Unterleibskrämpfe – Ursachen und Therapie

Unterleibskrämpfe sind ein Symptom, das bei verschiedenen Erkrankungen auftreten kann. Viele Menschen setzen die Unterleibsschmerzen mit einem Frauenleiden gleich, doch auch Männer können unter Schmerzen und Krämpfen im Unterbauch leiden. Dennoch sind besonders häufig Frauen während ihrer Periode betroffen.

So äußern sich Unterleibskrämpfe

Als Krampf wird das unwillkürliche und vor allem schmerzhafte Zusammenziehen eines oder mehrerer Muskeln verstanden. Grundsätzlich kann bei Unterleibskrämpfen zwischen chronischen und akuten Schmerzzuständen unterschieden werden. Ein akuter Krampf entwickelt sich plötzlich und häufig ohne Vorwarnung. Auch leichte Schmerzen oder ein Ziehen können auf eine drohende Verkrampfung hindeuten. Von chronischen Unterleibsbeschwerden sprechen Mediziner dann, wenn die Symptome über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr bestehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Unterleib dauerhaft krampft. Zwischen den schmerzhaften Perioden können auch immer wieder schmerzfreie Intervalle auftreten.

Unterleibskrämpfe können verschiedenartig auftreten, von plötzlichen einsetzenden akuten bis hin zu langsam zunehmenden chronischen Schmerzen. (Bild: kleberpicui/fotolia.com)

Wie der Krampf empfunden wird, hängt vom jeweiligen Gesundheitszustand und natürlich vom individuellen Schmerzempfinden ab. Ein Unterleibskrampf kann einschießen oder sich in seiner Intensität langsam steigern. Einige Krämpfe verlaufen eher mild. Andere nehmen in ihrer Ausprägung den Betroffenen fast das Bewusstsein. Grundsätzlich gelten solche sehr schmerzhaften Unterleibskrämpfe immer als Alarmzeichen und müssen zwingend ärztlich abgeklärt werden.

Chronische Krämpfe des Unterleibs können die Betroffenen besonders belasten und in ihrem Alltag stark einschränken. Viele Patienten trauen sich dann kaum, das Haus zu verlassen in der Angst, unterwegs könnte wieder ein Krampf auftreten. Je nach Intensität des Krampfes kann sowohl bei den chronischen als auch bei den akuten Verkrampfungen sogar eine Art Muskelkater zurückbleiben.

Unterleibskrampf ist nicht gleich Unterleibskrampf. So kann sich die Schmerzlokalisation zum Teil deutlich unterscheiden. Einige Patienten spüren die Verkrampfungen vor allem auf der linken Seite. Andere Patienten klagen wiederum über Schmerzen im Bereich des rechten Unterbauchs. Auch der gesamte Unterleib kann betroffen sein. Je nach Ursache kann die Lokalisation auch wechseln.

Ursachen von Unterleibskrämpfen

Die Verkrampfungen der Muskulatur im Unterleib können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Bei vielen Frauen treten die Krämpfe vor allem während der Regelblutung auf. Es können sich jedoch auch ernsthaftere Erkrankungen hinter dem Symptom verbergen.

Unterleibskrämpfe während der Regelblutung

In der ersten Zyklushälfte baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf, damit sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Bleibt die Befruchtung jedoch aus, kommt es infolge des abfallenden Progesteronspiegels in der zweiten Hälfte des Zyklus zur Abstoßung der aufgebauten Schleimhaut. Zugleich werden in der Schleimhaut der Gebärmutter zu diesem Zeitpunkt vermehrt Prostaglandine gebildet. Diese sollen die Abstoßung unterstützen. Prostaglandine sind Lokalhormone, die unter anderem auch die Entstehung von Schmerzen und Entzündungen fördern können. Werden nun zur Menstruation zu viele Prostaglandine freigesetzt, können krampfartige Unterleibsschmerzen entstehen. Auch Begleitsymptome wie Durchfall, Übelkeit oder Kopfschmerzen werden durch Prostaglandine hervorgerufen.

