Erschöpfung / Abgeschlagenheit

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Heilpraxisnet
Generell ist unser Körper robust, sodass ein gesunder Mensch mit Abgeschlagenheit und Erschöpfung in einem normalen Maß gut umgehen kann. Dementsprechend ist z.B. nach einer stressigen Phase im Beruf, einer Erkältung oder nach anstrengenden Ereignissen wie einem Umzug oder intensiven Sport-Training normalerweise eine kurze Ruhephase ausreichend, um sich zu erholen. In anderen Fällen bleibt das Gefühl der Erschöpfung jedoch dauerhaft bestehen, was verschiedene körperliche Ursachen wie zum Beispiel eine Infektion, Schilddrüsenunterfunktion oder Kreislaufschwäche haben kann. Neben dem spielen auch psychische Auslöser immer häufiger eine wichtige Rolle, wenn es um chronische Erschöpfungszustände geht. Hier kommt vor allem das so genannte „Burn-Out“-Syndrom in Betracht, welches dazu führt, dass sich Betroffene innerlich völlig ausgebrannt und emotional erschöpft fühlen und dementsprechend keine Kraft mehr haben, den Alltag zu meistern. Tritt die Abgeschlagenheit dauerhaft auf und geht über ein normales Gefühl der „Schlappheit“ hinaus, sollte dementsprechend immer ein Arzt aufgesucht werden, welcher die Ursache abklären und bei Bedarf notwendige therapeutische Schritte einleiten kann.

INHALTSVERZEICHNIS

Erschöpfungssymptome
Ursachen von Erschöpfung / Abgeschlagenheit
Abgeschlagenheit durch Erkältung
Chronisches Erschöpfungssyndrom
Erschöpfungsdepression / Burn-Out
Abgeschlagenheit bei Kindern
Hilfe für erschöpfte Kinder
Behandlung
Naturheilkunde bei Erschöpfung

ERSCHÖPFUNGSSYMPTOME

Bei Erschöpfung und Überlastung reagiert der Körper mit bestimmten „Warnsignalen“, die jedoch im Alltag häufig nicht entsprechend wahrgenommen sondern stattdessen als harmloses „Zipperlein“ abgetan oder gar ignoriert werden. In der Folge wächst die Belastung, der negative Stress nimmt immer weiter zu, wodurch das Risiko für körperliche und psychische Probleme wie z.B. einSchwächeanfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Depression steigt. Um Erschöpfung zu vermeiden, sollte daher schon frühzeitig auf körperliche Stress-Reaktionen geachtet und entsprechend reagiert werden. Typische Symptome sind dabei Verspannungen (in Nacken, Schultern, Rücken), Kopfschmerzen, eine erhöhte Infektanfälligkeit,Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche. Auch plötzlich auftretender Schwindel (z.B. beim schnellen Aufstehen), Zähneknirschen, Antriebsschwäche oder Ohrensausen sind häufig ein Zeichen dafür, dass die Akkus sprichwörtlich „leer gelaufen“ sind und der Körper dringend Ruhe und Regeneration benötigt.

Erschöpfung

URSACHEN VON ERSCHÖPFUNG / ABGESCHLAGENHEIT

Sich hin und wieder abgeschlagen, erschöpft und müde zu fühlen, kennt vermutlich jeder. Dafür kann es viele Gründe geben, wobei es sich in vielen Fällen um eine vorübergehende Schwäche handelt, die z.B. durch zu wenig Schlaf oder einen ereignisreichen, stressigen Tag hervorgerufen wurde. Neben dem können ein intensives Sport-Training, lange Autofahrten oder eine aufwändige Reise dazu führen, wir keine Energie mehr haben, ebenso wie eine emotional bzw. psychisch belastende Situation (z.B. Verlust eines nahestehenden Menschen, Trennung). In anderen Fällen hält das Gefühl der Erschöpfung aber auch länger und in sehr starker Ausprägung an, was unter anderem durch Erkrankungen des Herzens wie Herzrhythmusstörungen, die koronare Herzkrankheit oder eine Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Krebs- oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden kann. Neben dem kommen auch hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Blutarmut, Kreislaufprobleme und Infektionskrankheiten als Auslöser in Betracht, ebenso wie bestimmte Medikamente (z.B. Blutdrucksenker, Beruhigungsmittel, Migränemedikamente oder Krebsmittel), Alkoholmissbrauch sowie Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimie.

