Nasennebenhöhlenentzündung – Symptome, Ursachen und wirksame Hausmittel

Fabian Peters

Entzündung der Nasennebenhöhlen – Sinusitis

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist oftmals die Folge einer Erkältung, kann jedoch auch durch andere Faktoren, wie beispielsweise anatomische Besonderheiten, bedingt werden. Die erste Form tritt als akute Erkrankung auf und heilt bei entsprechender Versorgung in den meisten Fällen komplikationslos aus. Nasennebenhöhlenentzündungen in Folge von anatomischen Besonderheiten sind häufig mit einem chronischen Krankheitsverlauf verbunden.

Definition

Der Begriff Nasennebenhöhlenentzündung umfasst sämtliche entzündlichen Prozesse im Bereich der Kieferhöhlen (Sinus maxillaris; im Oberkieferknochen auf beiden Seiten der Nase gelegen), der Stirnhöhlen (Sinus frontalis; oberhalb der Nase im Stirnbein gelegen), der Siebbeinzellen beziehungsweise dem Siebbein-Labyrinth (Sinus ethmoidalis: kleine Hohlräume im Siebbein zwischen der Nase und innerem Augenwinkel) und der beiden Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidalis; hinter den Siebbeinzellen im Keilbein gelegen).

Es wird zwischen vier verschiedenen Nasennebenhöhlen unterschieden, die offen mit dem mittleren Nasengang verbunden sind. (Bild: Peter Hermes Furian/fotolia.com)

Zu unterscheiden sind akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen. Des weiteren werden die Nasennebenhöhlenentzündungen nach ihrer Lokalisation unterschieden in die Sinusitis ethmoidalis (Siebbeinzellen betroffen), Sinusitis frontalis (Stirnhöhlenentzündung), Sinusitis maxillaris (Entzündung der Kieferhöhlen), Sinusitis sphenoidalis (Entzündung der Keilbeinhöhle) und die Pansinusitis, bei der sämtliche Nasennebenhöhlen entzündet sind.

Symptome einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung

Das Beschwerdebild einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung unterscheidet sich trotz vieler Übereinstimmungen im Detail deutlich von den chronischen Verlaufsformen. In den meisten Fällen geht der akuten Sinusitis eine Erkältung beziehungsweise ein Schnupfen voraus. Das gebildete Sekret kann aufgrund anatomischer Besonderheiten, wie beispielsweise einer krummen Nasenscheidewand, oder aufgrund einer Schleimhautschwellung nicht richtig ablaufen und sammelt sich in den Nebenhöhlen. Hiervon sind bei den akuten Verlaufsformen vermehrt die Kieferhöhlen betroffen. In den übrigen Nasennebenhöhlen, zeigen sich die akuten Entzündungen deutlich seltener.

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Als begleitende Symptome sind häufig die typischen Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Gliederschmerzen und Fieber zu beobachten. Auch klagen viele Betroffene über Kopfschmerzen.

Kennzeichnend für die Nasennebenhöhlenentzündung sind die drückenden Schmerzen im Bereich der entzündeten Nasennebenhöhlen. Die Schmerzen nehmen zu, sobald der Kopf nach vorne gebeugt oder nach unten gehalten wird. Gemäß der Lage der Nasennebenhöhlen kann sich der Schmerz hinter der Stirn, im Kiefer- und Wangenbereich oder hinter den Augen lokalisieren. Gelegentlich sind die Beschwerden auch mit Zahnschmerzen verbunden.

Typisch für eine Sinusitis sind drückende Schmerzen im Bereich der betroffenen Nasennebenhöhlen. (Bild: kleberpicui/fotolia.com)

Wird der Kopf nach vorne geneigt oder schlagen sich die Patienten leicht mit der flachen Hand auf den Hinterkopf, lässt sich der Schmerz in den entzündeten Nebenhöhlen meist eindeutig lokalisieren. Im Verlauf der Erkrankung können die Schmerzen deutlich zunehmen und für die Betroffenen nahezu unerträglich werden. Allgemeine Beschwerden, wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit, kommen hinzu. Ein Verlust des Geruchssinns und Sehstörungen gehören unter Umständen zum Krankheitsbild einer akuten Nebenhöhlenentzündung. Mitunter wird die Entzündung als Schwellung im Gesicht erkennbar. Das Nasensekret der Betroffenen erscheint aufgrund des Anteils an Eiter gelb-grünlich.

