Rippenschmerzen rechts oder links

rippenschmerzen
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Bei Rippenschmerzen handelt es sich um Schmerzen, die im Bereich des Brustkorbs, des Brustbeins oder der Rippen auftreten und auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind. Häufig sind „harmlose“ Gründe wie ein Muskelkater oder eine Rippenprellung verantwortlich, in selteneren Fällen können die Beschwerden aber auch auf ernsthaftere gesundheitliche Probleme wie eine Herz- oder Nierenerkrankung oder das unter Umständen sehr gefährliche HELLP-Syndrom hinweisen. Treten demnach Schmerzen im Bereich der Rippen auf, sollten diese in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden, um Risiken zu vermeiden. Ist die Ursache gefunden, kann bei der Behandlung in vielen Fällen alternativ oder begleitend die Naturheilkunde eingesetzt werden, um die Heilung zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern.

Inhaltsverzeichnis

Die Rippen
Symptome und Ursachen
Rippenschmerzen links
Rippenschmerzen rechts
Ursache Prellung
Rippenschmerzen nach dem Husten
Rippenfellentzündung
Rippenfellentzündung Symptome
Rippenschmerzen in der Schwangerschaft
Intercostalneuralgie
Tietze-Syndrom
Ursache Morbus Bechterew
Thoracic-outlet-Syndrom
Behandlung bei Rippenschmerzen
Naturheilkunde bei Rippenschmerzen
Alternative Heilmittel bei Rippenprellung
Natürliche Verfahren bei Rippenfellentzündung
Naturheilkunde bei Muskelkater
Natürliche Heilmittel bei Intercostalneuralgie

Die Rippen

Bei den sogenannten „Rippen“ (Costae) handelt es sich um die paarigen, gebogenen Knochen, die gemeinsam mit der Brustwirbelsäule und dem Brustbein (Sternum) das Skelett des Brustkorbs bzw. den knöchernen Thorax bilden. Damit stellen die Rippen im Grunde einen „knöchernen Käfig“ dar, in welchem die empfindlichen Organe Lunge und Herz gut geschützt sind, zudem wird mithilfe der beiden Rippengelenke und der Rippenmuskulatur der Brustkorb gehoben und gesenkt – eine Grundvoraussetzung dafür, um unter Einsatz des Zwerchfells tief in den Bauch einatmen zu können (Bauchatmung bzw. Zwerchfellatmung).

Darstellung der menschlichen Rippen.
Wenn die Rippen schmerzen, sind Nerven oft verantwortlich. Bild: Bilderzwerg/fotolia

Wie viele Rippen ein Mensch hat, kann schwanken – normalerweise sind es jedoch zwölf Rippenpaare, dabei besteht jede Rippe aus einem wirbelsäulenseitigen Rippenknochen (Os costale) und einem Rippenknorpel (Cartilago costalis). Der Platz zwischen zwei benachbarten Rippen wird in der Anatomie als „Intercostalraum“ (ICR, von lateinisch: „Spatium intercostale“ = Zwischenrippenraum) bezeichnet. Die erste Rippe liegt zwischen dem letzten Halswirbel und dem ersten Brustwirbel, die ersten sieben Rippenpaare sind vorne mit dem Sternum (Brustbein) verbunden und werden als „wahre Rippen“ (Costae verae) bezeichnet. Während die Paare acht bis zehn (Costae spuriae, auch: „falsche Rippen“) im Bereich des Rippenknorpels mit den oberen Rippen verbunden sind, sind die Paare elf und zwölf lediglich mit der Wirbelsäule verbunden und daher vorne nicht geschlossen (Costae fluctuantes, auch „rudimentäre Rippen“).

Unabhängig von ihrer Lage, lassen sich die Rippen in drei verschiedene Abschnitte einteilen: Das Rippenköpfchen (Caput costae), über den die Rippen gelenkig mit der Wirbelsäule verbunden sind sowie daran anschließend der Rippenhals (Collum costae) und der Rippenkörper (Corpus Costae). Die Rippen sind insgesamt aufgrund ihrer Form und Lage bei Unfällen anfällig für eine Verletzung, sodass ein einfacher Bruch beispielsweise bei älteren Menschen schon durch einen Sturz verursacht werden kann – gerade dann, wenn die Knochen beispielsweise durch Osteoporose bereits geschwächt sind.

Symptome und Ursachen

Mit dem Begriff Rippenschmerzen werden dementsprechend normalerweise Schmerzen im Bereich des Brustkorbs bezeichnet, die von ganz unterschiedlicher Dauer und Stärke sein können. Unterschieden wird hier zumeist zwischen akuten und chronischen Beschwerden, wobei „chronisch“ bedeutet, dass die Schmerzen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten anhalten bzw. regelmäßig wiederkehren. Während diese Form in den meisten Fällen auf eine eigenständige Erkrankung hinweist, sollten akut, d.h. plötzlich und heftig auftretende Schmerzen immer als Warnsignal betrachtet und unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Schmerzen an den Rippen können im Prinzip alle 12 Rippenpaare bzw. 12 Brustwirbel sowie das Brustbein (Sternum) betreffen, daher werden die Beschwerden – je nach dem wo die Beschwerden auftreten – in zwei Gruppen unterteilt: Zum einen die Schmerzen, die direkt aus dem Bereich der Rippen kommen und beispielsweise durch eine Prellung oder eine Fraktur (Bruch) verursacht werden. Diese werden unterschieden von Schmerzen in den Rippen, die auf Erkrankungen der Brustorgane (Lunge, Herz, Thymus) oder des Gewebes zurückzuführen sind.