Eine mögliche Ursache für Krämpfe bei Frauen ist die vermehrte Freisetzung von Prostaglandinen während der Menstruation. (Bild: gballgiggs/fotolia.com)

Endometriose als Ursache für Unterleibsschmerzen

Besonders starke Unterleibskrämpfe während der Menstruation können auf die Erkrankung Endometriose hindeuten. Bei der Endometriose findet sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, das sogenannte Endometrium, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Betroffen sind vor allem benachbarte Organe wie die Eierstöcke, die Eileiter, aber auch die tieferen Wandschichten der Gebärmutter selbst. Ebenso treten Endometrioseherde im unteren Bauch- und Beckenraum auf. Prinzipiell kann die Gebärmutterschleimhaut aber an jeder Stelle im Körper wachsen.

Ebenso wie die Schleimhaut in der Gebärmutter verändern sich die Endometrioseherde während des Zyklus. Somit bluten auch die Schleimhautherde außerhalb des Uterus während der Menstruation. Damit sind oft krampfartige Schmerzen zur Zeit der Regelblutung verbunden. Diese Schmerzen sind zum Teil so stark, dass die betroffenen Frauen in dieser Zeit arbeitsunfähig sind und starke Schmerzmittel einnehmen müssen. Viele Frauen leiden auch unter chronischen Bauch- und Unterleibsschmerzen. Schätzungen zufolge sind zwischen 5 und 15 Prozent aller Frauen von der Endometriose betroffen. Sie ist auch eine der wichtigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Dennoch vergehen vom Auftreten der ersten Krämpfe bis zur Diagnosestellung häufig mehrere Jahre.

Krämpfe durch Zysten

Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Im Menstruationszyklus entstehen recht häufig Zysten. Diese sogenannten funktionellen Zysten bilden sich aber normalerweise nach der Fruchtbarkeitsphase wieder zurück. Cystome oder Zysten infolge einer Endometriose enthalten Menstruationsblut, das nicht abfließen kann. Sie können ohne Behandlung auf eine beachtliche Größe von bis zu 15 Zentimetern heranwachsen. Zysten, die sich nicht zurückbilden, können ferner ein Hinweis auf einen Tumor in den Eierstöcken sein.

Kleinere Zysten verursachen normalerweise keine Beschwerden. Schmerzhafte Regelblutungen mit Krämpfen sowie Schmerzen beim Stuhlgang oder Zyklusstörungen treten erst dann auf, wenn die Zyste schon größer ist. Akute und heftige Krämpfe sind ein Alarmzeichen und deuten auf eine Zystenruptur hin. Beim Platzen einer Zyste können Blutgefäße verletzt werden, sodass lebensgefährliche Blutungen entstehen können.

Unterleibsschmerzen bei einer Eileiterschwangerschaft

Normalerweise wandert die Eizelle nach der Befruchtung in die Gebärmutter und nistet sich dort in der Schleimhaut ein. Bei einer Eileiterschwangerschaft verbleibt die Eizelle jedoch im Eileiter. Der wachsende Embryo fordert zunehmend Platz, den der Eileiter aber nicht bietet. Leitsymptom der Eileiterschwangerschaft sind starke Schmerzen im Unterbauch. Es besteht die Gefahr, dass der Eileiter platzt. In diesem Fall kommt es zu stärksten Krämpfen und Blutungen.

Neben anfänglich ähnlichen Symptomen wie bei einer normalen Schwangerschaft treten bei einer Eileiterschwangerschaft oft einseitige Unterleibskrämpfe auf. (Bild: gwolters/fotolia.com)

Entzündungen der Eierstöcke, Eileiter oder der Gebärmutterschleimhaut

Eine Eileiterentzündung (Salpingitis) und eine Eierstockentzündung (Adnexitis) werden zumeist durch Keime hervorgerufen, die aus der Scheide über die Gebärmutter aufsteigen. Typische Erreger sind Chlamydien, Mykobakterien und Gonokokken. Neben krampfartigen Schmerzen im Unterbauch gehören Ausfluss und Schmierblutungen zu den Symptomen. Dieselben Beschwerden können auch auf eine Endometritis, also auf eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, hindeuten.

Unterleibsbeschwerden durch Tumore

Viele Frauen haben Myome, häufig ohne davon zu wissen. Je nach Größe können diese gutartigen Tumore der Gebärmutter Unterleibskrämpfe, Blutungsstörungen oder Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Auch bösartige Tumore der Gebärmutter oder der Eierstöcke können Unterbauchbeschwerden bedingen. Allerdings sind diese Krebserkrankungen oft schon sehr weit fortgeschritten, bis die ersten Symptome auftreten.

