Durchfall
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Durchfall (Diarrhoe) – Reinigungsvorgang oder Krankheitssymptom?
Von Durchfall (Diarrhoe) spricht man in der Medizin, wenn mehrmals täglich ein dünnflüssiger, ungeformter Stuhl in größeren Mengen auftritt. Nach der Dauer der Beschwerden unterteilt man dabei in akuten und chronischen Durchfall, wenn er länger als einen Monat andauert oder regelmäßig wiederkehrt.
Das Symptom Durchfall kann Ausdruck einer Vielzahl von körperlichen und seelischen Störungen sein.
Bei erwachsenen Menschen ist akuter Durchfall über höchstens zwei bis drei Tage jedoch zunächst einmal als eine sinnvolle Maßnahme des Körpers zu verstehen, um sich von giftigen oder belastenden Stoffen zu reinigen. Hält das Symptom jedoch über längere Zeit an oder kommen starke Bauchschmerzen, Fieber, Blut im Stuhl sowie Anzeichen innerer Austrocknung (Dehydratation) hinzu, wird ärztliche Abklärung dringend notwendig, um meldepflichtige Infektionskrankheiten und bösartige Darmtumoren zu erkennen und ggfs. zu behandeln. Sind diese ausgeschlossen, kann die zugrunde liegende Regulationsstörung des Symptoms Durchfall mittels naturheilkundlicher Diagnostik und Therapie vielfältig behandelt werden.
Häufige Ursachen für Durchfall sind bakterielle Infektionen durch verdorbene Lebensmittel (Salmonellose) oder E. Coli-verseuchtes Trinkwasser auf Reisen, Kleinkinder und alte Menschen erkranken oft an Viren, z.B. Rotaviren. Neben Parasiten (Würmer, Amöben) oder Pilzen (Candida albicans) kann auch die Einnahme von Medikamenten wie Abführmitteln (Laxanzien) und Antibiotika, aber auch eine übermäßige Zufuhr von Vitamin C und Zinkpräparaten sein. Nahrungsmittelallergien- und –unverträglichkeiten, eine chronische Schwermetallbelastung sowie eine Fehlbesiedelung der natürlichen bakteriellen Darmflora stehen v.a. in der naturheilkundlichen Diagnostik im Blickpunkt. Auch übermäßiges Essen, Gastritis, Bauchspeicheldrüsen-, Gallen- und weitere Verdauungsstörungen, sowie Bauschspeicheldrüsenkrebs kommen in Frage. Ebenso spielen ein vegetatives Ungleichgewicht und emotionale Belastung eine Rolle als Verursacher von Durchfall.
Redewendungen wie „Er hat Schiss bekommen!“ und „Ich kann das nicht verdauen!“ spiegeln diesen Zusammenhang wieder. Als Krankheiten, bei denen solch ein psychischer Mechanismus angenommen wird, gelten die chronisch schubweise auftretenden Darmentzündungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile). (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin, 01.09.2009)