Rippenschmerzen links

Rippenschmerzen können viele verschiedene Gründe haben, häufig handelt es sich um eine Prellung oder einen Bruch oder um relativ „harmlose“ Ursachen wie eine falsche Haltung, Überlastung oder einen eingeklemmten Nerv. Treten die Beschwerden unter dem linken Rippenbogen auf, können jedoch zum Beispiel auch Magenprobleme oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, der Milz (Siehe auch: Milzschmerzen) oder des Herzens (z.B. Herzinfarkt) vorliegen. Daher ist es ratsam, die genaue Ursache der Beschwerden durch einen Arzt abklären zu lassen – was gerade bei länger anhaltenden Schmerzen links unter den Rippen unbedingt geschehen sollte, um Schädigungen der Organe zu vermeiden.

Rippenschmerzen rechts

Treten die Beschwerden stattdessen unter dem rechten Rippenbogen auf, können beispielsweise neben einer Prellung, einem Bruch oder einer Zerrung auch Erkrankungen der Leber, der Gallenblase oder des Dickdarms bestehen. Diese lassen sich zumeist anhand weiterer typischer Symptome identifizieren – ist beispielsweise der Darm der Auslöser für die Beschwerden im Bereich der Rippen, wird dies häufig durch einen Blähbauch, Appetitlosigkeit sowie eine Verdauungsstörung erkennbar. Eine akute Gallenblasenentzündung äußert sich hingegen oft in erster Linie durch kolikartige Schmerzen unterhalb der rechten Rippen, die nach einigen Minuten, teilweise aber auch erst nach Stunden wieder nachlassen und sich dann zu einem dauerhaften Druckschmerz entwickeln. Hier kommt es außerdem zu Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung und Blähungen, auch Fieber und Schüttelfrost treten in vielen Fällen auf.

Kommen die Organe nicht als Ursache in Betracht, kann diese auch im Bewegungsapparat zu finden sein – beispielsweise kann eine schwache Rückenmuskulatur Fehlhaltungen zur Folge haben, die wiederum langfristig zu Schmerzen im rechten Bereich führen können. Auch hier ist es daher wichtig, die genaue Ursache von einem Arzt abklären zu lassen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Ursache Prellung

In vielen Fällen ist eine Rippenprellung (Rippenkontusion) der Auslöser für Schmerzen an den Rippen. Dabei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Verletzung der Rippen, die meist durch stumpfe Einwirkung von außen auf den Brustkorb, beispielsweise durch einen Sturz oder einen Zusammenstoß, entsteht. Daher kommt es besonders häufig beim Sport zu einer Prellung der Rippen, allem voran bei Sportarten, in denen viel direkter Körperkontakt (Kampfsport, Fußball, Basketball etc.) oder ein erhöhtes Risiko für schwere Stürze besteht (Fahrradfahren, Skifahren etc.).

Häufig lässt sich eine Prellung nicht sofort von einem Bruch der Rippen unterschieden, da sich Ursachen und Symptomatik ähneln. Zumeist halten die Schmerzen im Bereich der Rippen jedoch bei einer Prellung länger an und sind auch stärker ausgeprägt als bei einer Fraktur, vor allem beim tiefen Einatmen, Husten, Lachen oder Niesen. Eine Prellung ist auch daran erkennbar, dass es zu starken Schmerzen kommt, wenn der Oberkörper verdreht wird oder der Patient auf der betroffenen Körperseite liegt. Hinzu kommt, dass Betroffene aufgrund der Schmerzen häufig nicht richtig tief ein- und ausatmen und dadurch ständig das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen. Werden durch die Einwirkung von außen die unter der Haut liegenden Blutgefäße verletzt, kann es darüber hinaus schnell zu einem Bluterguss (Hämatom) kommen, durch welchen sich die Haut über der betroffenen Stelle blau färbt und teilweise anschwillt. Je nach dem, wie stark die Prellung und die körperliche Konstitution des Betroffenen ist, können die Beschwerden bis zu einigen Wochen anhalten – in leichteren Fällen verschwinden sie aber oft schon nach wenigen Tagen wieder.

Rippenschmerzen nach dem Husten

Häufig treten Schmerzen an den Rippen während des Hustens bzw. danach auf – hier sollte als Erstes ein Rippenbruch in Betracht gezogen werden. Bei diesem können sowohl eine als auch mehrere Rippen betroffen sein, die entweder teilweise oder komplett gebrochen sind. Auch kann eine einzelne Rippe mehrmals gebrochen sein (Rippenreihenfraktur) oder aber es brechen drei oder mehr benachbarte Rippen auf derselben Körperseite (Rippenserienfraktur). Ein Rippenbruch kann auf unterschiedliche Art entstehen, meist wird er jedoch – ebenso wie die Prellung – durch stumpfe Gewalteinwirkung von außen („stumpfes Trauma“), beispielsweise durch einen Sturz auf eine Kante (Tischkante, Waschbecken, Badewanne o.ä.), einen Unfall oder durch einen Zusammenstoß im Sport verursacht. Neben dem kommen auch Gewalt und Misshandlungen in Form von heftigen Schlägen oder Tritten in Frage, ebenso kann auch eine Herzmassage im Rahmen der Wiederbelebung durch den Druck der dabei auf den Brustkorb ausgeübt wird, zu einer Rippenfraktur führen.

Da im Laufe des Lebens mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird, sind gerade die Knochen älterer Menschen weniger stabil und brechen leichter, auch Vorerkrankungen wie eine Osteoporose oder eine Knochen zersetzende Krebserkrankung erhöhen das Risiko für einen Bruch deutlich. Hier kann es sogar dazu kommen, dass eine Rippe spontan und ohne einen direkten äußeren Auslöser bricht, beispielsweise durch schweres Husten. Liegt eine Rippenfraktur vor, zeigen sich verschiedene Symptome, je nach dem, wo diese auftritt, kann der Bruch aber auch nur geringe bzw. sogar gar keine Beschwerden verursachen. Häufig kommt es jedoch zu Schmerzen im Bereich des Bruchs beim Atmen, Husten oder wenn Druck auf die betroffenen Stelle ausgeübt wird. In einigen Fällen treten die Rippenschmerzen besonders stark auf, wenn sich vorgebeugt oder der Oberkörper gedreht wird. Häufig zeigen sich zudem an der Stelle des Bruchs bzw. drumherum Schwellungen und Blutergüsse, teilweise kann man die betroffene Stelle sogar von außen fühlen. Als sicheres Zeichen für einen Bruch gilt darüber hinaus ein krachendes, knirschendes bzw. rasselndes Geräusch bei Bewegung und Atmung, welches medizinisch als „Krepitation“ (von lateinisch „Crepitation“ = „rasseln“, „knirschen“) bezeichnet wird.