Möglich sind auch psychische Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen oder ein Burn-Out-Syndrom, die dazu führen, dass Betroffene eine chronische Müdigkeit empfinden und ständig schnell erschöpft sind, obwohl objektiv betrachtet gar keine übermäßige Belastung besteht.

ABGESCHLAGENHEIT DURCH ERKÄLTUNG

Häufig ist ein grippaler Infekt (Erkältung) die Ursache für ein Gefühl der Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Bei dieser handelt es sich um eine akute Infektion der oberen Atemwege, die zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt zählt. Eine Erkältung wird in den meisten Fällen durch Viren (z.B. Rhino-, oder Coronaviren) ausgelöst, die über kleine Speicheltröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen werden (Tröpfcheninfektion). Die Anfälligkeit für einen grippalen Infekt ist dabei besonders hoch, wenn das Immunsystem des Körpers z.B. infolge von anhaltendem Stress, Schlafmangel oder Medikamenten ohnehin geschwächt ist. Außerdem kommt es aufgrund der eingeschränkten Abwehr in einigen Fällen neben der viralen zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion („Mischinfektion“ bzw. „Superinfektion“). Hier sind häufig Streptokokken und Pneumokokken die „Übeltäter“, die für einen schwereren Verlauf der Erkältung sorgen und zu Komplikationen wie einer Lungen- oder Mittelohrentzündung führen können.

Ein grippaler Infekt kann mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen, die von Fall zu Fall ganz unterschiedlich ausgeprägt sein können. Häufig kommt es anfangs zu Schluckbeschwerden sowie einem Kratzen, Brennen und trockenem Gefühl im Hals, hinzu kommen meist infolge der angegriffenen Nasenschleimhaut häufiges Niesen, Kribbeln und Jucken in der Nase. Im weiteren Verlauf können zusätzlich Husten, Schnupfenund Heiserkeit auftreten, häufig sind zudem Allgemeinsymptome wie starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Frösteln, erhöhte Temperatur sowie Glieder- und Kopfschmerzen. Sind Kinder erkältet, kommt es häufig auch zu Fieber, darüber hinaus kann sich die Entzündung der oberen Atemwege auch auf andere Bereiche ausweiten und dadurch zum Beispiel zu einer Bronchitis mit entsprechenden weiteren Symptomen wie eitrigem Auswurf, Brustschmerzen oder einem Brennen in der Brust führen.

CHRONISCHES ERSCHÖPFUNGSSYNDROM

Hält die Abgeschlagenheit dauerhaft an, kommt ebenso das so genannte „chronische Erschöpfungssyndrom“ (myalgische Enzephalomyelitis) in Betracht, welches häufig auch als „Chronic-Fatigue-Syndrom“ (CFS) bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um ein sehr vielschichtiges und schwer greifbares Krankheitsbild, welches unterschiedliche Symptome hervorrufen kann. Kennzeichnend ist vor allem eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung, die meist plötzlich auftritt, länger als sechs Monate anhält und durch Ruhepausen oder Schlaf nicht gelindert werden kann. Durch die ständige Abgeschlagenheit kommt es zu einer starken Verminderung der Leistungsfähigkeit, typisch sind zudem körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darmprobleme, Schlafstörungen, Hals- und Gelenkschmerzen, Muskelschwäche oder Konzentrationsstörungen. Auch eine erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und eine zunehmende Vergesslichkeit sind häufige Symptome eines chronischen Erschöpfungssyndrom, wobei die Ausprägung des Syndroms insgesamt von Fall zu Fall ganz unterschiedlich sein kann. Dementsprechend können Betroffene lediglich einige der genannten Beschwerden in leichter Form erleben, während andere so stark eingeschränkt sind, dass die Teilhabe am „normalen“ Leben gar nicht mehr möglich ist.

Wodurch das Chronic-Fatigue-Syndrom verursacht wird, ist bislang nicht geklärt, vielmehr werden verschiedenste Faktoren diskutiert, die als Auslöser oder Verstärker in Frage kommen könnten. Hierzu zählen z.B. Infektionskrankheiten bzw. deren Erreger wie das Epstein-Barr-Virus, bestimmte Herpes-Viren oder Darmpilze (Candida albicans). Neben dem kommen auch Störungen im Hormonhaushalt oder Immunsystem in Betracht, ebenso wie psychische Belastungen durch Stress, Trennungen, Verlust eines nahestehenden Menschen oder andere traumatische Erfahrungen. Darüber hinaus wird häufig auch eine familiäre Veranlagung vermutet.