Beschwerden bei chronischer Sinusitis

Als chronische Nasennebenhöhlenentzündung wird die Erkrankung bezeichnet, wenn die Beschwerden zwei Monate oder länger anhalten. Betroffen sind häufiger die Siebbeinzellen und die Kieferhöhlen. Ohne therapeutische Versorgung heilt die chronische Nasennebenhöhlenentzündung nicht endgültig aus und tritt einige Wochen bis Monate nach dem vermeintlichen Abklingen erneut auf.

Die hiermit verbunden Schmerzen können für die Betroffenen eine erhebliche Beeinträchtigung im Alltag darstellen, auch wenn die Beschwerden bei einem chronischen Verlauf oftmals weniger intensiv wahrgenommen werden, als bei den akuten Nasennebenhöhlenentzündungen. Hinzu kommt ein anhaltender Geruchsverlust, chronischer Schnupfen (meist wässrig und nicht gelb-grünlich) und ein unterschwelliges Druckgefühl im Bereich der betroffenen Nebenhöhlen.

Die Erkrankten nehmen häufig einen dauerhaften Abfluss von Nasensekret im Rachenraum wahr. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist oft mit der Wucherung sogenannter Polypen auf den Schleimhäuten verbunden. Diese haben einen verstärkenden Effekt auf das Krankheitsbild, da sie ihrerseits den Sekretabfluss behindern. Nicht selten geht mit der chronischen Form der Sinusitis auch eine Erkrankung an Asthma einher.

Im Zuge der Entzündung droht schlimmstenfalls eine Zerstörung der Knochenwände, welche die Nebenhöhlen umgeben. Das eitrige Sekret kann so zum Beispiel inklusive Bakterien in die Augenhöhle oder gar ins Gehirn gelangen. Massive Schädigungen des Auges und lebensgefährliche Entzündungen im Gehirn beziehungsweise der Hirnhäute sind hier mögliche Folgen.

Die Entzündung der Nebenhöhlen entsteht oft infolge eines grippalen Infekts. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Ursache von akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen

Bei den Ursachen der akuten Entzündung der Nebenhöhlen sind Erkältungen an erster Stelle zu nennen. Die Nasenschleimhäute und die Schleimhäute der Nebenhöhlen schwellen im Zuge einer Erkältung deutlich an, was zu Blockaden der winzigen Verbindungen zwischen Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen führen kann. Der Selbstreinigungsmechanismus der Schleimhäute (Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten transportieren Nasensekret samt Schmutzpartikeln und potentiellen Krankheitserregern Richtung Nasenhöhle) wird auf diese Weise gestört und das gebildete Sekret staut sich in den Nebenhöhlen.

Zugleich werden die betroffenen Nebenhöhlen nicht mehr durchlüftet. Das Milieu bietet Krankheitserregern gute Bedingungen für eine Vermehrung. Viren und Bakterien können hier hervorragend gedeihen und greifen ihrerseits die Schleimhäute an. Da Nasenschleimhautentzündungen (Rhinitis) und Entzündungen der Nasennebenhöhlen meist gemeinsam auftreten, wird in der Fachwelt häufig der Begriff „Rhinosinusitis“ verwendet.

Bakterielle Infektionen, die eine Sinusitis bedingen können, gehen meist auf Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken zurück. Auch die Chlamydophila pneumoniae-Bakterien aus der Gattung der Chlamydien können die Erkrankung auslösen. Bei Kindern im Alter unter fünf Jahren ist vor allem eine bakterielle Infektion der Nebenhöhlen mit Haemophilus influenzae Typ b gefürchtet. Bakteriell bedingte Entzündungen der Nasennebenhöhlen gehen in der Regel ein wenig schneller vorüber als viral verursachte Erkrankungen und sind häufig nur einseitig zu beobachten.

Die viralen Nebenhöhlenentzündungen werden vermehrt durch Grippeviren (Influenzaviren), Parainfluenzaviren und Rhinoviren verursacht. Weiterhin können Adenoviren, Coronaviren, Enteroviren und Respiratorische-Synzytial-Viren (RSV) eine akute Sinusitis bedingen. Die Beschwerden sind hierbei meist beidseitig zu beobachten und halten häufig länger an als bei den bakteriellen Infektionen.

