Zahnschmerzen – Ursachen, Therapie und wirksame Hausmittel

Nina Reese
Leichte oder starke Zahnschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzen und können für Betroffene zu einer unerträglichen Qual werden. In den meisten Fällen ist ein geschädigter oder kranker Zahn der Auslöser, dennoch kann die Ursache auch im Ober- oder Unterkiefer, in den Nasennebenhöhlen, Ohren oder sogar in den Augen liegen. Neben dem kommen eine Reihe weiterer Ursachen wie beispielsweise starkes Zähneknirschen (Bruxismus), eine schlecht sitzende Prothese, Migräne oder Erkrankungen der Gesichtsnerven wie zum Beispiel die sogenannten Trigeminusneuralgie in Betracht.

In selteneren Fällen können Zahnschmerzen Vorzeichen eines Herzinfarkts sein. Dementsprechend ist es unabdingbar, bei Zahnweh einen Zahnarzt aufzusuchen, um die Ursache der Beschwerden zu klären und entsprechend zu therapieren – denn neben den akuten Beschwerden besteht das Risiko, dass Krankheitserreger aus Entzündungen im Mundraum in die Blutbahn und somit in andere Körperbereiche gelangen. Parallel zu den schulmedizinischen Ansätzen bestehen bei Zahnbeschwerden vielfältige Naturheilmittel, die Linderung verschaffen und zur Heilung beitragen können.


Zahnschmerzen: Definition und Symptomatik

Unter Zahnbeschwerden wird ein häufig massives, anhaltendes Schmerzgefühl verstanden, welches von den Zähnen ausgeht. Die Schmerzen können dabei zunächst relativ schwach sein und dann sukzessive stärker werden, genau so ist es aber auch möglich, dass diese ganz plötzlich und in starker Form auftreten. In vielen Fällen sind die Beschwerden chronisch, ebenso sind immer wieder kehrende Schübe recht häufig. Im Vorfeld kommt es oft dazu, dass einzelne Zähne sehr empfindlich auf Reize wie Kälte, Wärme, Druck oder auch süße oder saure Nahrungsmittel reagieren. Dies sollte bereits als deutliches Warnzeichen gedeutet werden, dass etwas mit den Zähnen nicht stimmt bzw. dass den Zähnen insgesamt (wieder) mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Zahnschmerzen kündigen sich oft durch eine erhöhte Empfindlichkeit auf Reize wie z.B. Kälte oder Wärme an. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Zahnschmerzen – selbst wenn sie gar nicht so stark sind – führen schnell zu einer Schwellung im Mundbereich, die sich in der typischen geschwollenen, oft rötlichen „dicken Backe“ äußert. In vielen Fällen tritt Zahnweh in Form eines pochenden Schmerzes auf. Wird das Äußere des Zahnes (Zahnschmelz) zum Beispiel durch Verletzungen, Bakterien oder Druck beschädigt, kann es infolge der gereizten Nervenfasern ebenso als bohrend, dumpf oder stechend empfunden werden.

Je nach Ursache kann die Ausprägung und Intensität der Schmerzen ganz unterschiedlich ausfallen und dabei nicht nur auf die Zähne begrenzt auftreten, sondern zum Beispiel in den Kiefer, Rücken, Arm, Bauch oder Kopf ausstrahlen. Zahnschmerzen werden von vielen Menschen als die schlimmsten Schmerzen überhaupt empfunden und führen dementsprechend zu einer extremen Beeinträchtigung des Wohlbefindens. Dies führt glücklicherweise dazu, dass zumeist recht schnell ein Arzt aufgesucht wird – was auch in jedem Fall erforderlich ist, denn infolge einer späten bzw. nicht erfolgten Behandlung kann es zu gravierenden Gesundheitsrisiken kommen.

Wie ist ein Zahn aufgebaut?

Im Mund eines Erwachsenen befinden sich normalerweise auf dem Ober- und Unterkiefer insgesamt 28 bzw. 32 Zähne – je nach dem ob die vier Weisheitszähne noch vorhanden sind oder nicht. Beim Aufbau der Zähne kann zunächst einmal grob zwischen drei Bereichen differenziert werden: Zahnwurzel, Zahnhals und Zahnkrone. Die Zahnwurzel (lat.: Radix dentis) ist dabei der Teil, der unterhalb der Zahnkrone liegt und den Zahn in einer Vertiefung im Kiefer (Zahndamm) befestigt. Den Übergang zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel bildet der Zahnhals, der eine Kariesprädilektionsstelle bildet, da der Zahn hier Stelle relativ ungeschützt und daher sehr empfänglich für Zahnhalskaries ist. Die Zahnkrone stellt schließlich den Teil dar, der sichtbar ist.

Ein Zahn besteht aus drei Schichten, die den Zahn vor Schmerzen schützen: Das knochenähnliche Zahnbein (Dentin) bildet die Hauptmasse des Zahnes, welches den ganzen Zahn mit Krone und Wurzel formt. Das Dentin liegt als gelblicher Kern im Zahn-Inneren und wird im Wurzelbereich von Zahnzement und Zahnfleisch umschlossen sowie von einem Fasergeflecht in der Knochenvertiefung gehalten.

Im Bereich der Krone wird das Zahnbein vom Zahnschmelz umschlossen, wobei es sich um die härteste Substanz des Körpers handelt, die nur mit einem Diamantbohrer bearbeitet werden kann. Der Schmelz (fachsprachlich: Enamelum) kann weiß, gelblich oder opak (undurchsichtig) sein und besteht fast 100% aus anorganischen Stoffen (Calcium, Hydroxylapatit). Da er nicht durchblutet ist, handelt es sich um eine „tote Substanz“, welche im Falle von Beschädigungen vom Körper nicht neu gebildet werden kann. Diese Schutzschicht ist nötig, denn das darunter liegende Dentin selbst ist weicher und dadurch schlechter gegen Angriffe von Säuren und Keimen gewappnet.

Die dritte Schicht bildet das Zahnmark (Pulpa) im Inneren des Zahnes, welches von der Zahnkrone bis an die Spitze der Zahnwurzel reicht und von Nerven und Blutgefäßen durchzogen ist, welche wiederum über den Wurzelkanal im Kieferknochen enden.

Ursachen von Zahnschmerzen

Normalerweise ist ein gesunder Zahn durch Zahnschmelz und Zahnfleisch also gut gerüstet gegen „Angriffe“ von außen. Unangenehm und schmerzhaft wird es erst, wenn diese Schutzschichten nicht mehr intakt sind, denn dann können Erreger weiter in den Zahn eindringen und dadurch Zahnbein und Pulpa schädigen oder sogar den Zahn vollständig zerstören.

Die Anfälligkeit für Schädigungen ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich – einige haben haben das Glück, dank kräftigem Schmelz und unempfindlichem Zahnfleisch ohne großes Zutun „immun“ gegen die zahlreichen Mundkeime zu sein, andere hingegen betreiben eine intensive Mundhygiene und werden dennoch immer wieder von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis heimgesucht. In diesen Fällen scheint das Immunsystem weniger stark zu sein, was zum einen erblich bedingt, aber auch durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus hervorgerufen werden kann und zudem durch Faktoren wie eine unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, Stress, Alkohol und Rauchen begünstigt wird.

