögert werden. Besser ist es, die schmerzenden Muskeln mit Wärme zu behandeln. Hier kann beispielsweise schon ein heißes Bad mit Eukalyptus, Fichtennadeln oder Rosmarin, ein Saunagang oder das Schwimmen in warmem Wasser sehr wohltuend sein. Hilfreich sind zudem Pflegeöle, wie zum Beispiel Arnika-Öl, das eine entzündungshemmende und durchwärmende Wirkung hat und gut direkt nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufgetragen werden kann.

Ein Saunagang oder ein heißes Bad kann gegen Muskelkater helfen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Um die angegriffene Muskulatur zu schonen, sollte darüber hinaus während der Heilungsphase auf starke Belastung verzichtet werden. Besser sind Aktivitäten mit sanften, gleichmäßigen Bewegungen wie Schwimmen, leichte Gymnastik oder Spaziergänge, wodurch der Körper entlastet, aber gleichzeitig die Durchblutung gefördert wird.

Natürliche Heilmittel bei Intercostalneuralgie

Bei Schmerzsyndromen wie der Intercostalneuralgie werden ebenso häufig naturheilkundliche oder alternativmedizinische Mittel zur (begleitenden) Behandlung eingesetzt. Sind die Schmerzen im Bereich der Rippen so zu erklären, hat sich innerhalb der Homöopathie unter anderem Ranunculus bulbosus bewährt. Dieses aus dem Knollenhahnenfuß gewonnene Heilmittel kommt vor allem zum Einsatz, wenn die Schmerzen brennend oder stechend empfunden werden und sich die Rippen wie „zerschlagen“ anfühlen. Darüber hinaus eignen sich noch weitere homöopathische Arzneien bei einer Intercostalneuralgie, zum Beispiel Asclepias tuberosa, Bryonia und Dulcamara.

Auch das Schüßler-Salz Nr.7 „Magnesium phosphoricum“ kann unter Umständen eine Linderung der Beschwerden bewirken; es gilt als Entspannungs-, Nerven- und Schmerzmittel unter den Heilsalzen. Darüber hinaus können auch Heilmittel nach Hildegard von Bingen helfen (Wermutöl, Baldrianpulvermischung), ebenso wie Heilmassagen, bei denen durch Kneten, Streichen oder Klopfen eine Schmerzlinderung erreicht werden kann.

Prävention von Rippenschmerzen

Da Rippenschmerzen auf viele verschiedene Ursachen zurückgehen können, ist es schwierig bis unmöglich, ihnen grundsätzlich vorzubeugen. Bei einigen zugrundeliegenden Ursachen kann man leider keine Vorbeugemaßnahmen ergreifen. Dies gilt zum Beispiel für das Tietze-Syndrom und Morbus Bechterew. Anderen Auslösern kann man hingegen gut vorbeugen. Auf diese gehen wir im Folgenden näher ein.

Vorbeugung von Muskelkater

Zur Vorbeugung eines Muskelkaters als Ursache von Rippenschmerzen sollte man es bei sportlicher Betätigung ruhig angehen lassen. Dies gilt umso mehr für sämtliche neue oder ungewohnte körperliche Betätigung. Dazu kann zum Beispiel auch ein großer Hausputz oder eine anstrengende Tätigkeit bei der Gartenarbeit gehören.

Da mit zunehmendem Alter die körperliche Belastbarkeit abnimmt, sollte man hier noch einmal vorsichtiger sein, auf langsamere Bewegungen achten und häufiger Pausen einlegen. Auch Übungen zum Dehnen und Aufwärmen können dazu beitragen, einen Muskelkater zu vermeiden.

Kündigt sich nach Sport oder anstrengender Tätigkeit dennoch ein Muskelkater an, kann ein heißes Bad diesen in leichteren Fällen häufig noch abwenden. Ein Badezusatz wie beispielsweise Arnika kann die Regeneration zusätzlich unterstützen. Lesen Sie dazu auch weiter oben den Abschnitt „Naturheilkunde bei Muskelkater“.

