Regelschmerzen: Menstruationsbeschwerden lindern

regelschmerzen-menstruation
Heilpraxisnet
Regelschmerzen (Dysmenorrhö) zählen zu den häufigsten Beschwerden während der Menstruation, die nahezu jede Frau schon einmal erlebt hat. Diese können in ganz unterschiedlicher Intensität auftreten, häufig handelt es sich um krampfartige Schmerzen in Unterleib und Rücken, welche von weiteren Symptomen wie Übelkeit oder einer Kreislaufschwäche begleitet werden. Obwohl die Menstruationsbeschwerden für die betroffenen Frauen oft sehr quälend sind, werden diese in den meisten Fällen nicht durch eine Erkrankung verursacht, sondern durch bestimmte Hormone (Prostaglandine), die den Menstruationszyklus steuern. Dennoch können die Beschwerden in selteneren Fällen auch krankhaft bedingt sein, zum Beispiel durch die weit verbreitete Frauenerkrankung Endometriose oder eine Gebärmutterentzündung. Dementsprechend sollten anhaltende oder starke Regelschmerzen immer von einem Arzt abgeklärt werden, neben dem bietet aber auch die Naturheilkunde viele wertvolle Hausmittel und Verfahren, die zur Linderung beitragen können.

Inhaltsverzeichnis

Symptome
Ursachen von Regelschmerzen
Endometriose
Weitere Ursachen für Menstruationsbeschwerden
Medikamente bei Regelschmerzen
Hausmittel bei Regelbeschwerden
Naturheilkunde bei Regelschmerzen

Symptome

Beschwerden während der Menstruation äußern sich in den meisten Fällen durch krampfartige, ziehende oder dumpfe Schmerzen im Unterleib, die teilweise so stark werden können, dass sich die Betroffenen regelrecht „vor Schmerzen krümmen“ und dadurch in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind. Die Krämpfe entstehen dabei durch verstärkte Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, durch welche die zuvor aufgebaute Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) abgestoßen wird, die im Falle einer ausbleibenden Befruchtung nicht mehr benötigt wird. Das Zusammenziehen der Muskulatur kann dabei unregelmäßig geschehen und teilweise über mehrere Minuten andauern, dementsprechend können sich auch die Beschwerden in ganz unterschiedlicher Intensität, Ausprägung und Dauer zeigen.

regelschmerzen-menstruation

Neben den Bauchkrämpfen können eine Reihe weiterer Symptome auftreten, wie beispielsweise Kopfschmerzen bzw. Migräne, Bein- oder Rückenschmerzen, Durchfall, chronische Müdigkeit sowie Übelkeit und Erbrechen, häufig kommt es auch zu einem allgemeinen Schwächegefühl, Schwindel oder plötzlichem Erröten („Flush“). Bei einigen Frauen kommt es darüber hinaus zu Schlafstörungen, erhöhter Nervosität und Reizbarkeit, in schwereren Fällen kann sich infolge der Menstruationsbeschwerden sogar eine Depression entwickeln.

Liegt den Beschwerden keine Erkrankung zugrunde (primäre Dysmenorrhö), treten diese zumeist dann auf, wenn in einem Menstruationszyklus ein Eisprung stattgefunden hat und dieser also nicht (z.B. durch die Antibabypille) unterdrückt wurde. Die Schmerzen zeigen sich dabei in den meisten Fällen kurz vor Einsetzen der Blutung und sind an den ersten beiden Tagen der Regelblutung am stärksten ausgeprägt. Treten diese hingegen bereits bis zu 14 Tage vor der Periode auf, wird vom so genannten „Prämenstrualen Syndrom“ (PMS) gesprochen, durch welches es neben den genannten Symptomen zu weiteren körperlichen und/oder psychisch- emotionalen Beschwerden kommen kann. Beispiele sind hier Hautveränderungen, Hitzewallungen, Wassereinlagerungen, Verstopfung, Kreislaufschwäche, Stimmungsschwankungen, Aggressivität, Antriebslosigkeit oder Angstzustände.