Die Mund- und Zahnhygiene nimmt eine zentrale Rolle ein. Mindestens zwei Mal tägliches, gründliches Zähneputzen sowie die Verwendung von weiteren Hilfsmitteln wie Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen und Munddusche, bieten in Verbindung mit alljährlichen Kontrollen und der mechanischen Reinigung der Zähne (Professionelle Zahnreinigung, kurz: PZR) beim Zahnarzt den besten Schutz vor Erkrankungen und starken Zahnschmerzen.

Zahnschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. In vielen Fällen sind Entzündungen der Zahnnerven, des Zahnfleischs oder des Zahnhalteapparats der Auslöser, ebenso kann es infolge von zahnärztlichen Behandlungen (Füllung, Wurzelbehandlung etc.) durch die Reizung zu starken Beschwerden kommen, die aber meist nach einiger Zeit von alleine wieder abklingen. Möglich sind auch Ursachen, die weiter entfernt vom Mund liegen – in Frage kommen hier beispielsweise Kopfschmerzen, eine Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Gürtelrose.

Zahnschmerzen können durch Zysten hervorgerufen werden. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Zahnschmerzen durch Karies

Eine sehr häufige Ursache von Zahnweh ist die ansteckende Zahnerkrankung Karies (lateinisch caries:„Morschheit“, „Fäulnis“), die auch als „Zahnfäule“ bezeichnet wird und bei der es sich um die häufigste Erkrankung der Zahnhartsubstanz handelt. Für die Entstehung von Karies sind mehrere Faktoren verantwortlich, Hauptverursacher sind jedoch Bakterien vom Typ Streptokokkus mutans, die sich im Zahnbelag befinden und Kohlenhydrate bzw. Zucker aus der Nahrung abbauen.

Während diesem Prozess der Demineralisation bzw. Entmineralisierung entsteht als Stoffwechselprodukt eine Säure, die den Zahnschmelz angreift und einzelne Mineralien wie beispielsweise Kalzium aus diesem herauslöst. Wie stark dieser Säure-Angriff ausfällt, hängt zum einen davon ab, wie groß die Anzahl der Bakterien ist, aber auch davon, wie oft kohlenhydratreiche Nahrung verzehrt wird und wie lange diese im Mund bleibt – denn für die Entstehung von Zahnkaries ist nicht die Menge zuckerhaltiger Nahrungsmittel relevant, sondern vielmehr die Häufigkeit der Aufnahme.

Dementsprechend spielt die Mundhygiene hier eine zentrale Rolle: Wer seine Zähne regelmäßig und sorgfältig putzt, reinigt die Zahnoberflächen von Plaque, Bakterien und Säure – wer die Pflege hingegen vernachlässigt, riskiert Karies. Auch die Wichtigkeit des Speichels ist nicht zu unterschätzen, denn in diesem befinden sich Kalzium und Fluorid, welche die Zähne „remineralisieren“ und dadurch entstandene Schäden reparieren können. Zudem hat Speichel einen neutralisierenden Effekt und reinigt die Zahnoberflächen von Bakterien – daher kann ein eingeschränkter Speichelfluss (Oligosialie) Karies durchaus begünstigen.

Kann der Zahn durch mangelnde Hygiene oder zu wenig Speichel nicht remineralisiert werden, löst sich der Zahnschmelz langsam auf, wodurch in der Folge Karies entsteht. Dabei gibt es eine frühe Form, die sogenannte „Initialkaries“, bei der sich der Mineralverlust im Zahnschmelz als weißlicher Fleck zeigt – daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Kreidefleck“.

Erfolgt in dieser Phase umgehend eine intensive Mundhygiene und Fluoridierung, stehen die Chancen auf eine Ausheilung gut, im anderen Fall muss der Zahnarzt die kariösen Stellen entfernen und im Anschluss mit einer Zahnfüllung (z.B. Amalgam) oder mit einer vorgefertigten Einlagefüllung (Inlay) aus Metall, Keramik oder speziellen Kunststoffen verschließen. Wird auch hier nicht rechtzeitig reagiert, kann durch die langsam fortschreitende Karies das Zahnbein (Dentin) und schließlich der Zahnnerv befallen werden, wodurch der Zahn im schlimmsten Fall gezogen werden muss (Extraktion).

Eine Karies beginnt an der Zahnoberfläche, oftmals gerade in den Furchen, Rillen und Grübchen der Zähne oder am Zahnfleischsaum zwischen zwei nebeneinander stehenden Zähnen – Stellen an denen aufgrund schwieriger Erreichbarkeit häufig nicht sorgfältig genug geputzt wird. In der Folge setzen sich die kariesverursachenden Bakterien in dem entstandenen Plaque fest und produzieren die zahnschädigende Säure, welche dann in den Zahnschmelz eindringt. Da sich in diesem keine Nerven befinden, verursacht der Säure-Angriff auf den Zahn zunächst keine Schmerzen, stattdessen bilden sich in der Vorstufe der eigentlichen Karies wie beschrieben zuerst Entkalkungen, die als weiße Flecken (White Spots) auf den Zähnen sichtbar werden.

Besteht die Initialkaries schon länger, verfärben sich diese Flecken durch Farbpigmente aus der Nahrung bräunlich („Braune Zähne“), was häufig noch keine Schmerzen verursacht. Schreitet die Erkrankung fort und befällt das unter dem Zahnschmelz liegende Zahnbein (Dentin), treten in den meisten Fällen zum ersten Mal Beschwerden auf, es kommt zu Zahnschmerzen, die sich beim Verzehr von heißen, kalten, süßen oder sauren Speisen oder Getränken noch verstärken.

Da das Zahnbein weniger stabil ist als der Zahnschmelz, besteht das Risiko, dass sich die Bakterien nun weiter ausbreiten und die Karies dadurch weitere Bereiche des Zahns befallen kann. Bleibt die Erkrankung weiter unentdeckt bzw. unbehandelt, kann eine tiefe Zahnkaries (Caries profunda) bzw. eine durchdringende Karies (Caries penetrans) enstehen, welche vorliegt, wenn die Zahnfäule das Zahnbein komplett durchdrungen und mittlerweile das Zahnmark erreicht hat. Entzündet sich dieses, kann es zu extrem starken Schmerzen kommen, zudem kann sich die Entzündung unter Umständen bis in den Kiefer ausdehnen, wodurch in einigen Fällen nur die Entfernung des Zahns helfen kann.

Auch Kleinkinder sind bereits stark kariesgefährdet, gerade wenn diese häufig zucker- oder fruchtsäurehaltige Getränke aus der Flasche trinken („Nuckelflaschenkaries“), wodurch der Speichelfilm abgespült und durch den aufgenommenen Zucker das Bakterienwachstum begünstigt wird. Besonders betroffen sind die Schneidezähne, wobei es schnell zu einer völligen Zerstörung kommen kann.

Wichtig: Dementsprechend sollte die Flasche keinesfalls als Schnuller-Ersatz verwendet werden, sondern ausschließlich zur Flüssigkeitsaufnahme – und dies auch nur so lange, bis das Kind in der Lage ist, selbständig aus dem Becher zu trinken. Eltern sollten auch darauf achten, Schnuller oder den Aufsatz der Nuckelflasche nicht abzulecken, um die Übertragung kariesverursachender Bakterien zu vermeiden.