Prävention von Prellungen

Leider lässt sich nicht jede Verletzung vermeiden und fast jeder Mensch hat in seinem Leben wohl schon einige kleinere und größere „Blessuren“ hinnehmen müssen. Dennoch kann eine ruhige und achtsame Geisteshaltung helfen, Unfälle zu vermeiden. Ist man mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, ist die Gefahr von Unfällen und Verletzungen durch Unachtsamkeit geringer.

Darüber hinaus sollte man selbstverständlich darauf achten, bestimmte Sportarten nur mit entsprechender Schutzkleidung auszuführen. Viele Verletzungsrisiken lassen sich zusätzlich dadurch minimieren, dass man sich etwas vorsichtiger verhält und „draufgängerisches“ Verhalten unterlässt. Bei manchen Sportarten hilft es auch, potentiell riskante Situationen vorab zu üben und beispielsweise das richtige Fallen zu erlernen. „Fair Play“, also eine Spielweise ohne unnötige Fouls und übertriebenen Körperkontakt, kann bei einigen Risikosportarten ebenfalls die Verletzungsgefahr senken.

Vorbeugung von Brüchen

Für die Vorbeugung von Rippenbrüchen gelten in vielen Punkten dieselben Hinweise wie bei der Vorbeugung von Rippenprellungen. Zusätzlich kann man durch verschiedene Maßnahmen dazu beitragen, die Knochendichte hoch und damit das Risiko von Brüchen gering zu halten. Dazu zählt neben einer Ernährung mit ausreichend Calcium (zum Beispiel durch Milchprodukte) und Magnesium auch, dass man dem Körper durch regelmäßige Aufenthalte im Freien die Möglichkeit gibt, genügend Vitamin D zu bilden. Regelmäßige leichte sportliche Betätigung wirkt sich durch die gesteigerte Durchblutung ebenfalls positiv auf Stabilität und Flexibilität der Knochen aus. Doch auch für Knochenbrüche gilt leider, dass man selbst durch die beste Vorbeugung nicht jede Verletzung ausschließen kann.

Allgemeine Prävention verschiedener Ursachen von Rippenschmerzen

Einigen Ursachen, die Rippenschmerzen auslösen können, kann man durch eine allgemein gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, dem Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, dem Abbau von Übergewicht, regelmäßiger sportlicher Betätigung sowie ausreichend Schlaf und Entspannung recht gut vorbeugen. Dazu zählen verschiedene Organkrankheiten sowie Probleme, die durch Fehlhaltungen, eine schlecht ausgebildete Muskulatur oder Verspannungen verursacht werden. (nr, kh)

Zum Weiterlesen

Autor:
Magistra Artium (M.A.) Katja Helbig
Quellen:
  • Bierbach, Elvira (Hrsg.): Naturheilpraxis heute. Lehrbuch und Atlas; Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 4. Auflage 2009.
  • Schweitzer, Rudolf: Bewegungsapparat. Die Heilpraktiker-Akademie; Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München, 1. Auflage 2012.
  • Wojciech Rokicki, Marek Rokicki, Mateusz Rydel: What do we know about Tietze's syndrome?; Kardiochir i Torakochirurgia Polska 2018 Sep;15(3):180-182, PubMed
  • Mohammad Ghasemi-rad, Hosam Attaya, Emal Lesha, Andrea Vegh, Tooraj Maleki-Miandoab, Emad Nosair, Nariman Sepehrvand, Ali Davarian, Hamid Rajebi, Abdolghader Pakniat, Seyed Amirhossein Fazeli, Afshin Mohammadi: Ankylosing spondylitis: A state of the art factual backbone; World Journal Radiology 2015 Sep 28;7(9):236-52, PubMed
  • Michael Bemelman, M. W. de Kruijf, Mark van Baal, Luke Leenen: Rib Fractures: To Fix or Not to Fix? An Evidence-Based Algorithm; Korean Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery 2017 Aug;50(4):229-234, PubMed