Nasennebenhöhlenentzündung

Nasenschleimhautentzündung
Fabian Peters

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist oftmals die Folge einer Erkältung, kann jedoch auch durch andere Faktoren, wie beispielsweise anatomische Besonderheiten, bedingt werden. Während erstere Form als akute Erkrankung auftritt und bei entsprechender Versorgung in den meisten Fällen komplikationslos ausheilt, sind Nasennebenhöhlenentzündungen in Folge von anatomischen Besonderheiten häufig mit einem chronischen Krankheitsverlauf verbunden.

Inhaltsverzeichnis:
Definition
Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung
Akute Entzündungen der Nasennebenhöhlen
Chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen
Weitere Ursachen für Nasennebenhöhlenentzündung
Diagnosestellung
Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung
Alternative Behandlungsansätze und Prävention

Definition

Der Begriff Nasennebenhöhlenentzündung umfasst sämtliche entzündlichen Prozesse im Bereich der Kieferhöhlen (Sinus maxillaris; im Oberkieferknochen auf beiden Seiten der Nase gelegen), der Stirnhöhlen (Sinus frontalis; oberhalb der Nase im Stirnbein gelegen), der Siebbeinzellen beziehungsweise dem Siebbein-Labyrinth (Sinus ethmoidalis: kleine Hohlräume im Siebbein zwischen der Nase und innerem Augenwinkel) und der beiden Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidalis; hinter den Siebbeinzellen im Keilbein gelegen). Zu unterscheiden sind akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen. Des weiteren werden die Nasennebenhöhlenentzündungen nach ihrer Lokalisation unterschieden in die Sinusitis ethmoidalis (Siebbeinzellen betroffen), Sinusitis frontalis (Stirnhöhlenentzündung), Sinusitis maxillaris (Entzündung der Kieferhöhlen), Sinusitis sphenoidalis (Entzündung der Keilbeinhöhle) und die Pansinusitis, bei der sämtliche Nasennebenhöhlen entzündet sind.

Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung

Das Beschwerdebild einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung unterscheidet sich trotz vieler Übereinstimmungen im Detail deutlich von den chronischen Verlaufsformen. In den meisten Fällen geht der akuten Sinusitis eine Erkältung beziehungsweise ein Schnupfen voraus. Das gebildete Sekret kann aufgrund anatomischer Besonderheiten, wie beispielsweise einer krummen Nasenscheidewand, oder aufgrund einer Schleimhautschwellung nicht richtig ablaufen und sammelt sich in den Nebenhöhlen. Hiervon sind bei den akuten Verlaufsformen vermehrt die Kieferhöhlen betroffen. In den übrigen Nasennebenhöhlen, zeigen sich die akuten Entzündungen deutlich seltener. Als begleitende Symptome sind häufig die typischen Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Gliederschmerzen und Fieber zu beobachten. Auch klagen viele Betroffene über Kopfschmerzen.

Kennzeichnend für die Nasennebenhöhlenentzündung sind die drückenden Schmerzen im Bereich der entzündeten Nasennebenhöhlen. Die Schmerzen nehmen zu, sobald der Kopf nach vorne gebeugt oder nach unten gehalten wird. Gemäß der Lage der Nasennebenhöhlen kann sich der Schmerz hinter der Stirn, im Kiefer- und Wangenbereich oder hinter den Augen lokalisieren. Gelegentlich sind die Beschwerden auch mit Zahnschmerzen verbunden. Wird der Kopf nach vorne geneigt oder schlagen sich die Patienten leicht mit der flachen Hand auf den Hinterkopf, lässt sich der Schmerz in den entzündeten Nebenhöhlen meist eindeutig lokalisieren. Im Verlauf der Erkrankung können die Schmerzen deutlich zunehmen und für die Betroffenen nahezu unerträglich werden. Allgemeine Beschwerden, wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, kommen hinzu. Auch ein Verlust des Geruchssinns und Sehstörungen gehören unter Umständen zum Krankheitsbild einer akuten Nebenhöhlenentzündung. Mitunter wird die Entzündung als Schwellung im Gesicht erkennbar. Das Nasensekret der Betroffenen erscheint aufgrund des Anteils an Eiter gelb-grünlich.