Um bei Kleinkindern die Entstehung von Karies zu vermeiden, sollte die Flasche nicht als Schnuller-Ersatz fungieren. (Bild: farbkombinat/fotolia.com)

Zahnmarkentzündung / Zahnnervenentzündung

Besteht neben den Schmerzen ein deutliches Druckgefühl an einem Zahn, kann es sich um eine Entzündung des Zahnmarks (medizinisch „Pulpa“) handeln, welches das Innere des Zahnes ausfüllt und von den Zahnhartsubstanzen Zahnschmelz, Dentin und Wurzelzement umschlossen wird. Da dieses von feinen Nervenfasern bzw. dem Zahnnerv durchzogen wird, wird eine Pulpitis häufig auch als Zahnnervenentzündung bezeichnet, aufgrund der Lage der Entzündung in anderen Fällen auch als Zahnwurzelentzündung.

Die Erkrankung wird meist durch Karies hervorgerufen, denn wird diese nicht rechtzeitig erkannt, sind die Kariesbakterien in der Lage, sich Schicht für Schicht durch den Zahn zu „fressen“. Auf diese Weise können sie bis ins innere Zahnmark gelangen und dort eine Entzündung auslösen, die sich bis zur Wurzelspitze weiter in den Wurzelkanal ausdehnen kann.

Neben der Karies kommen seltener auch mechanische Auslöser in Betracht, zum Beispiel eine Verletzung durch einen Schlag auf den Zahn, Zähneknirschen oder ein Sturz, bei welchen die Zahnhartsubstanz abbricht und der Zahnnerv dadurch frei liegt. Auch eine Zahnbehandlung (zum Beispiel Legen einer Füllung,Vorbereitung des Zahnes für eine Krone) kann zu einer solchen Reizung führen, gelegentlich sind schief oder versetzt gewachsene Weisheitszähne verantwortlich.

Eine nicht oder nur unzureichend behandelte Parodontitis kann ebenfalls auf die Zahnwurzel übergreifen und eine Entzündung hervorrufen. Es kommt zu einem Anstieg des Drucks im Zahnmark, wodurch plötzlich intensive, pochende oder stechende Schmerzen entstehen, die auch nachts auftreten. Typisch ist ein Aufbissschmerz, in vielen Fällen lässt sich dieser zunächst gar nicht genau einem Zahn, teilweise sogar nicht einmal einem Kiefer, zuordnen.

Hinzu kommt eine erhöhte Empfindlichkeit auf kalte oder warme Speisen sowie Getränke. Da diese Reaktion jedoch auch durch offene Zahnhälse oder eine Zahnfleisch-Reizung bedingt sein kann, sollte bei diesen Symptomen zur Abklärung schnellstmöglich ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Achtung: Der Zahnarztbesuch ist hier besonders wichtig, denn bei einer Pulpitis besteht die große Gefahr, dass sich die Entzündungen über die Wurzelspitze bis in den Kieferknochen und das umliegende Gewebe ausbreiten, wodurch sehr schmerzhafte Abszesse entstehen können. Zudem kann es bei einem Befall des Kieferknochens schnell zu Knochenverlust und dadurch wiederum zu Zahnfleischrückgang, freiliegenden Zahnhälsen und schließlich zum Zahnausfall kommen, von dem dann auch gesunde Zähne betroffen sein können. Ebenso wichtig ist es, sich nicht durch plötzliche Schmerzfreiheit blenden zu lassen – denn bestand zunächst ein starker Schmerz und ein unangenehmes Pochen, was auf einmal aufhört, kann dies auch auch ein Zeichen dafür sein, dass das Zahnmark abstirbt („toter“ Zahn).

Schmerzende Zähne durch Paradontitis

Ein ebenfalls häufiger Grund für starkes Zahnweh ist eine Parodontitis, umgangssprachlich oft auch Paradontose genannt. Bei dieser handelt es sich um eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnbetts, die zumeist mit einer Zerstörung des so genannten Zahnhalteapparates (Parodont) einhergeht, womit alle Strukturen gemeint sind, die notwendig sind, um den Zahn im Kieferknochen fest zu verankern (Zahnfleisch, Knochen, Wurzelhaut, Wurzelzement).

Die Infektionskrankheit entsteht infolge von Zahnbelägen (Plaque) auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen. Dieser Belag ist zunächst noch weich und kann durch eine sorgfältige Zahn-Hygiene relativ einfach entfernt werden. Geschieht dies nicht, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein und verhärten die Plaque zu Zahnstein, der wiederum die Zahnoberflächen rau werden lässt und dadurch einen idealen Nistplatz für Bakterien bietet.

Parodontitis entsteht infolge von Belägen (Plaque) auf den Oberflächen und in den Zwischenräumen der Zähne. (Bild: Michael Tieck/fotolia.com)

Durch den harten Belag wird zum einen das empfindliche Zahnfleisch gereizt, parallel dazu gelangen durch die Plaquebakterien produzierte Giftstoffe in das angrenzende Zahnfleisch. Im Zuge der körpereigenen Abwehr entsteht eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), wodurch das Eindringen der Bakterien in das tiefer gelegene Gewebe (zumindest für eine gewisse Zeit) verhindert werden kann. In diesem Fall wird das Zahnfleisch rot und schwillt an, teilweise lockert es sich und sitzt nicht mehr fest zwischen den Zahnzwischenräumen, oft kommt es außerdem zu einem Rückgang des Zahnfleischs sowie zu Zahnfleischbluten – häufig schon bei einfachsten Berührungen.

Schmerzen treten bei einer Gingivitis eher selten auf. Doch wird die Entzündung nicht zeitnah zahnärztlich behandelt, kann sich diese schnell zu einer Parodontitis entwickeln, wodurch die Entzündung nach und nach auf den gesamten Zahnhalteapparat übergeht. In der Folge löst sich das Zahnfleisch vom Zahn und bildet Zwischenräume zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel (Zahnfleischtaschen), in denen sich die Bakterien ungehindert weiter vermehren können. Durch die Entzündung wird das Gewebe immer weiter zerstört, das Zahnfleisch geht immer weiter zurück, wodurch der Zahn immer lockerer wird und im schlimmsten Fall ausfällt.

Wie stark die Erkrankung ausfällt und wie lange sie anhält, hängt dabei zum einen von der Aggressivität der Bakterien und zum anderen vom Zustand des Immunsystems ab. Eine unzureichende Mundhygiene, genetische Faktoren, Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel blutdrucksenkende oder gefäßerweiternde Mittel) oder Allgemeinerkrankungen wie Diabetes können eine Parodontitis begünstigen.

Ein weiterer zentraler Faktor ist das Rauchen. Raucher sind deutlich stärker gefährdet als Nichtraucher, da der Konsum von Tabak das Immunsystem beeinträchtigt, wodurch sich Bakterien noch einfacher und schneller ansiedeln können. Zudem wird die Durchblutung im Mund durch den Zigarettenkonsum verschlechtert, wodurch das Zahnfleisch anfälliger für Infekte wird. Raucher sprechen daher auf die Behandlung der Parodontitis oft schlechter an, nicht selten kommt es zu Fällen, in denen die Erkrankung trotz Therapie gar nicht ausheilt.

Eine anhaltende Parodontitis kann nicht nur zu umfangreichem Knochen- und Zahnverlust führen, sondern negative Auswirkungen auf den gesamten Körper haben und beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Diabetes oder Arthritis begünstigen. Auch bei Adipositas, Demenz und bei Frühgeburten vermuten Experten einen Zusammenhang mit einer schlechten Zahngesundheit.