Besteht aufgrund der Rippenschmerzen beim bzw. nach dem Husten der Verdacht auf eine Rippenfraktur, sollte dies unbedingt durch Röntgenbilder medizinisch abgeklärt werden, um mögliche Begleitverletzungen (zum Beispiel von inneren Organen im Bauchraum) erkennen und entsprechend behandeln zu können. Dies ist hier besonders wichtig, da die Gefahr besteht, dass Lunge, Herz oder die Hauptschlagader (Aorta) durch die gebrochene Rippe verletzt werden, wodurch es beispielsweise zu starken Blutungen in die Lunge oder zum Lungenkollaps (Pneumothorax) kommen kann.

Neben dem kann es auch durch einen Muskelkater zu Schmerzen an den Rippen beim bzw. nach dem Husten kommen. Ist der Muskelkater stark, können dabei die Schmerzen sogar bei jedem Atemzug auftreten, was äußerst unangenehm für den Betroffenen werden kann. Wie bei jedem anderen Muskelkater auch, ist auch hier im Normalfall eine Überbeanspruchung der Muskulatur für die Beschwerden verantwortlich. In diesem Fall handelt es sich um die Zwischenrippenmuskeln (Musculi intercostales), die zwischen benachbarten Rippen verlaufen und dafür zuständig sind, den Brustkorb auf und ab zu bewegen. Da diese Muskeln normalerweise nur sehr wenig beansprucht und trainiert werden, kommt es bei ungewohnter Belastung schnell zu einem Muskelkater, häufig verursacht durch starken, länger anhaltenden Husten bei einer Erkältung oder Bronchitis. Denn dabei zieht sich das Zwerchfell ruckartig zusammen und die Luft wird mit Höchstgeschwindigkeit aus der Lunge ausgestoßen, wobei nicht nur das Zwerchfell, sondern auch die Zwischenrippenmuskeln bei jedem Husten stark belastet werden.

Rippenfellentzündung

Eine Rippenfellentzündung bzw. Brustfellentzündung (Pleuritis) kann ebenfalls die Ursache für Rippenschmerzen beim Husten sein. Bei dieser liegt eine Entzündung des sogenannten „Brustfells“ vor, womit eine dünne Gewebeschicht bezeichnet wird, welche grob aus zwei Teilen besteht: dem Lungenfell (bzw. Pleura pulmonalis), das die Lungen bedeckt und dem Rippenfell (Pleura parietalis), das den Brustkorb von innen auskleidet sowie die Oberseite von Zwerchfell und Herzbeutel. Diese beiden Teile sind am Lungenrand miteinander verbunden, der Raum dazwischen wird als „Pleuraspalt“ bezeichnet, in welchem sich ein Flüssigkeitsfilm befindet, der bewirkt, dass die Lunge zum einen am Brustkorb haftet bzw. eng anliegt und zum anderen bei allen Atembewegungen dem Brustkorb leicht folgen kann.

Liegt eine Entzündung in diesem Bereich vor, wird medizinisch zwischen einer „feuchten“ und einer „trockenen“ Rippenfellentzündung unterschieden. Während sich bei ersterer (Pleuritis exsudativa) Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleuraerguss) ansammelt, wodurch keine Reibung und damit auch kein Reibegeräusch (Pleurareiben) auftritt, ist dieses bei der trockenen Form (Pleuritis sicca) durch nicht vorhandene Flüssigkeit beim Abhören ganz deutlich zu hören. Die Ursachen für eine Pleuritis sind vielfältig – in den meisten Fällen ist die Ursache aber eine zugrunde liegende Lungenerkrankung wie eine Lungenentzündung (Pneumonie), ein Lungeninfarkt, Tuberkulose oder ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs). Bleibt der Befund der Lunge unauffällig, bestehen eine Reihe weiterer möglicher Erkrankungen, in deren Verlauf unter Umständen die Pleura direkt geschädigt werden kann. Hierzu zählen unter anderem Virusinfektionen wie zum Beispiel mit Herpes- oder Coxsackie-B-Viren (Morbus Bornholm), eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder auch rheumatische Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder eine rheumatoide Arthritis.

Da gerade die trockene Rippenfellentzündung zumeist mit starken Schmerzen bei der Atmung einhergeht, nehmen viele Betroffene schnell eine oberflächliche Schonatmung ein. In der Folge kann sich die Lunge jedoch nicht mehr ausreichend bewegen, wodurch das Risiko steigt, dass Rippenfell und Lungenfell narbig miteinander verwachsen („Pleuraschwarte“). Da eine Pleuraschwarte im Ernstfall verkalken und dadurch die Atmung beeinträchtigen können, ist in diesen Fällen meist eine Operation erforderlich, um die Verwachsungen wieder zu lösen.