Unterleibskrämpfe beim Mann

Nicht nur die Geschlechtsorgane der Frau, sondern auch die des Mannes können krampfartige Schmerzen hervorrufen. Insbesondere die akute Entzündung der Prostata (Prostatitis) verursacht Schmerzen. Dasselbe gilt für die Nebenhodenentzündung, die in der medizinischen Fachsprache als Epididymitis bezeichnet wird. Hier weist der Hodensack eine schmerzhafte Schwellung auf. Die Krämpfe können aber auch bis in die Leisten und den Unterleib ausstrahlen. Eine weitere Ursache für krampfartige Schmerzen ist Prostatakrebs. Diese Krebsform macht sich erst recht spät zum Beispiel durch Beschwerden beim Wasserlassen sowie beim Samenerguss bemerkbar.

Unterleibskrämpfe ausgehend vom Verdauungstrakt

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können Krämpfe im Bereich des Unterleibs von den Verdauungsorganen ausgehen. Eine häufige Ursache für Unterleibsschmerzen ist die Verstopfung (Obstipation). Auch bei der Blinddarmentzündung (Appendizitis) treten Unterleibskrämpfe auf. Typischerweise zeigen sich diese besonders im rechten Unterleib und werden von Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Eine weitere Krampfursache ist die Divertikulitis. Divertikel sind Schleimhautausstülpungen im Dickdarm, die normalerweise keine Beschwerden hervorrufen. Entzünden sich diese Ausstülpungen allerdings, machen sie sich durch Schmerzen bemerkbar. Da sich die Divertikel zumeist am absteigenden Ast des Dickdarms bilden, zeigen sich die Schmerzen vor allem in der linken unteren Bauchhälfte. Weitere Symptome einer Divertikulitis sind Durchfall, Fieber und Verstopfung.

Eine weitere, häufige Ursache für Unterleibskrämpfe ist Verstopfung (Obstipation). Liegt ein Darmverschluss vor, ist umgehend notärztliche Hilfe angesagt. (Bild: comzeal/fotolia.com)

Krampfartige Unterbauchbeschwerden sind ferner typisch für chronisch entzündliche Darmerkrankungen, kurz auch CED genannt. Dazu gehören Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Leitsymptome sind Unterleibskrämpfe und häufige Durchfälle.

Eine Ursache von Unterleibskrämpfen, die sofort notärztlich behandelt werden muss, ist der Darmverschluss. Ein solcher Ileus kann zum Beispiel durch Kotballen oder Fremdkörper im Darm hervorgerufen werden. Der Darm versucht durch vermehrte Bewegung, den Kot an dem Hindernis vorbei zu transportieren. Dies führt zu starken Schmerzen. Das Krankheitsbild des Darmverschlusses ist lebensbedrohlich und bedarf deshalb einer schnellen Therapie.

Beim Mastdarmkrebs gehören Unterleibskrämpfe zu den Spätsymptomen. Als Warnhinweise gelten zudem Veränderungen des Stuhlgangs und Blut im Stuhl.

Schmerzen durch Harnwegsinfektionen

Dumpfe oder krampfartige Unterleibsschmerzen treten ferner bei Infektionen der Harnwege sowie der Blase und der Niere auf. Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin erhärten hier den Verdacht, dass es sich um eine (aufsteigende) Harnwegsinfektion handeln könnte.

Akut einsetzende, wellenartige und krampfartige Unterleibsschmerzen können ebenso durch Harnsteine hervorgerufen werden, die sich in der Blase, im Harnleiter oder auch in den Nieren gebildet haben. Sie können die Schleimhaut der Harnwege verletzen oder die Harnwege so blockieren, dass der Urin nicht mehr abfließen kann. Starke Schmerzen treten vor allem dann auf, wenn ein Stein abgeht. Man spricht hier auch von einer Harnleiter- oder Nierenkolik.

Blut im Urin, Probleme beim Wasserlassen und krampfartige Unterleibsschmerzen können zudem auf einen Blasentumor hindeuten. Allerdings treten diese Beschwerden erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf.

Konventionelle Behandlung von Unterleibskrämpfen

Die Behandlung hängt natürlich vor allem von der Ursache ab. Die Dysmenorrhoe, also die schmerzhafte Menstruation, wird zumeist symptomatisch mit Schmerzmitteln behandelt. Außerdem raten viele Frauenärzte zu hormonellen Verhütungsmitteln. Anti-Baby-Pille und Co. verhindern den Eisprung und somit auch die Menstruation. Bei der Blutung in der Einnahmepause handelt es sich nicht um eine Regel-, sondern lediglich um eine Abbruchblutung.

