Natürliche Darmreinigung: Anleitung und Hausmittel

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Eine Darmreinigung? – Das klingt nach „Rohrputz“ und ist zumindest im Groben vergleichbar. In der Regel sind die „Putzmittel” jedoch natürlich und sanft, im Gegensatz zu chemischen Reinigern. In unserem Darm sitzt ein Großteil des Immunsystems. Läuft der Darm nicht rund, so kann die körpereigene Abwehr nicht richtig funktionieren. Viele Krankheiten entstehen erst, sobald die Darmflora gestört ist. Dazu gehören beispielsweise wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen, ständige Erkältungen, Halsschmerzen, aber auch ein Blähbauch oderVerdauungsstörungen. Ebenso können Allergien und Migräne als Folge auftreten. Achtung, ein geschädigter Darm kann sich mitunter über einige Zeit hinweg ganz symptomlos verhalten, uns fällt dann lediglich die erhöhte Neigung zu Infektionen auf.


Die Darmflora

In unserer Darmflora leben diverse Bakterien zusammen. Diese wohnen im Verdauungssystem und besiedeln damit eine Oberfläche, die ausgebreitet mindestens so groß wie ein Tennisplatz ist. Die verschiedenen Mikroorganismen im gesunden Darm existieren friedlich nebeneinander, sie arbeiten ständig. Ihr reger Stoffwechsel verbraucht Substanzen in unserem Körper und bildet ständig neue, die größte Ansammlung der Bakterien findet sich im Dickdarm. Die Aufgaben der Darmflora sind: Schutz vor pathogenen Keimen und Darmpilzen, Versorgung und Ernährung der Darmschleimhautzellen, der Abbau zahlreicher Ballaststoffe und die Produktion verschiedener Vitamine. Krankheiten entstehen, sobald das Gleichgewicht im Darm gestört ist. Die Einnahme von Antibiotika, Keime in unserer Nahrung oder eine allgemein ungesunde Ernährung – all das kann unsere Darmflora schädigen.

Eine Reinigung des Darms kann zum Beispiel mit Hilfe unterschiedlicher Darmspülungen erfolgen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)
Eine Reinigung des Darms kann zum Beispiel mit Hilfe unterschiedlicher Darmspülungen erfolgen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Aufgaben des Darms

Schon die Griechen waren der Auffassung, dass viele Krankheiten im Darm beginnen. Dieses alte Wissen geriet leider viele Jahre hinweg in Vergessenheit. Später wurde wieder erkannt, dass der Darm eben nicht nur für den Transport unserer Nahrung gebraucht wird, sondern die während der Verdauung entzogenen Nährstoffe wichtig für unser Überleben sind. Viel später kam zusätzlich das Wissen um die Wichtigkeit einer gesunden Darmflora hinzu. Es wurde klar, dass um die 75 Prozent des Immunsystems aus dem Darm kommen und unsere Abwehrkräfte größtenteils von einer intakten Darmflora abhängen.

Lymphatisches Gewebe, das für die Abwehr wichtig ist, befindet sich in großer Menge im Darm. Zusätzlich gibt es dort Abwehrzellen, die wiederum selbst Antikörper produzieren. Diese Zellen breiten sich über das Lymphsystem wie auch die Blutbahn im ganzen Körper aus und tragen bei Bedarf an unterschiedlichen Stellen im Körper zur Abwehr bei. Durch häufige Antibiotikaeinnahme und eine ballaststoffarme sowie saure Nahrung wird also unser Abwehrsystem geschwächt.