Als chronische Nasennebenhöhlenentzündung wird die Erkrankung bezeichnet, wenn die Beschwerden zwei Monate oder länger anhalten. Betroffen sind häufiger die Siebbeinzellen und die Kieferhöhlen. Ohne therapeutische Versorgung heilt die chronische Nasennebenhöhlenentzündung nicht endgültig aus und tritt einige Wochen bis Monate nach dem vermeintlichen Abklingen erneut auf. Die hiermit verbunden Schmerzen können für die Betroffenen eine erhebliche Beeinträchtigung im Alltag darstellen, auch wenn die Beschwerden bei einem chronischen Verlauf oftmals weniger intensiv wahrgenommen werden, als bei den akuten Nasennebenhöhlenentzündungen. Hinzu kommt ein anhaltender Geruchsverlust, chronischer Schnupfen (meist wässrig und nicht gelb-grünlich) und ein unterschwelliges Druckgefühl im Bereich der betroffenen Nebenhöhlen. Die Erkrankten nehmen häufig einen dauerhaften Abfluss von Nasensekret im Rachenraum wahr. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist zudem oft mit der Wucherung sogenannter Polypen auf den Schleimhäuten verbunden. Diese haben einen verstärkenden Effekt auf das Krankheitsbild, da sie ihrerseits den Sekretabfluss behindern. Nicht selten geht mit der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung auch eine Erkrankung an Asthma einher.

Im Zuge der Nasennebenhöhlenentzündung droht schlimmstenfalls eine Zerstörung der Knochenwände, welche die Nebenhöhlen umgeben. Das eitrige Sekret kann so zum Beispiel inklusive Bakterien in die Augenhöhle oder gar ins Gehirn gelangen. Massive Schädigungen des Auges und lebensgefährliche Entzündungen im Gehirn beziehungsweise der Hirnhäute sind hier mögliche Folgen.

Akute Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Bei den Ursachen der akuten Nasennebenhöhlenentzündungen sind Erkältungen an erster Stelle zu nennen. Die Nasenschleimhäute und die Schleimhäute der Nebenhöhlen schwellen im Zuge einer Erkältung deutlich an, was zu Blockaden der winzigen Verbindungen zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen führen kann. Der Selbstreinigungsmechanismus der Schleimhäute (Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten transportieren Nasensekret samt Schmutzpartikeln und potentiellen Krankheitserregern Richtung Nasenhöhle) wird auf diese Weise gestört und das gebildete Sekret staut sich in den Nebenhöhlen. Auch werden die betroffenen Nebenhöhlen nicht mehr durchlüftet. Das Milieu bietet Krankheitserregern gute Bedingungen für eine Vermehrung. Viren und Bakterien können hier hervorragend gedeihen und greifen ihrerseits die Schleimhäute an. Da Nasenschleimhautentzündungen (Rhinitis) und und Entzündungen der Nasennebenhöhlen meist gemeinsam auftreten, wird in der Fachwelt häufig der Begriff Rhinosinusitis verwendet.

Bakterielle Infektionen, die eine Nasennebenhöhlenentzündung bedingen können, gehen meist auf Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken zurück. Auch die Chlamydophila pneumoniae-Bakterien aus der Gattung der Chlamydien können Nebenhöhlenentzündungen auslösen. Bei Kindern im Alter unter fünf Jahren ist vor allem eine bakteriellen Infektionen der Nebenhöhlen mit Haemophilus influenzae Typ b gefürchtet. Bakteriell bedingte Entzündungen der Nasennebenhöhlen gehen in der Regel ein wenig schneller vorüber als viral verursachte Erkrankungen und sind häufig nur einseitig zu beobachten.

Die viralen Nebenhöhlenentzündungen werden vermehrt durch Grippeviren (Influenzaviren), Parainfluenzaviren und Rhinoviren verursacht. Aber auch Adenoviren, Coronaviren, Enteroviren und Respiratorische-Synzytial-Viren (RSV) können eine akute Nasennebenhöhlenentzündung bedingen. Die Beschwerden sind hierbei meist beidseitig zu beobachten und halten häufig länger an als bei den bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündungen.

Chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Den chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen liegt meist eine anatomisch bedingte Störung des Sekretabflusses zugrunde. So kann beispielsweise eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) die Belüftung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen und einen Sekretstau in den Nebenhöhlen begünstigen. In den schlecht durchlüfteten Nebenhöhlen breiten sich vermehrt Keime aus und rufen unter Umständen eine Entzündung der Schleimhäute hervor. Die Nebenhöhlenschleimhäute produzieren daraufhin vermehrt Sekret, dass sich schlimmstenfalls anstaut und so das Keimwachstum weiter begünstigt. Die Betroffenen leiden neben der chronischen Nebenhöhlenentzündung häufiger an einer Mittelohrentzündung und entsprechenden Ohrenschmerzen.

Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann auch auf Belüftungsbeeinträchtigungen der Nebenhöhlen und Sekretabfluss-Störungen durch gutartige Wucherungen der Schleimhäute – sogenannte Polypen – zurückgehen. In seltenen Fällen bilden sich zudem Tumore, die eine Verengung der Verbindungen zwischen Nebenhöhlen und Nasenhöhle bedingen. Sind die Beschwerden vermehrt mit Nasenbluten verbunden, ist hier besondere Vorsicht geboten.

Weitere Ursachen für Nasennebenhöhlenentzündung

Nicht selten verursachen allergische Reaktionen eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen. So begünstigt beispielsweise Heuschnupfen auch das Auftreten einer Nasennebenhöhlenentzündung. Nebenhöhlenentzündungen sind zudem eines der typischen Symptome einer Schmerzmittelunverträglichkeit (Intoleranz gegen den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, enthalten zum Beispiel in Aspirin, ASS oder Ibuprofen). Einzelne Arzneimitteln wie beispielsweise der Wirkstoff Raloxifen, der zur Osteoporose-Prävention bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt wird, bringen in ungünstigen Fällen ihrerseits Nasennebenhöhlenentzündungen als Nebenwirkung mit sich. Darüber hinaus geht die Entzündung unter Umständen von den Zähnen beziehungsweise den Zahnwurzeln oder dem Oberkiefer aus. Eine solche Nebenhöhlenentzündung wird als dentogene Sinusitis bezeichnet.

Nasennebenhöhlenentzündungen sind in selten Fällen Folge des sogenannten Churg-Strauss-Syndroms (CSS). Im Zuge der Erkrankung finden entzündliche Prozesse in den kleinen Blutgefäßen statt, die auf eine zu starke Vermehrung der sogenannten eosinophiler Granulozyten zurückgehen. Während die Ursachen der Erkrankung bis heute weitgehend unklar sind, ist die Symptomatik relativ umfassen erforscht. Drei Stadien des CSS werden unterschieden: Der Auftakt mit vermehrtem allergischen Schnupfen und Asthma bronchiale, die anschließende eosinophile Entzündung der Lunge und des Verdauungstrakt sowie das dritte Stadium der Erkrankung, eine systemische Gefäßentzündung (Vaskulitis) der kleinen Blutgefäße. Als typisches Begleitsymptom des CSS gelten Nasennebenhöhlenentzündungen, aber auch Herzprobleme, die mit einem Stechen in der Brust, Herzschmerzen beziehungsweise Brustschmerzen, Herzrasen und Herzstolpern verbunden sein können. Schlimmstenfalls droht ein Herzinfarkt.

Eine weitere eher seltene Ursache für Nasennebenhöhlenentzündungen ist das sogenannte Yellow-nail-Syndrom. Auch hier ist über die Entstehung der Erkrankung nur wenig bekannt. Kennzeichnend ist eine Verdickung der Nägel aufgrund einer Wachstumsstörung. Die Nägel nehmen eine gelbliche Farbe an. Begleitend leiden die Betroffenen häufig unter Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb und sogenannten Lymphödemen (intrazelluläre Flüssigkeitsansammlungen), aber auch wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen.

Diagnosestellung

Im Rahmen der Diagnose bedarf es zunächst einer ausführlichen Anamnese, in deren Rahmen die Patienten über das Beschwerdebild und möglich Vorerkrankungen berichten. Das Abtasten der Nase und des Gesichts kann weitere wichtige Hinweise zur Diagnose der Nasennebenhöhlenentzündung liefern. Anschließend folgt eine erste einfache Untersuchung des Naseninnenraums (Rhinoskopie) mit Hilfe einer Stirnlampe und eines Nasenspekulums, das in die Nase eingeführt und vorsichtig gespreizt wird, um einen Blick in das Naseninnere zu ermöglichen. Schwellungen der Nasenschleimhaut, aber auch anatomische Besonderheiten, wie eine Krümmung der Nasenscheidewand, lassen sich auf diese Weise relativ leicht erkennen.