Rippenfellentzündung Symptome

Die Symptome bei einer Pleuritis hängen davon ab, um welche Form der Entzündung es sich handelt. Treten in erster Linie starke Brustschmerzen auf, handelt es sich normalerweise um eine trockene Rippenfellentzündung. Die Beschwerden können dabei sowohl links, rechts als auch beidseitig oder auch im hinteren Brustkorbbereich auftreten und sind meist so stark, dass sie zu einer massiven Schwächung und Beeinträchtigung des Wohlbefindens führen. In den meisten Fällen werden die Beschwerden beim Einatmen und Husten noch stärker, wodurch Patienten häufig eine Schonatmung einnehmen oder den Hustenreiz unterdrücken, um Schmerzen zu vermeiden. Ein weiteres typisches Symptom für eine trockene Rippenfellentzündung ist das erwähnte Reibegeräusch (Pleurareiben, auch „Lederknarren“ genannt), welches entsteht, wenn die Schichten des entzündeten Brustfells (Pleura) bei der Atmung aneinander reiben. Dieses klare Anzeichen ist allerdings nur mit dem Stethoskop zu hören und verschwindet außerdem, sobald sich Flüssigkeit zwischen Lungen- und Rippenfell ansammelt bzw. sich die trockene Pleuritis zu der feuchten Form weiter entwickelt. Neben dem kann es bei einer trockenen Rippenfellentzündung auch zu Luftnot und Husten sowie in selteneren Fällen zu Fieber kommen – zentrales Symptom ist jedoch der starke Atemschmerz.

Bei einer feuchten Rippenfellentzündung treten hingegen meist keine Schmerzen beim Atmen und Husten auf, was daran liegt, dass sich zwischen den Rippen und der Lunge Flüssigkeit angesammelt hat (Pleuraerguss). Durch die Flüssigkeitsansammlung kommt es jedoch häufig zu einem Druckgefühl in der Brust und Atemnot, zudem kann es durch diese auch zu einer auffälligen Gewichtszunahme kommen. Auch Fieber kommt bei dieser Form oft vor. Neben dem kann es – je nach Grunderkrankung – zu weiteren Symptomen kommen. So treten beispielsweise bei einer Lungenentzündung neben hohem Fieber häufig auch Schüttelfrost und Husten mit Auswurf auf, bei einer Rippenfellentzündung infolge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kommt es typischerweise zu Thoraxschmerzen und Bauchschmerzen im Oberbauch.

Rippenschmerzen in der Schwangerschaft

Häufig kommt es auch im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft zu Schmerzen an den Rippen. Hierfür kommen verschiedene Ursachen in Betracht, die in den meisten Fällen keine gesundheitliche Gefahr bedeuten. Tritt der Schmerz an den Rippen immer wieder plötzlich im unteren Bauch auf und verschwindet dann wieder, sind oft die Bauchmuskeln der Auslöser. Da diese an den Rippen und dem Rippenbogen ansetzen und durch das immer größer und schwerer werdende Kind immer stärker belastet werden, kann es zu sehr massiven Rippenschmerzen kommen, die bis in den Rücken ausstrahlen können. Treten die Beschwerden hingegen tiefer im Bauchraum auf, kann auch die Gebärmutter die Ursache sein, die während der Schwangerschaft kontinuierlich wächst, wodurch oft unter dem Rippenbogen ein verstärkter Druck verspürt wird oder an bestimmten Stellen im Rippenbogenbereich Schmerzen auftreten. Auch kann das Baby zum Beispiel ein Bein vorübergehend so ausgestreckt haben, dass es im Rippenbereich zu Beschwerden kommt.

In selteneren Fällen können Rippenschmerzen in der Schwangerschaft aber auch auf das gefährliche HELLP-Syndrom hinweisen. Dabei handelt es sich um eine ernste und komplizierte Form der sogenannten „Schwangerschaftsvergiftung“ (Präeklampsie), die im Ernstfall zu akutem Leber- und Nierenversagen und einer plötzlichen Ablösung der Plazenta führen kann. Das HELLP-Syndrom äußert sich in erster Linie über die typischen Symptome der Präeklampsie (Ödeme in Händen, Füßen und Gesicht, Bluthochdruck, Eiweiß im Harn) sowie eine Leberfunktionsstörung, die zu massiven, häufig ausstrahlenden Schmerzen im rechten Oberbauch bzw. im Bereich der oberen Rippen führt. Neben dem kann es zu Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall kommen, auch Kopfschmerzen und Sehstörungen sind möglich. Besteht Verdacht auf ein HELLP-Syndrom, muss die schwangere Frau sofort in eine Klinik gebracht werden, um gesundheitliche Risiken für sich und das ungeborene Kind zu vermeiden. Da der Verlauf der Erkrankung nur schwer einschätzbar ist und die Schädigung der Leber mit der Zeit zunimmt, wird in den meisten Fällen das Kind umgehend per Kaiserschnitt auf die Welt geholt und gegebenenfalls im Brutkasten mit allem Nötigen weiter versorgt. Der Verlauf des Syndroms wird durch die Entbindung jedoch nicht nicht vollständig gestoppt, stattdessen dauert es unter Umständen noch einige Tage, bis sich alle Symptome zurückgebildet haben. Daher bleibt die Betroffene auch nach der Geburt zunächst unter strenger medizinischer Kontrolle, um Komplikationen bzw. bleibende Schäden zu vermeiden.