Darmsanierung

Möchte man die gestörte Darmflora in Balance bringen, so ist eine Darmsanierung nötig. Diese besteht meistens aus einer Darmreinigung und einem anschließendem Wiederaufbau der Darmflora. Das heißt, dass der Darm zuerst von Schlacken und Kotresten gereinigt wird. Die Darmschleimhaut wird so wieder aufnahmefähig für die Besiedelung nützlicher Darmbakterien. Diese können im Anschluss an die Kur im Rahmen eines Darmfloraaufbaus zugeführt werden, Heilpraktiker helfen hier weiter. Möchte man seinem Darm lediglich etwas gutes tun – beispielsweise nach Antibiotika – so sind verschreibungsfreie Präparate auch in der Apotheke und in manchen Drogerien erhältlich.

Nimmt der Anteil von gutartigen Bakterien in der Darmflora stark ab, so bekommen wir Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfungen oder Bauchweh. (Bild: Anatomy Insider/fotolia.com)

Besonders bei einer Ernährungsweise, die reich an tierischem Eiweiß ist, entsteht viel klebriger Speisebrei. Dieser ist schwer verdaulich und setzt sich dann in den Darmwänden fest, besonders wenn dauerhaft zu wenig Ballaststoffe gegessen werden. In diesen verklebten Resten nisten sich möglicherweise Pathogene oder Parasiten ein, früher oder später kommt es zu Beschwerden. Wird der Darm nur saniert aber die Reinigung vertagt, so kommt es lediglich zu einer vorübergehenden Erleichterung im Bauch. Durch die Verschlackung werden gesunde Bakterien an der Besiedelung des Darms gehindert, wichtige Vitamine können nicht aufgenommen werden. Die Darmsanierung empfiehlt sich ebenso bei einer grundlegenden, medizinisch notwendigen Ernährungsumstellung.

Gründe für die Reinigung

Neben einer schulmedizinischen Indikation wie der Darmspiegelung kann sie auch bei vielen weiteren Beschwerden helfen. Im Darm sitzt bekanntlich ein großer Teil der körpereigenen Abwehrkräfte und mit einer geeigneten Reinigung lassen sich diese hervorragend stärken. Auch bei anderen Erkrankungen kann eine Darmreinigung helfen. Dazu gehören Allergien, chronische Verdauungsstörungen, wiederkehrende Infekte, ständige Müdigkeit und Schwächegefühl, Erschöpfung, Rheuma, Migräne, Übergewicht und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sie kann als Hausmittel gegen Akne, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder gegen Kopfschmerzen helfen. Ebenso gut ist eine solche Reinigung nach einer Antibiotikatherapie. Das Verdauungssystem dafür erst gründlich reinigen und die zerstörte Darmflora anschließend durch Probiotika wieder herstellen.

Als medizinische Vorbereitung

Oftmals muss der Darm in Vorbereitung auf eine Untersuchung oder einen Krankenhausaufenthalt gereinigt werden. In diesem Falle wird ihnen ein unterstützendes Medikament vom Arzt gegeben, mit Hilfe pflanzlicher Mittel kann diese Reinigung noch unterstützt werden. Nötig ist dies beispielsweise vor einer Darmspiegelung, um einen einwandfreien Blick auf die Schleimhäute zu gewährleisten. So kann der Arzt die Darmgesundheit beurteilen und eventuelle Entzündungen entdecken.

Bei einer Darmspiegelung werden der Dickdarm sowie Teile des Dünndarms untersucht. In Vorbereitung darauf muss der Darm gereinigt werden, sonst lässt sich bei der Untersuchung nichts erkennen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Zeitpunkt

Nicht nur die Wahl der richtigen Methode, auch der richtige Zeitpunkt ist wichtig. Einfacher wird der gesamte Vorgang, wenn bereits am Vortag auf leichte und gut verdauliche Kost geachtet wird. Es sollte bevorzugt an einem ruhigen Tag mit einer Kur begonnen werden – ein voller Arbeitstag empfiehlt sich nicht. Plötzliche Verdauungsbeschwerden oder Bauchweh können auftreten, eine Ort um sich gemütlich hinzulegen und eine Toilette für das spontane Geschäft sollten in der Nähe vorhanden sein. Durch die beschleunigte Darmpassage wird dem Körper zudem viel Wasser entzogen, auf ausreichendes Trinken ist unbedingt zu achten! Ist der Darm gereinigt und vollkommen leer, so fangen wir vorsichtig wieder zu Essen an und konzentrieren uns am Anfang auf leicht verdauliche Speisen.