ERSCHÖPFUNGSDEPRESSION / BURN-OUT

Auch ein so genanntes „Burn-Out-Syndrom“ (auch „Erschöpfungsdepression“ genannt) kann bei Abgeschlagenheit die Ursache sein, wobei mit diesem Begriff normalerweise bereits der Zustand völliger körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung beschrieben wird. Wie der Begriff schon vermuten lässt, fühlen sich an Burn-Out Erkrankte meist vollständig „ausgebrannt“ und innerlich leer, was jedoch nicht abrupt auftritt, sondern sich in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum entwickelt. Häufig sind Personen betroffen, die sich stark mit ihrem Beruf identifizieren und sich in diesem stark für andere Menschen einsetzen, gleichzeitig aber nur eine geringe Anerkennung durch Vorgesetzte o.ä. erhalten (wie z.B. Lehrer, Ärzte oder Pflegekräfte).

Generell kann ein Burn-Out jedoch auch jeden anderen treffen, der z.B. starke Belastungen bzw. Überforderung im beruflichen und/oder privaten Bereich erlebt, wozu unter anderem Mobbing, anhaltender starker Stress, ungelöste Konflikte, Existenzängste oder eine negative Atmosphäre am Arbeitsplatz zählen. Oft wird auch angenommen, dass die Entstehung eines Burn-Out-Syndroms durch ein Zusammenspiel von Belastungen im Beruf und psychischen Faktoren begünstigt wird, wobei hier besonders starker Ehrgeiz, Perfektionismus, ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl („Helfersyndrom“), mangelnde Stressbewältigungsstrategien und die Angst vor Kontrollverlust als besonders riskant gelten. Auch wer sich in erster Linie über seine Arbeit definiert und andere Bereiche wie Familie, Freunde, Hobbys etc. als weniger wichtig erachtet, läuft schneller Gefahr, dass sich die „Akkus“ leeren. Der Grund liegt hier im fehlenden Ausgleich zu der täglichen Belastung, dem Stress, Frust und möglichen Konflikten, die im Job erlebt werden.

Da es sich bei einem Burn-Out nicht um ein einheitliches Krankheitsbild handelt, können ganz unterschiedliche körperliche oder psychische Symptome auftreten, die sich jedoch in der Regel allesamt schleichend entwickeln. Dementsprechend ist es für die frühe Phase eines Burn-Outs typisch, dass der Betroffene extrem viel Zeit und Energie in seine Arbeit investiert, sodass ein „Abschalten“ und damit Erholung und Regeneration kaum noch möglich ist. In der Folge werden im Beruf zwar Erfolge erlebt, dennoch entsteht infolge des ständigen „Getrieben-Seins“ und des fehlenden Ausgleichs immer mehr Unzufriedenheit und Frust. Es kommt zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit, chronischer Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen, Angst und Panikattacken sowie depressiven Anzeichen wie zum Beispiel Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Rückzug aus dem sozialen Leben und einem Gefühl der inneren Leere. Neben dem äußert sich die massive psychische Belastung auch durch körperliche Beschwerden wie z.B. Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bluthochdruck oder eine erhöhte Infektanfälligkeit, welche sich oft schon zu Beginn der Erkrankung zeigen.

Wird die Erschöpfungsdepression nicht behandelt, ist der weitere Verlauf schlimmstenfalls durch ein Gefühl der völligen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gekennzeichnet, wodurch das Leben für den Betroffenen sinnlos erscheint und das Risiko für Suizidgedanken extrem erhöht ist. Dementsprechend ist eine frühzeitige Behandlung um so wichtiger.

ABGESCHLAGENHEIT BEI KINDERN

Machen Kinder einen abgeschlagenen Eindruck, kann dies körperliche oder psychische Gründe haben, durch welche es unter anderem zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, starker Müdigkeit und erhöhten Reizbarkeit kommen kann. Häufig sind erschöpfte Kinder zudem besonders streitbar, weinen viel und stören sich an Dingen, die sonst kein Problem darstellen. Erschöpfung kann hier einerseits eine normale Reaktion des Körpers sein, nachdem das Kind beispielsweise eine einschneidende Veränderung (Einschulung, Kindergartenbeginn etc.) oder eine starke Belastung (Tod eines nahestehenden Menschen, Trennung der Eltern etc.) erlebt hat. Auch durch Überforderung in der Schule oder durch zu viel „Freizeitstress“ in Form von täglichen Angeboten, Verabredungen und Sport-Training können Kinder schnell ihre Energie verlieren, gleiches gilt natürlich auch, wenn nicht ausreichend geschlafen wird, sondern stattdessen z.B. abends noch lange Zeit vor dem Fernseher oder am Computer verbracht wird.