Achtung: Für eine sich entwickelnde Parodontitis gibt es mehrere Warnzeichen, bei denen in jedem Fall sofort ein Zahnarzt aufgesucht werden sollte, um den weiteren Fortlauf zu stoppen und schlimmere Folgen zu vermeiden. Besonders deutlich sichtbar ist hier das infolge der Zahnfleischentzündung rot bis dunkelrot-bläulich verfärbte und geschwollene Zahnfleisch, welches beim Zähneputzen, oft aber auch schon bei kleinsten Berührungen oder während des Essens, anfängt zu bluten. Hinzu kommen häufig Mundgeruch, Schwierigkeiten beim Schmecken, teilweise starke Zahnschmerzen und extreme Berührungsempfindlichkeit, ein Rückgang des Zahnfleischs, Veränderungen der Zahnstellung oder beim Sitz von Teilprothesen sowie die Lockerung der Zähne.

Ursache Zähneknirschen (Bruxismus)

Auslöser der Beschwerden kann ständiges Zähneknirschen (medizinisch: Bruxismus) sein. Hiermit ist ein unbewusstes, meist nachts, aber auch tagsüber ausgeführtes Aufeinanderpressen der Zähne gemeint, womit schätzungsweise etwa jeder Dritte sein Gebiss belastet. Der Bruxismus kann verschiedene Ursachen haben, häufig handelt es sich um Stress bzw. seelischen Druck, der auf die Muskeln des Kauapparats übertragen wird und zu Verkrampfungen führt, welche sich wiederum im Knirschen äußern.

Neben psychischen Faktoren kommen schlecht angefertigte bzw. nicht (mehr) genau passende Füllungen, Inlays, Brücken, Kronen oder Prothesen in Betracht, wodurch die Zähne nicht mehr richtig auf- und zueinander stehen. Dadurch kann es passieren, dass der Kauapparat gerade nachts „außer Kontrolle“ gerät und der betroffene Mensch zum Zwecke der Regulierung der Fehlstellung anfängt zu knirschen. Alkohol, Koffein, bestimmte Medikamente und Rauchen gelten als zusätzliche Risikofaktoren.

Das Zähneknirschen stellt normalerweise kein isoliertes Phänomen, sondern steht meist im Zusammenhang mit chronischer Tagesmüdigkeit und Mattigkeit infolge der „Arbeit“ während des Schlafes sowie kurzen Atem-Aussetzern im Schlaf (Schlafapnoe). Bleibt es über einen längeren Zeitraum bestehen, kann es durch den starken Druck auf die Zahnsubstanz zu erheblichen Schädigungen am Zahnschmelz und am Zahnhalteapparat kommen, die häufig mit starken Zahnschmerzen einhergehen.

Doch nicht nur die Zähne sind gefährdet – auch die Kiefergelenke und die Kaumuskeln können durch die Überlastungen geschädigt werden, wodurch es zu Verspannungen im Kopf-Hals-Bereich und starken Schmerzsyndromen (Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen) bzw. einer craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), aber auch zu Tinnitus bzw. Ohrensausen, Sehstörungen, Schwindel und Übelkeit kommen kann.

Eine speziell angefertigte Aufbissschiene sorgt bei starken Zähneknirschern für Entspannung im Gelenkbereich. (Bild: RioPatuca Images/fotolia.com)

Zahnbeschwerden bei Gürtelrose

Zahnschmerzen können auf eine Gürtelrose (Herpes zoster) hindeuten. Dabei handelt es sich es um eine entzündliche Viruserkrankung, die unter anderem das Gesicht oder den Bauch, aber auch den gesamten Körper befallen kann. Kennzeichnend für eine Gürtelrose sind in erster Linie ein schmerzhafter, streifen- sowie bläschenförmiger und juckender Hautausschlag auf einer Körperseite, welcher dadurch entsteht, dass die Vieren zunächst eine Entzündung der Nerven verursachen, welche dann in die Haut übergeht und dort zu großen Schädigungen führt.

Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Varicella-Zoster-Virus, welches in den meisten Fällen bereits in der Kindheit übertragen wird, sich dann zunächst in Form von Windpocken äußert und später im Leben in Form einer Gürtelrose reaktiviert wird. Für diese Reaktivierung kommt vor allem ein geschwächtes Immunsystem als Auslöser in Betracht, mögliche sind aber auch andere Faktoren wie beispielsweise Stress, psychische Belastungen, Hautirritationen oder UV-Licht bzw. ein Sonnenbrand.

Bevor es zu den typischen rötlichen, eitrigen Bläschen entlang des betroffenen Nervs kommt, ist die erste Phase der Krankheit zumeist durch Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Fieber gekennzeichnet, durch die Entzündung des Nervs kommt es zudem zu starken Schmerzen und teilweise heftigstem Brennen. Betrifft die Gürtelrose (auch) das Gesicht, sind Zahnschmerzen, eine Hörminderung, Sehstörungen oder Gesichtsmuskelausfälle möglich.

Ursache Zahndurchbruch

Insbesondere bei Babys bzw. Kindern, aber auch bei Erwachsenen, können die schmerzenden Zähne durch den Durchbruch eines (Weisheits-)Zahns bedingt sein. Das „Zahnen“ (medizinisch: Dentition) erfolgt in zwei Phasen, die zeitlich auf das allgemeine Körperwachstum und das Verhältnis von Kiefer- und Schädelgröße abgestimmt sind. So beginnt die erste Dentition – der Durchbruch der Milchzähne – im Regelfall zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat, wobei der erste Zahn normalerweise ein mittlerer unterer Schneidezahn ist.

Im nächsten Schritt brechen in den meisten Fällen zunächst die oberen mittleren und dann die seitlichen Schneidezähne durch, bis im nächsten Schritt die Eckzähne sichtbar werden. Als letztes erscheinen gewöhnlich die Backenzähne (Milchmolaren), wobei die ersten meist im Alter von 12. – 16. Lebensmonaten heraustreten.

In der zweiten Phase der Dentition erfolgt der Durchbruch des bleibenden Gebisses (lateinisch: dentes permanentes). Dieser geschieht in den meisten Fällen zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr und beginnt ebenso wie die erste Phase vorne (mesial). Eine Ausnahme bilden die Weisheitszähne, die sich vergleichsweise spät entwickeln und bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter durchbrechen – teilweise aber auch gar nicht angelegt sind.

Zahnen kann sich als sehr problematischer Prozess darstellen, vor allem, wenn es sich um einen erschwerten Zahndurchbruch (Dentitio difficilis) handelt. Hier führt ein Platzmangel im Kiefer dazu, dass die Milchzähne oder Weisheitszähne nicht genug Raum vorfinden, um richtig durchbrechen zu können. In der Folge bricht der Zahn entweder gar nicht oder nur teilweise durch, wodurch es schnell zu Einlagerungen von Bakterien oder Speiseresten kommen kann. Diese können wiederum zu eitrigen Entzündungen und damit einhergehenden massiven Schmerzen, Schwellungen, Abszessbildung und Fieber führen.

Schmerzen nach einer Zahnbehandlung

Nicht selten treten im Anschluss an eine Zahnbehandlung Beschwerden auf, denn wird an einem Zahn gearbeitet (z.B. beim Legen einer Füllung oder Einsetzen einer Krone), wird normalerweise der Zahnnerv gereizt. Auch nach einer Operation (zum Beispiel Weisheitszahn-OP) ist der Körper zunächst voll und ganz mit der Heilung beschäftigt, was für einen gewissen Zeitraum mit Schmerzen und Schwellungen verbunden sein kann. Halten diese jedoch länger an und/oder verschlimmern sich bzw. werden zu einem klopfenden, pochenden Schmerz, sollte auf jeden Fall dringend ein Zahnarzt aufgesucht werden, um zu prüfen, ob sich eventuell eine Wundinfektion gebildet hat.