Der Einlauf

Ein Einlauf ist eine hervorragende Methode, den Darm von Kotresten und Verschlackungen zu befreien. Auch bei einer hartnäckigen Verstopfung kann er Linderung verschaffen. Dies geschieht mit Hilfe von körperwarmem Wasser, welches über einen Plastikschlauch in den Darm eingebracht wird. Meistens wird dafür nur reines und lauwarmes Wasser genutzt. Die plötzliche Flut mit Flüssigkeit löst einen starken Stuhldrang aus, dieser führt recht schnell zu einer Entleerung. Ebenso kann ein Irrigator verwendet werden. Ein flexibler Ballon, aus dem das körperwarme Wasser durch ein kleines Rohr direkt in den After gedrückt wird.

Allerdings wird so nur ein Teil unseres Darmes gereinigt. Für eine komplette Darmreinigung sollte man zu anderen Methoden greifen, bei denen beispielsweise durch verschiedene Kräuter der Verdauungstrakt von oben nach unten gesäubert wird. Im Krankenhaus wird der Einlauf vor Operationen oder auch in Vorbereitung auf eine Geburt genutzt. Ebenso kann er zu Hause durchgeführt werden, ein Einlaufbehälter ist in der Apotheke erhältlich.

Heilfasten als Darmreinigung kann mit anderen Formen der Darmreinigung problemlos kombiniert werden. (Bild: sonja/fotolia.com)

Fasten

Fasten entschlackt und reinigt den gesamten Organismus, somit auch den Darm. Es existieren unterschiedliche Fastenmethoden. Auf feste Nahrung wird zumeist komplett verzichtet, so wie beim Heilfasten. Bei anderen Formen sind auch Joghurt, Milch oder Brötchen erlaubt. Während des Fastens erholt sich der Darm, er kommt zur Ruhe und die angelagerten Schadstoffe werden durch bestimmte Flüssigkeiten oder wiederholte Einläufe gelockert und ausgeschwemmt. Eine Fastenkur beginnt in der Regel mit einer Darmreinigung durch einen Einlauf, dem Trinken einer Salzlösung oder eines pflanzlichen Abführmittels.

Beim „Olivenölfasten” wird zum Beispiel nur Wasser, Orangensaft und etwas Olivenöl getrunken. Vergleichbar dazu ist das Buchinger Saftfasten mit Hilfsmitteln wie Heilerde, Basenpulver und den Schalen der Flohsamen. Solch eine „harte“ Kur sollte jedoch nur unter Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Flohsamen

Flohsamen gehören zu den Quellstoffen. Die darin enthaltenen Schleimstoffe können eine enorme Menge an Wasser aufnehmen. Dadurch vergrößert sich das Stuhlvolumen, der Darm wird angeregt und Giftstoffe werden gebunden. Wichtig ist jedoch, dass zur Einnahme von Flohsamen unbedingt genügend stilles Wasser getrunken werden muss. Auch fördern die Samen das Wachstum der gesunden Darmbakterien, was sich wiederum positiv auf die Darmflora auswirkt. Wenn sich der Darm zu selten oder ungenügend entleert, lagern sich Schlacken und Reste von Stoffwechselendprodukten an. Diese belasten die Darmschleimhaut, wodurch sich ein sogenanntes Leaky Gut Syndrom (löchriger Darm) entwickeln kann. Deshalb ist eine regelmäßige Darmreinigung wichtig. Mit den Flohsamen geschieht dies ganz sanft – eine Methode, die ohne Nachteile dauerhaft durchgeführt werden kann. Patienten, bei denen Divertikel (Aussackungen der Wand eines Hohlorgans, hier: im Darm) festgestellt werden, wird oft die regelmäßige Einnahme von Flohsamen empfohlen, damit sich in den Nischen des Darms keine Kotreste ansammeln können.