Oft tritt ein Erschöpfungsgefühl auch nach einer überstandenen Infektionskrankheit auf, da der Körper sich zunächst von der Belastung erholen muss, um wieder „voll einsatzfähig“ zu sein. Dementsprechend ist es ganz natürlich, wenn das Kind zuerst noch ein gesteigertes Bedürfnis nach Ruhe und Erholung hat, hält dieses allerdings länger als 14 Tage an und/oder wird von weiteren Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen o.ä. begleitet, sollte unbedingt der Kinderarzt aufgesucht werden. Bleibt die Erschöpfung länger bestehen und wird von einer traurigen, niedergeschlagenen Grundstimmung begleitet, kann es sich auch bei Kindern bereits um eine depressive Verstimmung handeln. Typisch sind hier zudem eine generelle Lust- und Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Ängste und verstärkte Schüchternheit sowie Spielunlust (bei kleinen Kindern), Ausdruckslosigkeit im Gesicht, häufiges Weinen, Rückzug von den Freunden oder Veränderungen des Essverhaltens und Schlafstörungen. Da gerade kleineren Kindern noch die Fähigkeit fehlt, das Gefühl der Traurigkeit und Niedergeschlagenheit zu verbalisieren, werden depressive Verstimmungen häufig auch als „Bauchschmerzen“ oder „Kopfweh“ beschreiben, was die Diagnose zusätzlich erschwert. Generell gilt hier jedoch, dass nicht alle Symptome zwangsläufig auf eine depressive Erkrankung hindeuten, denn dass sich ein Kind von Zeit zu Zeit in sich gekehrt und antriebslos zeigt, ist völlig normal. Dennoch sollten Eltern Anzeichen wie diese immer ernst nehmen und bei Verdacht auf eine Depression unbedingt fachkundige Hilfe bei Familien- oder Jugendberatungsstellen bzw. einem Kinder- oder Jugendpsychologen in Anspruch nehmen.

Tritt die Abgeschlagenheit bei Kindern hingegen in Kombination mit Fieber und/oder einer Schwellung der Lymphknoten auf, kann auch eine Infektionskrankheit wie z.B. das Pfeiffer-Drüsenfieber oder eine chronische Entzündung (z.B. „Kinder-Rheuma“) vorliegen. Zeigt sich neben dem Fieber ein juckender Hautausschlag am ganzen Körper bzw. an bestimmten Körperteilen, kommen zudem verschiedene Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken, Röteln oder Scharlach in Betracht. Kommt es neben der Erschöpfung zu Gesichtsblässe, Kreislaufbeschwerden, Schwindel oder Kopfschmerzen, kann auch eine Blutarmut vorliegen. Ist diese wiederum durch einenEisenmangel (Eisenmangelanämie) bedingt, treten häufig zudem Symptome wie brüchige Nägel, verminderter Appetit, eingerissene Mundwinkel, Haarausfall, trockene Haut oder Mundbrennen auf.

Eine weitere Ursache kann ein Diabetes mellitus Typ 1 („Zuckerkrankheit“) sein, bei dem es sich um eine häufige chronische Krankheit im Kindes- und Jugendalter handelt. Bei dieser Stoffwechselerkrankung kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend lebenswichtiges Insulin produzieren, welches jedoch notwendig ist, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen. Besteht ein Mangel, bleibt der Zucker im Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel und damit das Risiko für Folgeerkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Störungen der Nierenfunktion, Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt. Dementsprechend müssen betroffene Kinder und Jugendliche ihr Leben lang das Hormon regelmäßig spritzen, um den Insulin-Mangel auszugleichen. Diabetes Typ 1 ist vor allem durch eine ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit, starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen und trockene, juckende Haut gekennzeichnet, hinzu kommen meist Gewichtsverlust sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit

HILFE FÜR ERSCHÖPFTE KINDER

Wirken Kinder abgeschlagen und erschöpft, sollte dies in jedem Fall ernst genommen und mit entsprechender Aufmerksamkeit „behandelt“ werden, denn ihnen fehlen oft noch die Mittel, um Überforderung, Traurigkeit, Ängste oder Sorgen zu verbalisieren. Dementsprechend ist es besonders wichtig, dass den Kindern Raum geschaffen wird, um negative Gefühle ausdrücken und verarbeiten zu können. Eltern sollten versuchen, mit viel Geduld und Verständnis den Grund für die Erschöpfung oder Traurigkeit zu ergründen, denn oft handelt es sich um Ereignisse, die aus Erwachsenensicht recht banal scheinen, für das Kind aber sehr belastend sind.