Ursachen von chronischen Nebenhöhlenentzündungen der

Den chronischen Verlaufsformen liegt meist eine anatomisch bedingte Störung des Sekretabflusses zugrunde. So kann beispielsweise eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) die Belüftung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen und einen Sekretstau begünstigen. In den schlecht durchlüfteten Nebenhöhlen breiten sich vermehrt Keime aus und rufen unter Umständen eine Entzündung der Schleimhäute hervor. Die Nebenhöhlenschleimhäute produzieren daraufhin vermehrt Sekret, dass sich schlimmstenfalls anstaut und so das Keimwachstum weiter begünstigt.

Verläuft die Nebenhöhlenentzündung chronisch, leiden Betroffene häufig auch unter Ohrenschmerzen. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Die Betroffenen leiden neben der chronischen Sinusitis häufiger an einer Mittelohrentzündung und entsprechenden Ohrenschmerzen.

Eine weitere Ursache können Belüftungsbeeinträchtigungen der Nebenhöhlen und Sekretabfluss-Störungen durch gutartige Wucherungen der Schleimhäute – sogenannte Polypen – sein. In seltenen Fällen bilden sich Tumore, die eine Verengung der Verbindungen zwischen Nebenhöhlen und Nasenhöhle bedingen. Sind die Beschwerden vermehrt mit Nasenbluten verbunden, ist hier besondere Vorsicht geboten.

Weitere Ursachen für Nasennebenhöhlenentzündung

Nicht selten verursachen allergische Reaktionen eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Nebenhöhlen. So begünstigt beispielsweise Heuschnupfen das Auftreten einer Sinusitis.

Nebenhöhlenentzündungen sind eines der typischen Symptome einer Schmerzmittelunverträglichkeit (Intoleranz gegen den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, enthalten zum Beispiel in Aspirin, ASS oder Ibuprofen). Einzelne Arzneimittel wie beispielsweise der Wirkstoff Raloxifen, der zur Osteoporose-Prävention bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt wird, bringen in ungünstigen Fällen ihrerseits Nasennebenhöhlenentzündungen als Nebenwirkung mit sich. Darüber hinaus geht die Entzündung unter Umständen von den Zähnen beziehungsweise den Zahnwurzeln oder dem Oberkiefer aus. Diese Variante wird als „dentogene Sinusitis“ bezeichnet.

Sinusitis durch Churg-Strauss-Syndrom

In seltenen Fällen sind Entzündungen der Nebenhöhlen Folge des sogenannten Churg-Strauss-Syndroms (CSS). Im Zuge der Erkrankung finden entzündliche Prozesse in den kleinen Blutgefäßen statt, die auf eine zu starke Vermehrung der sogenannten eosinophilen Granulozyten zurückgehen. Während die Ursachen des Syndroms bis heute weitgehend unklar sind, ist die Symptomatik relativ umfassend erforscht.

In seltenen Fällen kann das sogenannte Churg-Strauss-Syndrom die Ursache der Beschwerden sein. Häufige Begleiterscheinungen der Erkrankung sind neben einer Sinusitis unter anderem Herzschmerzen und Stechen in der Brust. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Drei Stadien des CSS werden unterschieden: Der Auftakt mit vermehrtem allergischem Schnupfen und Asthma bronchiale, die anschließende eosinophile Entzündung der Lunge und des Verdauungstrakt sowie das dritte Stadium der Erkrankung, eine systemische Gefäßentzündung (Vaskulitis) der kleinen Blutgefäße. Nebenhöhlenentzündungen gelten als typisches Begleitsymptom des CSS. Weiterhin treten häufig Herzprobleme auf, die mit einem Stechen in der Brust, Herzschmerzen beziehungsweise Brustschmerzen, Herzrasen und Herzstolpern verbunden sein können. Schlimmstenfalls droht ein Herzinfarkt.