Zahnschmerzen als Herzinfarkt-Warnzeichen

Im Ernstfall können Zahnbeschwerden auf einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) hindeuten. Dieser äußert sich zwar normalerweise vor allem durch plötzlich auftretende, starke, brennende oder drückende Brustschmerzen, diese können jedoch auch bis in den Rücken, Arm, Bauch, Schulter oder Kiefer spürbar sein und dadurch im letzten Falle zu Zahnschmerzen führen.

Bei Frauen zeigen sich deutlich seltener als bei Männern Brustschmerzen als Herzinfarkt-Vorboten – hier kommt es im Vorfeld stattdessen häufiger zu starker Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Schlafstörungen, auch Magenprobleme, Übelkeit, Rückenschmerzen und Zahnschmerzen treten bei ihnen insgesamt häufiger im Zusammenhang mit einem Infarkt auf als bei Männern.

In ganz seltenen Fällen können Schmerzen im Zahn- und Kieferbereich sogar alleiniges Anzeichen für einen Infarkt sein. Normalerweise treten jedoch plötzlich schwere Atemnot, kalte Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen sowie Kreislaufbeschwerden bzw. Schwindel, blasse Haut, Angst und ein starkes Beklemmungs- bzw. Engegefühl in der Brust als typische Symptome auf. Achtung: Bei diesen Anzeichen gilt es, sofort den Rettungsdienst bzw. Notarzt unter der Telefonnummer 112 zu rufen, um die akute Lebensgefahr durch einen Infarkt abwenden und Folgeschäden möglichst gering halten zu können.

Eine zu fest eingestellte Zahnspange kann starke Schmerzen verursachen. (Bild: jonnysek/fotolia.com)

Weitere Ursachen für schmerzende Zähne

Unregelmäßig gewachsene und schiefe Zähne oder eine Fehlstellung des Kiefers können mitunter massives Zahnweh verursachen, ebenso wie eine falsch bzw. zu fest eingestellte Zahnspange, eine schlecht sitzende Prothese, Brücke oder Krone. Hier kommt es in allen Fällen zu einer Fehl- bzw. Überlastung des Kieferknochens, wodurch schnell Schmerzen an den Zähnen sowie Kauprobleme auftreten.

Eine weitere Möglichkeit sind Schmerzen im Gesichts- und Mundbereich, die in einigen Fällen bis in die Zähne ausstrahlen und hier für Beschwerden sorgen. Kopfschmerzen bzw. Migräne führen häufig zu einem Druckgefühl oder Ziehen im Bereich der Zähne, ebenso können eine harmlose Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Mittelohrentzündung Auswirkungen auf den Zahnbereich haben und für ein unangenehmes Gefühl oder sogar Schmerzen sorgen.

In vielen Fällen treten die Beschwerden im Zusammenhang mit Erkrankungen der Gesichtsnerven wie beispielsweise einer sogenannten Trigeminusneuralgie auf. Bei dieser Form von Gesichtsschmerzen ist der Nerv „Nervus trigeminus“ betroffen, welcher dem Gehirn trotz unversehrter Haut das Signal „Schmerz“ sendet, wodurch es immer wieder zu plötzlich auftretenden, schlagartig einschießenden, „stromstoßartigen“ und massivsten Schmerz-Schüben im Gesicht kommt. Dadurch gehören diese Beschwerden mit zu den stärksten Schmerzen überhaupt, die darüber hinaus häufig nicht nur das Gesicht betreffen, sondern zum Beispiel auch den Bereich der Zähne oder der Ohren ausstrahlen können.

Eine Erhöhung des Augeninndendrucks (Glaukom oder „grüner Star“ genannt) kann im Zusammenhang mit Zahnschmerzen stehen. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen absoluten Notfall, da der Augeninnendruck ganz plötzlich massiv steigt und dadurch den Sehnerv schädigt. In der Folge können meist wie aus dem Nichts Zahnschmerzen, Fieber und Schüttelfrost auftreten, häufiger sind jedoch starke Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Meist verringert sich das Sehvermögen, die Pupille weitet sich stark, der Augapfel wird hart, das Auge wird lichtempfindlicher und tränt.

Achtung: In vielen Fällen geht einem akuten Glaukom eine nebelige Sicht bzw. ein Augenflimmern voraus, bei welchem bereits umgehend ein Arzt aufgesucht werden sollte, um mögliche schwerwiegende Schädigungen des Auges zu vermeiden.

Diagnose und Therapie bei Karies

Sind die Zahnschmerzen auf eine Karies zurückzuführen, richtet sich die Therapie danach, wie weit diese bereits fortgeschritten ist, an welchen Stellen sie auftritt und welche Beschwerden bestehen. Dementsprechend basiert eine gezielte Behandlung auf einer sorgfältigen und genauen Bestimmung von Kariestiefe und Zustand des betroffenen Zahns. Hierfür stehen dem Zahnarzt eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel die Verwendung so genannter Kariesdetektoren bzw. Kariesfinder, womit Flüssigkeiten gemeint sind, die mittels eines Farbstoffes anzeigen, wo sich am Zahn kariös veränderte Substanz befindet.

Röntgenaufnahmen (Panoramabild) können sehr hilfreich bei der Diagnose von Karies sein, hier ist allerdings zu beachten, dass diese erst ab einem gewissen Grad auf dem Röntgenbild erkennbar wird. Eine etwas strahlungsärmere Variante bietet ein Zahnfilm bzw. Einzelfilm, bei welchem je nach Aufnahme etwa zwei bis vier Zähne auf einem Röntgenbild dargestellt werden und die sich im Vergleich zum Panoramabild durch eine unübertroffene Detailgenauigkeit auszeichnen.

Die anschließende Behandlung richtet sich nach dem Stadium, in welchem sich die Karies befindet. So kann die noch umkehrbare Initialkaries in den meisten Fällen mit einer Fluoridtherapie schnell behoben werden, da im Rahmen dieser der Zahnschmelz remineralisiert und gehärtet wird. Hier sollte jedoch insbesondere bei fluoridhaltigen Zahncremes darauf geachtet werden, diese nur gelegentlich zu verwenden, um zu vermeiden, dass durch Ablagerungen weiße Flecken auf den Zähnen entstehen.

Ist die Karies weiter fortgeschritten und betrifft nicht mehr nur den Schmelz, sondern auch das Dentin bzw. das Zahnbein, liegt bereits eine sogenannte Dentinkaries (Caries media) vor, bei der es zu bräunlichen Verfärbungen der Zähne durch eingelagertes Pigment kommt. Hier hilft eine Remineralisierung nicht mehr aus, stattdessen ist meist eine umfangreiche zahnärztliche Behandlung notwendig, bei der die kariöse Schädigung sowie ein kleiner Teil des gesunden Zahnes mittels eines Bohrers entfernt wird, um eine erneute Bildung von Karies zu vermeiden. Alternativ dazu kann die Karies mithilfe eines Lasers beseitigt werden, was weniger Schmerzen als die klassische Bohrer-Technik bereitet, aber leider bislang noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

Im Anschluss an die Kariesentfernung wird das entstandene „Loch im Zahn“ (Kavität) mit einer Füllung („Plombe“) verschlossen für die je nach Fall unterschiedliche Materialien wie zum Beispiel Amalgam, Gold, Porzellan oder Kunststoff zur Verfügung stehen. Ist die Karies so weit fortgeschritten, dass bereits der Nerv angegriffen ist, wird im Regelfall eine Wurzelbehandlung durchgeführt, bei welcher der Zahn bis zur Wurzel aufgebohrt und der Nerv entfernt wird. In Folge dessen wird zwar aufgrund des fehlenden Nervs kein Schmerz mehr empfunden, der Zahn sitzt nun aber durch den fehlenden Halt viel lockerer und kann dementsprechend auch schneller ausfallen. Kann der Zahn gar nicht mehr gerettet werden, bleibt nur noch das Ziehen sowie die anschließende Füllung der entstandenen Lücke durch eine Brücke oder ein Zahnimplantat, um zu vermeiden, dass sich die übrigen Zähne verschieben oder der Kiefer verändert.