Kann die Abgeschlagenheit auf Veränderungen im Leben des Kindes oder Überforderung zurückgeführt werden, reicht es oft schon, den Alltag insgesamt zu „entschleunigen“ und dadurch dem Kind die Möglichkeit zu schaffen, neue Energie zu tanken. Dementsprechend sollten Eltern darauf achten, psychische Belastungen so weit wie möglich abzufangen und die Zeit nach der Kita bzw. Schule möglichst wenig zu verplanen, um dem Kind so viel Ruhe wie möglich bieten zu können. Zudem sollte dafür gesorgt werden, dass das Kind ausreichend und gut schläft, was in den meisten Fällen dadurch erleichtert wird, wenn das Kind abends nicht mehr unbegrenzt von Reizen durch Fernsehen, Computerspiele o.ä. „überflutet“ wird. Hält die Erschöpfung jedoch über einen längeren Zeitraum an, sollte immer vorsichtshalber ein Kinderarzt aufgesucht werden, um die Ursache genau abklären und körperliche Erkrankungen wie Diabetes mellitus, chronische Entzündungen oder eine Infektionskrankheit ausschließen zu können.

BEHANDLUNG

Bei Abgeschlagenheit ist nicht in jedem Fall eine Behandlung notwendig, denn handelt es sich z.B. um eine normale Reaktion des Körpers auf Stress, besondere Ereignisse oder körperliche Überlastung, reguliert sich diese normalerweise von selbst wieder, sobald die Belastung nachlässt bzw. eine Ruhepause eingelegt wurde. Bleibt die Erschöpfung jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, um den Auslöser zu klären und gegebenenfalls therapeutische Schritte einleiten zu können. Die konkrete Behandlung richtet sich dabei nach der Ursache. Liegt beispielsweise eine bakterielle Infektionskrankheit vor, können neben Ruhe und Erholung bei Bedarf Medikamente wie Antibiotika helfen, auch bei einer hormonellen Störung wie einer Schilddrüsenunterfunktion werden die fehlenden Schilddrüsenhormone normalerweise medikamentös ersetzt.

Generell ist es zudem ratsam, bei akuter Erschöpfung, Müdigkeit und Schwäche auf viel Ruhe und Schonung zu achten und starke körperliche und psychische Anstrengungen zu vermeiden. Neben dem sollte auf eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung geachtet werden, wobei hier z.B. eine Ernährungsberatung oder ein professionelles Sport-Coaching eine hilfreiche Unterstützung bieten können. Sind Stress oder andere psychische Belastungen die Ursache für die dauerhafte Abgeschlagenheit, können auch Entspannungstechniken und Übungen zum Stressabbau wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation helfen, den Stresslevel zu senken, neue Energie zu tanken und Beschwerden zu lindern. Gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen sollte jedoch immer professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden.

NATURHEILKUNDE BEI ERSCHÖPFUNG

Da Überlastung, Stress und Erschöpfung schnell zu einer ernsten Gefahr für die Gesundheit von Körper und Psyche werden können, ist es umso wichtiger, die Ursachen genau zu analysieren. Dementsprechend ist es gerade bei anhaltender Abgeschlagenheit immer angezeigt, vor einer natürlichen Behandlung einen Arzt aufzusuchen, um körperlich-organische Ursachen ausschließen zu können.

Generell empfiehlt die Naturheilkunde bei Erschöpfung und dem Gefühl „leer“ und „ausgebrannt“ zu sein, eine gesunde, natürliche Lebensweise zu beachten, um Körper und Psyche die Möglichkeit zu bieten, sich von den Strapazen zu erholen. Hierzu zählen unter anderem regelmäßig durchgeführte Übungen zur Entspannung wie z.B. Autogenes Training, Meditation, Atemübungen, Yoga oder Tai Chi. Neben dem empfiehlt sich eine möglichst ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit viel Vollkornbrot, frischem Obst, rohem Gemüse, Nüssen etc. sowie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter täglich) in Form von Wasser, ungesüßtem Tee o.ä..

