Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündung- häufig ein mechanisches Problem: Gerade in den kälteren Tagen haben viele Menschen in Deutschland mit hartnäckigen und oftmals antibiotikaresistenten Infekten der Nasennebenhöhlen zu kämpfen

Manuelle Methoden wie Osteopathie, Rolfing, FDM oder Manuelle Therapie werden meist nur mit der Behandlung des Bewegungsapparates in Verbindung gebracht. Dass diese Behandlungsmethoden und Modelle aber auch bei hartnäckigen Beschwerden der Nasennebenhöhlen zum Einsatz kommen können, ist immer noch nur Wenigen bekannt.

Mechanische Einflußstauung
Die Chronizität und das mangelnde Anschlagen der Antibiotika erklärt sich oftmals aus einer mechanischen Funktionsstörung. Der Abfluß des Sekretes aus den Nasennebenhöhlen ist gestört. Die Betroffenen klagen über Kopfdruck, zum Teil über Gesichtsschmerzen, sie fühlen sich häufig insgesamt krank und haben oft Ausfluss aus der Nase. Meist handelt es sich um die paarigen Kieferhöhlen, die sich in etwa unterhalb der Augen befinden. Danach machen die Stirnhöhlen (etwa zwischen und oberhalb der Augen), die auch paarig angelegt sind und die Siebbeinzellen, die von aussen nicht sichtbar sind, Probleme.
In einer mechanischen Diagnose und Behandlung, wie in der Osteopathie, findet man häufig bei den Betroffenen, dass sie eine hohe Spannung in der Region des Kopfwendemuskels (M. Sternocleidomastoideus) haben. Hinter ihm liegen wichtige Lymphknoten und -bahnen, die das Gesicht und somit auch die Nasennebenhöhlen entsorgen.

Diese Abflusswege verschwinden dann hinter dem Schlüsselbein. Und hier kann es auch zu einer Stauung kommen. Wenn die Betroffenen eine hohe Spannung, z.B. durch tägliche Arbeit am Computer, in den vorderen Geweben haben, dann kann es zu einem Problem an dieser Stelle führen. Hinzu gesellt sich meist, dass der hier auch liegende kleine Brustmuskel (M. Pectoralis minor) verspannt ist. Er ist ein Einatemmuskel und seine Spannung bedeutet meist gleichzeitig, dass die Betroffenen flach und nicht richtig ausatmen. Dadurch fehlt dem Körper ein wichtiger Pumpmechanismus, der dafür sorgt, dass Flüssigkeiten und auch Sekrete entsorgt werden.

Die Behandlung- Patienten können viel selbst machen

Die Therapie fällt zwar sehr indivuell entsprechend der Diagnose aus, aber generell lassen sich einige bewährte und wirkungsvolle Behandlungsstrategien in der Praxis finden. Als erstes wird, kombiniert mit einer tiefen Atmung der Betroffenen, die gesamte Bindegewebsplatte vorne an der Brust und am Hals gedehnt. Anschliessend wird der Kopfwendemuskel zwischen Zeigefinger und Daumen, richtig „durchgewalkt“ und vom Untergrund abgezogen, um auch hier die Bindegewebe zu lockern.
Dann gibt es bestimmte Nervenpunkte (z.B. die sogenannten Chapman- Punkte) um Mund und Nase, aber auch um die Rippen herum und im Mund selbst, die kreisend stimuliert werden. Hier zeigen und spüren die Betroffenen meist sofort eine Reaktion in Form vom Laufen der Nase und der Augen. Viele spüren auch ein Hinunterlaufen von Flüssigkeit im Rachen. Anschliessend werden die Lymphbahnen des Gesichtes bis zum Hals ausgestrichen.

Die Reflex- und Nervenpunkte können gut von den Patienten selbst bearbeitet werden. Die Punkte aussen mit dem Finger und die Punkte innerhalb des Mundes morgens und abends mit dem Stil der Zahnbürste. Kombinieren lässt sich die osteopathische Behandlung gut mit Lymphdrainage, die durch einen oder eine PhysiotherapeutIn mit dem entsprechenden Zertifikat vorgenommen wird. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 22.01.2010)