Intercostalneuralgie

Treten die Beschwerden eher zwischen den Rippen auf, kann auch eine so genannte „Intercostalneuralgie“ bestehen. Bei dieser handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Schmerzsyndrom im Zwischenrippenbereich der Brustwand (von „inter“, lateinischen für „zwischen“ und „costa“, lat. für „Rippen“). Bei den meisten Betroffenen geht der Schmerz von der Wirbelsäule aus, ist aber auch zwischen den Schulterblättern oder am inneren linken Schulterblattrand spürbar und kann zudem bis in die Arme und Hände ausstrahlen. Typisch ist, dass sich die Schmerzen eher gürtel- bzw. ringförmig ausdehnen und sich durch Husten, Bewegungen, Pressen oder Sitzen mit eingezogenen, krummen Schultern verstärken. Die häufig als „messerscharf“ beschriebenen Schmerzen werden von den Betroffenen als besonders belastend und quälend empfunden, auch kommt es häufig zu ganz plötzlichen, anfallsartigen Schüben mit reißenden oder stechenden Druckschmerzen. Diese Anfälle gehen häufig mit großer Angst, Beklemmungen und Atembeschwerden einher, außerdem kann es begleitend zu Gefühlsstörungen oder Missempfindungen bzw. einem Kribbeln im betroffenen Bereich kommen. Da das Atmen meist sehr schmerzhaft ist, wird dieses oft auf das Nötigste reduziert – was zwar zum einen die Beschwerden kurzfristig lindern kann, auf der anderen Seite aber auch das beklemmendeGefühl und Ängste verstärken kann. Da die andauernden starken Schmerzen schnell zu Erschöpfung führen, kann es darüber hinaus auch zu Kreislaufschwäche, Schwindel und starker Ermüdung kommen.

Da die Intercostalneuralgie keine Krankheit, sondern ein Symptom bzw. eine Form des Nervenschmerzes beschreibt, kommen für diese eine Reihe verschiedener Ursachen in Frage. Möglich sind unter anderem Rheuma, eine Gürtelrose (Herpes zoster) oder auch Blockaden der Wirbelsäule. Neben dem kommen auch Erkrankungen oder Beeinträchtigung der Rippen, des Rippenfells oder der Lunge infrage, in selteneren Fällen kann auch eine Rückenmarkserkrankung, eine angeborene Verengung der Hauptschlagader oder ein Tumor der Auslöser für die Entzündung der Zwischenrippennerven sein. Darüber hinaus ist es prinzipiell auch möglich, dass eine Erkrankung des Herzens oder der Organe im Oberbauch (u.a. Magen, Gallenblase, Leber) vorliegt, welche in die entsprechenden Hautbereiche ausstrahlen und die typischen Schmerzen auslösen kann.

Tietze-Syndrom

Schmerzen an den Rippen können auch im Zusammenhang mit dem sogenannten „Tietze-Syndrom“ (auch „Costochondritis“ oder „Morbus Tietze“ genannt) auftreten. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Knorpelansätze der Rippen bzw. des Brustbeins anschwellen und Schmerzen verursachen. Das Syndrom tritt im Gegensatz zu Rippenprellungen oder Brüchen vergleichsweise selten auf und verschwindet oft nach einiger Zeit ebenso plötzlich, wie es aufgetreten ist. Typisch für Morbus Tietze sind spontan auftretende Schwellungen im Brust- und Rippenbereich, die häufig auch von außen erkennbar sind und meist mit starken Schmerzen im Bereich zwischen Brustbein und oberen Rippenknorpel einhergehen. Diese können sich bei Druck auf die betroffene Stelle oder durch Bewegung und tiefes Atmen verstärken und teilweise auch in die Arme oder den Bereich des Halses ausstrahlen. Hinzu kommt in einigen Fällen ein beschleunigter Puls und ein ausgeprägtes Hitzegefühl – da diese Symptome jedoch unspezifisch sind, kann eine Diagnose nur durch einen entsprechenden Facharzt gestellt werden. Wodurch das Tietze-Syndrom entsteht, ist bislang nicht bekannt, vermutet wird jedoch ein enger Zusammenhang mit Mikrobrüchen, die zum Beispiel durch Überlastung entstehen. Auch Operationen, bei denen der Brustkorb geöffnet wurde, werden als möglicher Auslöser betrachtet – häufig treten die Beschwerden aber auch ohne eine erkennbare Ursache auf.

Ursache Morbus Bechterew

Neben dem kann auch Morbus Bechterew (medizinisch: Spondylitis ankylosans) die Ursache für Schmerzen an den Rippen sein. Die Bechterewsche Erkrankung ist eine rheumatische Krankheit, die in erster Linie die Wirbelsäule betrifft und über entzündliche Prozesse dazu führen kann, dass diese verknöchert bzw. versteift. M. Bechterew gilt bis heute als unheilbar und äußert sich zu Beginn durch relativ unspezifische Symptome, wodurch eine Diagnose oft erst relativ spät gestellt werden kann. Hinweise auf Morbus Bechterew liefern dennoch eine länger anhaltende Morgensteifigkeit, zwischen rechts und links wechselnden Gesäßschmerzen und Rückenschmerzen, die sich im Ruhezustand verschlimmern und bei Bewegung nachlassen. Neben dem kann auch das Brustbein schmerzen, ebenso sind neben Rippenschmerzen auch Knieschmerzen und Hüftschmerzen möglich. Darüber hinaus tritt bei vielen Betroffenen eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis bzw. Iritis) auf, welche wiederum zu Augenschmerzen, Augenjucken, erhöhter Lichtempfindlichkeit und einer Augenrötung führen kann. Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind bislang unbekannt, dennoch wird davon ausgegangen, dass eine Fehlsteuerung des Immunsystems vorliegen muss, die zur Folge hat, dass sich das Immunsystem auch gegen eigene Körperzellen richtet. Vermutet wird ebenso, dass eine bakterielle Infektion (zum Beispiel mit Klebsiellen oder Chlamydien) im Zusammenspiel mit einer erblichen Veranlagung die Krankheit auslösen könnte.