Karies lässt sich erst ab einem gewissen Grad auf dem Röntgenbild erkennen. (Bild: didesign/fotolia.com)

Vorbeugen von Karies

Da die Behandlung von Karies nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch sehr zeitintensiv und teuer werden kann, ist es umso wichtiger, der Krankheit vorzubeugen. Im Zentrum steht die eigene Zahnhygiene, denn die verursachenden Bakterien können nur durch regelmäßiges, sorgfältiges Zähneputzen sowie die Verwendung von Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide für die Kontaktbereiche der Zähne wirklich im Zaum gehalten werden.

Neben dem sind regelmäßige – das heißt alle sechs Monate – stattfindende zahnärztliche Kontrollen wichtig, um eine Karies bereist im Anfangsstadium entdecken und entsprechend behandeln zu können. Unterstützend wirkt hier eine professionelle Zahnreinigung (PZR), bei der bereits bestehende Plaque entfernt und die Zahnoberfläche so poliert und geglättet wird, dass dort keine Bakterien mehr festsetzen können. In diesem Zusammenhang besteht auch die Möglichkeit, die Zahnschmelzoberfläche zu schützen, indem der Zahnarzt eine spezielle Lackbeschichtung aufträgt.

Eine Tiefenfluoridierung kann für nachhaltigen Schutz sorgen, bei welcher ein bestimmtes Gel aufgetragen wird, das über einen längeren Zeitraum hinweg Fluorid an den Zahn abgibt und dadurch den Zahnschmelz robuster gegenüber Bakterien werden lässt. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kommt häufig eine sogenannte Zahnversiegelung (oder auch Fissurenversiegelung) zum Einsatz, bei der die Zähne bzw. die Zahnfissuren zur Vorbeugung vor Karies mit einer dünnen Schicht aus Kunststoff oder Glasionomerzement überzogen werden.

Therapie bei Parodontitis

Da sowohl das Zahnfleisch als auch das darunter liegende Gewebe bei einer Parodontitis geschädigt werden, ist eine zielgerichtete Behandlung besonders wichtig, um die verursachenden Bakterien zu eliminieren und die Entzündung zu heilen. Zunächst steht eine sorgfältige Vorbehandlung an, bei der weiche und harte Zahnbeläge bzw. Plaque – die Hauptverursacher der Parodontitis – entfernt sowie die Zahnoberflächen geglättet werden, damit sich später Beläge und Bakterien nicht mehr so leicht festsetzen können. Im Anschluss daran gibt der Zahnarzt individuelle Tipps für eine gründliche Zahn- und Mundhygiene, die unerlässlich ist, um eine Parodontitis zu bekämpfen und zukünftig vorzubeugen.

Der weitere Fortgang der Therapie wird dann vom jeweiligen Stadium der Krankheit bestimmt. Daher ist hier das Ausmaß eines möglichen Knochenabbaus zentral, welches der Zahnarzt durch Röntgenaufnahmen und Messen der Tiefe der Zahnfleischtaschen eruiert. Sind die Taschen weniger als 5 mm tief, kann die Entzündung in den meisten Fällen noch auf recht schonende Weise mit einer sogenannten geschlossenen Kürettage behandelt werden. Dabei wird die Wurzeloberfläche von Bakterien und festen Belägen mit Hilfe spezieller Instrumente (Kürette, Ultraschall) intensiv gesäubert und geglättet, was unter örtlicher Betäubung geschieht, sodass die Behandlung normalerweise keine Schmerzen verursacht. Allerdings kann es zu starken Blutungen kommen, außerdem berichten Betroffene häufig von einem Druckgefühl und unangenehmen Schabe-Geräuschen.

Sofern die geschlossene Kürettage keinen Erfolg bringt oder die Zahnfleischtaschen tiefer als sechs Millimeter sind und/oder bereits über einen längeren Zeitraum bestehen, erfolgt meist eine offene Kürettage. Bei dieser wird das Zahnfleisch mit dem Skalpell eingeschnitten, um die entzündete Stelle besser zu erreichen und die Taschen gründlich reinigen und von Bakterien befreien zu können. Zu diesem Zweck wird immer häufiger auch eine Lasertherapie durchgeführt, die sich vor allem bei einer Taschentiefe von 4 bis 5 cm eignet. Hier schneidet der Zahnarzt das Zahnfleisch nicht mehr ein, sondern tötet stattdessen die Bakterien mit Laserlicht ab, wodurch die Behandlung zum einen völlig schmerzfrei verläuft und die Entzündung schneller abheilen kann.

Sind die Bakterien erfolgreich abgetötet, ist eine anschließende gründliche und regelmäßige bzw. tägliche Zahnpflege ein Muss, um zu verhindern, dass sich neue Beläge bilden. Dabei ist nicht nur die Zahnbürste unverzichtbar, sondern auch Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten, um die Beläge an schwierig zu erreichenden Stellen entfernen zu können.

Mundspüllösungen und Zungenschaber können ebenfalls dazu beitragen, die Anzahl der Bakterien im Mund zu minimieren – gerade Spülungen wie „Chlorhexidin“ sollten allerdings nur nach Absprache mit dem Arzt und nur über einen kurzen Zeitraum verwendet werden, da sie unter anderem zu Geschmacksirritationen führen und die Zähne dunkel verfärben können. Lassen sich die Bakterien auf diese Weise nicht in den Griff bekommen, wird in selteneren Fällen auch ein Antibiotikum notwendig, welches entweder in Form einer Tablette eingenommen oder vom Arzt direkt in die Zahnfleischtaschen eingebracht werden kann.

Neben der Zahnbürste sind unter anderem Zahnseide und Zungenschaber wichtige Utensilien für eine gründliche Mundhygiene. (Bild: Ramona Heim/fotolia.com)

Therapie bei Pulpitis

Liegt den Beschwerden eine Zahnwurzelentzündung bzw. Pulpitis zugrunde, so verschafft sich der Zahnarzt normalerweise zunächst mittels Klopftest, Begutachtung der Weichgewebe, Kariesdiagnostik und Röntgen einen Überblick über den bisherigen Verlauf und den Status Quo der Erkrankung. Im nächsten Schritt erfolgt in den meisten Fällen eine sogenannte Wurzelkanalbehandlung, wobei für diese bei noch lebendigem Zahnmark eine lokale Betäubung gesetzt wird. Ist die Pulpa hingegen bereits tot, ist eine Betäubung oft gar nicht mehr notwendig.