Im Rahmen der konventionellen Behandlung verschreiben Frauenärzte bei Dysmenorrhoe auch hormonelle Verhütungsmittel, die den Eisprung verhindern. (Bild: Antonioguillem/fotolia.com)

Auch die Endometriose wird mit oralen Kontrazeptiva behandelt. Da die Ursache bisher unbekannt ist, ist keine Behandlung der Grunderkrankung möglich. Bei vielen Frauen bessern sich die Beschwerden zumindest vorübergehend nach einer operativen Entfernung der Endometrioseherde. Eine Operation kann ebenfalls bei größeren Zysten nötig sein. Zum einen lassen sich so die Schmerzen behandeln, zum anderen besteht bei größeren Zysten das Risiko einer Ruptur oder einer Stieldrehung.

Verursachen große Myome die Unterleibskrämpfe, kann auch hier ein chirurgischer Eingriff indiziert sein. Falls möglich, werden bösartige Tumore der Eierstöcke oder der Gebärmutter ebenso vom chirurgisch entfernt. Liegt nach der Operation der feingewebliche Befund des entfernten Gewebes vor, erhalten die Patientinnen zudem eine Chemotherapie. Lediglich bei Tumoren, die in einem sehr frühen Stadium erkannt wurden, ist keine Chemotherapie erforderlich.

Sind bakteriell bedingte Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke die Ursache der Krämpfe, werden Antibiotika verschrieben. Zu den allgemeinen Therapiemaßnahmen gehören zudem sexuelle Abstinenz, eine regelmäßige Blasen- und Darmentleerung sowie feuchtwarme Umschläge auf dem Unterleib.

Auch die bakteriell bedingte Prostatitis beim Mann und Harnwegsentzündungen durch Bakterien werden mit antibiotisch wirksamen Medikamenten behandelt. Bei Harnwegsentzündungen ist zudem eine Spülungstherapie mit harntreibenden Teezubereitungen sinnvoll, um die Erreger möglichst schnell aus den Harnwegen zu entfernen.

Unterleibskrämpfe durch Verstopfungen können mit Abführmitteln behandelt werden. Dazu gehören Paraffin oder Glyzerin in Form von Zäpfchen oder Arzneistoffe wie Bitter- und Glaubersalz, die eingenommen werden. Lactulose und Macrogol binden Wasser, weichen den Stuhl auf und können so die Ausscheidung erleichtern.

Werden die Schmerzen durch eine Entzündung des Blinddarms hervorgerufen, besteht dringender Handlungsbedarf. Wenn der entzündete Wurmfortsatz platzt, ergießt sich der Inhalt des Darms samt der darin enthaltenen Bakterien in den Bauchraum. Es droht eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung (Peritonitis). Ein Abwarten mit Bettruhe, absoluter Nahrungskarenz und Antibiose sowie engmaschigen Laborkontrollen ist zwar möglich, dennoch wird den meisten Patienten mit einer Appendizitis der Wurmfortsatz operativ entfernt.

Naturheilkundliche Behandlung von krampfartigen Beschwerden im Unterleib

Auch die Naturheilkunde bietet viele Behandlungsmöglichkeiten für Unterleibskrämpfe, diese können einen Arztbesuch zur Klärung der Ursachen jedoch nicht ersetzen und sollten auch anschließend nur nach ärztlicher Rücksprache Anwendung finden. Dazu gehören zum Beispiel Teezubereitungen, Wickel, Umschläge und Nahrungsergänzungsmittel.

Dysmenorrhoe naturheilkundlich behandeln

Viele Frauen empfinden Wärme bei Schmerzen während der Regelblutung als äußerst angenehm und schmerzlindernd. Wer sich nicht allein auf die Wärmflasche verlassen will, kann auf auch warme Unterleibswickel zurückgreifen. Zur Linderung der Krämpfe während der Menstruation eignen sich zum Beispiel Kartoffel-, Weizenkörner- oder Heublumenwickel. Ebenso kann ein Entspannungsbad mit Schafgarbe, Gänsefingerkraut oder Frauenmantel drei bis vier Tage vor Menstruationsbeginn den krampfartigen Menstruationsschmerzen vorbeugen.