Thoracic-outlet-Syndrom

In seltenen Fällen kann auch das sogenannte „Thoracic-outlet-Syndrom“ (TOS) den Schmerzen an den Rippen zugrunde liegen, welches auch unter den Bezeichnungen „neurovaskuläres Kompressionssyndrom des Armes“ oder „Schulter-Arm-Syndrom“ bekannt ist. Unter dem TOS werden alle Syndrome zusammengefasst, bei denen im oberen Brustkorbbereich die zum Arm ziehenden Gefäß-Nerven-Bündel durch Druck geschädigt bzw. beeinträchtigt werden (Skalenussyndrom, Halsrippensyndrom, Kostoklavikularsyndrom usw.). Der Druck entsteht dabei durch eine Engstelle in diesem Bereich, die meist angeboren ist, aber durch Faktoren wie Haltungsschäden der Wirbelsäule, Vorhandensein einer Halsrippe oder ausgeprägtes Muskelwachstum (Kraftsport, Bodybuilding) verstärkt werden kann. Auch eine veränderte Körperhaltung und/oder vergrößerte Brüste während der Schwangerschaft oder ein Unfall können die Symptome des TOS auslösen. Diese können ganz unterschiedlich sein – typisch sind Schulterschmerzen, Oberarmschmerzen und Unterarmschmerzen, die bis in die Finger ausstrahlen können, ein Kribbeln im Arm, das Gefühl „das der Arm eingeschlafen ist“ sowie Mattigkeit und Gefühlsstörungen im Bereich der betroffener Armnerven. Im Falle einer voll ausgebildeten Halsrippe kann es außerdem zu Rippenschmerzen kommen. Die Gefäßeinengung kann beispielsweise auch eine schwache Durchblutung zur Folge haben, wodurch wiederum ein langsamer Puls und blasse Finger auftreten können. Außerdem wird die Entwicklung einer Thrombose am Arm begünstigt.

Behandlung bei Rippenschmerzen

Behandlung bei Rippenprellung
Eine Rippenprellung verheilt von selbst, sodass eine Operation normalerweise nicht notwendig ist. Im akuten Fall, sollte die betreffende Stelle zunächst unbedingt gekühlt werden, um die Schmerzen zu lindern und eine starke Schwellung zu vermeiden. Im nächsten Schritt werden bei starken Beschwerden normalerweise kurzzeitig Schmerzmittel eingesetzt, um zu verhindern, dass der Betroffene eine Schonatmung einnimmt – und dadurch das Risiko für eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu verringern. Damit eine Prellung möglichst schnell verheilt, sollte der verletzte Rippenbereich unbedingt geschont werden, zudem empfiehlt es sich, während der Heilungszeit auf sportliche Aktivitäten zu verzichten, um weitere körperliche Schädigungen zu vermeiden. Im Normalfall ist eine Rippenprellung etwa nach drei bis vier Wochen ausgeheilt, in schwereren Fällen können jedoch auch bis zu 10 Wochen oder mehr vergehen. Hier kann sich beispielsweise eine Bestrahlung mit UV-Strahlen positiv auf den Heilungsprozess auswirken.

Tapen kann stabilisieren und somit Rücken- sowie Rippenschmerzen lindern. (Bild: ehrenberg-bilder/fotolia)
Tapen kann stabilisieren und somit Rücken- sowie Rippenschmerzen lindern. (Bild: ehrenberg-bilder/fotolia)

Therapie bei Rippenbruch
Liegt eine unkomplizierte Rippenfraktur bzw. ein Bruch von ein bis zwei Rippen oder eine stabile Rippenserienfraktur (drei oder mehr gebrochene Rippen auf derselben Brustkorbseite) vor, erfolgt normalerweise keine besondere Behandlung, denn diese heilt selbständig im Laufe von etwa sechs Wochen aus. Dementsprechend wird im Regelfall auch auf eine Ruhigstellung durch einen Gips oder eine Verplattung verzichtet. Die einzige Maßnahme bei einem Rippenbruch ist meist der Einsatz schmerzlindernder Medikamente (zum Beispiel Ibuprofen, Naproxen oder Paracetamol), da es während des Heilungsprozesses besonders beim Atmen, Husten, im Liegen oder unter Belastung zu mitunter starken Schmerzen kommen kann. Daher erhalten Betroffene, die parallel unter Reizhusten leiden, gewöhnlich auch hustenstillende Medikamente.

Treten jedoch Komplikationen wie starke Atemnot oder Luft im Pleuraraum (Pneumothorax) auf, wird eine spezielle Therapie in Form einer Drainage des Brustkorbs (Einlage eines Schlauches) oder einer künstlichen Beatmung notwendig. Operationen müssen hingegen nur in seltenen Fällen durchgeführt werden, zum Beispiel bei Instabilität der Brustkorbwand infolge einer Rippenserienfraktur oder wenn durch den Bruch Blutgefäße oder Organe (Lunge, Milz, Leber, Nieren) verletzt wurden.

Behandlung einer Rippenfellentzündung
Liegt die Ursache für die Rippenschmerzen in einer„trockenen“ Rippenfellentzündung bzw. Brustfellentzündung (Pleuritis), steht im Zentrum der Therapie die Behandlung der verantwortlichen Grunderkrankung. Daher stehen die Chancen auf eine schnelle Ausleihung umso besser, je früher diese entdeckt wird. Bei einer bakteriellen Infektion infolge einer Tuberkulose oder einer bakteriell bedingten Lungenentzündung werden hier beispielsweise normalerweise Antibiotika eingesetzt, um die Erreger direkt bekämpfen zu können. Sind jedoch Viren (z.B. Coxsackie-B-Viren) für die Infektion verantwortlich und ist Antibiotikum dementsprechend wirkungslos, erfolgt die Therapie in erster Linie symptomorientiert – also durch die Gabe von schmerzstillenden, hustenstillenden und fiebersenkenden Mitteln.

Um eine Schonatmung aufgrund der starken Schmerzen bei einer trockenen Rippenfellentzündung zu vermeiden, ist eine parallele Atemgymnastik sehr sinnvoll und wichtig. Diese unterstützt eine tiefe Atmung und vermindert dadurch das Risiko einer Schwartenbildung. Kommt es dennoch im Verlauf der Pleuritis zu Verwachsungen von Rippenfell und Lungenfell, die möglicherweise die Lungenfunktion stark beeinträchtigen, wird meist eine Operation erforderlich, um diese zu lösen. Gleiches gilt für starke, ausgedehnte Vereiterungen im Zuge der Rippenfellentzündung, bei denen möglicherweise ebenfalls eine OP Sinn ergibt.

