HWS-Syndrom: Symptome und Behandlung

Nina Reese

Halswirbelsäulensyndrom- Ursachen und Therapie

Nicht nur auf Krankengymnastikrezepten findet sich als Diagnose immer wieder das sogenannte „Halswirbelsäulensyndrom“, oder auch kurz „HWS Syndrom“ genannt. Doch was genau steckt hinter diesem Begriff?

Normalerweise handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für verschiedene Beschwerden im Hals-Nackenbereich, zu denen unter anderem Muskel- und Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindel gehören. Im folgenden Artikel informieren wir über mögliche Symptome und Ursachen des HWS-Syndroms sowie über Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Schulmedizin und der Naturheilkunde.

Inhaltsverzeichnis

Definition Halswirbelsäule
HWS-Syndrom Symptome
Halswirbelsäulensyndrom Ursachen
HWS-Syndrom Behandlung
Naturheilkunde bei HWS

Mehr zum Thema:

Definition Halswirbelsäule

Als Halswirbelsäule (kurz: HWS) wird die Gesamtheit der Wirbel zwischen Kopf und Brustwirbelsäule bezeichnet, wobei es sich bei fast allen Säugetieren – wie auch dem Menschen – konkret um sieben Halswirbel und ihre Bandscheiben handelt. Diese Wirbel sind im Vergleich zu den Knochen der übrigen Wirbelsäulenabschnitte (z.B. der Lendenwirbelsäule) relativ klein und zart und werden vom Schädel her nach unten durchnummeriert (C1-C7).

Aufgrund ihres im Vergleich zu den anderen Wirbeln unüblichen Aufbaus, haben die beiden ersten Halswirbel Eigennamen: Da der erste Wirbel als schädelnächster Teil der Wirbelsäule den gesamten Kopf trägt, wird er in Anlehnung an die griechische Mythologie als „Atlas“ bezeichnet (Atlas, der Titan, der den Himmel auf seinen Schultern tragen musste). Der zweite Halswirbel wird „Axis“ (griechisch für „Achse“) genannt und bildet zusammen mit dem Atlas die Kopfgelenke, wobei er in erster Linie die Drehung des Kopfes ermöglicht. Bei den weiteren Halswirbeln zeigt sich hingegen der typische Wirbel-Aufbau aus Wirbelkörper und Wirbelbogen – lediglich beim siebten Wirbel steht der Dornfortsatz etwas weiter nach hinten vor als bei den anderen, weshalb dieser als „Vertebra prominens“ (vorstehender Wirbel) bezeichnet wird.

Ebenso wie bei der übrigen Wirbelsäule liegen zwischen den Halswirbeln die so genannten „Bandscheiben“, durch welche die Wirbel flexibel untereinander verbunden werden und beweglich bleiben. Halt erfährt die Halswirbelsäule durch die Hals- und Rückenmuskulatur, ebenso wie durch mehrere Bänder, die eine stützende Funktion haben.

Schmerzlokalisation beim akuten HWS-Syndrom. Bild: psdesign1 - fotolia
Schmerzlokalisation beim akuten HWS-Syndrom. Bild: psdesign1 – fotolia

Neben dem entspringen im Halsbereich aus dem Rückenmark auf jeder Seite Rückenmarknerven („Spinalnerven“), wobei die oberen vier gemeinsam das Halsgeflecht (Plexus cervicalis) bilden, welches die Halsmuskulatur, aber auch das Zwerchfell anregt. Die unteren vier Spinalnerven bilden gemeinsam mit denen des ersten Brustsegments das so genannte „Armgeflecht“ (Plexus brachialis), welches für die motorische Innervation der Schulter- und Brustmuskulatur sowie des Arms und der Hand sorgt.

Die sogenannten „Wirbelarterien“ (Arteria vertebralis) ziehen sich paarig durch die zugehörigen knöchernen Kanäle der Halswirbelsäule bis in den Schädel, welche gemeinsam mit den beiden inneren Halsschlagadern (Arteriae carotidiae internae) für die Versorgung des Gehirns mit Blut zuständig sind.