Die Naturheilkunde hält einige Möglichkeiten zur Behandlung von Unterleibskrämpfen bereit, wie zum Beispiel wärmende Entspannungbäder mit Schafgarbe oder Frauenmantel. (Bild: behewa/fotolia.com)

Studien zeigen zudem, dass Vitamin B6 dem prämenstruellen Syndrom und auch Unterleibsschmerzen während der Regelblutung vorbeugen kann. Vor der Menstruation ist also eine Kost aus Geflügel, Rind, Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse oder die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Vitamin B6 anzuraten.

Diese Maßnahmen können auch zur Linderung der Schmerzen bei Endometriose hilfreich sein. Frauen, die unter Endometriose leiden, sollten ferner ihrem Darm mehr Aufmerksamkeit schenken. Neuere Studien sprechen für eine autoimmune Komponente bei der Krankheitsentstehung. Der Darm als wichtiger Teil des Immunsystems sollte hier also in die Behandlung mit einbezogen werden. Eine naturheilkundliche Behandlungsalternative ist eine Darmsanierung mit Probiotika, um die Darmflora zu regenerieren und entzündlichen Prozessen entgegenzuwirken.

Harnwegsinfektionen naturheilkundlich behandeln

Werden die Unterleibskrämpfe durch eine Harnwegsinfektion hervorgerufen, kann eine Teekur mit entwässernden Heilpflanzen hilfreich sein. Zu diesen pflanzlichen Diuretika gehören unter anderem:

  • Brennnessel,
  • Goldrute,
  • Birkenblätter,
  • Schachtelhalm
  • und Wacholder.

Darmsanierung bei Unterleibskrämpfen

Nicht nur bei der Endometriose, sondern auch bei Verdauungsstörungen, die mit Krämpfen einhergehen, kann eine Darmsanierung sinnvoll sein. Der Verdauungstrakt ist von Milliarden von Bakterien besiedelt. Diese sogenannte Darmflora übernimmt viele wichtige Aufgaben. Kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen den „guten“ und den „schlechten“ Bakterien des Darms, liegt eine Dysbiose vor. Um das Mikrobiom des Darms wieder ins Gleichgewicht zu bringen, kommen unter anderem Probiotika zum Einsatz. Auch Präbiotika, die den Darmbakterien als Nahrung dienen, können verwendet werden.

Entkrampfende Heilpflanzen

Zur symptomatischen Behandlung von Unterleibskrämpfen können entkrampfende Heilpflanzen, sogenannte pflanzliche Spasmolytika, zum Einsatz kommen. Die bekanntesten sind:

Zur Linderung der Krämpfe können diese Heilpflanzen als Tee getrunken werden. Ebenso ist es möglich, Pflanzenzubereitungen wie beispielsweise Tinkturen oder Elixiere einzunehmen. Schafgarbe und Co. eignen sich ebenfalls für feuchtwarme Wickel oder entspannende Bäder.

Magnesium bei Krämpfen

Magnesium hilft nicht nur präventiv, sondern kann auch bei akuten Krämpfen eingenommen werden. Ein Magnesiummangel äußert sich häufig in schmerzhaften Muskelkontraktionen. Der Mineralstoff kann einfach als Nahrungsergänzung in Form von Pulver oder Tabletten zugeführt werden. Bei Unterleibskrämpfen kann ferner Magnesiumöl direkt auf den Bauch aufgetragen werden. Ebenso sind Lebensmittel mit einem hohen Magnesiumgehalt empfehlenswert. Dazu gehören neben Nüssen auch Hülsenfrüchte oder Weizenkeime.

Unterleibskrämpfe lindern mit ätherischen Ölen

Je nach Ursache können zur Linderung der krampfartigen Schmerzen ätherische Öle hilfreich sein. Typische krampflösende Öle sind Lavendel, Melisse, Ylang-Ylang, Kamille, Bergamotte und Majoran. Mit diesen Ölen und einem fetten Öl wie beispielsweise Olivenöl oder Mandelöl lässt sich einfach eine krampflindernde Ölmischung herstellen. Empfehlenswert ist eine Konzentration von einem bis drei Prozent. Eine 1-prozentige Verdünnung entspricht 20 Tropfen ätherischem Öl pro 100 Milliliter Basisöl. Diese Ölmischung kann bei Bedarf oder präventiv auf den Unterleib aufgetragen werden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Dipl. Geogr. Fabian Peters
Quellen:
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  • Werner, Monika; von Braunschweig, Ruth: Praxis Aromatherapie: Grundlagen - Steckbriefe - Indikationen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2005
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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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