Bei der Behandlung wird der Zahn zunächst aufgebohrt, um im nächsten Schritt das entzündete Gewebe entfernen zu können. Die Wurzelkanäle werden dabei mit sehr feinen Feilen mechanisch gesäubert, zur Unterstützung wird der Kanal anschließend mit chemischen Substanzen (zum Beispiel Natriumhypochlorit) gereinigt, um die Bakterien abzutöten und abgestorbenes Pulpagewebe, Blut sowie abgetragenes Dentin aufzulösen und zu entfernen. Anschließend werden die Wurzelkanäle mit einer speziellen Masse aus Gummi (Guttapercha) und Versiegelungszement wieder aufgefüllt und damit abgedichtet. Liegt eine bakterielle Infektion vor, werden die Kanäle allerdings zunächst mit entzündungshemmenden und desinfizierenden Medikamenten versorgt.

Ist die Behandlung abgeschlossen, überprüft der Zahnarzt mithilfe eines Röntgenbildes die Füllung der Wurzel, erst danach wird das gebohrte Loch gefüllt. Dies geschieht zunächst provisorisch, um sicher zu gehen, dass die Entzündung tatsächlich vollständig behoben ist. Treten keine Beschwerden mehr auf, erhält der Zahn schließlich seine endgültige Füllung.

Ist die Zahnwurzelentzündung bzw. Zahnmarkentzündung sehr stark ausgeprägt oder hält weiter an, kann eine sogenannte Wurzelspitzenresektion (Apektomie) notwendig werden. Dabei handelt es sich um einen kleinen operativen Eingriff, bei dem der Arzt zunächst den Kiefer-Knochen eröffnet um dann ein Stück der Wurzelspitze des Zahnes entfernen zu können (Resektion). Führt auch diese Behandlung nicht zum Erfolg, kann der Verlust des gesamten Zahnes normalerweise nur noch durch die Halbierung des Zahns und die Entfernung des betroffenen Zahnteils oder Wurzelamputation vermieden werden, im Ernstfall kommt jedoch jedoch nur das Ziehen des gesamten Zahnes in Frage (Extraktion).

Behandlung bei Zähneknirschen

Um Schädigungen bzw. das Abschleifen der Zähne zu vermeiden, erhalten starke Knirscher normalerweise eine speziell angefertigte Kunststoff-Schiene („Aufbissschiene“), welche im besten Falle nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber getragen werden sollte. Dadurch wird für Entspannung im Gelenkbereich gesorgt, welche oft durch physiotherapeutische Übungen, Wärmebehandlungen und Massagen wirkungsvoll unterstützt werden kann.

Durch diese Maßnahmen werden zwar Folgeschäden vermindert bzw. verhindert, die Ursachenbekämpfung bleibt jedoch aus. Da das Knirschen in vielen Fällen unbewusst geschieht, ist es daher wichtig, dass sich Betroffene dieses zunächst einmal bewusst machen – denn nur so besteht überhaupt die Möglichkeit, es sich abzugewöhnen. Je öfter man sich also bewusst beim Knirschen „ertappt“ und anschließend korrigiert, desto höher die Chance, dieses loszuwerden. Dementsprechend eignen sich hier kleine Hilfsmittel besonders gut, wie zum Beispiel eine tägliche Dokumentation der Knirsch-Episoden, um ein klares Bild zu erhalten, wann und in welchen Situationen die Zähne aufeinander gepresst werden.

Liegen dem Knirschen psychische Ursachen zugrunde, besteht die sinnvollste Maßnahme in einer geeigneten Psychotherapie, in der Konflikte bzw. seelische Belastungen ausgesprochen und auf diesem Wege bearbeitet werden können. In vielen Fällen helfen Entspannungsmethoden wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga oder Tai Chi beim Stressabbau und einem ruhigeren, entspannteren Umgang mit psychischen Problemen.

Bei Kindern hingegen stellt Zähneknirschen meist keinen Grund zur Besorgnis dar. Vielmehr ist es vor, während und nach dem Zahnwechsel ganz normal, dass der Verschluss von Zähnen des Oberkiefers und denen des Unterkiefers (Okklusion) zunächst abgestimmt bzw. „zurechtgebissen“ werden muss, was oft mit teilweise heftigen Knirschgeräuschen einhergeht.

Wenn Kinder während des Zahnwechsels gelegentlich knirschen, ist das ganz normal. (Bild: bARTiko/fotolia.com)

Therapie bei Gürtelrose

Liegt eine Gürtelrose (Herpes zoster) vor, steht im Zentrum der Behandlung die Linderung der Symptome sowie die schnelle Ausheilung der Erkrankung – welche dementsprechend in den meisten Fällen im Laufe von etwa vier bis sechs Wochen überstanden ist. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt und dadurch umgehend medikamentös behandelt, können die Schmerzen sowie die Bläschen bzw. Rötungen auf der Haut meist recht gut und schnell minimiert werden – daher ist es umso wichtiger, bereits bei den ersten Hinweisen auf einen Herpes Zoster einen Arzt aufzusuchen.

Als Medikament werden innerhalb der schulmedizinischen Behandlung normalerweise so genannte Virostatika (zum Beispiel Brivudin, Aciclovir oder Valaciclovir) eingesetzt, um eine weitere Vermehrung der Herpesviren zu hemmen, gegen die mit der Gürtelrose verbundenen Schmerzen kommen außerdem Schmerzmittel zum Einsatz.

Neben der medikamentösen Therapie sollten Betroffene unbedingt darauf achten, dem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen. Die entzündeten Hautbereiche sollten möglichst immer trocken gehalten und sorgfältig und behutsam gepflegt werden. Hierfür sind in der Apotheke diverse Puder, Salben oder Sprays erhältlich, die beispielsweise durch den Inhaltsstoff Zink helfen können, dass die Bläschen schneller austrocknen und abheilen.

Ein leichter und atmungsaktiver Verband kann helfen, den Juckreiz zu lindern und verhindert gleichzeitig, dass die Blasen berührt und dadurch die Viren möglicherweise weiter verbreitet werden. Werden die Bläschen dennoch berührt, ist es sehr wichtig, auf eine entsprechende Hygiene zu achten und die Hände im Anschluss direkt gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Außerdem sollte unbedingt vermieden werden, dass die Bläschen nicht aufgekratzt werden, um eine zusätzliche bakterielle Infektion zu vermeiden.

Hilfe bei Zahndurchbruch

Verläuft der Zahndurchbruch beim Baby bzw. Kind sehr schmerzhaft, stehen einige Tricks und Hilfsmittel zur Verfügung, um die Beschwerden ein wenig zu lindern. Hilfreich ist in vielen Fällen ein Beißring, der mit kaltem Wasser gefüllt wird, auch kalte Nahrung (zum Beispiel ein Stück gekühlte Karotte, Apfelschnitze oder gefrorene Banane) oder harte Brotkanten zum herumkauen und Saugen können sehr wohltuend wirken. Dabei ist jedoch unbedingt Vorsicht geboten, da das Kind – sofern bereits Zähne durchgebrochen sind – kleine Stücke abbeißen und sich daran verschlucken könnte. Es gilt, das Kind nicht aus den Augen zu lassen – und dem Baby im Zweifelsfall doch lieber den Beißring oder zum Saugen alternativ auch den eigenen Finger anzubieten.