Kommt es im Bereich der Halswirbelsäule zu Störungen, werden diese gemeinhin als „HWS-Syndrom“ oder auch „Zervikalsyndrom“ bezeichnet. Dabei ist die Diagnose im Prinzip recht ungenau, vielmehr handelt es sich dabei um einen Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden im Hals-Nackenbereich.

Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen HWS-Syndromen: Während erstere häufig auf Verletzungen (zum Beispiel Halswirbelsäulen-Schleudertrauma) zurückzuführen sind, liegt die Ursache für ein chronisches HWS-Syndrom meist in degenerativen Veränderungen.

HWS-Syndrom Symptome

Meist wird das Halswirbelsäulensyndrom in ein unteres, mittleres und oberes Syndrom unterteilt. An der oberen HWS handelt es sich häufig um ziehende Schmerzen, die bis in den Kopf hinein ausstrahlen. Teilweise kann es auch zu punktuellen, sehr stechenden Schmerzen am Hinterkopf oder seitlich auf dem Querfortsatz des zweiten Halswirbels kommen. In der Mitte der Halswirbelsäule haben viele Betroffene ein Gefühl der Instabilität, gerade wenn sie den Kopf in den Nacken nehmen und auch ziehende Schmerzen, die bis hinunter zwischen die Schulterblätter gehen. Es kann auch dazu kommen, dass Menschen nur Steifheit in diesem Bereich angeben und keine Schmerzen.

Die untere Halswirbelsäule kann quer über den letzten Halswirbel oder den ersten Brustwirbel schmerzen. Oftmals gibt es auch Schmerzen direkt am Wirbelkörper, das als Stechen im Nacken beschrieben wird. Es werden von Betroffenen auch Beschwerden zur Halswirbelsäule gerechnet, die seitlich hin zur Schulter gehen und die meist beim Drehen des Kopfes auftreten oder die Drehung einschränken. Oftmals werden diese auch als Nackenverspannungen bezeichnet.

Neben dem kommt es aufgrund der gereizten Nerven häufig zu Empfindungsstörungen wie einem Taubheitsgefühl oder „Kribbeln“ in Nacken, Arm oder Schulter, in schwereren Fällen können sogar Lähmungserscheinungen auftreten. Neben den Kopfschmerzen können auch Schwindel, Seh- und Hörstörungen (Ohrensausen, Tinnitus) auftreten – wobei dies insbesondere bei einem HWS-Syndrom infolge von psychischem Stress der Fall ist. Liegt ein so genanntes „Schleudertrauma“ vor, welches häufig als Folge eines Autounfalls auftritt, zeigen sich oftmals zunächst gar keine Symptome – erst später treten Beschwerden im Nacken und Hinterkopfschmerzen sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule auf.

Halswirbelsäulensyndrom Ursachen

Verspannungen
Eine häufige Ursache ist eine Verspannung der Muskeln im Nackenbereich, die in erster Linie durch Fehlhaltungen entsteht. Hauptgrund ist hier, dass viele Menschen die meiste Zeit des Tages in sitzender Haltung verbringen und dabei z.B. durch die Arbeit am PC ihre Position teilweise über Stunden nicht verändern. Dadurch wird der Kopf häufig über einen längeren Zeitraum nach vorne gestreckt und es lässt sich vermuten, dass dadurch die Kopfgelenke stets in Extension sind und die Weichteilstrukturen am Hinterkopf komprimiert bzw. verkürzt werden.

In der Folge kommt es zu Verspannungen, Nackenschmerzen, aber auch zu Kopfschmerzen am Hinterkopf. Dementsprechend sollte gerade bei einer sitzenden Tätigkeit unbedingt darauf geachtet werden, dass der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist (Schreibtischhöhe, Abstand zum Bildschirm etc.) und die körperliche Belastung durch das dauerhafte Sitzen mit regelmäßiger Bewegung ausgeglichen wird.

Neben dem kommt auch eine Fehlhaltung während des Schlafs als Ursache in Betracht, außerdem gehören auch negativer Stress sowie generell psychische Belastungen zu den Hauptverursachern von Verspannungen. Die Schulter- und Nackenmuskeln reagieren dabei besonders schnell und stark auf Stress und Anspannung, wodurch es in der Folge zu Nacken- und Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Schwindel und Tinnitus kommen kann.