Ursache Yellow-nail-Syndrom

Eine weitere eher seltene Ursache ist das sogenannte Yellow-nail-Syndrom (YNS). Auch hier ist über die Entstehung der Erkrankung nur wenig bekannt. Kennzeichnend sind verdickte Zehennägel und Fingernägel aufgrund einer Wachstumsstörung. Die Nägel nehmen eine gelbliche Farbe an. Begleitend leiden die Betroffenen häufig unter Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb und sogenannten Lymphödemen (intrazelluläre Flüssigkeitsansammlungen), aber auch an wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen.

Diagnosestellung

Im Rahmen der Diagnose bedarf es zunächst einer ausführlichen Anamnese, bei welcher die Patienten über das Beschwerdebild und möglich Vorerkrankungen berichten. Das Abtasten der Nase und des Gesichts kann weitere wichtige Hinweise zur Diagnose der Sinusitis liefern. Anschließend folgt eine erste einfache Untersuchung des Naseninnenraums (Rhinoskopie) mit Hilfe einer Stirnlampe und eines Nasenspekulums, das in die Nase eingeführt und vorsichtig gespreizt wird, um einen Blick in das Naseninnere zu ermöglichen. Schwellungen der Nasenschleimhaut, aber auch anatomische Besonderheiten, wie eine Krümmung der Nasenscheidewand, lassen sich auf diese Weise relativ leicht erkennen.

Um tiefer in der Nasenhöhle gelegene Erkrankungen festzustellen, bietet sich die Nasenendoskopie an. Über das eingeführte Endoskop kann nicht nur eine Blick in die hintere Nasenhöhle geworfen werden, sondern es lassen sich auch Gewebeproben entnehmen (Biopsie), die zur Sicherung der Diagnose beitragen. Im Rahmen der Nasenendoskopie sind minimalinvasive Eingriffe möglich, bei denen beispielsweise Polypen entfernt werden.

Blutuntersuchungen liefern weitere wichtige Anhaltspunkte zur Ermittlung möglicher Ursachen der Nebenhöhlenentzündung. Sie können Rückschlüsse auf die Auslöser vorliegender Entzündungen und möglicherweise bestehende seltene Erkrankungen wie das Churg-Strauss-Syndrom ermöglichen.

Um eine eindeutige Diagnose zu stellen, sind bildgebende Verfahren wie Sonographie (Ultraschalluntersuchung), Röntgen-Untersuchungen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich, wobei die Computertomografie heute zur Feststellung einer Nebenhöhlenentzündung das Mittel der Wahl ist.

Wird eine Allergie als Auslöser vermutet, kann ein nasaler Provokationstest angebracht sein. Bei diesem erfolgt zunächst eine Messung des Atemwiderstandes der Nasenatmung (Rhinomanometrie) im Normalzustand. Anschließend wird die Nase mit einer Lösung verdünnter Allergene eingesprüht und nach einem gewissen Zeitraum erneut eine Messung des Atemwiderstandes durchgeführt. Nimmt dieser deutlich zu, ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Allergie.

Ein durch die Nasennebenhöhlenentzündung bedingter Verlust des Geruchssinns lässt sich mit Hilfe einer sogenannten Riechprüfung feststellen. Als objektives Verfahren steht hier die Messung der olfaktorisch evozierten Potenziale zur Verfügung. Diese Methode wird nicht zuletzt aufgrund des enormen Aufwandes in der Praxis jedoch nur selten angewandt. Stattdessen erfolgt in der Regel eine subjektive Riechprüfung, bei der die Betroffenen bestimmte markante Geruchsstoffe erkennen sollen. Sogenannte Riechstifte mit unterschiedlichen Gerüchen, wie beispielsweise Kaffeegeruch, Vanillegeruch oder Mentholgeruch, werden den Patienten vor die Nase gehalten. Schwierigkeiten beim identifizieren der Geruchsstoffe weisen auf eine Beeinträchtigung des Geruchssinns hin.

Bei der konventionellen Behandlung wird meist abschwellendes Nasenspray eingesetzt. (Bild: arborpulchra/fotolia.com)

Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung

Die Behandlung ist nach den Auslösern der Beschwerden auszurichten und kann dementsprechend deutlich variieren. Sind beispielsweise bei einer bakteriellen Infektion Antibiotika hilfreich, haben diese bei viralen Nasennebenhöhlenentzündungen kaum Wirkung. Bei akuten Entzündungen der Nebenhöhlen wird zunächst versucht die Schwellung der Schleimhäute zu beheben, um wieder einen normalen Sekretabfluss und eine angemessene Belüftung der Nebenhöhlen zu ermöglichen. Hier sind abschwellend wirkende Nasensprays ein häufig angewandtes Verfahren.