Die Flohsamen bieten eine bewährte Hilfe bei der Darmreinigung, oft werden nur die Samenschalen verwendet. (Bild: farfalla2017/fotolia.com)

Heilerde

Heilerde ist ein ganz einfaches und kostengünstiges Hausmittel, jedoch reich an Wirkung. Die Heilerde bindet Giftstoffe, Stoffwechselprodukte und schädliche Darmbakterien. Sie entgiftet somit den Darm. Mittlerweile ist eine ganz besonders feine Heilerde auf dem Markt, die vor allem für die Darmreinigung geeignet ist. Und das geschieht wie bei einem Schwamm – die schädlichen Substanzen werden aufgenommen und auf natürliche Art und Weise ausgeschieden. Diese Heilerde kann über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Am besten ist eine dreiwöchige Kur mit einer anschließenden kurzen Pause. Bei einer Anwendung über mehrere Wochen hinweg sollte jedoch unbedingt der behandelnde Arzt oder Heilpraktiker vorher konsultiert werden. Wer das Pulver nicht so gerne mag, kann sich ein Heilerde-Granulat besorgen. Werden Medikamente eingenommen, so ist zur Heilerde-Einnahme stets ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden einzuhalten.

Zeolith

Zeolith ist ein Vulkanmineral. Der Name setzt sich aus Zeo (griech. = sieden) und lith (griech = Stein) zusammen. Zeolith wirkt im Darm ebenfalls wie ein Schwamm, der selbst nicht verstoffwechselt wird, sondern Gifte und Verdauungsgase aufnimmt und diese auf natürlichem Wege ausschleust. Damit werden vor allem Leber und Niere entlastet. Eine Darmreinigung mit Zeoltih ist sanft, aber effektiv. Bereits die Römer wussten um die Wirkung des Vullkangesteins. Sie streuten das Pulver auf offene Wunden der Soldaten. Auch heute können damit kleinere Hautverletzungen oder äußerliche Pilzinfektionen geheilt werden. Werden Medikamente eingenommen, sollte zu deren Einnahme ein Abstand von wenigstens drei Stunden liegen, um ihre Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Schleimbildende Milchprodukte, Alkohol, Zucker und Weissmehl sollten währenddessen nicht verzehrt werden. Weiterhin kann die Wirkung des Zeolith durch Fasten verstärkt werden.

Zeolith als solches sieht langweilig und unscheinbar aus – trotzdem handelt es sich um einen starken Helfer, der sogar Schwermetalle binden kann. (Bild: ExQuisine/fotolia.com)

Bentonit

Dem Zeolith in Aussehen und Darreichungsform ähnlich ist Bentonit, eine Mineralerde. Diese kann verschiedene Giftstoffe wie Schwermetalle, Schimmelpilze, Bakterien oder Pestizide im Verdauungssystem binden und somit ausleiten. Achtung – während der Anwendung muss ausreichend Wasser getrunken werden – im Körper quillt die Erde auf das zehnfache Volumen auf. Weiterhin nimmt Bentonit auch Medikamente auf. So kann bei einer Reinigungskur beispielsweise die Wirkung der Anti-Baby-Pille entfallen. Am besten wird der Bentonit mit Flohsamenschalen kombiniert, jeweils einen kleinen Teelöffel von beidem auf ein Glas Wasser von 200ml. Auch geschrotete Leinsamen können durch die enthaltenen Ballaststoffe in solch einer Kur helfen. Ein Abstand von zwei Stunden sollte zu den Mahlzeiten eingehalten werden. Sofort nach dem Anrühren trinken, sonst wird die Mischung zu einem ungenießbaren Wackelpudding. Bereits nach wenigen Minuten ein zweites Glas Wasser in langsamen Schlucken austrinken. Die Kur sollte über wenigstens zwei Wochen, besser vier bis sechs Wochen lang mit erst einem Shake, ab der zweiten Woche täglich mit zwei Shakes, durchgeführt werden.