Degenerative Veränderungen
Auch degenerative Veränderungen bzw. „Abnutzungserscheinungen“ sind eine häufige Ursache für das Zervikalsyndrom. Hierzu zählt unter anderem der Verschleiß der Wirbelkörpergelenke (Spondylose), der vor allem altersbedingt ist und auf dem Röntgenbild durch Unregelmäßigkeiten wie Zacken oder Erhebungen erkennbar ist. Die Symptomatik einer Spondylose kann ganz unterschiedlich sein, teilweise bleiben Betroffene völlig beschwerdefrei, in anderen Fällen kann es durch die Veränderungen aber auch zu massiven Rückenschmerzen bzw. Schulter-Nacken-Schmerzen mit oder ohne Ausstrahlung kommen, zudem kann die Beweglichkeit des Wirbelsäulenabschnitts deutlich eingeschränkt sein.

In selteneren Fällen kann auch ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule („Zervikaler Bandscheibenprolaps“) die Ursache für ein HWS-Syndrom sein. Dieser entsteht bei einer allgemeinen Abnutzung mit Einrissen im Faserring der Bandscheibe (Anulus fibrosus), wobei hier zwischen einem „Prolaps“ (Vorfall bzw. Verlagerung von Bandscheibengewebe mit Durchbruch des Anulus fibrosus) und einer „Protrusion“ (Bandscheibenvorwölbung mit Erhalt des Anulus fibrosus) unterschieden wird. Bei dieser seltenen Form des Bandscheibenvorfalls – die am häufigsten die untere Halswirbelsäule betrifft – drückt das verlagerte Bandscheibengewebe auf eine oder mehrere Nervenwurzeln, wodurch es zu Nacken- bzw. Kopfschmerzen, Schwindel sowie in einigen Fällen auch zu einem Kribbeln in den Gliedern oder Taubheitsgefühlen kommt. Auch Ohrgeräusche (Tinnitus, Ohrenrauschen etc.) können im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule auftreten.

Eine weitere mögliche Ursache ist die sogenannte „Osteochondrose“ (auch „Osteochondrosis (inter)vertebralis“ genannt). Bei dieser handelt es sich um eine degenerative Veränderung der Knochen („osteo“), der Wirbelkörper sowie der Knorpel („chondro“) der Bandscheiben, die in jedem Abschnitt der Wirbelsäule (Halswirbel-, Brustwirbel- oder Lendenwirbelsäule) auftreten kann. Der Verschleiß der Wirbelsäule tritt beim Menschen regelmäßig in höherem Lebensalter auf, hinzu kommen jedoch Risikofaktoren wie beispielsweise dauerhafte Fehlbelastungen (zum Beispiel langes Stehen oder Sitzen im Arbeitsalltag), mangelnde Bewegung oder Übergewicht, die das Auftreten einer Osteochondrose begünstigen.

Ist die Halswirbelsäule von dieser degenerativen Veränderung betroffen, zeigen sich in vielen Fällen zunächst gar keine Symptome, im weiteren Verlauf kommt es dann meist zu teilweise starken Nacken- und Kopfschmerzen, zudem können Bewegungseinschränkungen des Kopfes auftreten. Sind umliegende Nerven betroffen, können die Schmerzen darüber hinaus auch von der Halswirbelsäule über die Arme bis in die Fingerspitzen ausstrahlen. Da viele Betroffene aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung einnehmen, kann es mit der Zeit außerdem zu mitunter starken Verspannungen kommen.