Bei einer „feuchten“ Pleuritis ist für die Therapie vor allem die Größe, Lage und Beschaffenheit der angesammelten Flüssigkeit im Pleuraspalt (Pleuraerguss) von zentraler Bedeutung. Während der Körper – bei gleichzeitiger Behandlung der Grunderkrankung – kleine Ergüsse meist von alleine wieder abbauen kann, ist es bei größeren Flüssigkeitsansammlungen zum Teil notwendig, eine Punktion durchzuführen, bei der die Flüssigkeit mithilfe einer Nadel aus dem Brustkorb herausgezogen wird. Diese kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Erguss bereits die Lunge verdrängt und der Betroffene nicht mehr richtig atmen kann. Verschwindet der Erguss auch auf diesem Wege nicht oder hat sich im Pleuraraum Eiter gebildet, besteht die Möglichkeit einer Thoraxdrainage, bei der ebenfalls über eine Nadel ein Gummirohr in den Bereich des Ergusses eingeführt wird, um anschließend Sekret bzw. Flüssigkeit absaugen zu können. Über diese Drainage kann die Pleurahöhle gegebenenfalls auch mit Kochsalzlösung gespült oder Medikamente eingebracht werden – kommt es jedoch immer wieder zu Flüssigkeitsansammlungen, kann auch ein dauerhafter Pleurakatheter sinnvoll sein.

Therapie bei einer Intercostalneuralgie
Liegt eine Intercostalneuralgie vor, hängt die Therapie im Einzelfall immer von der Diagnose und den möglicherweise bestehenden Vorerkrankungen ab – dementsprechend ist die Palette an Behandlungsoptionen sehr weit gefächert. Da die Schmerzen meist sehr stark sind, wird bei der Schmerzlinderung angesetzt, wobei hier neben Medikamenten zur Entspannung der Skelettmuskulatur (Muskelrelaxanzien) und mit schmerzstillender oder schmerzlindernder Wirkung (Analgetika) auch entzündungshemmende Rheumamittel (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz:NSAR) zum Einsatz kommen. Neben dem beinhaltet die Therapie normalerweise physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen oder Kälte- bzw. Wärmeanwendungen sowie der Elektrotherapie, welche die Wirkung elektrischer Ströme auf den Organismus nutzt. Hier eignet sich vor allem die TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation), die nach ärztlicher Anleitung auch zur Selbstbehandlung in der Schmerztherapie eingesetzt werden kann. Bei diesem nebenwirkungsarmen Verfahren werden sanfte elektrische Impulse durch die Haut (transkutan) an die Nerven abgegeben und diese dadurch stimuliert. Der Patient verspürt während der Behandlung lediglich ein leichtes Kribbeln – dennoch führt der Reiz nach der sogenannten „gate-control theory“ („Schleusen-Kontroll-Theorie“) dazu, dass die Weiterleitung der Schmerzinformation an das Gehirn gehemmt wird und der Betroffene dementsprechend immer weniger Schmerzen wahrnimmt.

Behandlung bei einem Tietze-Syndrom
Aufgrund dessen, dass die Ursache des Tietze-Syndroms bislang nicht bekannt ist, ist auch eine ursächliche Behandlung nach wie vor nicht möglich. Da die Erkrankung aber in den meisten Fällen ohne Komplikationen von alleine verschwindet, ist eine Therapie im Grunde auch nicht notwendig. Zur Linderung der Schmerzen kommen ansonsten Schmerzmittel zum Einsatz, die bei sehr starken Beschwerden auch in die Nähe der betroffenen Stellen injiziert werden können. Darüber hinaus sollten Betroffene Fehlbelastungen und Überanstrengung im Alltag und beim Sport vermeiden bzw. deutlich reduzieren.

Naturheilkunde bei Rippenschmerzen

Treten Schmerzen im Bereich der Rippen auf, sollten diese vorsichtshalber immer zunächst mit einem Mediziner abgeklärt werden – denn auch wenn in vielen Fällen „harmlose“ Gründe wie ein Muskelkater oder eine Rippenprellung dahinter stecken, können die Beschwerden ebenso ein Hinweis auf ein schwerwiegenderes Problem, wie zum Beispiel eine Herz- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung sein. Daher ist ein Besuch beim Arzt dringend empfehlenswert. Konnten ernste Ursachen ausgeschlossen werden, bietet in vielen Fällen die Naturheilkunde wertvolle Anregungen zur Linderung der Schmerzen, die meist relativ leicht und unkompliziert umzusetzen sind. Die Anwendungen und Techniken können dabei zumeist parallel zu schulmedizinischen Maßnahmen eingesetzt werden, oft eignen sie sich aber auch als sanfte und natürliche Alternative zu herkömmlichen Medikamenten.

Alternative Heilmittel bei Rippenprellung

Liegt eine Prellung der Rippen vor, kann unter anderem die Homöopathie helfen. Hier kommt in erster Linie das Gänseblümchen (Bellis perennis) zum Einsatz, dessen Hauptanwendungsgebiete neben Verletzungen auch Atemwegserkrankungen und Hautprobleme sind. Das Mittel wird meist in niedriger Potenz angewendet. Neben dem eigen sich zur natürlichen Behandlung einer Rippenprellung auch verschiedene Heilkräuter, die entweder innerlich (zum Beispiel in Form von Tee) oder äußerlich (Umschläge, Waschung, Salbe etc.) angewendet werden können. Beispiele sind hier Angelika, Arnika, Johanniskraut, Kiefer, Lavendel und Rosmarin.