Ursachen von Regelschmerzen

Schmerzen während der Periode können zwar extrem unangenehm werden, aus medizinischer Perspektive besteht jedoch meist kein Grund zur Sorge. Unterschieden wird generell zwischen zwei Formen, die auf jeweils ganz unterschiedliche Ursache zurückzuführen sind. Die so genannten „primären Regelschmerzen“ treten bei den meisten Frauen bereits im Zuge der allerersten Periode (Menarche) auf und haben keinen Krankheitswert, sondern werden stattdessen durch spezielle Hormone verursacht. Dabei handelt es sich um „Prostaglandine“, die während der Monatsblutung in vermehrter Form in der Gebärmutterschleimhaut gebildet werden und eine Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur bewirken, wodurch die überschüssige Schleimhaut abgestoßen werden kann. Zieht sich die Muskulatur durch die erhöhte Bildung der Prostaglandine über einen längerenZeitraum zusammen, wird jedoch der Blutfluss im Gewebe verringert. In der Folge können saure Stoffwechselprodukte aus der Gebärmutter nicht mehr ungehindert abtransportiert werden, wodurch es zu den krampfartigen Unterleibsschmerzen kommt.

Die primären Regelschmerzen treten dabei meist in Zyklen auf, in denen ein Eisprung stattgefunden hat, da die Gebärmutterschleimhaut in diesem Fall immer dicker wird, um einer befruchteten Eizelle ein „nährendes Nest“ bieten zu können. Wird der Eisprung hingegen zum Beispiel durch die Antibabypille unterdrückt, wird die Schleimhaut hingegen nicht so stark aufgebaut, was zu einer entsprechend schwächeren Menstruation führt und dementsprechend auch weit weniger Beschwerden verursacht. Neben dem kommen in selteneren Fällen aber auch organische Ursachen in Betracht wenn Regelschmerzen bereits sehr früh bzw. ab der Pubertät auftreten. Möglich sind hier zum Beispiel Fehlbildungen der Gebärmutter (Uterusanomalien) wie beispielsweise eine fehlende (Uterus didelphys) bzw. nur partielle (Uterus bicornis) Verschmelzung der beiden so genannten „Müller-Gänge“, womit die embryonale Genitalanlage bezeichnet wird, aus der bei der Frau die Eileiter, Gebärmutter und Vagina entsteht. Neben dem kann auch eine verzögerte Entwicklung der Gebärmutter oder der Genitalien oder eine gestörte Hormonbalance zu starken Regelschmerzen führen, ebenso wie eine Lageanomalie, bei welcher der Uterus beispielsweise nach hinten abgeknickt (Retroflexion) ist.

Auch die Psyche kann bei primären Menstruationsbeschwerden eine wichtige Rolle spielen, indem es jungen Frauen beispielsweise während der Pubertät schwer fällt, sich mit dem „Frau werden“ zu identifizieren und sich in die neue Rolle einzufinden. Dementsprechend kann die Regelblutung als sehr störend und unangenehm empfunden werden, was sich ebenfalls in Form von Schmerzen sowie möglichen Begleitbeschwerden wie beispielsweise chronischer Müdigkeit, Gereiztheit, starker innerer Unruhe oder Stimmungsschwankungen äußert. Ebenso können sich Stress, Anspannung oder Ängste verstärkend auf die Regelbeschwerden auswirken. Darüber hinaus besteht gerade bei jenen jungen Frauen ein erhöhtes Risiko, die ihre erste Periode sehr früh (d.h. bereits mit etwa 12 Jahren) bekommen haben oder deren Zyklus allgemein sehr lang ist, zudem stellen auch ein vergleichsweise niedriges Körpergewicht sowie eine ungesunde Lebensweise (Alkohol, ungesunde Ernährung, Rauchen) begünstigende Faktoren dar.