Im Falle von allergischen Erkrankungen kommen Nasensprays auf Basis von Antihistaminika und Glukokortikoiden zum Einsatz. Generell ist bei den Nasenspray jedoch Vorsicht geboten, da die Nasenschleimhäute durch sie nachhaltig geschädigt werden können und sich bei längerer Anwendung eine Art Abhängigkeit entwickelt. Durch eine sogenannte Hyposensibilisierung (früher Desensibilisierung) lässt sich die allergische Reaktion unter Umständen vollständig beheben. Die Betroffenen werden hierbei regelmäßig geringen Dosen der Allergene ausgesetzt, um einen Gewöhnungseffekt zu erreichen und die Überreaktion des Immunsystems zu vermeiden.

Oft wird im Rahmen der Behandlung einer Sinusitis versucht, das Nasensekret zu verflüssigen, um dessen Abfluss zu erleichtern. Unterschiedliche Verfahren und Arzneien sollen den Schleim lösen. Hier kommen zum Beispiel Inhalationen, Nasenduschen, Infrarot-Behandlungen und zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe im Einsatz.

Die Nasendusche dient zur Reinigung der Nase und Nasenschleimhäute und kann daher gut zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Bis heute bleibt jedoch nicht selten eine Operation der einzige Weg, um die Nasennebenhöhlenentzündung dauerhaft zu besiegen. Dies gilt insbesondere für anatomisch bedingte Entzündungen. Ein Richten der Nasenscheidewand und die Entfernung der Polypen zählen zu den relativ häufig durchgeführten Eingriffen, sind jedoch mit entsprechenden Operationsrisiken verbunden.

Auch bei bösartigen Tumoren wird oftmals ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Sind Krebserkrankungen die Ursache der Nasennebenhöhlenbeschwerden, kommen neben den Operationen unter Umständen die klassischen Instrumente der Krebstherapie – Strahlen- und/oder Chemotherapie – zum Tragen. Im Zuge der Behandlung eines Churg-Strauss-Syndroms werden in seltenen Fällen ebenfalls Chemotherapeutika angewandt.

Klagen die Patienten aufgrund der Nasennebenhöhlenentzündung über starke Schmerzen, können begleitend zu den unterschiedlichen Therapien schmerzlindernde Präparate verabreicht werden.

Naturheilkunde bei Entzündung der Nebenhöhlen

Die Alternativmedizin bietet zahlreiche Ansätze, um eine Nebenhöhlenentzündung natürlich zu behandeln. Diese reichen von der Aromatherapie, über Urtinkturen aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde, Schüssler Salze und Homöopathie, bis hin zu Akupunktur und manuellen Behandlungsmethoden wie dem Rolfing oder der Osteopathie.

Nasenspülungen mit Kochsalzlösung gelten insbesondere bei einer chronischen Sinusitis als gut geeignete Begleittherapie. Weniger eindeutig sind die positiven Effekte der Orthomolekular-Therapie (Hochdosierte Einnahmen von Vitaminen und Mineralstoffen), die ebenfalls unter Umständen bei Nebenhöhlenentzündung angewandt wird.

Inhalieren bei Husten ein sehr altes und bewährtes Hausmittel. Am Besten mit Meersalz und Kamille.
Inhalieren lindert die Beschwerden bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen. (Bild: Martin Christ/fotolia.com)

Hilfreich und wohltuend bei einer Entzündung der Nebenhöhlen sind Kneippsche Anwendungen aus dem Bereich der Hydrotherapie. Experten empfehlen hier vor allem das Inhalieren, denn bei diesem werden die positiven Effekte von Heilkräutern oder ätherischen Ölen mit der lindernden Wirkung von Wärmereizen kombiniert. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel ein Dampfbad mit Kamille, denn diese wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.