Natürliche Verfahren bei Rippenfellentzündung

Auch zur unterstützenden Behandlung einer unproblematischen Rippenfellentzündung (Pleuritis) können naturheilkundliche Behandlungsmethoden sinnvoll eingesetzt werden – dennoch sollte für die eigene Sicherheit immer ein Arzt zu Rate gezogen und Naturheilverfahren oder Hausmittel nur begleitend eingesetzt werden. Die Homöopathie bietet als Grundmittel bei fast jeder Form von Pleuritis die Zaunrübe „Bryonia alba“, welche zwar normalerweise als giftiges „Unkraut“ bekannt, als homöopathisches Mittel aber aufgrund der Potenzierung ungefährlich ist. Bei einer trockenen Rippenfellentzündung eignen sich zudem das Harz des Guajakbaumes „Guajacum officinale“ und die sogenannte „Klapperschlangenwurzel“ (Senega), die gerade bei starken Schmerzen im Rücken beim Husten lindernd wirken kann. Bei einer feuchten Pleuritis werden ebenso häufig Bryonia alba und Senega eingesetzt, bei sehr großen Ergüssen kommen zudem die Eberraute (Abrotanum) und die spanische Fliege (Cantharis) in Frage.

Neben dem können bei einer Rippenfellentzündung zahlreiche weitere Hausmittel unterstützend eingesetzt werden. So können beispielsweise Brustwickel mit Senf hilfreich sein, da dieser eine „ableitende“ bzw. entzündungshemmende Wirkung hat und zudem Schmerzen lindern und Krämpfe lösen kann. Für die Wickel wird Senfmehl benötigt, welches entweder selbst aus schwarzen Senfkörnern im Mixer hergestellt oder bereits fertig gemahlen in der Apotheke gekauft werden kann. Dieses wird mit warmem Wasser zu einem Brei vermengt, der nach einer kurzen Ziehzeit auf ein Tuch gestrichen und dann auf die Brust aufgelegt wird. Da durch einen Senfwickel jedoch die Durchblutung stark angeregt wird und Hautreizungen auftreten können, sollte hier unbedingt Vorsicht walten: Zum einen sollten die Achselhöhlen und die Brustwarzen durch Vaseline und Tücher geschützt werden und zu Beginn der Auflage schon nach wenigen Minuten überprüft werden, ob die Haut gereizt ist. Insgesamt sollte die erste Anwendung aufgrund der Belastung für die Haut daher auch nicht länger als fünf bis sechs Minuten dauern – entstehen keine Probleme, kann der Wickel beim nächsten Mal länger (etwa eine viertel Stunde lang) auf der Haut verbleiben. Neben dem gilt es, die Haut nach jeder Anwendung mit einem guten Öl zu versorgen und zu pflegen, außerdem muss aufgrund der reizenden Wirkung darauf geachtet werden, dass die Wickel weder bei Kindern noch bei Schwangeren eingesetzt werden dürfen. Da auch der Kreislauf stark belastet wird, ist dieses natürliche Verfahren ebenso für Menschen mit geschwächtem Kreislauf ungeeignet, auch Betroffene von Asthma bronchiale oder Patienten mit anderen Lungenproblem sollten sich im Vorhinein unbedingt mit ihrem Arzt absprechen.

Naturheilkunde bei Muskelkater

Liegt der Auslöser für die Beschwerden in einem Muskelkater in der Zwischenrippenmuskulatur, lässt sich dieser zwar nicht einfach „abschalten“, dennoch können einige sanfte Maßnahmen helfen, die Beschwerden auf natürlichem Wege zu lindern. Wichtig ist hier, dass auf eine Massage der betroffenen Stelle besser verzichtet werden sollte, denn durch diese können die Beschwerden sogar verstärkt und das Abklingen deutlich verzögert werden. Besser ist es, die schmerzenden Muskeln mit Wärme zu behandeln – hier kann beispielsweise schon ein heißes Bad mit Eukalyptus, Fichtennadeln oder Rosmarin, ein Saunagang oder das Schwimmen in warmem Wasser sehr wohltuend sein. Hilfreich sind zudem Pflegeöle, wie zum Beispiel Arnika-Öl, das eine entzündungshemmende und durchwärmende Wirkung hat und gut direkt nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufgetragen werden kann. Um die angegriffene Muskulatur zu schonen, sollte darüber hinaus während der Heilungsphase auf starke Belastung verzichtet werden. Besser sind Aktivitäten mit sanften, gleichmäßigen Bewegungen wie Schwimmen, leichte Gymnastik oder Spazieren gehen, wodurch der Körper entlastet, aber gleichzeitig die Durchblutung gefördert wird.

Natürliche Heilmittel bei Intercostalneuralgie

Bei Schmerzsyndromen wie der Intercostalneuralgie werden ebenso häufig naturheilkundliche Mittel zur Behandlung eingesetzt. Sind die Schmerzen im Bereich der Rippen so zu erklären, hat sich innerhalb der Homöopathie unter anderem Ranunculus bulbosus bewährt. Dieses – aus dem Knollenhahnenfuß gewonnene Heilmittel – kommt vor allem zum Einsatz, wenn die Schmerzen brennend oder stechend empfunden werden und sich die Rippen wie „zerschlagen“ anfühlen. Darüber hinaus eignen sich noch weitere homöopathische Arzneien bei einer Intercostalneuralgie, zum Beispiel Asclepias tuberosa, Bryonia und Dulcamara. Auch das Schüssler Salz Nr.7 „Magnesium phosphoricum“ kann unter Umständen eine Linderung der Beschwerden bewirken, welches als Entspannungs, Nerven- und Schmerzmittel unter den Heilsalzen gilt. Darüber hinaus können auch Heilmittel nach Hildegard von Bingen helfen (Wermutöl, Baldrianpulvermischung), ebenso wie Heilmassagen, bei denen durch Kneten, Streichen oder Klopfen eine Schmerzlinderung erreicht werden kann. (nr)

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