Die sekundären („erworbenen“) Regelschmerzen treten hingegen erst im Laufe des Lebens auf und sind in den meisten Fällen auf eine organische oder auch psychische Ursache zurückzuführen. Dementsprechend sollten Frauen bei starken sowie häufigen oder immer wieder auftretenden Beschwerden in jedem Fall mit ihrem Gynäkologen sprechen, um die Gründe aufzuklären und gegebenenfalls weitere Behandlungsschritte einleiten zu können. Möglich ist hier beispielsweise eine Entzündung der Gebärmutter oder ein Myom, wobei es sich um gutartige Wucherungen handelt, die in der Muskelschicht der Gebärmutter (Myometrium) auftreten und die häufigsten gutartigen Tumore des weiblichen Genitaltrakts darstellen. Neben dem kommen auch entzündliche Erkrankungen der Genitalorgane wie zum Beispiel Entzündungen von Eileiter und Eierstock (Adnexitis) in Betracht, welche in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst werden und hauptsächlich Frauen zwischen 20 und 35 Jahren betreffen. Kennzeichnend sind hier vor allem plötzlich auftretende starke Unterbauchschmerzen, aber auch Fieber, Blutungen, eitriger Ausfluss aus der Scheide, Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bleibt eine solche Entzündung unbehandelt, erhöht sich mit der Zeit das Risiko für ein chronisches Leiden, welches dann meist zusätzliche Beschwerden wie Rücken- und Regelschmerzen sowie einen unregelmäßigen Zyklus zur Folge hat, zudem sind Komplikationen wie z.B. ein Darmdurchbruch sowie Langzeitfolgen wie eine bleibende Unfruchtbarkeit oder chronische Schmerzzustände möglich.

Endometriose

In vielen Fällen kommt es bei Frauen auch aufgrund einer Endometriose zu Regelschmerzen im späteren Leben. Dabei handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, die zwar relativ häufig auftritt, aber in vielen Fällen lange Zeit unentdeckt bleibt. Kennzeichnend ist eine „wild wachsende“ Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich über die Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) hinaus in benachbarten Organen ansiedelt. Dabei kann prinzipiell jeder Bereich betroffen sein, häufig bilden sich Endometrioseherde jedoch im unteren Bauch- bzw. Beckenraum, an den Eierstöcken und Eileitern, im Bauchfell sowie in der Wand der Gebärmutter (Adenomyose). Die Herde entstehen dabei während des Monatszyklus parallel zur Gebärmutterschleimhaut, wodurch es zu krampfartigen Schmerzen, häufig begleitet von starken Bauch- und Rückenschmerzen kommt. Tritt die Endometriose in der Blase oder im Darm auf, sind zudem in selteneren Fällen Blut im Urin, Blut im Stuhl oder Beschwerden beim Wasserlassen möglich. Da auch die verlagerte bzw. „versprengte“ Gebärmutterschleimhaut während der Menstruation blutet, das Blut aber nicht entsprechend abfließen kann, bilden sich in vielen Fällen bei einer Endometriose außerdem Zysten, hinzu kommen bei einigen Frauen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel und Magenprobleme. Typisch ist, dass die Symptome im Verlauf des Zyklus immer stärker werden und dann mit dem Nachlassen der Menstruation wieder abnehmen, wobei die meisten betroffenen Frauen die größten Probleme ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Periode verspüren.

Je nach dem, wo sich das Endometrium ansiedelt, kann die Endometriose ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Dementsprechend können die Auflagerungen lediglich stecknadelkopfgroß sein, in anderen Fällen können sich aber ebenso auch größere Zysten entwickeln, welche blutgefüllt sind und in dieser Form zumeist an den Eierstöcken auftreten. Wodurch die Erkrankung genau verursacht wird, ist bislang trotz intensiver Forschung nicht geklärt, vermutet wird jedoch unter anderem, dass möglicherweise die sogenannte „retrograde“ (umgekehrte) Menstruation der Auslöser sein könnte. Bei dieser läuft ein Teil der Blutung nicht durch den Gebärmutterhals in die Scheide hinaus, sondern wird stattdessen von der Gebärmutter in Richtung Eileiter zurück „gesogen“, sodass versprengtes Gewebe in den Bauchraum gelangen und sich dort weiter verteilen kann. Weitere Theorien gehen beispielsweise von Veränderungen im Immunsystem oder einem gestörten Zusammenspiel von Hormonen aus, auch eine genetische Veranlagung halten einige Experten für möglich, da zum Teil eine familiäre Häufung von Endometriose zu beobachten ist.