Schleudertrauma
Neben dem entsteht ein HWS-Syndrom häufig auch durch Verletzungen und Unfälle, wobei hier vor allem das sogenannte „Schleudertrauma“ zu nennen ist. Bei diesem handelt es sich um eine reine Weichteilverletzung an der Halswirbelsäule, die durch plötzliche, starke Beugung und Überstreckung des Kopfs entsteht – typischerweise bei einem Auffahrunfall oder durch eine Sportverletzung (insbesondere Kampfsport wie Judo, Karate usw.). Beim Schleudertrauma sind in erster Linie bzw. nur die Muskeln und das Bindegewebe betroffen, nur selten kommt es begleitend zu Selten Verletzungen an Knochen, Gelenken, Nerven oder Blutgefäßen. Kennzeichnend für ein Schleudertrauma ist vor allem eine Bewegungseinschränkung des Kopfes bzw. der Halswirbelsäule durch die starke Verspannung der Muskulatur im Bereich des Nacken und des Halses – die entweder direkt nach dem Unfall, aber häufig auch erst ein bis zwei Tage später auftritt. Durch die Verspannungen kommt es typischerweise außerdem zu Nacken- und Kopfschmerzen, zudem sind unter anderem Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Schlafstörungen möglich. Ein Schleudertrauma ist in den meisten Fällen medizinisch betrachtet harmlos und heilt – auch ohne Behandlung – nach wenigen Tagen bis Wochen wieder vollständig aus. Dennoch kann es auch einen chronischen Verlauf nehmen, beispielsweise wenn die Wirbelsäule bereits vor dem Unfall durch eine Arthrose geschädigt war oder durch das bestehende Trauma eine Schonhaltung eingenommen wird, welche wiederum zu schmerzhaften Verspannungen und einer einseitigen Belastung der Wirbelsäule führt.

Weitere Ursachen
Neben dem kommen auch angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule wie beispielsweise die Spina bifida (offener Rücken) oder erworbene Störungen wie Morbus Scheuermann in Betracht. Auch eine Skoliose, bei der es sich um eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit einer Drehung von Wirbelkörpern handelt, ist denkbar – wobei diese sowohl angeboren oder erworben werden kann.

Es können auch entzündliche Prozesse hinter den Symptome eines HWS-Syndroms stecken, Beispiele sind hier rheumatische Erkrankungen, aber auch akute Infektionen durch Staphylokokken oder Tuberkulosebakterien. In selteneren Fällen können auch Tumore der Wirbelsäule bzw. Metastasen der Auslöser für ein Zervikalsyndrom sein – daher sollten die Symptome immer sorgfältig abgeklärt werden.

HWS-Syndrom Behandlung

Wie ein ein Syndrom behandelt wird, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Dementsprechend sollte bei Verdacht immer zunächst ein Arzt zur Abklärung der Symptomatik aufgesucht werden – denn nur so können gesundheitliche Risiken vermieden bzw. möglicherweise ernsthaftere Erkrankungen erkannt werden. Im akuten Fall beginnt die Therapie meist mit dem Einsatz von Schmerzmitteln (nicht-steroidalen Antirheumatika). Sind die Muskelverspannungen sehr stark ausgeprägt, werden häufig zusätzlich Muskelrelaxanzien wie zum Beispiel Tetrazepam oder Diazepam verschrieben, um eine Entspannung der Muskulatur und dadurch ebenfalls eine Schmerzlinderung zu erreichen.

In einigen Fällen lassen sich die starken Schmerzzustände jedoch nur mit „zentral wirkenden Analgetika“, also im Gehirn bzw. Rückenmark wirkenden Schmerzmitteln (z.B. Tramadol), beheben. Generell sollte hier jedoch – wie bei anderen chronischen Krankheitsbildern auch – die Einnahme über einen längeren Zeitraum vermieden werden, damit es nicht zu einer Gewöhnung oder sogar Abhängigkeit kommt.

Mit den Händen heilen. Bild: procy_ab - fotolia
Mit den Händen heilen. Bild: procy_ab – fotolia

Neben der Medikamentengabe kommt bei der Behandlung eines HWS Syndroms auch der Physiotherapie bzw. Krankengymnastik eine zentrale Bedeutung zu – insbesondere, wenn es sich um wiederkehrende Verspannungen handelt. Dabei geht es bei der Durchführung der Übungen weniger um ein direktes Training der Halswirbelsäulen-Muskulatur, sondern vielmehr darum, Techniken zu erlernen, mit Hilfe derer selbst für Entspannung gesorgt und die Beweglichkeit des Kopfes verbessert werden kann. Zu diesem Zweck wählt die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut individuell abgestimmte Übungen aus, die gezielt eingesetzt werden, um die Durchblutung zu verbessern, die Verspannungen zu lösen und die Muskulatur soweit zu kräftigen, dass Alltagsbelastungen besser „abgewehrt“ werden können.