Kräuter

Für eine effektive Darmreinigung werden meist Kräuter zusammen mit Flohsamen und/oder Heilerde verordnet. Die verschiedensten Präparate sind auf dem Markt, teilweise enthalten diese zusätzlich noch einige probiotischen Mikroorganismen wie Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei – nur um ein paar Beispiele zu nennen. Kräuter und Pflanzenextrakte, die für die Darmreinigung verwendet werden, sind zum Beispiel Anis (Heilpflanze des Jahres 2014), Basilikum, Angelikawurzel, Dill, Fenchel, Thymian, Minze, Holunderblüten, Ingwer, Tulsikraut, Heidelbeeren, Süßholz, Olivenblätter und Vieles mehr.

Chicorée enthält nicht nur wertvolle Bitterstoffe und Inulin, sondern ebenfalls wichtige Ballaststoffe für den Darm. (Bild: rdnzl/fotolia.com)

Bitterpflanzen

Die Einnahme von Bitterpflanzen unterstützt den Körper dabei, die schädlichen Darmkeime zu verdrängen. Pflanzen, wie Löwenzahn, Brennnessel, Artischocke und Wegwarte sind reich an speziellen Bitterstoffen, die im Rahmen einer Darmreinigung und Darmsanierung gute Dienste leisten. Diese Bitterpflanzen sind als Granulat, als Pulver oder in Tropfenform erhältlich.

Gray-Kur

Robert Gray, ein Ernährungswissenschaftler aus Oakland/Kalifornien (1946 bis 1990), war auf der Suche nach einer leicht durchführbaren Darmreinigungskur. Diese Kur, als sogenannte Gray-Kur bekannt, ist keine Methode, die im Schnellverfahren durchführbar ist, sondern sie benötigt eine Zeit von circa drei Monaten. Die zur Darmreinigung nötigen Präparate werden schonend hergestellt und beinhalten keine synthetischen Farb- und Geschmacksstoffe. Leider ist diese Kur relativ kostenintensiv. Jedoch sollte, wenn über die eigene Gesundheit nachgedacht wird, nicht unbedingt der Preis im Vordergrund stehen. Eine fundierte Beratung durch einen Therapeuten ist vor Anwendung der Gray-Kur unbedingt zu empfehlen.

Spirulina-Kur

Die wertvollen Spirulina Algen reinigen nicht nur den Darm, sondern ebenso anderes Bindegewebe im Körper. Sie enthalten zahlreiche Nährstoffe und Enzyme und gleichzeitig verbessern sie offenbar die Aufnahmemöglichkeiten für Vitamine und Mineralien im Darm. Durch die Reinigung mit diesen Algen kann oftmals eine schwelende Candidainfektion bekämpft werden. Durch die Einnahme während des Saftfastens (Heilfasten nach Buchinger) ist die Versorgung des Körpers mit wichtigen Stoffen sichergestellt, gleichzeitig werden unerwünschte Schadstoffe durch den Darm aufgenommen und aus dem Körper geschwemmt. Während des Fastens sollte die Spirulina unabhängig von Zitronensaft oder Vitamin C eingenommen werden, da wertvolle Inhaltsstoffe wie das Chlorophyll sonst bereits vor der Aufnahme in den Körper durch die Säure zerstört werden.