Neben den genannten Symptomen kann es durch Schädigungen der betroffenen Organe zu weiteren massiven Auswirkungen durch eine Endometriose kommen, die von Verwachsungen und Narben bis hin zu einer Unfruchtbarkeit reichen können. Hier wird sogar davon ausgegangen, dass jeder zweite Fall auf eine unbehandelte Endometriose zurückzuführen sei, weshalb eine Abklärung bei ausbleibender Schwangerschaft unbedingt empfehlenswert ist.

Weitere Ursachen für Menstruationsbeschwerden

Treten die Regelbeschwerden später oder nach Jahren schmerzfreier Monatsblutungen auf, kann es sich auch um eine Nebenwirkung der sogenannten „Spirale“ handeln, welche in die Gebärmutter eingelegt wird und dort das Hormon Gestagen abgibt. Hier kann es – wie bei allen hormonellen Verhütungsmitteln – darüber hinaus auch zu anderen unerwünschten Effekten kommen, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Gewichtsveränderungen, möglich sind außerdem depressive Verstimmungen oder Hautprobleme. Auch psychische Faktoren können dazu führen, dass Frauen erst im späteren Verlauf ihres Lebens (erstmals) Schmerzen während ihrer Periode verspüren. Hier kommt unter anderem eine erhöhte Belastung bzw. Überlastung im privaten und/oder beruflichen Bereich in Frage, denn ist das seelische Gleichgewicht hier durch Stress und Anspannung gestört, kann dies bereits der Schmerzauslöser sein. Neben dem können auch ein unerfüllter Kinderwunsch sowie Probleme mit der eigenen Sexualität oder partnerschaftliche Konflikte die Ursache sein.

Medikamente bei Regelschmerzen

Treten die ziehenden Schmerzen während der Periode immer wieder auf, können nach ärztlicher Absprache auch Medikamente eingesetzt werden, um eine Besserung zu erreichen. In Frage kommen hier vor allem Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS). Diese helfen unter anderem durch die Verhinderung der Prostaglandin-Bildung dabei, dass sich die Gebärmutter weniger stark zusammenzieht und dadurch deutlich weniger Beschwerden entstehen. Die Mittel sind teilweise frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich, sollten aber dennoch aufgrund der vielen möglichen Nebenwirkungen nicht ohne medizinische Absprache und vor allem niemals dauerhaft eingenommen werden. Neben den NSAR können bei starken Krämpfen auch Spasmolytika (krampflösende Mittel) wie Butylscopolamin zum Einsatz kommen, da diese den Spannungszustand der Muskulatur senken und dadurch ebenfalls entkrampfend wirken. Da primäre Regelschmerzen in den meisten Fällen im Zusammenhang mit dem Eisprung auftreten, können darüber hinaus bei Frauen, die derzeit keinen Kinderwunsch haben, auch orale Kontrazeptiva („die Pille“) verordnet werden, durch welche der Eisprung unterdrückt wird. Generell kann daher auch eine Hormonspirale helfen, diese sollte aus Sicht vieler Experten allerdings nicht bei sehr jungen Frauen angewendet werden.

Handelt es sich um eine sekundäre Dysmenorrhö, welche durch eine bestimmte Erkrankung ausgelöst wurde, entscheidet diese auch über die jeweiligen Behandlungsmaßnahmen. Liegt beispielsweise eine Endometriose vor, besteht zum einen die Möglichkeit, diese medikamentös zu behandeln. Zum anderen kann auch ein operativer Eingriff erfolgen, bei welchem je nach Lage und Größe die Endometrioseherde, diese entweder direkt über die Scheide (Exzision) herausgeschnitten oder im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) per Laser abgetragen werden. In einigen Fällen kann aber auch eine offene Operation über einen Bauchschnitt notwendig werden, beispielsweise wenn Ansiedlungen der Gebärmutterschleimhaut ansonsten nicht zugänglich oder insgesamt sehr stark ausgeprägt sind.