Ergänzend bietet sich z.B. die Kneippsche Hydrotherapie an, welche die Heilkraft des Wassers nutzt, um bei Erschöpfung den Körper mit neuer Energie zu versorgen und dadurch das körperliche und psychische Wohlbefinden zu verbessern. Hier kommt unter anderem das klassische „Wassertreten“ in Frage, welches in einem Bach, aber auch in der heimischen Badewanne durchgeführt werden kann, welche etwa halbvoll mit kaltem Wasser gefüllt wird. Anschließend wird in diesem für ca. eine Minute im „Storchenschritt“ umher gelaufen, alternativ kann auch auf der Stelle getreten werden, wobei darauf geachtet werden sollte, dass bei jedem Schritt das Bein vollständig aus dem Wasser gehoben wird.

Auch Wechselduschen können sehr angenehm und vitalisierend bei Abgeschlagenheit sein. Hierfür wird zunächst für zwei bis drei Minuten warm bzw. heiß geduscht, bis ein wohlig-durchwärmtes Körpergefühl entsteht. Dann wird der Wasserstrahl auf kalt bzw. lauwarm umgestellt und zunächst vom rechten Fuß an über die Rückseite des Beines bis zum Po und an der Oberschenkelinnenseite wieder zurück geführt. Gleiches erfolgt anschließend am linken Bein, danach wird zunächst der rechte und dann der linke Arm nach gleichem Schema kalt abgeduscht (außen von Handrücken bis Schulter, von der Achselhöhle zurück bis Hand innen). Zum Schluss kommen Brust, Bauch, Nacken und Gesicht an die Reihe, dann wird wieder für zwei bis drei Minuten warm geduscht. Die Kaltanwendung sollte zwei Mal wiederholt werden, anschließend ist es ratsam, sich nach dem Abtrocknen zur Wiedererwärmung eine halbe Stunde ins Bett zu legen oder sich leicht zu bewegen.

Als begleitende und unterstützende Maßnahme können bei Erschöpfung auch Heilpflanzen sinnvoll eingesetzt werden. Hier hat sich beispielsweise die Ginsengwurzel zur Stärkung des Körpers bei Stress, Schwäche und verminderter Leistungsfähigkeit bewährt. Ginseng ist in verschiedenen Formen erhältlich (Kapseln, Tee, getrocknete oder frische Wurzel, Sirup etc.), allerdings darf dieser nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden, ebenso sollte bei Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Arterienverkalkung auf eine Einnahme verzichtet werden. Neben dem eignen sich gerade bei psychischer Erschöpfung durch anhaltenden Stress unter anderem Baldrian, Guarana und Mate. Sind hingegen Belastungen wie Trauer, Sorgen oder Ängste der Grund für ein Gefühl der Niedergeschlagenheit und Leere, können auch Johanniskraut und Lavendel wohltuend sein.

Neben dem werden auch Schüssler Salze bei der natürlichen Behandlung von Erschöpfung als Folge einer körperlichen und/oder geistigen Überanstrengung eingesetzt. In Frage kommen hier unter anderem die Salze Nr. 2 (Calcium Phosphoricum), Nr. 5 (Kalium Phosphoricum) und Nr. 7 (Magnesium Phosphoricum), wobei das Mittel der Wahl sowie die Dosierung und Einnahmedauer im Vorhinein mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich ausgerichteten Arzt besprochen werden sollte.

Da die Ursache für chronische Erschöpfung häufig in einem Mangel an Eisen besteht, können in einigen Fällen auch verschiedene Hausmittel bei Eisenmangel dem Körper zu neuer Energie verhelfen. Hier kommen vor allem Nahrungsmittel mit hohem Eisengehalt wie z.B. rote Beete, Karotten, Nüsse oder Blattgemüse wie Fenchel oder Feldsalat in Frage. Auch Heilpflanzen wie Brennnesseln oder Löwenzahn enthalten viel Eisen und eignen sich daher pur oder als Tee sehr gut, um die Speicher wieder aufzufüllen und der Erschöpfung entgegen zu wirken. (nr)

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Nachweis: Paulwip  / pixelio.de