Hier im Bild ist die Spirulina Alge in getrockneter Form zu sehen. Wie auch Chorella sollte sie mehrere Wochen am Stück – mit zunehmender Dosis – angewendet werden. (Bild: tashka2000/fotolia.com)

Chlorella-Algen

Neben der schon genannten Spirulina Alge kann auch Clorella dabei helfen, unseren Darm zu renovieren. Insbesondere werden Schwermetalle aus dem Bindegewebe gebunden und somit aus dem Körper entfernt. Die Algen werden zumeist als Presslinge eingenommen. Sie sind im Onlinehandel, gut sortierten Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Achtung, Chlorella kann auch eingenommene Medikamente wie Antibiotika „aufsaugen” und somit wirkungslos machen, die Anwendung bei Medikamenteneinnahme sollte also mit dem Heilpraktiker abgesprochen werden.

Sauerkrautsaft

Eine recht milde Variante der Reinigung bietet der altbekannte Sauerkrautsaft, der auch beim Fasten zur Unterstützung der Entschlackung eingesetzt wird. Er ist reicht an Milchsäure und Vitamin C, ballaststoffreich und kalorienarm. Allerdings sorgt er nicht bei jedem Anwender für den gewünschten „Abführeffekt” im Darm, einen Versuch ist es jedoch wert. Der Saft ist inzwischen nicht nur im Reformhaus sondern ebenso in vielen Discountern erhältlich.

Colon-Hydro-Therapie

Die Colon-Hydro-Therapie ist eine Darmreinigungstherapie in der Naturheilpraxis. Sie ist einem Einlauf ähnlich. Hierbei wird warmes Wasser in den Dickdarm gebracht, nur muss der Betroffene keine Toilette aufsuchen. Der Darminhalt wird durch einen Abflussschlauch während der Behandlung direkt wieder abgeleitet. Zu der Therapie, meist durchgeführt von einem Heilpraktiker, gehört eine sanfte Bauchmassage, wodurch das Wasser in die belasteten Zonen gelenkt wird. Der Darm wird durchspült und alte Kotreste werden entfernt. Um Beschwerden zu behandeln, sind bis zu zwanzig Sitzungen nötig. Angewandt wird diese Therapie zur Darmreinigung bei Verdauungsstörungen wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Reizdarm, aber auch bei Infektanfälligkeit, Allergien und regelmäßigen Kopfschmerzen.

Egal wie der Darm genau gereinigt wird, eine sanfte Massage im Unterleib unterstützt diesen Prozess (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Darmreinigung für Kinder

Bevor bei Kindern eine Darmreinigung durchgeführt werden kann, ist immer ein Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Nicht jedes Kraut oder auch Fertigpräparat ist nämlich für Kinder geeignet, auch spielt die richtige Dosierung eine große Rolle. Sauerkrautsaft kann jedoch problemlos gegeben werden. Bei Verstopfung kann er äußert erleichternd wirken. Auch die Flohsamenschalen bieten sich in kleinen Dosierungen bei Kindern an, falls der Stuhlgang des öfteren zu fest ist. Dabei muss das Kind daran erinnert werden, ausreichend zu trinken.

Aufbau der Darmflora

Nicht nur nach einer Antibiotikaeinnahme, auch durch manch unangenehmen Magen-Darm-Infekt leiden die Mikroorganismen in unserem Verdauungssystem. Es kommt zu Durchfall oder Verstopfungen, der Verdauungsvorgang fällt uns plötzlich auf. Durch Probiotika in Pillen- oder Ampullenform können wichtige Bakterien wie die Milchsäurebakterien dem Körper wieder zugeführt werden, wenn sie von Antibiotika vernichtet wurden. In Drogerien und Apotheken können unterschiedliche Probiotika-Kuren erworben werden, sie enthalten jeweils Milliarden von Bakterien. Diese Bakterien stellen im Darm Vitamine und Abwehrkräfte her, regen den Stoffwechsel an und hemmen so einige Krankheitserreger. Noch einfacher können dem Körper Präbiotika zugeführt werden. Diese speziellen Ballaststoffe – Pektin, Fruktooligosacharide und Inulin – kann unser Körper zwar nicht verwerten, dafür freut sich allerdings die Mikroflora im Darm. Unter anderem enthalten Äpfel, Chicoreé, Knoblauch, Zwiebeln, Topinambur, Artischocken und gesunde Papya diese Ballaststoffe, welche das Wachstum der gesundheitsförderlichen Bakterien im Darm unterstützen. Auch Polyphenole – sekundäre Pflanzstoffe in grünem Tee, Kakao, Beeren und Trauben fördern die Wiederherstellung einer ausbalancierten Darmflora.