Hausmittel bei Regelbeschwerden

Konnten organische Erkrankungen als Ursache für die Beschwerden gynäkologisch ausgeschlossen werden, bieten sich verschiedene Hausmittel und naturheilkundliche Verfahren an, um die Schmerzen zu lindern. Bewährt haben sich hier beispielsweise wärmetherapeutische Anwendungen, wie Bäder, Körnerkissen, Schlammpackungen (z.B. Fango, Torf) oder Sauna, durch welche die Krämpfe in der Gebärmuttermuskulatur gelöst und dadurch die Schmerzen gelindert werden können. Wohltuende und krampflösende Wärme „von innen“ kann zudem ein Heiltee bieten, welcher beispielsweise aus den Blättern des Beifuß zubereitet wird, ebenso bieten sich unter anderem Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Schafgarbe, Kamille und Melisse an.

Ein ebenfalls sehr wirksames Verfahren aus dem Bereich der Wärme- bzw. Hydrotherapie stellt die so genannte „heiße Rolle“ dar, indem diese den gezielten Einsatz von Wärme mit einem gleichzeitigen Massageeffekt verbindet. Bei dieser verwendet der Therapeut ein Handtuch aus Frottee, welches er trichterförmig aufrollt und dann zu zwei Dritteln mit sehr heißem bzw. kochendem Wasser auffüllt. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass die Rolle von außen nicht komplett durchnässt ist und außerdem unten kein Wasser herausfließen kann, da es ansonsten schnell zu Verbrennungen kommen kann. Anschließend wird die heiße Rolle langsam aber druckvoll auf den betroffenen Körperpartien auf- und abgerollt, wodurch die feuchte Wärme aus den Handtüchern gleichmäßig aufgetragen und verteilt wird. Dabei sollten die Bewegungen zu Beginn eher tupfend erfolgen, dann aber in ein Streichen und schließlich in eine Art kreisende Massage übergehen. Zum Abschluss der Behandlung wird das Handtuch vollständig auf dem schmerzenden Bereich ausgerollt und erst dann abgenommen, wenn es abgekühlt ist. Da die Wärme bei dieser Anwendung stark durchblutungsfördernd wirkt, können auf diesem Wege die Verkrampfungen gelöst und die Muskeln entspannt werden. Dementsprechend kann die heiße Rolle auch bei anderen Beschwerden wie beispielsweise Nackenverspannungen, Darmproblemen (harter Stuhlgang, Verstopfung) oder auch nervlich-psychischen Spannungszuständen eine wohltuende Behandlungsmethode darstellen.

Ein bewährtes Mittel aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde (Phytopharmaka) stellt zudem der so genannte „Mönchspfeffer“ (Vitex agnus castus) dar, dessen Inhaltsstoffe helfen können, den Hormonhaushalt stabil zu halten, Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust zu lindern sowie einen regelmäßigen Zyklus zu begünstigen. Auch Hirtentäschelkraut kann bei Menstruationsbeschwerden Abhilfe schaffen. Dies gilt vor allem bei Frauen, deren Periode sehr stark und lange anhaltend auftritt, da die Pflanze der Kreuzblütengewächse zusammenziehend auf die Venen der Gebärmuttermuskulatur wirkt und dadurch die Blutung sowie infolge dessen die Schmerzen verringern kann. Hier empfiehlt es sich, bereits einige Tage vor Einsetzen der Blutung bis zu vier Mal täglich eine Tasse Hirtentäscheltee zu trinken, für welchen pro Tasse ein gehäufter Teelöffel des Krauts (mit Blättern, Wurzeln und Blüten) mit kochendem Wasser überbrüht wird.

Generell ist es bei Unterleibsschmerzen hilfreich, sich zu bewegen, um die Durchblutung des Beckens anzukurbeln und dadurch Verkrampfungen zu lösen. Dementsprechend sollten Frauen auch während der Periode körperlich aktiv bleiben, wobei sich hier besonders Spaziergänge und sanfte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking eignen. Da sich die Schmerzen häufig durch Belastungen wie Stress, Ängste oder Konflikte verstärken, können auch Entspannungstechniken und Übungen zum Stressabbau sehr wohltuend und entlastend wirken. Hier kommen ganz verschiedene Techniken wie beispielsweise Yoga, autogenes Training, progressive Muskelrelaxation oder Tai Chi in Betracht, daher sollte jede Betroffene selbst herausfinden, was ihr persönlich Spaß macht und gut tut.