Um tiefer in der Nasenhöhle gelegene Erkrankungen festzustellen, bietet sich die Nasenendoskopie an. Über das eingeführte Endoskop kann nicht nur eine Blick in die hintere Nasenhöhle geworfen werden, sondern es lassen sich auch Gewebeproben entnehmen (Biopsie), die zur Sicherung der Diagnose beitragen. Zudem sind im Rahmen der Nasenendoskopie minimalinvasive Eingriffe möglich, bei denen beispielsweise Polypen entfernt werden. Blutuntersuchungen liefern weitere wichtige Anhaltspunkte zur Ermittlung möglicher Ursachen der Nasennebenhöhlenentzündung. Sie können Rückschlüsse auf die Auslöser vorliegender Entzündungen und möglicherweise bestehende seltene Erkrankungen wie das Churg-Strauss-Syndroms ermöglichen.

Um eine eindeutige Diagnose der Nasennebenhöhlenentzündung zu stellen, sind bildgebende Verfahren wie Sonographie (Ultraschalluntersuchung), Röntgen-Untersuchungen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich, wobei die Computertomografie heute zur Feststellung einer Nebenhöhlenentzündung das Mittel der Wahl ist. Wird eine Allergie als Auslöser vermutet, kann ein Nasaler Provokationstest angebracht sein. Zunächst erfolgte eine Messung des Atemwiderstandes der Nasenatmung (Rhinomanometrie) im Normalzustand. Anschließend wird die Nase mit einer Lösung verdünnter Allergene eingesprüht und nach einem gewissen Zeitraum erneut eine Messung des Atemwiderstandes durchgeführt. Nimmt dieser deutlich zu, so ist dies eine Hinweis auf eine mögliche Allergie.

Ein durch die Nasennebenhöhlenentzündung bedingter Verlust des Geruchssinns lässt sich mit Hilfe einer sogenannten Riechprüfung feststellen. Als objektives Verfahren steht hier die Messung der Olfaktorisch evozierten Potenziale zur Verfügung. Diese Methode wird nicht zuletzt aufgrund des enormen Aufwandes in der Praxis jedoch nur selten angewandt. Stattdessen erfolgt in der Regel eine subjektive Riechprüfung, bei der die Betroffenen bestimmte markante Geruchsstoffe erkennen sollen. Sogenannte Riechstifte mit unterschiedlichen Gerüchen, wie beispielsweise Kaffeegeruch, Vanillegeruch oder Mentholgeruch, werden den Patienten vor die Nase gehalten. Schwierigkeiten beim identifizieren der Geruchsstoffe weisen auf eine Beeinträchtigung des Geruchssinns hin.

Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung

Die Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung ist nach den Auslösern der Beschwerden auszurichten und kann dementsprechend deutlich variieren. Sind beispielsweise bei einer bakteriellen Infektion Antibiotika hilfreich, haben diese bei viralen Nasennebenhöhlenentzündungen kaum Wirkung. Bei akuten Entzündungen der Nebenhöhlen wird zunächst versucht die Schwellung der Schleimhäute zu beheben, um wieder einen normalen Sekretabfluss und eine angemessene Belüftung der Nebenhöhlen zu ermöglichen. Hier sind abschwellend wirkende Nasensprays ein häufig angewandtes Verfahren. Bei allergischen Erkrankungen kommen Nasensprays auf Basis von Antihistaminika und Glukokortikoiden zum Einsatz. Generell ist bei den Nasenspray jedoch Vorsicht geboten, da die Nasenschleimhäute durch sie nachhaltig geschädigt werden können und sich bei längerer Anwendung eine Art Abhängigkeit entwickelt. Durch eine sogenannte Hyposensibilisierung (früher Desensibilisierung) lässt sich die allergische Reaktion unter Umständen auch vollständig beheben. Die Betroffenen werden hierbei regelmäßig geringen Dosen der Allergene ausgesetzt, um einen Gewöhnungseffekt zu erreichen und die Überreaktion des Immunsystems zu vermeiden.

Inhalieren bei Husten ein sehr altes und bewährtes Hausmittel. Am Besten mit Meersalz und Kamille.
Inhalieren lindert die Beschwerden bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Oft wird im Rahmen der Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung versucht, das Nasensekret zu verflüssigen, um dessen Abfluss zu erleichtern. Unterschiedliche Verfahren und Arzneien sollen den Schleim lösen. Hier sind zum Beispiel Inhalationen, Nasenduschen, Infrarot-Behandlungen und zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe im Einsatz. Bis heute bleibt eine Operation jedoch nicht selten der einzige Weg, um die Nasennebenhöhlenentzündung dauerhaft zu besiegen. Dies gilt insbesondere für anatomisch bedingte Nasennebenhöhlenentzündungen. Ein Richten der Nasenscheidewand und die Entfernung der Polypen zählen zu den relativ häufig durchgeführten Eingriffen, sind jedoch mit entsprechenden Operationsrisiken verbunden. Auch bei bösartigen Tumoren wird oftmals ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Sind Krebserkrankungen die Ursache der Nasennebenhöhlenbeschwerden, kommen neben den Operationen unter Umständen die klassischen Instrumente der Krebstherapie – Strahlen- und/oder Chemotherapie – zum Tragen. Im Zuge der Behandlung eines Churg-Strauss-Syndroms werden in seltenen Fällen ebenfalls Chemotherapeutika angewandt.