Naturheilkunde bei Zahnschmerzen

Bei Zahnbeschwerden sollte immer zunächst ein Zahnarzt aufgesucht werden, um die Ursache zu klären und damit kein gesundheitliches Risiko einzugehen. Da sich dies jedoch nicht in jeder Situation sofort umsetzen lässt, bieten verschiedene Hausmittel bei Zahnschmerzen und Naturheilverfahren eine sanfte und natürliche (erste) Hilfe, um die Beschwerden zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Häufig genügt schon ein Gang in die Küche, wo beispielsweise Zwiebeln wunderbar Anwendung finden, indem sie kleingehackt und in ein Tuch gewickelt an die schmerzende Stelle gehalten werden und auf diesem Wege ihre antibakterielle Wirkung entfalten kann. Auch die Gewürznelke eignet sich hervorragend als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Zahnschmerzen, denn diese verfügt über zahlreiche Phenolverbindungen und wirkt dadurch gerinnungs- und entzündungshemmend. Hier kann es helfen, eine Gewürznelke in die entsprechende Wangentasche zu stecken und darauf herumzukauen, ebenso kann eine Massage des Zahnfleischs oder eine Spülung mit einer Mischung aus Nelkenöl und Wasser desinfizierend und wohltuend wirken.

Ein weiteres traditionelles, vielfach bewährtes pflanzliches Heilmittel stellt die Kamille dar. Bei Zahnschmerzen kann diese auf verschiedene Weise zum Einsatz kommen, zum Beispiel können die Blüten mit etwas Verbandsmull eingepackt, dann in heißem Wasser getränkt und anschließend auf die betroffene Stelle gelegt werden – allerdings erst dann, wenn der Kamille-Verband etwas abgekühlt ist. Dann sollte dieser jedoch für einige Zeit dort gelassen und nach Bedarf erneuert werden.

Gewürznelken sind ein bewährtes Hausmittel gegen Zahnschmerzen. (Bild: Dionisvera/fotolia.com)

Natürliche Hausmittel bei Schmerzen durch Zahnwachstum

Auch bzw. gerade im Zusammenhang mit dem Zahnwachstum kann es zu massiven Schmerzen kommen, die vor allem bei Babys und Kleinkindern für viel Unmut und schlaflose Nächte sorgen. Doch auch diese Form des Zahnwehs kann sehr gut natürlich behandelt werden und den Einsatz von Medikamenten überflüssig machen – zumal diese bei kleinen Kindern ohnehin gründlich überdacht werden sollte.

Ein beliebtes Mittel stellen hier sogenannte Bernsteinketten dar, die – um den Hals getragen – in geringen Mengen Bernsteinsäure an die Haut abgeben und dadurch unter anderem beschleunigend auf die Wundheilung wirken können. Eine kühlende Anwendung sorgt schnell und unkompliziert für Linderung. Hierfür kann beispielsweise das entzündete Zahnfleisch sanft mit einer Mischung aus einem Tropfen Kamille (römisch oder blau) und einen Esslöffel gutem Sonnenblumen- bzw. Rapsöl geben massiert werden. Alternativ kann Speiseeis aus Früchten, Milch oder Kamillenblüten-Tee selbst hergestellt und für die Kühlung der betroffenen Stellen verwendet oder dem Kind selbst zum Lutschen gegeben werden. Gegen die Entzündungen wirken lauwarmer Kamillenblüten- oder Salbeiblättertee.

Neben einer Massage mit Eis können die Finger sinnvoll eingesetzt werden, indem – am besten mit dem Zeigefinger – das Zahnfleisch des Kindes mit leichtem Druck sachte massiert wird. Hier gilt es jedoch, unbedingt darauf zu achten, dass die Finger sauber sind.

Isst das Kind bereits Beikost, können dem Kind alternativ zu gekühlten Beißringen auch harte Brotkanten oder zuvor im Kühlschrank gekühlte größere Apfel-, oder Karottenstücke zum Draufherumbeißen und Saugen gegeben werden. Da hier jedoch die Gefahr besteht, dass größere Stücke abgebissen und falsch verschluckt werden können, eignet sich gerade bei kleinen Kindern eine Veilchenwurzel noch besser als Zahnungshilfe. Diese ist in der Apotheke erhältlich, verursacht keine Karies und wirkt, indem sie durch das Daraufherumkauen beruhigende und schmerzlindernde Inhaltsstoffe abgibt.

Die Homöopathie kann generell bei Zahnschmerzen wirkungsvoll eingesetzt werden und bietet gerade kleinen Menschen beim Zahnen eine wirklich gute Alternative zu Medikamenten wie „Dentinox“ – welches unter anderem Alkohol enthält und dementsprechend ein ohnehin fragwürdiges Mittel darstellt. Hier gilt vor allem Chamomilla (Kamille) als das Hauptmittel für Babys bzw. Kinder, die aufgrund der Zahnungsbeschwerden viel weinen und schreien und gleichzeitig geschwollenes sowie extrem berührungsempfindliches Zahnfleisch haben. In diesem Fall ist die betreffende Gesichtshälfte meist rot und sehr heiß, die nicht betroffene Seite hingegen eher blass. Hinzu können Fieber, Magen-/Darmprobleme sowie ein grüner, sauer riechender Durchfall kommen.

Homöopathie und Schüssler Salze bei Zahnweh

Doch nicht nur Kindern kann die Homöopathie bei Zahnweh helfen, auch Erwachsene finden hier wohltuende erste Hilfe, um die Zeit bis zum Zahnarztbesuch zu überbrücken. „Klassiker“ ist Arnica, die bei dumpfen oder ziehenden Schmerzen nach einer zahnärztlichen Behandlung, aber auch bei Verletzungen des Zahnfleischs eingenommen werden kann.

Treten plötzlich starke und pulsierende bzw. stechende Zahnschmerzen auf, die teilweise bis in die Ohren ausstrahlen können und von einer „dicken Backe“, einem erhitzten Kopf und erhöhter Berührungsempfindlichkeit begleitet wird, kommt beispielsweise Belladonna (Tollkirsche) in Betracht. Werden die Zahnschmerzen unerträglich und verschlechtern sich in Verbindung mit Kälte, Hitze und während der Nacht und treten außerdem in Verbindung mit starker innerer Unruhe und Reizbarkeit auf, kann auch hier Chamomilla das Mittel der Wahl sein. Welches Homöopathikum und welche Potenz am Ende am geeignetsten ist, sollte im besten Falle ausführlich mit einem Heilpraktiker, Apotheker oder Arzt besprochen werden.

Alternativ können Schüssler Salze innerlich gegen Zahnschmerzen eingesetzt werden. Hier eignen sich vor allem Natrium Chloratum (Salz Nr. 8) sowie Manganum sulfuricum (Salz Nr. 17), von denen normalerweise 3 bis 6 mal täglich ein bis drei Tabletten genommen werden. Für Kinder ist hingegen eine Dosierung von einer halben bis zwei Tabletten je nach Alter und Körpergröße empfehlenswert, eingenommen ebenfalls drei bis sechs mal täglich.

Speziell bei kindlichen Zahnungsbeschwerden kommt außerdem das Salz Nr.2 Calcium phosphoricum in Betracht, welches beim Aufbau der Zahnmasse helfen sowie Schmerzen lindern soll. Auch das Salz Nr. 1 Calcium fluoratum kann bei Zahnschmerzen infolge des Zahndurchbruchs wirkungsvoll sein, da es die Elastizität des Gewebes verbessert und das Durchstoßen des Zahnes erleichtert. (nr, zuletzt aktualisiert am 6.3.2018)