Kamillendampfbad gegen Nebenhöhlenentzündung

  1. Bringen Sie 2 bis 3 Liter Wasser zum Kochen
  2. Geben Sie eine Handvoll getrocknete Kamillenblüten oder 4 Beutel Kamillentee in eine hitzebeständige Schüssel
  3. Gießen Sie das kochende Wasser darüber
  4. Halten Sie Ihr Gesicht mit etwas Abstand über die Schüssel und legen Sie ein Handtuch über Kopf und Schüssel, damit der Wasserdampf nicht an den Seiten entweichen kann
  5. Atmen Sie für etwa 10 Minuten die Dämpfe bei geschlossenen Augen tief ein
  6. Anschließend waschen Sie das Gesicht mit lauwarmem Wasser ab und cremen es sorgfältig ein

In der Mineralstofftherapie mit Schüßler-Salzen werden zum Beispiel Kalium chloratum (Schüssler Salz Nr. 4), Silicea (Nr. 11) und Kalium sulfuricum (Nr. 6) zur Behandlung eingesetzt. Wie bei den meisten entzündlichen Erkrankungen, wird auch bei einer Sinusitis ein Zusammenhang mit dem Säure-Basen-Haushalt beziehungsweise einer möglicherweise bestehenden Übersäuerung vermutet. Eine entsprechende Regulierung über die Umstellung der Ernährung oder eine Darmsanierung ist daher häufig Bestandteil der naturheilkundlichen Behandlung.

Natürliche Behandlung mit Heilpflanzen und Aromatherapie

Die positive Wirkung einzelner Pflanzeninhaltsstoffe macht sich zum Beispiel das sogenannte Myrtol zu Nutze. Das Mittel wird aus Eukalyptusöl, Myrtenöl, Süßorangenöl und Zitronenöl hergestellt. Die hohe Konzentration der ätherischen Öle (Limonen, Cineol und Pinen) hat bei Einnahme eine schleimlösende Wirkung und verspricht Linderung bei akuten Nasennebenhöhlenentzündungen.

Andere ätherische Öle zeigen ebenfalls eine positive Wirkung. Hierzu zählen Mixturen auf Basis von Enzianwurzel, Eisenkraut, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten. Weiterhin sind die Inhaltsstoffe der Kamillenblüte und des Meerrettichs als pflanzenheilkundliche Wirkstoffe gegen die Entzündung der Nebenhöhlen zu nennen. Das Trinken von Kräutertee (z.B. auf Basis von Kamille, Thymian, Salbei oder Spitzwegerich) lindert die Beschwerden und gilt als bewährtes Hausmittel bei Erkältung und Sinusitis.

Viel frische Luft, Bewegung, gesunde Ernährung und genug Schlaf stärken das Immunsystem und helfen dadurch, einer Nebenhöhlenentzündung vorzubeugen. (Bild: Aliaksandr Barouski/fotolia.com)

Vorbeugung einer Nebenhöhlenentzündung

Im Sinne der Prävention sind zunächst alle Maßnahmen empfehlenswert die allgemein das Immunsystem stärken. Hierzu zählen vor allem eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, viel frisch Luft und die Reduzierung von negativem Stress. Um zur Ruhe zu kommen und Anspannungen zu lösen, eignen sich verschiedene Entspannungsübungen und Techniken zum Stressabbau wie z.B. Yoga oder autogenes Training.

Auf Tabakkonsum ist möglichst zu verzichten, da der Rauch die Schleimhäute angreift. Im Winter sollte der Kopf möglichst warm gehalten und in beheizten Innenräumen für ausreichend Luftfeuchtigkeit gesorgt werden.

Bei bereits vorhandenem Erkältungsschnupfen ist richtiges Naseputzen besonders wichtig. Betroffene sollten darauf achten, nicht zu viel Druck auszuüben, da ansonsten vermehrt Sekret in die Nebenhöhlen gepresst wird. Idealerweise wird nur ein Nasenloch bei geringen Druck geschnäuzt, während das andere mit dem Finger verschlossen bleibt. Anschließen wird die Prozedur bei dem anderen Nasenloch wiederholt.

Ein bewährtes Hausmittel gegen Schnupfen sind Inhalationen mit Zusatz ätherischer Öle, um die Nase zu befreien und den Abfluss des Sekrets zu erleichtern. Begleitend wird den Betroffenen empfohlen, viel Kräutertee oder Wasser (mindestens zwei Liter am Tag) zu trinken. (fp, nr; zuletzt aktualisiert am 9.2.2017)