Für die langfristige Gesundheit unseres Verdauungssystems sind ausreichend Ballaststoffe in der Nahrung wichtig. Neben Hülsenfrüchten und Zwiebelgewächsen empfehlen sich dafür Leinsamen und faserreiches Gemüse. (Bild: Pixelbliss)

Ernährungsumstellung

Die Darmreinigung beinhaltet im Normalfall auch eine Ernährungsumstellung: eine gesunde, ballaststoffreiche und säurearme Kost ist nun angeraten. Weißmehl und zuckerhaltige Produkte belasten den Darm und fördern dazu das Entstehen einer Candidose (Hefepilzinfektion). Deswegen sollte darauf während der Kur verzichtet werden. Der Verzehr von tierischen Eiweißen wie Fisch, Fleisch oder Wurst wird am besten auf zweimal pro Woche reduziert. Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Quark sind während der Darmreinigung, so weit möglich, zu meiden, da diese sehr schleimbildend sind und somit den Prozess behindern können. Auf Alkohol und Zigaretten verzichtet man, zwei bis drei Tassen Kaffee sind jedoch erlaubt. Während der Reinigung muss unbedingt genug getrunken werden, am besten in Form von stillem Wasser und Kräutertee. Empfehlenswert ist dabei die Vier-Kräuter-Mischung aus Fenchel, Kümmel, Anis und Koriander. Diese Saaten werden im Mörser etwas angestoßen, damit die ätherischen Öle im Tee ihre Wirkung entfalten können. Der Tee kann auch fertig in Apotheken und Drogerien gekauft werden. Aus einem Teelöffel dieser Mischung und 0,25 Liter kochendem Wasser wird ein wohlschmeckender Tee gekocht. Der Tee muss zehn bis 15 Minuten ziehen und wird dann in kleinen Schlucken getrunken, bestenfalls nach jeder Mahlzeit.

Darmreinigung – und danach?

Unser Darm kann nur tadellos funktionieren, wenn wir ihm durch ausreichende Bewegung und die richtige Ernährung wertschätzen. Die Darmreinigung wird im Normalfall in Verbindung mit einer Fastenkur, Entgiftungskur oder Darmsanierung durchgeführt. Solch eine Reinigung kann regelmäßig – wenigstens einmal im Jahr – durchgeführt zu einer gesunden Gewohnheit werden, welche den Körper in Kombination mit einer Fastenkur regelrecht entschlackt. In Verbindung mit Meditation können eigene Körpersignale besser wahrgenommen werden, ein Bewusstsein für unsere Gesundheit entsteht. (sw, dp; aktualisiert am 05.02.2019)

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
  • Robert Gray: "Das Darmheilungsbuch: Gesundheit durch Kolon-Sanierung", TRIAS, 2010
  • Ruitang Deng, Te-Jin Chow: "Hypolipidemic, Antioxidant and Antiinflammatory Activities of Microalgae Spirulina", 2011 (Abruf: 03.02.2019), Wiley
  • Audrey M. Neyrinck, Bernard Taminiau, Hannah Walgrave: "Spirulina Protects against Hepatic Inflammation in Aging: An Effect Related to the Modulation of the Gut Microbiota?", 2017 (Abruf: 03.02.2019), Nutriens
  • Christa Raak, Thomas Ostermann, Katja Boeh, et al.: "Regular Consumption of Sauerkraut and Its Effect on Human Health: A Bibliometric Analysis", 2014, Sagepub