Neben dem spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden, daher sollte gerade bei Regelbeschwerden stark darauf geachtet werden, was gegessen und getrunken wird. In vielen Fällen lindert beispielsweise schon das Weglassen koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee oder Schwarztee die Beschwerden deutlich, bei anderen Frauen hilft hingegen der Verzicht auf Milchprodukte bei schmerzhaften Krämpfen und einem unangenehmen Körpergefühl. Daher ist es ratsam, bei Menstruationsbeschwerden genau in sich hineinzuhorchen und auszuprobieren, welche Lebensmittel dem Körper gut tun bzw. schaden, um diesen so gut wie möglich bei seiner Selbstheilung zu unterstützen. Generell empfiehlt sich jedoch eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die viel Magnesium (Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornreis etc.) enthält, da dieses entkrampfend auf die Muskeln und beruhigend auf die Nerven wirkt. Auch eine erhöhte Eisenaufnahme einige Tage vor und während der Periode kann sehr hilfreich sein, da Eisen entscheidend für die Blutbildung ist und somit einer Blutarmut, Müdigkeit und Schwäche bei Regelschmerzen entgegenwirken kann. Dementsprechend sollten betroffen Frauen unbedingt einem Eisenmangel vorbeugen, indem beispielsweise regelmäßig Kalb- bzw. Rindfleisch, Meeresfrüchte, Linsen, Spinat, weiße Bohnen, Pfifferlinge und getrocknete Aprikosen auf dem Speiseplan stehen oder bei Bedarf weitere Hausmittel bei Eisenmangel angewendet werden.

Naturheilkunde bei Regelschmerzen

Ein ebenfalls sehr beliebtes alternatives Heilverfahren bei Menstruationsbeschwerden stellt die Aromatherapie dar, welche den Prinzipien der Naturheilkunde folgt, indem sie die Selbstheilungskräfte des Patienten aktiviert. Hier kommen unter anderem Kamille, Fenchel oder Wacholder in Betracht, deren enthaltende ätherische Öle beispielsweise sehr wirksam für eine wohltuende Massage des Unterleibs eingesetzt werden können. Hierfür werden einige Tropfen mit einem neutralen Öl vermischt, anschließend wird sanft und ohne Druck im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel herum etwa fünf Minuten lang massiert.

In vielen Fällen kann auch die Homöopathie Abhilfe schaffen, wobei hier eine ganze Reihe verschiedener Mittel in Betracht kommen, weshalb vor der Selbstbehandlung ein Gespräch mit einem Heilpraktiker bzw. einem naturheilkundlich ausgerichteten Arzt erfolgen sollte, um über das Mittel der Wahl sowie die Anwendungsdauer und Potenz zu beraten. Eingesetzt werden kann hier zum Beispiel Lachesis, vor allem, wenn vor der Periode Kopfschmerzen und Migräne sowie parallel dazu Schwindel und Nasenbluten auftreten. Ebenso kann dieses Mittel aber auch in den Potenzen D6 oder D12 probiert werden, wenn Kreuzschmerzen und Gebärmutterkrämpfe auftreten, die allerdings mit Einsetzen der Blutung wieder nachlassen. Leiden Frauen vor oder während der Periode unter schmerzenden Brüsten, einem Ziehen in der Gebärmutter und Kopfschmerzen, kann auch Pulsatilla das richtige Mittel sein, weitere bewährte Homöopathika bei Menstruationsbeschwerden sind unter anderem Nux vomica, Lycopodium, Calcium carbonicum und Magnesium phosphoricum.

Darüber hinaus können auch Schüssler Salze eine Linderung bei schmerzhaften Krämpfen während der Periodenblutung bewirken. Hier kommen unter anderem das Salz Nr. 1 (Calcium Fluoratum), Nr. 13 (Kalium arsenicosum) oder Nr. 17 (Manganum sulfuricum) in Betracht, wobei auch in diesem Fall über das richtige Mittel sowie die Dosierung mit einem Experten beraten werden sollte. Generell werden die Salze jedoch bei Bedarf 3 bis 6 mal täglich in Form von einer bis drei Tabletten eingenommen. (nr)

Advertising
Bild: Sigrid Rossmann / pixelio.de