Vor allem bei chronischen Schmerzzuständen kommt auch eine Lokalanästhesie in Frage, bei der ein lang wirksames örtliches Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in die Halsmuskulatur oder in die Nähe der Nervenaustrittstellen neben der Wirbelsäule injiziert wird.

Naturheilkunde bei HWS

Darüber hinaus können verschiedene Naturheilverfahren und Naturheilverfahren Unterstützung bei einem HWS-Syndrom leisten und dafür sorgen, dass die Beschwerden gelindert werden. Naheliegend bei Nackenverspannungen ist eine manuelle Massage, bei welcher die verspannten Muskeln des Halses und der Schulter gelockert werden. Ergänzend haben sich in vielen Fällen Anwendungen aus der Thermotherapie bewährt, wobei beim HWS-Syndrom meist eine Wärmetherapie, beispielsweise in Form von Warmpackungen mit Peloiden (z.B. Fango oder Schlamm) oder Rotlichtbestrahlungen zum Einsatz kommt.

Die Wärme wirkt dabei in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird sie von vielen Betroffenen generell als sehr wohltuend und erholsam bei Schmerzen und Verspannungen empfunden. Da sie die Durchblutung fördert und die Muskelanspannung lockert, eignet sich Wärme zum anderen aber auch wunderbar als Vorbereitung für eine Massage, denn „aufgewärmte“ bzw. gelockerte Muskeln erleichtern es dem Masseur, Verspannungen und Blockierungen zu lösen. Alternativ zu einer professionellen Thermotherapie kann Wärme auch recht unkompliziert zu Hause angewendet werden – hier stehen in der Apotheke eine Reihe von Pflastern, Bädern oder Cremes zur Verfügung, welche die betroffenen Stellen wärmen und die Verspannungen lockern.

Neben dem kommt zur Behandlung des HWS-Syndroms häufig auch die sogenannte „Transkutane Elektrische Nervenstimulation“ (TENS) zum Einsatz, bei der es sich ist eine elektromedizinische Reizstromtherapie handelt, die vor allem zur Behandlung von Schmerzen und zur Muskelstimulation eingesetzt wird. Diese Methode hat den Vorteil, dass Betroffene sich bei Bedarf auch von zu Hause aus selbst behandeln können, indem Mini-Elektroden neben der Halswirbelsäule bzw. schmerzenden Stelle aufgeklebt werden und von dort aus elektrische Impulse auf die Hautoberfläche übertragen.

Sind die Beschwerden auf Stress und Konflikte zurückzuführen, bietet sich zudem verschiedene Entspannungs-Techniken an, durch welche ein besserer Umgang mit diesem erlernt werden kann. Eine sehr sinnvolle Maßnahme, denn fällt die innere Anspannung ab, lösen sich erfahrungsgemäß oft auch die Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Beispiele sind hier Autogenes Training, welches dabei hilft, innere Anspannung zu bewältigen und in Stresssituationen wieder zur Ruhe zu kommen.

Sehr sinnvoll für den Stressabbau ist Yoga, denn hier wird zum einen ebenfalls innere Unruhe gelindert, gleichzeitig werden aber auch durch spezielle Körperübungen („Asanas“) Nacken und Rücken gestärkt und die Beweglichkeit des Körpers insgesamt gefördert. Auch die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson eignet sich sehr gut, um Verspannungen abzubauen, die durch Stress bzw. starke Anspannung entstanden sind. Diese Entspannungstechnik gilt dabei nicht nur als hilfreich bei Nackenschmerzen oder Rückenschmerzen, sondern wird häufig auch bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhezuständen, nervös bedingten Darmbeschwerden oder Magenproblemen sowie bei Bluthochdruck eingesetzt.

Sind die psychosomatischen HWS-Schmerzen sehr stark ausgeprägt, kann der „richtige Weg“ möglicherweise auch in einer Psychotherapie bzw. Psychoanalyse bestehen, denn auch verdrängte Konflikte können sich verstärkend auf muskuläre Verspannungen auswirken. (nr)

nachweis: adel  / pixelio.de