Klagen die Patienten aufgrund der Nasennebenhöhlenentzündung über starke Schmerzen, können begleitend zu den unterschiedlichen Therapien schmerzlindernde Präparate verabreicht werden.

Alternative Behandlungsansätze und Prävention

Die Naturheilkunde bietet zahlreiche Ansätze zur Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündungen. Diese reichen von Aromatherapien, über Urtinkturen aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde, Schüssler Salze und Homöopathie, bis hin zu Akupunktur und manuellen Behandlungsmethoden wie dem Rolfing oder der Osteopathie.

Die positive Wirkung einzelner Pflanzeninhaltsstoffe macht sich zum Beispiel das sogenannte Myrtol zu Nutze. Das Mittel wird aus Eukalyptusöl, Myrtenöl, Süßorangenöl und Zitronenöl hergestellt. Die hohe Konzentration der ätherischen Öle (Limonen, Cineol und Pinen) hat bei Einnahme eine schleimlösend Wirkung und verspricht Linderung bei akuten Nasennebenhöhlenentzündungen. Auch andere ätherische Öle zeigen hier eine durchaus positive Wirkung. Mixturen auf Basis von Enzianwurzel, Eisenkraut, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten, aber auch die Inhaltsstoffe der Kamillenblüte und des Meerrettichs sind ebenfalls als pflanzenheilkundliche Wirkstoffe gegen die Nebenhöhlenentzündung zu nennen Auch Kräutertee beispielsweise auf Basis von Kamille, Thymian, Salbei oder Spitzwegerich wird eine lindernde Wirkung bei Nebenhöhlenentzündungen zugeschrieben.

Nasenspülungen mit Kochsalzlösung gelten insbesondere bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen als gut geeignete Begleittherapie. Weniger eindeutig sind die positiven Effekte der Orthomolekular-Therapie (Hochdosierte Einnahmen von Vitaminen und Mineralstoffen), die ebenfalls unter Umständen bei Nebenhöhlenentzündung angewandt wird. Auch Kneipp-Kuren (siehe Hydrotherapie) kommen zur naturheilkundlichen Therapie der Sinusitis in Betracht. Von den Schüssler Salzen werden zum Beispiel Kalium chloratum (Schüssler Salz Nr. 4), Silicea (Nr. 11) und Kalium sulfuricum (Nr. 6) zur Behandlung der Nebenhöhlenentzündung eingesetzt. Wie bei den meisten entzündlichen Erkrankungen, wird auch bei einer Sinusitis ein Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt beziehungsweise einer möglicherweise bestehenden Übersäuerung vermutet, weshalb eine entsprechende Regulierung häufig Bestandteil der naturheilkundlichen Behandlung ist.

Im Sinne der Prävention einer Nasennebenhöhlenentzündung sind zunächst alle Maßnahmen empfehlenswert die allgemein das Immunsystem stärken. Auf Tabakkonsum ist möglichst zu verzichten, da der Rauch die Schleimhäute angreift. Im Winter sollte der Kopf möglichst warm gehalten werden und in den beheizten Innenräumen ist für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Bei bereits vorhandenem Erkältungsschnupfen ist richtiges Naseputzen besonders wichtig. Betroffene sollten darauf achten, nicht zu viel Druck auszuüben, da ansonsten vermehrt Sekret in die Nebenhöhlen gepresst wird. Idealerweise wird nur ein Nasenloch bei geringen Druck geschnäuzt, während das andere mit dem Finger verschlossen bleibt. Anschließen wird die Prozedur bei dem anderen Nasenloch wiederholt. Inhalationen mit Zusatz ätherischer Öle können zudem die Nase befreien und den Sekretabfuss erleichtern. Begleitend wird den Betroffenen empfohlen, viel Kräutertee oder Wasser (mindestens zwei Liter am Tag) zu trinken. (fp)

Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de